Chongqing Summer School 2015

Ein kleiner Erfahrungsblog

Inhalt

Zeichensprache

Am Vormittag waren wie üblich chinesische Zeichen und Aussprache dran. Am Nachmittag erfuhren wir in einer Vorlesung die Ursprünge und Bedeutungen der Bilder der letzten verbliebenen Zeichensprache.  Ein Grundstock an Zeichen ist entstanden durch Piktogramme und Ideogramme. Piktogramme sind durch die Zeit veränderte Darstellungen einer Sache, wohingegen Ideogramme die Darstellung eines Sachverhaltes sind (zB. zwei waagrechte Striche übereinander bilden das Zahlzeichen für „zwei“).

Chinese-Charcter-Sun-Wikipedia
Chinese-Character-Shan-Wikipedia

Aber auch die Kombination von Zeichen kann Wörter hervorbringen. Eine Möglichkeit ist die Kombination eines bedeutungsgebenden Zeichens und eines Lautzeichens zur Aussprache. Die andere Möglichkeit sind Kombination zweier Zeichen (wie Sonne und Mond) zu einer neuen Bedeutung (hell). Anlehnungen an andere Sprachen in Form lautgetreuer Transkriptionen vervollständigen das Angebot an Wörtern.

Die Schriftsprache ist in ganz China gleich, allerdings erschweren Dialekte sie Verständigung. Ein Nordchinese kann so einen Südchinesen eventuell nicht verstehen. Die Verbreitung der Dialekte ist örtlich begrenzt. Natürliche Hindernisse wie die großen Berge des Landes trugen dazu erheblich bei. Chongqing hat auch einen eigenen Dialekt.

Am Abend ist gemütliches Beisammensein angesagt. Der Regen kühlt die Luft, verleitet aber nicht zum Verweilen vor der Tür. Auch wenn es sich mit kurzen Hosen und Tshirt aushalten lässt, eine warme Dusche nimmt man doch besser im Badezimmer.

Wushu und andere Sportarten

Vormittag war wie immer der Cbinesischkurs dran. Heute gab es ein Geburtstagslied zu lernen („Happy Birthday“ auf Chinesisch), da ein Teilnehmer am Sonntag Geburtstag hatte.
Der Nachmittag war reserviert für das Erlernen einiger Grundbewegungen der Kampfsportart Wushu. Schnelle Bewegungen und ihre Abfolge wurden eingeübt und zu einem stimmigen Gesamtbild zusammengefügt. Während draußen das Gewitter die Luft minimal kühlte, schwitzen wir in der Sporthalle. Das Austesten diverser Waffen (Stock, Schwert,…), die aus anderen Kampfsportarten stammen, war pausenfüllend. Und als hätten wir uns noch nicht genug bewegt, entschieden wir uns, die schweißgebadeten Körper mit Volleyball und Basketball weiter zu belasten. Die kühle Dusche danach hat sich jeder verdient, denn auch in der Sporthalle ist es nicht viel kühler als draußen (30° vor dem Gewitter, geschätzt 25° danach).
Den Abend verbrachten wir in kleinen Gruppen. Mit einigen Mitstudenten war ich im Park unterwegs. Hier tanzen am Ufer eines kleinen Sees die Menschen in den Abendstunden. Die Alten halten sich so fit und treffen sich regelmäßig.
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Einkaufen und andere Sonntagsaktivitäten

Der Morgen begann mit einem freiwilligen Ausflug der deutschen Gruppe (Sonntag ist kein Programm vorgegeben). Wir bestiegen einen Berg mit einer Pagode, welche vom Unigelände aus sichtbar ist. Auf den „Wind-Wolken-Berg“ (wörtliche Übersetzung) gelangt man durch viele Stufen, versteckt im Grün des Waldes. Die  Pagode ist leider nicht zugänglich, aber das Klima auf dem Berg ist angenehm und wurde entsprechend genossen. Der Abstieg wurde abgeschlossen bei einem kleinen Händler, der Jiaozi verkauft. Dies sind kleine Teigtaschen, ähnlich der Maultaschen deftig gefüllt, aber gedämpft und sehr lecker.

Die sehr magere Ausstattung des Zimmers macht es nicht einfach, gewaschene Tshirts zum Trocknen aufzuhängen. Also musste ich ein paar Kleiderbügel kaufen. Da es scheinbar keine Ladenschlussgesetze gibt, ist auch am Sonntag auf. Nicht nur der Supermarkt bietet Waren an, auch die vielen kleinenn Händler auf der Straße. Schwimmringe und Getränke lassen sich genauso finden wie Metallwaren. Der Reifenhändler befindet sich direkt neben dem Fernsehfachverkäufer, auch die haben teilweise auf.

Der Abend gestaltete sich für die deutschen Teilnehmer wieder gemeinsam. Wir fuhren in die Stadt, um uns mit einer Chinesin zu treffen und die Stadt mit ihr zu erkunden. Eine interessante Begenung, denn sie erzählte uns vom Schulsystem in China. Der große Test am Ende der Schulzeit (ähnlich wie das Abitur) entscheidet nicht nur über eine Note, sondern auch über das Studienfach und die spätere Universität. Die freie Wahl zwischen Fächern ist den Chinesen nicht möglich, ebenso wie die freie Wahl des Wohnraumes. Ein Zimmer für vier Personen auf dem Campus ist schon fast Luxus – es gibt auch 6er und 8er-Zimmer! Gut, dass sich die Einzelkinder wie Schwestern verstehen und das Selbe studieren.

