Israel-Exkursion 2017

Inter-religiöse Begegnungen in Israel und Palästina

Inhalt

Tag 5: Der Abend

Nach einem etwas weniger anstrengenden Tag traf sich unsere Gruppe um 20.30 Uhr mit dem muslimischen al-Ghazzali-Experten und Dekan der arabischen Universität Al-Quds, Prof. Mustafa Abusway, der in Boston studiert hat und gerade ein neues Buch veröffentlicht. Im Laufe unseres interessanten Gesprächs sprach er zu Beginn über den Islam, unter anderem über den Sündenfall. Der Mensch, der schon immer anfällig für das Böse war, hat die Aufgabe, selbst Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Im Koran werden Adam und Eva ebenfalls erwähnt, jedoch aßen beide die Frucht. Dieser Punkt ist vor allem im Vergleich zum Christentum bemerkenswert, weil hier nur Eva die Frucht aß und damit ihr, der Frau, die Verantwortung für den „Sündenfall“ zugeschrieben wird. Außerdem erzählte er vom Ramadan und darüber, dass Abraham 39 Mal im Koran genannt wird, während Muhammad nur vier Mal erwähnt wird. Der Koran ist daher kein auf Muhammad zentriertes Buch. