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Zwischen Vollzeitjob und Studium – Stefan Kießling im Portrait

Bringt Job und Studium unter einen Hut Stefan Kießling. Foto: Salome Mayer

Bringt Job und Studium unter einen Hut Stefan Kießling. Foto: Salome Mayer

Stefan Kießling unterbricht seine Arbeitszeit, wenn er Uni hat. Der 42-Jährige hat einen Vollzeitjob im Referat für Zulassung und Stipendien der FAU und studiert parallel in Teilzeit Medien-Ethik-Religion. Angefangen hat Stefan zum Wintersemester 2014/2015. „Ich kriege hier im Masterbüro ja vieles mit und als klar war, dass es den Master Medien-Ethik-Religion ab 2014 in Teilzeit geben würde, wusste ich: Den will ich machen“, erinnert er sich. Mit seinem FH-Diplom in Betriebswirtschaftslehre sah er keine großen Karrieremöglichkeiten. Nach einer ausführlichen Beratung durch die Studienberatung (IBZ) entschied er sich dafür, den Teilzeit-Master Medien-Ethik-Religion zur beruflichen Verbesserung und Fortbildung zu wählen. „Meine Vorgesetzten haben echt toll reagiert, als ich fragte, ob es möglich wäre, dass ich in Teilzeit studiere und weiter voll arbeite. Ich erfahre viel Unterstützung, auch von meinen Kollegen, das ist richtig toll“, sagt Stefan. „In der freien Wirtschaft wäre das so nicht möglich.“

Den Stundenplan spricht er mit seinen Vorgesetzten ab. Wenn er Vorlesungen oder Seminare hat, bucht er im Zeiterfassungssystem aus und geht zur Uni. Das Telefon darf er in der Zeit auf seine Kollegen umstellen. Abends bleibt er manchmal länger im Büro, um die die Zeit, die er an der Uni war, wieder reinzuarbeiten. Die flexible Arbeitszeitregelung in der ZUV macht das möglich. Als stellvertretender Leiter des Referats hat er einiges zu tun. Er koordiniert die Verfahren für die Masterstudiengänge, betreut das Online-Bewerbungsportal für Master-Studiengänge „move-in“, beantwortet Anfragen von Studierenden aus dem In-und Ausland und berät Studierende, die Anmeldefristen verpasst haben. „Der Umgang mit den Leuten ist mir total wichtig, das macht mir richtig Freude“, sagt Stefan fröhlich. „Und ich habe schon einiges aus meinem Aufbaustudium in meine Arbeit miteinbringen können, gerade was das Schreiben von Artikeln angeht.“ In Zusammenarbeit mit der Web-Redaktion der FAU muss er immer wieder die Masterseiten mit neuen Texten befüllen.

Der Urlaub muss dran glauben

Nach Feierabend ausspannen geht nur manchmal, denn da erledigt er das Laufende für die Uni. Referate und Hausarbeiten schreibt Stefan am Wochenende, manchmal müssen auch ein paar Tage seines 30-Tage-Jahresurlaubs dran glauben. „Ich hatte am Anfang gesagt, ich schaue mir das erste Semester an und schreibe die Prüfungen mit. Wäre ich bei zweien durchgefallen, hätte ich abgebrochen“ beschreibt Stefan seine Ziele zu Beginn des Studiums. Doch er besteht alle Seminare und macht weiter. Auf der Strecke bleiben seine Hobbys. „Im Stadion bei einem Spiel des FC Bayern München war ich schon lange nicht mehr“, sagt der bekennende Fan. Und auch sein Modellbau ruht zur Zeit. Doch ihm macht das nicht viel aus: „Es ist ja absehbar und Hobbys laufen mir nicht weg.“ Eine große Hilfe ist ihm seine Freundin Anja. Sie unterstützt ihn, wo sie kann, liest seine Hausarbeiten Korrektur und übernimmt das Einkaufen, wenn er wegen der Uni am Wochenende keine Zeit hat. Zwei Wochen seines Jahresurlaubs im September blockt Stefan, damit er diese Zeit ganz bewusst mit Anja verbringen und zur Ruhe kommen kann.

Mittlerweile ist Stefan im vierten Semester und es macht ihm großen Spaß. Der Großteil der Kommilitonen, die mit ihm angefangen haben, schreiben zur Zeit ihre Masterarbeit. Sehen tut er sie kaum noch, weil er in einem anderen Rhythmus die Seminare belegt. „Das ist echt einer der Nachteile und ich vermisse sie ganz arg“, erklärt Stefan. Doch dadurch, dass er Vorlesungen mit dem nächsten Jahrgang hat, lernt er viele neue Leute kennen. Gerade dreht er mit Kommilitonen im Rahmen eines Seminares einen Kurzfilm über muslimische Studierende an der FAU, die den Fastenmonat Ramadan einhalten. Ein Highlight war für den 42-Jährigen Studenten die Berlinale, die er letztes Semester mit Prof. Johanna Haberer und Kommilitonen besucht hat. „Es war einfach toll!“, erinnert er sich. In einem Jahr steht dann auch bei ihm die Abschlussarbeit an. Dafür hat er doppelt so lange Zeit wie seine Kommilitonen, die in Vollzeit studieren. Seine berufliche Zukunft sieht Stefan an der Uni. „Ich bin hier total zufrieden und würde gern bleiben.“ In welcher Abteilung er sein neugewonnenes Wissen dann am besten einsetzen kann, wird sich zeigen. Sicher ist: Den Kontakt mit Menschen möchte er weiterhin haben.