Heute gibt es keine Fotos, aber die neue Seite „Diverses„. Dort wird alles abgelegt, was nicht in den Blog der Tagesaktivitäten passt, aber wissenswert oder skuril ist. Ständiges Erweitern ist nicht ausgeschlossen.

Wir sind Touristen

Der Samstag ist frei von Unterricht, aber nicht von Programm. Heute stand die Besichtigung diverser Touristenorte an. Erster Stop war das „Three Gorges Museum“: Hier wird die Geschichte der Stadt von der Steinzeit bis heute ausgestellt. Münzen und Skulpturen haben wir aus Zeitgründen weggelassen. Dafür ging die englischsprachige Führung schneller.
Um 1920 wurde der erste Hotpot erwähnt (wer ihn wann erfunden hat weis scheinbar keiner) und eine der ersten Schrägseilbahnen wurde angeblich mit einem Elektromotor von Siemens gefahren. Der größte Schritt war die Verwirklichung eines lang geplanten Bauvorhabens, das die Wirtschaft der Region gestärkt hat: Der Bau des Drei-Schluchten-Staudamms. Ihm ist eine eigene Ausstellung gewidmet.
Nach dem Museum und einem Mittagessen ging es weiter in den alten Stadtteil Ciqikou. In den kleinen Gassen ist zwar die Temperatur erträglich, aber nicht die samstägliche Menge an Menschen. Man muss sich tiefer in die kleinen Gässchen wagen oder auf den Hügel mit dem Tempel steigen, um ihnen zu entfliehen. Aber es ist im Großen und Ganzen dennoch ein Touristenort.
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Chongqing downtown

Nach einer Runde chinesisch am Vormittag war es heute an der Zeit, in den Bus zu steigen. Mit Linie 346 fuhren wir vierzig Minuten durch den typisch chinesischen Verkehr der Stadt. Unser Ziel: die Innenstadt. Hier bestimmen Einkaufszentren und riesige Hochhäuser das Bild. Hoch über dem Wasser des Flusses thront neben den vielen Brücken auch ein Piratenschiff. Es soll daran erinnern, dass das Wasser irgendwann ins Meer fließt. Rund um das Piratenschiff gibt es ein Einkaufszentrum für Touristen.
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Ein Tempel hoch oben

Der Chinesischkurs beginnt langsam. Alle Teilnehmer erhielten ihren Namen in chinesischer Sprache. Dazu wird der Name wohlklingend und phonetisch passend übersetzt. Negative Wörter werden vermieden, aber von Reis und Sommer bis hin zu Blumen und Schönheit ist am Ende alles dabei. Dann geht es weiter mit Zahlen und Sätzen wie „Franzosen trinken gerne Kaffee“.
Am Nachmittag besuchten wir einen Tempel hoch über der Stadt. Er ist mehreren Göttern gewidmet und mit vielen Stufen sowie im Inneren mit Unmengen an malerischen Details versehen – Farbenpracht aus der Ming-Dynastie. Den Weg auf den Gipfel legten wir zu Fuß zurück. Die Hitze und die Steigungen lassen ins Schwitzen geraten. Ein Regenschauer am Abend kühlt zwar die Luft, setzt aber die Luftfeuchte nicht herab. Wegen ihr war die Aussicht auf die Stadt nicht so gut wie gestern.
Templeontop

Die Aussichten: Viel Chinesisch

Nach einem kurzen Test der Chinesisch-Kenntnisse (von 0 bis 2 Jahre ist alles dabei) wurden heute die Klassen eingeteilt und Bücher ausgegeben. „Chinesisch in 10 Tagen“ – mal schauen, wie gut wir nach 10 Tagen tatsächlich sind. Außerdem gab es ein CQUPT-Tshirt. Dass Chinesen kleiner sind merkt man daran, dass das XXL-Tshirt passt, auch wenn man im Heimatland Größe L gewohnt ist.
Am Abend liefen wir eine halbe Stunde zu einer Aussichtsplattform, um die Stadt in der Dunkelheit verschwinden zu sehen.
Chongqing-Nightpanorama

Der erste Tag

Wir sind angekommen, körperlich und geistig. Wie unsere Mitreisenden, viele aus Frankreich und Thailand. Die erste Nacht im karg eingerichteten Zimmer war angenehm dank einer Klimaanlage und der ersehnten Dusche. Die fehlende Einrichtung macht es nötig, in naher Zukunft eine Tasse und ein Messer zu kaufen.
Das Welcome-Dinner wie die ersten Essen in der Mensa sowie im Umfeld um die Universität waren schmackhaft. Die Schärfe ist meist erträglich, jedoch typisch für die Region. Weniger erträglich ist das warme Wetter, das die Campustour zu einer anstrengenden Wanderung macht.

Main Gate Picture

Das Haupttor


campus plan

Übersicht über den Campus

Es geht los…

…bald. Erst mal fliegen und warten. Zwei meiner Mitfahrerinnen haben die selbe Route, das sorgt für Abwechslung auf dem 12 Stunden langen Flug. Und für eine Runde Space-Invaders auf dem Pariser Flughafen.
Paris-CDG