Debattierclub: Streiten mit Niveau!

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Debatte am 15.02.2018

In den Niederlanden wurde ein Opt Out Model für Organspenden eingeführt. Das bedeutet, jeder ist apriori Organspender, wenn er sich nicht explizit dagegen entscheidet. In Deutschland ist es bisher so, dass man sich explizit dafür entscheiden muss Organspender sein zu wollen. Auf dieser Grundlage haben war das Debattenthema diesmal das folgende: „Dieses Haus will, ein Opt Out Model für die Organspende einführen.“

 

Folgende Tabelle zeigt stichpunktartig die Hauptstreitpunkte (Clash) der Debatte mit dazugehörigen Argumenten:

Regierung (Pro)                                                                                                                                     Opposition (Contra)

Menschenwürde

Der Würde eines Toten unterliegt der Möglichkeit der Rettung eines Lebenden

 

Die Würde eines Menschen ist unabhängig von seinen Organen.

 

Das Leben eines anderen zu retten sich an sich etwas Würdevolles

Auch die Würde der noch lebenden Angehörigen wird dadurch verletzt

 

Es ist auch dem verstorbenen Menschen unwürdig sein Körper als „Ersatzteillager“ zu benutzen

 

Nur das freiwillige Spenden hat einen intrinsischen Wert (Mensch gibt einen Teil von sich)

Wahrung der Entscheidungsfreiheit

Opt Out Model sorgt dafür, dass Menschen gezwungen sind sich die unattraktive Frage zu stellen, was nach dem Tod mit ihren Organen passiert

 

Es besteht immer noch die Möglichkeit die „Out“ Option wahrzunehmen

 

Der Wille eines Toten unterliegt der Möglichkeit Leben zu retten

Opt Out Model sorgt dafür, dass künftige Organspende einfach hingenommen wird und sich nicht selbst mit der Frage auseinandergesetzt wird, was mit den Organen passieren soll

 

Der wahre Wille wird oft nicht zu ermitteln sein, wenn zB „Nichtspenderausweis“ unauffindbar

 

Der Wille des Lebenden besteht fort und ist für den Umgang mit dem Toten maßgeblich

Staatlicher Eingriff

Der Paternalismus ist gerechtfertigt, wenn dadurch mehr Leiden verhindert wird.

-> Nach einer utilitaristischen Analyse kann der Staat hier diese Entscheidung treffen.

Opt Out Model an sich ist zu paternalistisch

-> Staatliche Entscheidung was richtig ist

 

Wenn ihr Wissen wollt, wie ihr aus einen solchen Gerüst eine sinnvolle Argumentationskette baut und diese überzeugend vortragt, dann schaut doch beim nächsten Treffen mal vorbei. Wir debattieren jeden Donnerstag um 18:00 Uhr im TSG in Raum 1.024Debat

Mehr Infos auf Facebook unter: https://de-de.facebook.com/DebattierclubErlangen/

Oder bei unseren FAQ unter:  https://blogs.fau.de/debattierclub/faq/

Debatte am 18.01.2018

Die Debatte drehte sich dieses Mal um ein hochaktuelles Thema: „Dieses Haus glaubt, die SPD sollte (auf der Basis der Sondierungsergebnisse) mit der Union in Koalitionsverhandlungen gehen.“ Was die SPD an ihrem Bundesparteitag am 21.01.2018 beschließen will, haben wir heute schon mal debattiert. Ein klares Ergebnis war bei uns nicht erkennbar, aber wir hatten trotzdem mehr Spaß als die meisten Delegierten am Sonntag haben werden.

Folgende Tabelle zeigt stichpunktartig die Hauptstreitpunkte der Debatte und die jeweiligen Hauptargumente in den jeweiligen Streitpunkten:

Glaubwürdigkeit der SPD

Reg.: Verantwortung muss übernommen werden, Kredibilität gerade durch gute Politik und Durchsetzen der sozialdemokratischen Agenda Opp.: Widersprüche zu vorhergegangenen Äußerungen, SPD verkauft Werte für Ministerposten

Kann die SPD in der Opposition oder in der Regierung mehr bewegen?