 

Salome Mayer

Noch bis SO: Internationaler Comic-Salon in Erlangen

Es ist wieder soweit, in Erlangen ist endlich wieder Internationaler Comic-Salon. Und weil Comic neben Architektur, Bildhauerei, Malerei, Tanz, Musik, Poesie, Kino und Fernsehen als Kunst Nummer 9 gilt, folgen nun

 

9 Gründe, den Comic-Salon in Erlangen zu besuchen

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Hochschulwahl – vote for your future

Henriette Hofmeier has a lot of experience as a student representative. Foto: Olha Kuzmyn

Henriette Hofmeier has a lot of experience as a student representative. Foto: Olha Kuzmyn

We all know that no establishment can exist without a governing body. What we don’t know is that no university can exist without a proper control of students over this body. So while the USA is absorbed in the presidential election campaigns, the students of the FAU have a more important event to think about – Hochschulwahl.

What is Hochschulwahl?

Hochschulwahl is the election for the student government commissions. You can choose students who will later represent your needs or ideas in front of faculties, professors and deans. You can also run yourself for this position or join any of the student bodies that take care of students’ lifes and leisure. The next Hochschulwahl takes place on the  June 15-16, 2016 between 9.00 a.m. and 15.00 p.m.  Detailed information about the polling stations and options of voting will be sent to all students eligible to participate via “Mein Campus”. On the election days you will be given three lists of candidates for Studentischer Konvent, Fachschaftsvertretung and Fakultätsrat, and School of Theology’s Appointments Council.

Studentischer Konvent (Students‘ Representatives Governing Board) is similar to a student parliament. It consists of 30 members half of which are selected from the Fachschaftsvertretung (Student Associations) and the other half is directly chosen by you and me during the elections. As the Konvent is a rather big organ it cannot manage to control all the incoming ideas or suggestions. That’s why it chooses representatives for the SprecherInnenrat or Sprat (a  council of spokesmen –  to put it literally). Basically, Sprat deals with the daily business of the university and is the first institution you should contact in case you have any complaints, suggestions, emotions, ideas or arguments.

Fachschaftsvertretung (Student Associations) is probably the largest students‘ group, consisting of about 64 delegates from all the five faculties. It specializes mostly on the needs of the students of a particular faculty and cares mostly about their wellbeing, the reasonable use of funds, the organization of various events and other important things. Moreover, 4 people with the most votes become a part of the Fakultätsrat (Faculty Councils), which is the highest institution among the faculties.

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„Den „Ziel-erreicht-Status“ gibt es nicht“ – Das Büro für Gender & Diversity der FAU

Magda Luthay, stellvertretende Leiterin des Gender und Diversity Büros. Foto: privat

Magda Luthay, stellvertretende Leiterin des Gender und Diversity Büros. Foto: privat

Das Büro für Gender und Diversity ist an der FAU zuständig für Gleichstellung und Chancengerechtigkeit. Im Interview erklärt Dr. Magda Luthay, die stellvertretende Leitung des Büros für Gender und Diversity, was Ziele und Herausforderungen ihrer Arbeit sind.

Frau Dr. Luthay, das Büro für Gender und Diversity fördert auf unterschiedliche Weise Frauen in ihrer wissenschaftlichen Karriere an der FAU. Manche Männer fühlen sich benachteiligt und fordern beispielsweise einen Männerbeauftragten. Ist ein solcher notwendig?

Magda Luthay: Das Für und Wider eines Männerbeauftragten lässt sich sicherlich diskutieren, jedoch erfüllen wir mit unserer vielfältigen Arbeit in erster Linie eine wichtige Aufgabe, die im Bayerischen Hochschulgesetz, Artikel 4, klar definiert ist, nämlich Gleichberechtigung von Frauen und Männern und Vermeidung von Nachteilen für Wissenschaftlerinnen und Studentinnen.

Für die öffentliche Wahrnehmung ist es wesentlich, immer wieder herauszustellen, dass es zu keinem Zeitpunkt darum geht, die Geschlechter gegeneinander auszuspielen. Ziele wie die Gleichstellung der Geschlechter, Frauenförderung sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie lassen sich professionell und erfolgreich nur dann verwirklichen, wenn man diese Vision gemeinsam anstrebt und konsequent wie konstruktiv verfolgt. Die Förderung von hochqualifizierten Akademikerinnen ist, unabhängig von den unterstützenden gesetzlichen Rahmenbedingungen, auch ein klares positives Signal für den Wissenschaftsstandort Deutschland. Denn für eine international wettbewerbsfähige Zukunft brauchen wir eine hochmotivierte, hochqualifizierte und hochinnovative Forschung und diese besteht nun mal aus Männern und Frauen.

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