Israel-Exkursion 2017

Inter-religiöse Begegnungen in Israel und Palästina

Inhalt

Tag 10: Nächstes Jahr in Jerusalem!

Nach der Besichtigung der im Stil einer byzantinischen Basilika auf historischen Grundmauern erbauten Brotvermehrungskirche im Kloster Tabgha führt uns unsere Busfahrt leider zurück zu unserem Ausgangspunkt der Exkursion – nach Tel Aviv. Die Stadt, die auch als heimliche Hauptstadt Israels bezeichnet wird, stellt das Kultur- und Wirtschaftszentrum des Landes dar und versteht sich als das moderne Israel – etwas im Gegensatz zum religiös geprägten Jerusalem. Bereits von Fernem kann man die Hochhäuser der Stadt erkennen, die den westlichen Einfluss erahnen lassen.

In Tel Aviv nutzen wir die noch wenige zur Verfügung stehende Zeit, um eine kurze Stadtrundfahrt zu machen, die uns einen kleinen Einblick in das bunte Leben Tel Avivs ermöglicht, aber auch dessen Geschichte erahnen lässt: Häuser im Bauhaus-Stil sind ebenso Teil dieser Stadt wie modernste Wolkenkratzer. Ein letzter Stopp führt uns in das historische Jaffa, ein Stadtviertel südlich des Zentrums von Tel Aviv gelegen. Der Name Jaffa leitet sich von dem hebräischen Wort „Yafo“ für „schön“ ab. Die Bezeichnung ist sehr treffend, denn es bietet sich uns eine wunderschöne Aussicht auf das Mittelmeer und die Skyline von Tel Aviv.

Wir nutzen die Zeit für einen Bummel an der Uferpromenade, manche sogar für einen kurzen Abstecher ins Meer, die einen für eine Shoppingtour im leicht chaotischen Flohmarkt, die anderen für einen kleinen Snack unter Palmen.

Schließlich bringt uns die letzte Fahrt zum Ben Gurion Flughafen. Die kurze Strecke wird für Worte des Abschieds und des Dankes für die aufschlussreiche und bereichernde Zeit genutzt. Zuletzt bekommen alle Teilnehmer*innen von Maurice das „Jerusalem Pilgrim Certificate“, das man erhält, wenn man das Heilige Land bereist und bestimmte Orte besucht.

Am Flughafen angekommen verabschieden wir uns von Ali, der stets sicher den Bus an die diversen Ziele brachte, und werden von Maurice noch in den Flughafen begleitet. Auch hier findet eine herzliche und persönliche Verabschiedung statt und man verspricht sich, den Kontakt aufrecht zu erhalten: „Nächstes Jahr in Jerusalem!“.

Wir möchten uns bei den beiden Religionslehrstühlen, die uns diese Reise ermöglicht haben, bedanken. Die Reise wurde mit großem Engagement geplant und organisiert. Ein riesengroßes Dankeschön an Dr. Werner Haußmann, Dr. Walter Leitmeier, Dr. Andrea Roth, Stefanie Stock und Tobias Lampert, ohne die es sicherlich nicht so spannend und bereichernd gewesen wäre!

(Bilder und Texte: Simone Gropp und Lisa Fleischmann)

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O-Töne aus der Reisegruppe:

„Mit tausend Fragen und noch viel mehr Eindrücken verlasse ich dieses facettenreiche Land. Noch einige Zeit werde ich brauchen, um diese Vielfalt zumindest im Groben reflektieren und ordnen zu können. Über biblische Orte hinaus übertrafen vor allem die authentischen Begegnungen mit den verschiedenen Perspektiven der hier lebenden Menschen alle meine Erwartungen. Wir erhielten die Chance, einen Einblick auf diese religiös-bebende und politisch aufreibende Stimmung zu gewinnen. Insgesamt bereue ich keine einzige Sekunde dieser Reise. Die gewonnenen Eindrücke, teilweise schwermütige Gefühle, kreisende Gedanken und kaum sortierbare Erfahrungen werden sicherlich ein Stück weit bereichernd Einfluss auf mich als zukünftige (Religions-)Lehrkraft nehmen. Ich möchte mich dafür bedanken.“

„Unsere Studienfahrt war ein voller Erfolg – für mich war die Reise eine große Bereicherung sowohl persönlich als auch für meine Identität als künftige Religionslehrkraft. Viele heilige Stätten aus der Bibel kann ich nun mit spirituellen Orten in Verbindung bringen. Aber auch die verschiedenen Gespräche aus unterschiedlichsten Perspektiven regen dazu an, kritisch zu reflektieren, ohne vorschnell ein Urteil zu fällen. Mit der Gruppe war diese Erfahrung stets harmonisch; wir hatten sehr viel Spaß, konnten aber auch nachdenkliche Gespräche führen. Ich denke, dass ich mich noch lange an diese tolle Zeit erinnern werde.“

Tag 9: Der Abend

Auf dem Weg zurück in die Unterkunft wird uns allen bewusst, dass heute unser letzter Abend in Israel sein wird. Neben der Wehmut überwiegt dennoch die Vorfreude auf die bevorstehende BBQ-Party. Unser allseits beliebter Reiseleiter Maurice nimmt die Organisation selbst in die Hand und kauft dazu einen halben Supermarkt leer. Dabei berücksichtigt er alle unsere Wünsche. Vor dem Essen baden wir noch einmal ausgelassen im See Genezareth und genießen die letzten Sonnenstrahlen. Um 20.30 Uhr stürzen wir uns hungrig auf die Köstlichkeiten. Bei gemütlichem Beisammensein am See lassen wir die letzten Tage noch einmal Revue passieren und erinnern uns an schöne Momente und beeindruckende Erfahrungen.

(Bilder und Text: Franziska Laus und Stephanie Schwertfirm)

Tag 9: Der Vormittag und Nachmittag

Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns um kurz nach acht Uhr auf den Weg zum Berg Tabor, welcher auch unter dem Namen „Berg der Verklärung“ bekannt ist. Unser Ziel, die Verklärungsbasilika, erreichten wir wegen der schwer befahrbaren und kurvenreichen Strecke nur mit Hilfe kleinerer Taxibusse. Während der Fahrt begleitete uns die atemberaubende Aussicht auf die Ebenen ringsum und die israelische Vegetation.

Bei der Verklärungsbasilika handelt es sich um eine Kirche der Franziskaner. Nach biblischer Darstellung erschien Jesus an dieser Stelle seinen Jüngern in seiner göttlichen Gestalt (Lk 9, 28f.). Bei dem Ort handelt es sich aber nicht nur um den Ort der Verklärung Jesu, sondern auch um den Ort des Missionsbefehls (Mt 28, 16-20). Am Eingang der Basilika befinden sich zwei Kapellen: die rechte zu Ehren Elias und die linke zu Ehren Moses.

Unser Weg führte uns weiter in die Stadt Nazareth, in der 80.000 Einwohner leben. Dort besuchten wir die „Santuario di Nazareth“. Hierbei handelt es um eine Kirche, welche auf der Grotte steht, in der Maria eine Erscheinung des Engels Gabriel hatte.

Nach einem kleinen Mittagssnack und letzten Souvenir-Einkäufen begingen wir eine wunderschöne Bootsfahrt auf dem See Genezareth. Der See ist bis zu 21 km lang und an seiner breitesten Stelle 13 km breit und damit nicht so klein, wie sich ihn viele von uns vorgestellt hatten. Im Gegensatz zum Toten Meer, welches an seiner tiefsten Stelle bis zu 300 m tief ist, beträgt die tiefste Stelle des Sees nur 40 m.

Nachdem wir Teilnehmer die wunderbare Umgebung genossen und auf vielen Bilder festgehalten hatten, überraschten uns unsere Dozenten mit einer Andacht, welche ganz unter dem Thema der Sturmstillung Jesu stand (Mk 4,35-42). Neben gemeinsam gesungenen Liedern, persönlichen Gebeten und Fürbitten sowie einem Agapemahl begleitete uns während der Andacht das Bild „Der Lotse“ von Rika Unger.

Es zeigt die aussichtslos erscheinende Situation zweier Seefahrer, welche von hohen Wellen bedroht werden. Das Kunstwerk macht in eindrucksvoller Art und Weise deutlich, dass die Situation dennoch nicht aussichtslos ist. Und auch wir wurden uns während der Andacht erneut bewusst, dass uns als Christen kein Sturm und keine Gefahr zum Wanken bringen muss, denn Gott, „der Lotse“, ist in seinem Sohn Jesus Christus bei uns, lässt uns nicht fallen und weist uns den richtigen Weg.

Unsere letzte Station an diesem erlebnisreichen Tag war der Berg der Seligpreisungen. An diesem Ort soll Jesus die Bergpredigt gehalten (Mt 5) und die Apostel unter seinen Jüngern ausgewählt haben. Wir besichtigten die sich dort befindende Kirche der Seligpreisungen. Diese weist eine oktogonale Form auf, welche an die ersten acht Seligpreisungen erinnern soll. Der neunten Seligpreisung ist die Kuppel der Kirche gewidmet.

(Bilder und Text: Jessica Blümlein und Katarina Beppler)

Tag 8: Der Nachmittag und Abend

In Mi’ilya gibt es auch ein Gymnasium. Die technische Oberschule „Notredame“ wurde im Jahr 1999 mithilfe von Spenden des bischöflichen Hilfswerks Misereor e.V. Aachen erbaut. Im Rahmen einer Schulführung mit dem Schulleiter Elias Asaad Khamisy haben wir Informationen über die Schule selbst und das Schulleben erhalten. So wird die Schule momentan von rund 360 Schülerinnen und Schülern besucht, welche von 40 Lehrkräften in den Jahrgangsstufen 9 bis 12 unterrichtet werden. Dabei sind alle Bewohner und damit auch die Schülerinnen und Schüler der Schule Christen. Das Schulgebäude besteht aus nebeneinander liegenden Gebäuden.

Samstags findet normalerweise kein Unterricht statt. Glücklicherweise befand sich jedoch eine Klasse im Schulgebäude, die wir besuchen konnten. Von dieser haben wir unter anderem erfahren, dass sie sich gerade auf eine Prüfung vorbereiten. Dieser Test ist neben dem Abitur sehr wichtig, denn die erreichte Punktzahl beeinflusst die Studienplatzvergabe. Für bestimmte Studiengänge braucht man unterschiedlich hohe Punktzahlen. Dabei geht es in diesem Test um die Geschwindigkeit und das logische Denken. Es wird geprüft, wie die Schüler und Schülerinnen Aufgaben in Stresssituationen bewältigen.

Nach dem Gespräch mit der Klasse führte uns unser Rundgang durch das Schulhaus weiter zum Luftschutzbunker.

Das Vorhandensein eines Schutzbunkers in einer Schule war für uns im ersten Moment etwas befremdlich, jedoch erklärt die Lage des Ortes dessen Existenz. Mi’ilya liegt nur ein paar Kilometer entfernt von der libanesischen Grenze. Demnach sind Hisbollah und IS-Kämpfer nur knapp 20 Kilometer entfernt. Zudem waren die letzten Jahre von Kriegen im Süden und Norden des Landes geprägt. Infolgedessen finden regelmäßig Übungen in der Schule statt, um auf den Extremfall vorbereitet zu sein. Trotz der brisanten Lage ist die Schule bestrebt, es den Schülerinnen und Schülern so angenehm wie möglich zu machen. Mittels einer hohen Bildung und einer besonderen Beziehung zwischen den Lernenden und den Lehrkräften wird versucht, die christliche Identität zu wahren und die nächste Generation in der Heimat zu verwurzeln. Die arabischen Christen stellen bereits heute eine Minderheit in Israel dar, und das Fortgehen junger gebildeter Menschen lässt die Zahl weiter sinken.

Zum Schluss entließ uns der Schulleiter mit einem Gedankenanstoß: Lehrkräfte, die ihre Schüler wertschätzen und ihren Beruf als Berufung sehen, können in ihren Schülerinnen und Schülern viel bewirken. Eine gute Beziehung zwischen den beiden Seiten kann ferner zu einer positiven Lernatmosphäre beitragen. Nur wenn die Lehrkräfte ihren eigenen Glauben authentisch zum Ausdruck bringen, kann er bei den jungen Menschen ankommen und wirken. Dass die Lehrkräfte erfolgreich unterrichten, zeigt eine Statistik, bei der die Schule unter den besten 20 Schulen in Israel zu finden ist.

Nach diesem Besuch gingen wir Pizza essen. Leckere Riesenpizzen füllten unsere hungrigen Mägen.

Der Rückweg zu unserem Hostel führte uns über eine der schönsten Routen Israels mit einem wunderschönen Ausblick. Nach einem kurzen Stop im Supermarkt, bei dem noch ein paar Käufe für die letzten beiden Tage erledigt wurden, kamen wir am Hostel an und gingen direkt Richtung See. Es wurde geplanscht und geschwommen. Nach den letzten doch relativ anstrengenden Tagen waren diese Stunden der Entspannung sehr erholend. Nach einem leckeren Abendessen ließen wir den Abend am See ausklingen.

(Bilder und Text: Jessica Lehnert und Sabrina Heiligenthal)

Tag 8: Der Vormittag

Mit dem reparierten Bus sowie laufender Klimaanlage wurden wir, wie jeden Tag, von unserem begnadeten Busfahrer Ali durch jede noch so enge Gasse sicher gefahren. Auf dem Weg zu unserem ersten Ziel am frühen Morgen durften wir zunächst einen Blick auf die Golanhöhen werfen. Hierbei handelt es sich um ein Hochplateau mit tollem Blick auf den See Genezareth. Dort gibt es viele Rinderfarmen, Obstplantagen und Weinberge zu sehen. Für Israelis ist dieses Gebiet ein beliebtes Urlaubsziel. Während des Sechstagekriegs im Jahre 1967 besetzte Israel das Gebiet und vertrieb 90% der Einwohner.

Uns bewegt, dass genau heute vor 50 Jahren der Krieg endete und überall in der Region noch Zeugnisse dieses Konflikts zu sehen sind.

Danach konnten wir in Banyas die Jordanquellen sowie das eindrucksvolle Pan-Heiligtum besichtigen. Bei schönstem Wetter und angenehmen 25 Grad bestaunten wir die Ruinen, die einst der Sohn des Herodes, Philippus, hatte bauen lassen. Benannt ist das Heiligtum nach dem Gott des Waldes und der Hirten: „Pan“. Laut einer Überlieferung hatte er seine Freude daran, den Frauen beim Baden in den Jordanquellen zuzusehen und ihnen auch gerne mal die Kleider zu klauen.

Wir durften unsere Kleider zum Glück behalten.

Von dem damaligen Heiligtum (19 v. Chr.) sind heute nur noch Überreste zu sehen. Eine Grotte in der Mitte des großen Felsens, so heißt es, war das Tor zur „Unterwelt“. Je nach dem, wie trüb das Wasser war, das aus dieser Grotte kam, so glaubte man, mussten weitere Opfer erbracht werden. Dies wurde so lange zelebriert, bis das Wasser wieder klar in den Jordan floss.

Es ging weiter – auf zur christliche Gemeinde unseres Reiseführers in Mi’ilya.

Die Straße dorthin war nur wenige Kilometer von der libanesischen Grenze entfernt. Häuser und Landschaft des Nachbarlandes waren zu erspähen. Unterschwellig war ein mulmiges Gefühl der Gefahr wahrzunehmen.