Reg.: Inhalte können nur in der Regierung durchgesetzt werden, mehr Medienaufmerksamkeit in der Regierung -> Deutungshoheit der politischen Debatte,

Inhalte des Sondierungsprogrammes sind zumindest ein Schritt in die richtige Richtung und damit besser als Nichtstun in der Opposition

Opp.: Auch die Opposition kann die politische Debatte bewegen, die SPD kann der AfD nicht die Medienaufmerksamkeit des Oppositionsführers schenken, keine sozialdemokratischen Kernforderungen im Sondierungsergebnis

Ist die SPD eine Linke oder Mitte Links Partei?

Reg.: Die SPD ist eine Volkspartei und vertritt mehr als nur eine „Schicht“, der Kurs der politischen Mitte der GroKo ist gut für die SPD Opp.: Die SPD ist traditionell die Partei der Arbeiter und muss sich sozialistisch ausrichten, der Kurs der GroKo sollte von der SPD nicht mitgetragen werden

 

Kommt doch beim nächsten Mal auch vorbei!

Mehr Infos unter: https://de-de.facebook.com/DebattierclubErlangen/

 

FAQ:

WAS?
Wir debattieren zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen im Stile des British Parlamentry oder der offenen parlamentarischen Debatte. Wie das funktioniert erfahrt ihr bei unseren Treffen. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Kommt einfach Vorbei!

WO?
Wir debattieren jeden Donnerstag im TSG 1.024 um 18:00 Uhr. Das theologische Seminargebäude befindet sich auf dem Campus der Geisteswissenschaften und ist an seiner roten Fassade gut erkennbar. der Eingang ist seitlich neben der Cafeteria gelegen. Da im Gebäude überall Bücher ausgestellt sind, dürfen dort keine Taschen oder Jacken mitgebracht werden. Diese können gegen ein Pfand von 2€ am Eingang in einen Spind gesperrt werden. Wir freuen uns drauf mit euch in einem der stilvollsten Räume der Uni debattieren zu dürfen!

WER?
Das Angebot richtet sich an jeden der das Debattieren gerne lernen würde oder bereits Erfahrung im Debattieren hat und nette Leute zum schlagkräftigen Austausch sucht. Wir sind zwar eng mit der Uni verknüpft stehen aber auch Nicht-Studenten offen. Wenn du glaubst, dass du Spaß am Debattieren haben könntest oder einfach lernen willst überzeugender aufzutreten, kannst du jederzeit vorbeikommen.

WARUM?
Durch das Debattieren lernt man nicht nur wie man überzeugend auftritt und Argumente richtig aufbaut, auch Selbstbewusstsein und Stimme und Sprachfähigkeit werden durch das freie Reden vor anderen geschult. Schlagfertigkeit und das Finden von Argumenten unter extremem Zeitdruck sind weitere Talente wir unsere Debattanten mitgeben können. Aber auch das kritische Reflektieren der eigenen Position wird durch die intensive Auseinandersetzung mit der Gegenmeinung gelernt.

FRAGEN?
Kontaktiere uns auf Facebook, via E-Mail (Streiten-mit-niveau@gmx.de) oder komm einfach vorbei: Donnerstag 18:00 Uhr in TSG 1.024.

WIR FREUEN UNS AUF DICH!

Treffen am 11.01.2018

Auch am 11.01.2018 wurde im Debattierclub wieder fleißig debattiert. Als Thema wurde ausgewählt: „Das Haus will Mathematik als Pflichtfach im bayerischen Abitur abschaffen.“ Dazu haben Regierung und Opposition folgende Argumente ausgetauscht:

Regierung Opposition
1. Förderung der Eigenverantwortung durch die Wahl 1. Mathematik ist extrem wichtig für ein Studium
2. Mathematische Talente und nicht wissenschaftliche Talente   getrennt fördern 2. Investition in das „Humankapital“
3. Mathematik bis zur 10. Klasse reicht als Basis für viele Studiengänge/Berufe 3. Transferleistungen von Mathematik auch in andere Fächer