Israel-Exkursion 2017

Inter-religiöse Begegnungen in Israel und Palästina

Inhalt

Tag 4: Der Vormittag

Nach einem leckeren Frühstück besteigen wir wie immer unseren Bus. Unser Weg führt uns erneut nach Jerusalem, doch anders als gestern fahren wir heute nicht zum Ölberg, sondern zum Tempelberg. Dort befinden sich unter anderem die Westmauer des ehemaligen Tempels, die wir meist unter dem Namen Klagemauer kennen, der Felsendom und die al-Aqsa-Moschee. Am Eingang wird uns bewusst, wie nah die Orte wirklich beieinanderliegen. Zuerst besuchen wir den muslimischen Teil. Der Felsendom und die al-Aqsa-Moschee sind der drittheiligste Ort der Muslime. Schon durch die Kontrollen kommen wir nur mit bedeckten Schultern, Armen und Beinen. Doch wie streng diese Regelungen sind, erfahren wir erst dahinter, als auf mehrere Teilnehmerinnen gezeigt und manche sogar aufgefordert werden, nachzubessern. Trotzdem können wir uns anschließend frei im Gelände bewegen und die Eindrücke in Fotos festhalten. Leider dürfen wir den Dom und die Moschee selbst nicht besuchen. Maurice hatte sich darum bemüht, konnte es uns aber leider nicht ermöglichen – Nicht-Muslimen wird ein Zutritt nur in seltenen Ausnahmefällen gestattet.

Nach diesem Erlebnis geht es durch einen weiteren Kontrollpunkt auf die jüdische Seite. Dort können wir die berühmte Klagemauer in echt erleben, wobei man diese hier nur unter dem Titel „Westmauer“ (hebr. הכותל המערבי ha-kotel ha-ma’arawi) kennt, da Juden den Begriff „Klagemauer“ nicht gerne benutzen. Genau wie die Juden selbst müssen wir uns nach Männern und Frauen aufteilen und zu getrennten Abschnitten gehen. An der Mauer ist die Atmosphäre mit Händen greifbar. Es war sehr eindrucksvoll die jüdische Tradition und Mentalität vor Ort zu erleben.

Durch Maurice erfahren wir im Anschluss, dass der Tempelberg ein Ort gegensätzlicher Religionen ist und schon viele Besitzer und Besatzer hatte. Irgendwie hatten wir den Eindruck, dass diese Fragen auch heute noch nicht geklärt sind.

Anschließend geht es zum Grab des König Davids und zum Saal des letzten Abendmahls. Beim Anblick dieser sehr großen und ausgeschmückten Halle können wir uns Jesus und seine Jünger allerdings kaum vorstellen.

Unsere Gruppenleitung hatte vor dem Mittagessen noch eine spontane Begegnung mit einem orthodoxen Juden aus Jerusalem organisiert. Wir erleben einen herzlichen Menschen, der versucht, uns seine Glaubensrichtung verständlich zu machen. Am Ende sind wir uns zwar nicht in allen Punkten einig, nehmen aber viele Eindrücke mit.

(Bilder und Text: Ida Täubert und Monika Hörmann)