Angekommen in Mi’ilya, erfuhren wir, dass es in ganz Israel nur zwei Dörfer gibt, in denen nur Christen leben. Mi’ilya ist eines davon. 2800 Einwohner wohnen dort in freundschaftlicher und familiärer Gemeinschaft. Viele von ihnen sind hochgebildet und haben einen akademischen Hintergrund. Junge Christen von dort studieren in Israel oder im Ausland.

Uns überraschte der große überdachte Vorplatz der Kirche. Während des Gespräches in der doch etwas kleinen Kirche wurde uns bewusst, warum. In ihr ist kein Platz für die 3000 Gemeindemitglieder, die regelmäßig den Gottesdienst besuchen. Denn im Gegensatz zu unseren Gottesdiensten in Deutschland erscheinen Jung und Alt äußerst zahlreich. Um dem Andrang gerecht zu werden, erscheint ein solcher Vorplatz mehr als notwendig. Die Kirche wurde im Jahr 1846 renoviert und ist vom byzantinischen Stil geprägt.

Der Gottesdienst dauert etwa 1,5 Stunden und ist an die Ostkirchenliturgie angelehnt. Das bedeutet, dass der Pfarrer, je nachdem, ob er eine Bibel in der Hand hält oder nicht, verschiedene Wege zum Altar nimmt. Denn nur mit dem „Wort“ und dem Kelch geht er auf dem direkten Weg dorthin. Ansonsten nähert er sich dem Altar über einen der Seitenzugänge. Frauen haben jedoch keinen Zugang.

Natürlich ergab sich auch hier ein Gespräch über den Konflikt, worauf der Pfarrer sagte: „Wir nutzen keine Waffen – das Gebet ist unsere Waffe“. Er wird von allen nur „Abuna“ genannt, was so viel bedeutet wie „Vater“. Auch er unterliegt dem Schicksal, ein Flüchtling im eigenen Land zu sein. Seit nun elf Jahren ist er Pfarrer der Gemeinde, verheiratet und hat vier Kinder.  An unsere fleißigen Leser sollen wir von ihm eine Nachricht überbringen: „Hiermit lade ich Sie ein, zu übernachten, um die christlichen Menschen hier vor Ort kennenzulernen und mit ihnen in Dialog zu treten“.

(Bilder und Text: Laura Stelzer und Alina Warling)

 

Tag 7: Der Vor- und Nachmittag sowie der Abend

Nach einem beeindruckenden letzten Abend in Jerusalem verlässt die Gruppe morgens mit Sack und Pack das Paradise Hotel in Bethlehem und begibt sich auf die weitere Reise in die Wüste. Die Aussicht im Bus beeindruckt bereits kurz nach dem Auffahren auf die Autobahn 90, die sich Israelis und Palästinenser teilen. Die Felsenwüste Juda erscheint am Horizont mit ihren dürren Wadis und dem ein oder anderen Maultier, das seiner Pflicht, den Reiter hindurch zu tragen, nachgeht.

Die Judäische Wüste erstreckt sich zwischen Jerusalem und dem Toten Meer und reicht bis zur nordöstlichen Negev-Wüste.

Die Vegetation im Negev und in der Wüste Juda ist spärlich, große Gebiete felsiger Hänge sind völlig kahl. Ebenerdige Büsche und einzelne Bäume findet man besonders in den Wadis, wo gelegentlich Wasser fließt und den Pflanzen Feuchtigkeit bringt.

Zahlreiche Wadis, die bis zu 600 Meter tief sind, durchziehen diese Halbwüste. Das Kloster St. Georg im Wadi Qelt und das Kloster Mar Saba bei Bethlehem befinden sich direkt in ihr.

Darüber hinaus sind Qumran, Massada, und Jericho von touristischer und religiöser Bedeutung. Die Niederschlagsmenge pro m² sinkt Richtung Jordantal rapide ab. Mit etwa 60 Prozent bedeckt die Wüstengegend Negev den größeren Teil des Staates Israel. In diesem Gebiet leben jedoch nur etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Da der Negev und die Wüste Juda von den meisten Kulturen und Völkern des Nahen Ostens durchwandert wurden, sind heute viele prähistorische und historische Spuren dieser Kulturen zu finden.

Die Gruppe erhält die Gelegenheit, bezaubernde Fotos des Klosters St. Georg im Wadi Qelt zu schießen. Währenddessen machen sich die Begleiter Sorgen um die jungen Damen, die dazu die steilen,  ungesicherten Hänge betreten.

Anschließend fährt die Reisegruppe in Jericho ein. Einst war diese Stadt, die schon seit 10.000 Jahren besiedelt wird und deshalb den Titel der ältesten Stadt der Welt trägt, der berühmten Cleopatra zum Hochzeitsgeschenk gemacht. Spätestens in Jericho wird uns allen klar: Heute wird der heißeste Tag unserer Reise, mit über 40 Grad im Schatten.

In einem wunderschön angelegten Pfauengarten an der Quelle des Elisha sehen wir die Mauern des uralten Jericho.

Zuletzt besuchen wir den Maulbeerfeigenbaum des Zachäus (Lk 10), der sich fast im Zentrum der Stadt befindet.

Einen außerordentlich intensiven Moment erleben wir am Ufer des Jordans. Während andere in dem kühlen Wasser getauft werden, segnete uns Herr Haußmann. Es ist eine Gelegenheit, die spirituelle Stimmung dieses christlich bedeutsamen Ortes einzusaugen.

Zur heißen Mittagszeit findet sich die forschende Gemeinschaft in der Qumran-Gegend wieder. Mit Blick auf das Tote Meer werden die Ausgrabungen der essenischen Siedlung und die Eingänge der Qumran-Höhlen besichtigt. Qumran ist berühmt für im Jahr 1947 gemachte Funde von mit Pergamenten gefüllten Tonkrügen. Diese zum Teil biblischen Fragmente  werden auf 2000 v. Chr. – 68 n. Chr. datiert. Vor allem die rituellen Bäder der Essener sind nach wie vor sehr gut erhalten.

Große Freude verbreitete sich im Bus, als Ali (der Busfahrer) das Tote Meer ansteuerte. Mit Schlamm eingerieben, trieben viele auf diesem besonderen Gewässer. Der Salzgehalt liegt bei  bis zu 33 % und ist somit zehnmal höher als in anderen Meeresgewässern. Der Wasserspiegel des Toten Meeres ist rückläufig und mit 428 Metern unter Normalnull die am tiefsten gelegene Fläche der Erde. Die Mineralien im Toten Meer verhelfen ihm zu seinem außerordentlichen Ruf. Es enthält Magnesium, Natrium, Calcium und Kaliumchlorid.

Die Fahrt durch die hügelige Landschaft mit ihren oasenartigen Palmenfeldern war nicht ohne Zwischenfälle. Zunächst erschreckte uns ein lautes Zischen, was uns in Deutschland weniger beunruhigt hätte, jedoch auf einer palästinensischen Straße zu einem flauen Gefühl im Magen führte. Bei einer Außentemperatur von 42 Grad kamen die ersten panischen Gedanken auf. Unser Reiseleiter konnte uns jedoch beruhigen, denn lediglich der Luftkompressor versagte bei der extremen Hitze in der Wüste. Dies hatte zur Folge, dass auch die Klimaanlage ausfiel.

Nach zwei harten Stunden mit kontinuierlich ansteigender Innentemperatur erreichten wir unsere Unterkunft „Karei Deshe Hostel“, direkt am See Genezareth gelegen. Dort hüpften wir nach der Zimmerverteilung in den See. Abgerundet wurde der schöne Abend mit einem sehr guten Abendessen und geselligem Beisammensein am Seeufer.

(Bilder und Text: Ines Rottammer, Justina Roser, Marie Pyka, Laura Stelzer, Alina Warling)

 

Tag 6: Der Abend

Jerusalem by Night

Nach dem Abendessen fuhren wir mit dem Bus nach Jerusalem, wo wir den Abend zur freien Verfügung hatten.

Wir, eine Gruppe von fünf Mädels, machten uns auf in den jüdisch geprägten Teil der Innenstadt. Wir waren überrascht, wie westlich die Ben Yehuda-Straße ist. Unser Abend war gezeichnet durch gemeinsames Bummeln, Unterhaltungen, gute Laune und fröhliches Beisammensein. Wir haben die freie Zeit sehr genossen und konnten die Eindrücke der vergangenen Tage nochmals aufarbeiten.

Natürlich durfte die tatsächliche Altstadt, das arabische Viertel, bei unserem Abendprogramm nicht fehlen. Die schön beleuchteten Bazare werden uns lange in Erinnerung bleiben. Alle Menschen waren lebensfroh und sehr hilfsbereit, sodass wir uns alle wohlfühlen könnten.

Ganz Jerusalem erstrahlte in einem Lichtermeer. Begleitet von guter Musik im Bus fuhren wir müde, aber glücklich zurück zum Hotel in Bethlehem. Der abendliche Ausflug war für die gesamte Reisegruppe ein tolles, unvergessliches Erlebnis.

(Bild und Text: Franziska Trefzer und Karolina Olszynski)

Tag 6: Der Nachmittag

Nach dem Einkaufen in einem palästinensischen Supermarkt machten wir uns auf den Weg in die jüdische Siedlung Shilo. Dort picknickten wir an einem schattigen Platz unter Bäumen und machten uns gestärkt auf zur historischen Ausgrabungsstätte Shilo. Hier befand sich unter anderem ein Modell der Stiftshütte (Mischkan) in den Überresten einer byzantinischen Kirche des 14/15 Jahrhunderts. Die Ausgrabungen dazu begannen in den 1960er Jahren. Besondere Bedeutung kommt diesem Ort zu, weil die 12 Stämme Israels für Gebet und Segen dort hin zurückkehrten. Ein Höhepunkt des Besucherzentrums war ein interaktives Museum sowie ein Film zur Geschichte Shilos und der Stiftshütte.

Gerne nahmen wir die Einladung zum Gespräch mit Pinchas, einem aus den USA stammenden Israeli, an. Pinchas ist 22 Jahre alt und wuchs als orthodoxer Jude in der US Metropole Chicago auf. Mit 17 Jahren merkte er, dass er sich nicht mit seinem Geburtsland verbunden fühlte und beschloss, nach Israel seinem „Heimatland“ zurückzukehren obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt noch niemals dort gewesen war. Heute ist er froh über seine Entscheidung diesen Schritt gewagt zu haben, ist frisch verheiratet und dankbar für die Hilfe, die er in Israel erfährt. Anfangs lebte er in den Golanhöhen, wo er seine militärische Ausbildung absolvierte. Heute ist er Teil der jüdischen Siedlung Shilo. Dort leben die meisten Menschen von Landwirtschaft, andere sind Lehrer oder Anwälte.
Zur Frage wie Pinchas den Konflikt zwischen den Palästinensern und den Israelis einschätzt, stellte er klar, dass für ihn ein harmonisches Miteinander an erster Stelle steht. Deshalb wünscht er sich einen Staat, in dem  Gleichberechtigung herrscht. Denn aus seiner Sicht ist genug Lebensraum für Palästinenser und Israelis in diesem Land, wobei der Name letztlich nicht ausschlaggebend ist. Nach diesem fesselnden Gespräch machten wir uns auf den Weg zurück nach Bethlehem.

(Bilder und Text: Franziska Trefzer und Karolina Olszynski)

Tag 6: Der Vormittag

Nach leichter Verspätung machten wir uns um 8.15 Uhr auf den Weg auf die 1 1/2 stündige Fahrt ins Westjordanland. Dort hatten wir die Möglichkeit, die bereits in der Bibel erwähnten Orte Nablus und Berg Garizim (Sichem) zu besichtigen. Während der Fahrt erzählte uns unser Reiseleiter von der Mauer, die das Westjordanland von Israel trennt. Diese 700 Kilometer lange Grenze ist nur zu 20% eine Mauer aus Beton, welche wir bisher täglich passiert haben, der Rest besteht aus einem Stacheldrahtzaun. Diese Barriere verhindert, dass Palästinenser ohne Weiteres nach Israel reisen können. Um nach Israel einzureisen, müssen sie eine Erlaubnis vorweisen, die jedoch nicht leicht zu erhalten ist. Dennoch wird von vielen Palästinensern versucht, eine Arbeitserlaubnis zu erhalten, da sie in Israel besser bezahlt werden. Das Durchschnittseinkommen in Palästina liegt bei etwa 600 € – in Israel bei durchschnittlich etwa 3000 €.

Die Route nach Nablus führte uns ebenfalls an Beth El (bei Ramallah) vorbei. Die Stadt gilt als Handelszentrum der Palästinenser und als inoffizielle Hauptstadt. Die Immobilienpreise sind hier auf ein Vielfaches angestiegen. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Die Mittelschicht ist zum Großteil weggezogen, Beth El wird nun hauptsächlich von der Ober- und Unterschicht bewohnt.

Betrachtet man die Landschaft während der 1 ½ stündigen Busfahrt, so fallen die vielen Terrassen und Olivenbäume auf. Diese werden von Palästinensern bewirtschaftet. Kurz vor der Ernte kommt es teilweise zu Zwischenfällen mit Siedlern, wie uns der Reiseleiter erklärt. So mindern die Siedler den Ertrag durch die Schädigung der Pflanzen.

Kurz nach 10 Uhr erreichten wir die erste Station des Tages – den Jakobsbrunnen in Nablus. Die Stadt hat um die 200.000 Einwohner und wird zum Großteil von Arabern bewohnt. An der Stelle des Jakobsbrunnens wurde eine griechisch-orthodoxe Kirche errichtet, die jedoch mehrfach zerstört wurde: Eine Kirche ist in diesem muslimischen Ort unerwünscht. Auch heute noch ist der Platz für Christen nicht ganz ungefährlich. Bevor wir den Bus verlassen, werden wir nochmal daraufhin gewiesen, dass wir in der Öffentlichkeit nichts essen und trinken sollten, da wir uns im Fastenmonat Ramadan befinden. Die weiblichen Teilnehmerinnen hüllten sich bei über 30 Grad, wie inzwischen gewohnt, in Tücher. Bevor wir die Kirche betraten, um zu dem Jakobsbrunnen zu gelangen, betrachteten wir das Mosaik vor dem Eingang und riefen uns die Jesusgeschichte in Erinnerung (Joh 4). Jesus war auf der Durchreise von Judaä nach Galiläa und musste Samarien passieren. Bei seiner Rast am Jakobsbrunnen traf er auf eine samaritanische Frau. Obgleich Juden und Samariter nicht miteinander verkehrten, bat Jesus sie um Wasser. Die Geschichte zeigte uns, wie missverständlich Symbolsprache sein kann – und wie Jesus zum Kern der Lebensgeschichten von Menschen vordringt.

Am Jakobsbrunnen holte uns unser Reiseleiter Wasser aus dem Brunnen, das wir trinken konnten, und erklärte uns, dass Jesus sich möglicherweise genau an dieser Stelle mit der Samariterin unterhalten hatte.

Nach dem Besuch dieser besonderen Stätte überquerten wir die Straße, um ins Flüchtlingslager Balata zu gelangen, in dem uns Mariam über die dortige Situation palästinensischer Flüchtlinge berichtete. Mariam ist eine Bewohnerin des Flüchtlingslagers und ist dort im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit des Camps tätig. Das Gespräch eröffnete uns eine weitere, neue Perspektive auf den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern. Der Gang durch das Flüchtlingslager bewegte uns sehr, da die Zustände dort erschreckend sind. Mariam berichtete über die Armut und Perspektivlosigkeit, die mangelnde Infrastruktur vor allem in Bezug auf Bildung und medizinische Versorgung sowie die ständige Gefahr, auf offener Straße in eine Konfliktsituation zu gelangen. Im Yafa Cultural Centre wird versucht, den Kindern durch Freizeitangebote ein wenig Abwechslung zum tristen Lageralltag zu ermöglichen.

Nach diesem sehr bewegenden Gespräch war eine Pause zum Austausch und zur Stärkung dringend nötig.

(Bilder und Text: Alexandra und Tobias Ernst)

Tag 5: Der Abend

Nach einem etwas weniger anstrengenden Tag traf sich unsere Gruppe um 20.30 Uhr mit dem muslimischen al-Ghazzali-Experten und Dekan der arabischen Universität Al-Quds, Prof. Mustafa Abusway, der in Boston studiert hat und gerade ein neues Buch veröffentlicht. Im Laufe unseres interessanten Gesprächs sprach er zu Beginn über den Islam, unter anderem über den Sündenfall. Der Mensch, der schon immer anfällig für das Böse war, hat die Aufgabe, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Im Koran werden Adam und Eva ebenfalls erwähnt, jedoch aßen beide die Frucht. Dieser Punkt ist vor allem im Vergleich zum Christentum bemerkenswert, weil hier nur Eva die Frucht aß und damit ihr, der Frau, die Verantwortung für den „Sündenfall“ zugeschrieben wird. Außerdem erzählte er vom Ramadan und darüber, dass Abraham 39 Mal im Koran genannt wird, während Muhammad nur vier Mal erwähnt wird. Der Koran ist daher kein auf Muhammad zentriertes Buch. Auf die Frage, ob ein Selbstmordattentäter denkt, er handle im Sinne des Korans, antwortete er, dass die Attentäter das denken, dass dies aber nicht der Lehre des Islam entspricht.

Im Laufe des Gesprächs spürte man sehr deutlich die Leidenschaft des Redners für das Thema. Auch die Problematik zwischen Israel und den Palästinensern kam zur Sprache. Seine Ausführungen gaben der Gruppe einen weiteren Einblick in das komplizierte Verhältnis der beiden Völker.

(Bild und Text: Tobias Ernst und Alexandra Ernst)

Tag 5: Der Vormittag und Nachmittag

  1. Der heutige Vormittag startete mit einem wichtigen und emotionalen Thema. Wir besuchten Yad Vashem, die zentrale Gedenkstätte für die Opfer der Judenvernichtung des Holocaust. Neben dem Museum besichtigten wir die Halle der Erinnerung, die Allee der Gerechten, die Säule des Mutes, die Kindergedenkstätte sowie das Tal der Gemeinden.

Durch viele originale Ausstellungsstücke und die bewegende  Dokumentation von Einzelschicksalen zeigt die Gedenkstätte den Schrecken der Vergangenheit. Durch die positiven Beispiele von Menschen, die Juden geholfen haben, wird Hoffnung spürbar. Dieser Ort macht deutlich, dass wir als zukünftige Lehrkräfte die Pflicht haben, diese Thematik mit Schülerinnen und Schülern weiter aufzuarbeiten.

Gedanken, die die Studierenden nach dem Besuch bewegten:

„Dieses Thema ist ein wichtiger Teil unserer Geschichte, die immer wieder aufgearbeitet werden muss, um in Erinnerung zu bleiben, und damit wir für die Zukunft lernen: A country is not just what it does – it is also what it tolerates…“ (Kurt Tucholsky) Unsere Mitmenschen und was in der Welt passiert darf uns nicht egal sein!“

„Eine bewegende Ausstellung mit vielen Orginalausstellungsstücken. Vor allem die Zeitzeugenberichte haben einen sehr berührt.“

„Ich war bereits vor zwei Jahren in Yad Vashem. Damals habe ich mich geschämt, Deutsche zu sein, auch wenn unsere Generation keine Schuld trifft. Die gesamte Gedenkstätte ist ein emotionaler Ort und versucht, einen schrecklichen Teil der Geschichte aufzuarbeiten. Beeindruckend finde ich das Children’s Memorial. Trotz der vielen Eindrücke bleibt die Zeit des Nationalsozialismus für mich unvorstellbar.“

„Im ganzen Museum herrschte eine sehr bedrückende Stimmung. Ich habe mich als Deutsche sehr unwohl gefühlt.“

Im Anschluss an die Gedenkstätte Yad Vashem war eine Verschnaufpause nötig. Bei Falafel und Beilagen konnte die Reisegruppe ihre gesammelten Eindrücke austauschen und aufarbeiten.

Am Nachmittag trafen wir in der Dormitio in Jerusalem den deutschen Benediktinermönch Pater Nikodemus Schnabel zum Gespräch. Der Nahostkonflikt sowie die Situation der Christen im Heiligen Land waren Themen, die uns Studierende interessierten und zu denen er offen seine Meinung darlegte. Durch seine langjährigen Erfahrungen als Seelsorger in sowohl israelischen als auch palästinensischen Gebieten kommt er zu dem Schluss, dass beide Seiten eine durchaus in sich geschlossene und nachvollziehbare Sichtweise haben. Für Israelis spielt das Sicherheitsnarrativ eine wichtige Rolle, dagegen steht das Freiheitsnarrativ der Palästinenser. Laut Pater Nikodemus lässt sich die Leidensspirale und jeweilige Opferrolle nur durch eine emotionale, nicht politische Lösung durchbrechen. Er kann die Positionen beider Parteien nachvollziehen, ist jedoch weder pro-israelisch noch pro-palästinensisch, sondern pro-Mensch. Ein besonderes Anliegen ist für ihn die Ökumene. Ein für ihn vorbildliches Beispiel geben die christlichen Gemeinden im Gazastreifen. Gemeinsame Gottesdienste und Feste gehören dort zum Alltag. Diese Gemeinden sieht er in diesem heiklen Gebiet als Ruheoasen.

Am Nachmittag besuchten wir abschließend das 1965 gegründete, modern gestaltete Israel-Museum. Neben Kunst- und Archäologiesammlungen sind dort auch Teile der Schriftrollen von Qumran aufbewahrt und dokumentiert.

(Bilder und Text: Carolin Simon und Larissa Brenner)

Tag 4: Der Nachmittag

Nach dem spontanen und anstrengenden Gespräch mit dem Rabbiner freuten wir uns sehr auf eine Pause und das Mittagessen. Hier entschieden wir uns, das jüdische Viertel zu erkunden und die dort angebotenen Köstlichkeiten zu probieren. Neben den typischen Burger-Läden und europäisch angehauchten Restaurants entdeckten wir auch landestypisches Essen. Wir – eine kleine Gruppe von vier Mädels – entschieden uns für eine landestypische Bäckerei in einer Seitengasse, abseits des Trubels am Hauptplatz. Dort probierten wir uns einmal quer durch die herzhaften und süßen Backwaren und stärkten uns bei einem netten Gespräch mit einem guten Kaffee für die nächste Station.

Um 14.30 Uhr trafen wir uns wieder mit der Gruppe am Hauptplatz und shoppten noch kurz ein paar jüdische Souvenirs, bevor uns Maurice zum Western Cardo führte, welcher quer durch das jüdische Viertel verläuft. Die liebevoll restaurierte Nord-Süd-Verbindungsstraße aus der Römerzeit war ein Handelsplatz mit unterirdischen Abwasserkanälen, der auch heute noch zum Shoppen einlädt. Besonders beeindruckend war das Wandgemälde mit 3D-Effekt, das eine Szene aus der damaligen Zeit darstellt. Wenn man aber genau hinsieht, entdeckt man auf dem Bild ein kleines Mädchen, das einem Jungen einen Granatapfel überreicht. Dieser Junge ist allerdings etwas anders als die übrigen Menschen auf dem Bild. Er entstammt unserer Zeit! Beeindruckend war auch die Mosaikkarte von Madaba, die als älteste im Original erhaltene kartografische Darstellung des Heiligen Landes bedeutende Bauwerke in Jerusalem abbildet.


Unsere nächste Attraktion war die Davidstadt, die laut unserem Reiseleiter nicht zum Standardprogramm einer Touristengruppe gehört. Kaum erreicht, fanden wir uns unter vielen einheimischen lautstarken Schulklassen wieder. Hauptattraktion ist der Hiskia-Tunnel, ein 500 Meter langer Durchgang, der mit 70 cm hohem Wasser gefüllt ist. Beim langatmigen Anstellen fragten wir uns schon, warum die Kinder allesamt mit Taschen- und Stirnlampen ausgestatten waren?! Bald fanden wir es heraus …! Wir wateten durch einen stockdunklen Gang, der durch die Orientierungslosigkeit, den rutschigen Untergrund sowie Kurven und unterschiedliche Ganghöhen zum Abenteuer wurde. 25 Minuten im Nass und teilweise nur 40 cm breite Spalten werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Einfach nur GENIEßEN – diesen Tipp gab uns unser Reiseleiter am Einlass des Tempeltunnels.

Besonders beeindruckend war die lebhafte Darstellung von Maurice über den Bau des Tempels am Stein der Schöpfung bzw. der Stelle, wo Abraham seinen Sohn Isaak opfern sollte. Dort baute David einen Altar, der später von einem mächtigen Plateau überdeckt wurde. Während die Klagemauer sehr bekannt ist, kennen die unterirdischen Gänge vermutlich deutlich weniger Menschen. Dieses Tunnelsystem wurde von König Herodes in Auftrag gegeben, der den zweiten Tempel ausgebaut und deutlich prachtvoller gestaltet hat. Nachdem die Gänge verschüttet wurden und muslimische Wohngebiete entstanden, wurde der Tunnel im 19. Jahrhundert während der Ausgrabungen an der Klagemauer wiederentdeckt. Beeindruckend ist, dass vom oberen Teil der Klagemauer nur 60 Meter zu sehen sind, unterirdisch jedoch ein fast 500 Meter langer Teil freigelegt werden konnte. Dies führt allerdings zu Konflikten zwischen Juden und Moslems. Da es Nicht-Muslimen nicht gestattet ist, auf dem Gelände des Tempelbergs zu beten, jedoch an der Klagemauer, sehen es Juden als ihr Recht an, auch an den unterirdischen Gängen der Klagemauer zu beten. Dies ist wiederum eine Provokation für Muslime, die ihre Häuser oberhalb der entdeckten Gänge gebaut haben. Geographisch befindet sich der Tunnel zwischen Klagemauer und Via Dolorosa.

Am Ende machten wir uns nach zwölf Stunden Exkursion und mit neuen Erfahrungen auf den Rückweg zum Hotel.

(Bilder und Text: Andrea Klein und Verena Leithel)

Tag 4: Der Vormittag

Nach einem leckeren Frühstück besteigen wir wie immer unseren Bus. Unser Weg führt uns erneut nach Jerusalem, doch anders als gestern fahren wir heute nicht zum Ölberg, sondern zum Tempelberg. Dort befinden sich unter anderem die Westmauer des ehemaligen Tempels, die wir meist unter dem Namen Klagemauer kennen, der Felsendom und die al-Aqsa-Moschee. Am Eingang wird uns bewusst, wie nah die Orte wirklich beieinanderliegen. Zuerst besuchen wir den muslimischen Teil. Der Felsendom und die al-Aqsa-Moschee sind der drittheiligste Ort der Muslime. Schon durch die Kontrollen kommen wir nur mit bedeckten Schultern, Armen und Beinen. Doch wie streng diese Regelungen sind, erfahren wir erst dahinter, als auf mehrere Teilnehmerinnen gezeigt und manche sogar aufgefordert werden, nachzubessern. Trotzdem können wir uns anschließend frei im Gelände bewegen und die Eindrücke in Fotos festhalten. Leider dürfen wir den Dom und die Moschee selbst nicht besuchen. Maurice hatte sich darum bemüht, konnte es uns aber leider nicht ermöglichen – Nicht-Muslimen wird ein Zutritt nur in seltenen Ausnahmefällen gestattet.

Nach diesem Erlebnis geht es durch einen weiteren Kontrollpunkt auf die jüdische Seite. Dort können wir die berühmte Klagemauer in echt erleben, wobei man diese hier nur unter dem Titel „Westmauer“ (hebr. הכותל המערבי ha-kotel ha-ma’arawi) kennt, da Juden den Begriff „Klagemauer“ nicht gerne benutzen. Genau wie die Juden selbst müssen wir uns nach Männern und Frauen aufteilen und zu getrennten Abschnitten gehen. An der Mauer ist die Atmosphäre mit Händen greifbar. Es war sehr eindrucksvoll die jüdische Tradition und Mentalität vor Ort zu erleben.

Durch Maurice erfahren wir im Anschluss, dass der Tempelberg ein Ort gegensätzlicher Religionen ist und schon viele Besitzer und Besatzer hatte. Irgendwie hatten wir den Eindruck, dass diese Fragen auch heute noch nicht geklärt sind.

Anschließend geht es zum Grab des König Davids und zum Saal des letzten Abendmahls. Beim Anblick dieser sehr großen und ausgeschmückten Halle können wir uns Jesus und seine Jünger allerdings kaum vorstellen.

Unsere Gruppenleitung hatte vor dem Mittagessen noch eine spontane Begegnung mit einem orthodoxen Juden aus Jerusalem organisiert. Wir erleben einen herzlichen Menschen, der versucht, uns seine Glaubensrichtung verständlich zu machen. Am Ende sind wir uns zwar nicht in allen Punkten einig, nehmen aber viele Eindrücke mit.

(Bilder und Text: Ida Täubert und Monika Hörmann)

Tag 3: Der Nachmittag und Abend

Die Reisegruppe wandelte durch die belebten Straßen des arabischen Basars und konnte in Ruhe Eindrücke und facettenreiche Gerüche einverleiben sowie auch das eine oder andere Mitbringsel ergattern.

Nach dem ausgiebigen und stufenreichen Verdauungsspaziergang versammelte sich die Truppe, um sich nun dem für viele Christen heiligsten Begegnungsort in Jerusalem zu widmen. Golgota oder die Grabeskirche ist über mehrere Eingänge begehbar.

Die Kirche wurde über dem Ort gebaut, an dem Helena (die Mutter Konstantins des Großen) einst die Kreuzigung- und Begräbnisstelle Jesu vermutete.

Der Innenraum war für die einen voll spiritueller Stimmung und Hingabe, für die anderen ein Ort bedrückender Geschäftigkeit und irritierender Selbstinszenierung (Selfies vor der Grabstätte) – nicht zu vereinbaren mit dem jesuanischen Geist.

Im Inneren regelt ein orthodoxer Christ mit schwarzem Gewand und langem Bart die Zeiten, die dem Besucher zum Verweilen zustehen. Insgesamt gestaltet sich der Besuch hektisch. Fotografieren ist nicht erlaubt und streng werden Besucher hinein und heraus geschleust.

Die Studienreisenden konnten anschließend die restliche heilige Stätte erkunden. Kerzen wurden angezündet und vor dem vermutlichen Standort des Kreuzes gekniet.

An anderer Stelle ist ganz deutlich der Riss im Golgota-Fels erkennbar.

Sehr unterschiedlich waren die Empfindungen und Reaktionen der einzelnen Teilnehmer auf die Begegnung mit diesem Ort, und es blieben offene Fragen, Gefühle und Gedanken, die bei abendlichen Gesprächen noch reflektiert wurden.

(Bilder und Text: Ines Rottammer)

Tag 3: Der Vormittag

Nach einem leckeren und ausgiebigen Frühstück machten wir uns gemeinsam auf den Weg nach Jerusalem. Dafür passierten wir zunächst den Checkpoint, um unseren ersten Höhepunkt des Tages zu erreichen: den Ölberg. Der faszinierende Ausblick sprach für sich!

Anschließend liefen wir den Ölberg hinunter zum blühenden Garten Getsemani, in dem die ältesten Olivenbäume der Welt ihren Platz finden. An den Garten grenzt die Kirche der Nationen. Diese Kirche wurde von 12 Nationen in Anlehnung an die 12 Apostel erbaut, was 12 herausragende Kuppeln verdeutlichen sollen.

Nach einer ausgiebigen Besichtigung der Kirche machten wir uns zu Fuß gemeinsam auf den Weg durch das Löwentor in die Jerusalemer Altstadt.

Auf den Spuren Jesu Christi begaben wir uns auf den ursprünglichen Kreuzweg, die sogenannte Via Dolorosa.

1. Jesus wird zum Tode verurteilt
2. Jesu trägt das Kreuz auf seinen Schultern
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz
4. Jesus begegnet seiner Mutter
5. Simon von Kyrene hilft Jesus
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz
8. Jesus spricht zu den weinenden Frau
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt
11. Jesus wird ans Kreuz genagelt
12. Aufstellung des Kreuzes und Tod Jesu
13. Der Leichnam Jesu wird gesalbt
14. Das Christusgrab

Dieser führte uns über mehrere Straßen an 14 Stationen entlang durch die Jerusalemer Altstadt bis hin zur Grabeskirche.

Bis wir die letzten 5 Stationen in der Grabeskirche jedoch erreichten, gönnten wir uns eine ausgiebige Pause mit unserer ersten Falafel in Israel.

Gut gestärkt und erfrischt schlenderten wir noch durch den farbenfrohen Bazar der Altstadt und kauften uns das ein oder andere schöne Erinnerungsstück.

(Bilder und Text: Augustine Meier und Carina Höhl)

Tag 2: Der Nachmittag und Abend

Nach dem wunderbaren Mittagessen und dem aufschlussreichen Gespräch bei Frau Faten Mukarker, setzen wir unsere Reise mit dem Reisebus fort.

Unser nächstes Ziel: Herodium.

Schon von weitem sieht man nach einigen Wohngebieten einen großen Berg, der sich in der Landschaft erhebt. Maurice erklärt uns, dass es sich um einen teilweise künstlich errichteten Berg handelt.

Am seinem Fuße sind schon die ersten Ausgrabungen zu sehen, doch das eigentliche Ziel ist der Gipfel des Berges. Auf diesem hatte sich einst König Herodes eine Festung als königlichen Palast erbauen lassen, außerdem sollte dieser Ort auch seine Grabstätte sein.

Wir erfahren in einem Film im Informationszentrum, dass der König sich in einem Mausoleum hatte prunkvoll bestatten lassen.

Danach geht es einen steilen Fußmarsch hinauf zum höchsten Punkt des Berges. Doch schnell wird klar, dass sich der Anstieg in der prallen Sonne durchaus bezahlt gemacht hat: Unter uns erstreckt sich eine atemberaubende Aussicht über die umliegende  Umgebung.

Wir nutzen die Zeit – wie immer – für ein paar schöne Fotos und setzen unseren Weg fort in die Ausgrabung, die sich in der Mitte des Berges befindet.

Nach einer kurzen Pause im Schatten des Empfangssaals betreten wir die unterirdischen Tunnelgänge des Herodiongrabes, die uns zum Ausgang des Mausoleums und somit wieder ans Tageslicht führen.

Nächster Halt: Die Hirtenfelder mit der Verkündigungsgrotte

Wir betreten eine kleine Parkanlage. Der Weg ist umsäumt von Olivenbäumen, Grillen zirpen. Im Herzen des Parks befindet sich ein Brunnen, geschmückt mit Hirtenmotiven und Schafen. Von hier aus gehen wir in eine Grotte mit einer kleinen Kapelle.

Dies ist der Überlieferung nach der Ort, an dem den Hirten die Geburt Jesu verkündigt worden war. (Lukas 2,8-20)

In der Kapelle singen wir eine selbstverfasste Version des Liedes „Stern über Bethlehem“ und bekommen auf diesem Weg Informationen über Bethlehem.

Hier finden wir außerdem eine Krippe, an der sich unsere bekannten Weihnachtskrippen orientieren.

Jesu Geburtskirche

Etwas müde erreichte die Reisegruppe am Nachmittag die Geburtskirche in Bethlehem. Von außen ist es ein imposantes und helles Bauwerk, die Atmosphäre war eher ruhig. Einige Straßenverkäufer boten ihre Waren feil. Ein Eingang nicht höher als ein durchschnittlicher Zweitklässler führte uns in das Innere des sagenumwobenen Geburtsortes Jesu. Innen verdeckten Bauplanen die facettenreichen Kunstwerke an Wänden und Decke. Dennoch, der Weihrauchgeruch dieses orthodoxen Ortes trat uns in die Nase, und von Maurice geführt stellten wir uns zunächst in der Reihe für die Besichtigung der Grotte an. Vor uns befand sich eine slowenische orthodoxe Gruppe, die, vom eigenen Priester geführt, in die Grotte hinabtrat. Unter religiösen Gesängen, die den kleinen, eher stickigen Raum erfüllten, küssten alle den Stern, an dem die Geburt Jesu verortet sein soll. Die restliche Einrichtung blieb auch nicht von Küssen und Liebkosungen verschont. Wir hielten uns dezent zurück, um die Andacht nicht weiter zu stören, und verließen nach einigen Eindrücken und Fotografien wieder die Tiefe. Die frühabendliche Sonne warf ein warmes Licht auf den wunderschönen Innenhof, in dem gerade eine Tauffeier zelebriert wurde. Ein interessanter Fakt war, dass die frühchristliche (mittlerweile orthodoxe) Kirche auf dem Geburtsort Jesu errichtet wurde, und die katholische ihre Heiligen in der Grotte unter ihrem Bauwerk, die auf dem gleichen Platz zu finden ist, begrub. Hieronymus, ein berühmter Kirchenvater, hatte in einer der Grotten eine Bibliothek, in der er die griechische Bibel in das Lateinische übersetzte (Vulgata).

Gespräch mit Suleiman und Dana Abu Dayyeh

Gegen 20.30 Uhr traf sich die Reisegemeinschaft frisch gestärkt mit Suleiman und Dana AbuDayyeh. Herr AbuDayyeh studierte in mehreren deutschen Städten Wirtschaft und Sozialwissenschaften. Er engagierte sich Zeit seines Lebens in Politik und Gesellschaft und arbeitet derzeit für die Friedrich-Naumann-Stiftung. Seine Tochter Dana studiert momentan in Berlin die Studiengänge Publikation und Politische Bildung. Sehr demokratisch und diplomatisch legen die beiden ihre persönliche Stellung dennoch klar offen. Mit interessanten Anekdoten gespickt, eröffnen sie uns ein Stück ihrer Lebenswirklichkeit. Zur momentanen Lage gilt, dass es weder Krieg noch Frieden gäbe und sich morgen der Sechs-Tage-Krieg bereits zum fünfzigsten Mal jähre. Sie beschreiben den Zionismus als Zentralproblem. Dem derzeitigen Staat Israel spricht er eine religions- bzw. ethnodemokratische Haltung zu. Er selber lebe seit mehr als zwanzig Jahren mit seiner Frau zusammen in Jerusalem, und sein Antrag auf einen israelischen Status unterläge nach wie vor der jährlichen Pflicht der Verlängerung. Er sei zwar steuerpflichtig wie jeder andere, trotzdem ist er irgendwie doch nur geduldet. Dana beschrieb uns ihre Sicht in klarer Abgrenzung mit ihren Erfahrungen aus Berlin. Checkpoint-Kontrollen bestimmen hier den Alltag. Auf einem Camp mit dem Ziel des interreligiösen Dialoges lebte sie zwei Monate mit einer Jüdin in einem Zimmer zusammen. Am Ende der Zeit wollte sie wissen, ob sie sich, würden sie sich auf einem Checkpoint in anderen Rollen wiedertreffen, der gleichen Kontrolle unterziehen müsse wie andere Palästinenser. Das jüdische Mädchen antwortete: „Natürlich, weil am Ende bist du auch nur eine Palästinenserin!“

(Bilder und Text: Clara Thummernicht und Ines Rottammer)

Tag 2: Der Vormittag

Heute morgen um 6.30 Uhr (5.30 Uhr deutscher Zeit) wurden wir alle von der Rezeption durch das schrille Klingeln des Telefons liebevoll geweckt. Nach dem Frühstück stiegen wir um 7.45 Uhr in den Bus und fuhren nach Hebron. Wir machten uns nach der Ankunft sofort auf den Weg über den „verlassenen“ Bazar zur Machpela-Höhle. Der verlassene Bazar machte seinem Namen alle Ehre, denn abgesehen von einigen israelischen Siedlern und Soldaten sind die Straßen hier menschenleer und die Geschäfte verriegelt – zu kompliziert gestaltet sich an diesem Ort, auf den sowohl Judentum als auch Islam Ansprüche geltend machen, das Zusammenleben von Juden und Muslimen, was zusätzlich noch durch jüdische Siedlungstätigkeiten in der Umgebung verstärkt wird.
In der Machpela-Höhle befinden sich der Tradition zufolge die Ruhestätten von Abraham, Isaak und Jakob sowie die ihrer Frauen Sara, Rebekka und Lea.
Um die Abraham-Moschee betreten zu dürfen, bekamen wir Frauen Kapuzenumhänge in blauer und brauner Farbe.
Anschließend gingen wir um das Gebäude herum und besichtigten die nebenan im selben Gebäude gelegene Synagoge. Bemerkenswert war, dass wir von beiden Seiten aus den Blick auf die Sarkophage hatten, auch wenn man vollkommen die Orientierung verloren hatte.
Als alle wieder ihren Platz im Bus eingenommen hatten, ging es weiter. Bei einem kurzen Stopp versorgte uns Maurice mit Aprikosen. Anschließend wurden wir herzlich von Frau Faten Mukarker begrüßt.
Sie erzählte eindrucksvoll und spannend über die Lage und die Probleme zwischen den Bewohnern Israels und Palästinas. Dies veranschaulichte sie anhand von Landkarten und durch Zitate aus ihrem selbstverfassten Buch.
Für unser leibliches Wohl wurde ebenfalls gesorgt. Neben einem frischen Salat reichte man uns auch ein Linsengericht, welches allen unglaublich gut schmeckte. Tee und Blätterteiggebäck rundeten das Mittagessen ab.
(Text: Hannah Ebeling und Viktoria Strümper)

Tag 1: Es geht los! (oder auch: Yalla!)

LOS GEHT’S!

30 Lehramtsstudenten, drei Dozenten und zwei Lehrerinnen machen sich auf den Weg nach Israel.

Pünktlich 7:00 Uhr: Abfahrt am Hauptbahnhof in Nürnberg. Noch sind die Gesichter verschlafen, doch die Aufregung ist schon zu spüren.
9.00 Uhr: Ankunft am Flughafen in München. Noch läuft alles nach Plan.
9.30 Uhr: Zu welchem Check-in müssen wir denn nur? Die Anspannung steigt.
10.10: Uhr wir haben schließlich das richtige Terminal gefunden. Alle sind durch die Hochsicherheitskontrolle gekommen. So langsam wird allen bewusst, dass eine Reise nach Israel eine Reise in ein Land voller Spannungen ist.

Nach einem guten Flug im voll besetzten Flieger kommen wir um 17.00 Uhr Ortszeit (eine Stunde vor der Zeit in Deutschland) in Tel Aviv an. Nach teils eingehender Befragung durch die israelischen Grenzbeamten nach Ziel und Zweck unserer Reise wird uns schließlich allen die Einreise gewährt.
Am Ausgang werden wir herzlich von unserem Reiseleiter Maurice empfangen und mit dem Bus, der uns die Zeit in Israel über zur Verfügung stehen wird, nach Bethlehem zu unserem ersten Hotel gebracht.

Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und bisher nur nette Menschen … Wir sind zuversichtlich, dass zehn aufregende, interessante, aber vielleicht auch manchmal anstrengende Tage auf uns zukommen werden!

(Text: Natascha Pfeiffer und Theresa Kettler)

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Eine Sammlung von O-Tönen aus der Reisegruppe:

„Ich freue mich auf eine spannende und erlebnisreiche Woche. Ich erwarte eine Informationsflut zu den einzelnen Stationen, die wir besichtigen werden. Ich denke, es wird eine anstrengende Zeit, die aber mit so vielen tollen Eindrücken begleitet wird, dass sich jede Blase und jeder Sonnenbrand lohnen wird … Maurice als Reiseleiter ist ein Volltreffer. Ich freue mich schon sehr auf seine Berichte und auch auf die Gespräche mit den vielen Einheimischen, die er organisieren konnte. Ich wünsche uns allen vor allem eine glückliche und zufriedene Zeit und dass wir voller neue Erkenntnisse nach Hause zurückkehren werden.“

„Ich möchte die Menschen hier verstehen, von denen jeder meint, das Recht auf seiner Seite zu haben.“

„Ich möchte tatsächlich Land und Leute kennenlernen, nicht nur die touristischen Attraktionen.“

„Ich möchte zu Orten, Namen, Ereignissen, die man schon gehört hat/kennt, mehr erfahren und sie live vor Ort sehen und verstehen.“

„Eine Verbindung der biblischen Texte mit realen Orten. Dadurch ein vertiefteres Verständnis.“

„Ich möchte den Menschen und den verschiedenen Religionen hier näherkommen. Ich freue mich auf eine faszinierende Zeit mit besonderen Menschen.“

„Ich möchte Biblisches und Historisches erleben und Orte, die ich schon aus der Bibel kenne, mit Bildern und Leben füllen. Und ich bin sehr gespannt auf die Gespräche. Ich hoffe, sie helfen mir, dieses Land und seine aktuelle Situation besser verstehen zu können.“

„Jüdischen Traditionen näherkommen, das Land in seiner kulturellen Vielfalt entdecken, …“

„Ich möchte mir gerne überhaupt mal eine eigene Meinung bilden über den ständig schwelenden und längst eskalierten Konflikt im Land … (Wann) wird Religion “gefährlich“ / “Religion“ gefährlich? Und worin liegen (weitere) Ursachen der Probleme?“

„Ich möchte einen eigenen Eindruck von den Positionen des Israel-Palästina-Konflikts bekommen und freue mich, dass wir die erste ökumenische Exkursion der FAU (er)leben.“

„Ich erwarte mir von der Reise, dass ich durch Begegnungen mit Menschen beider Seiten einen besseren Einblick in den jüdisch-palästinensischen Konflikt bekomme.“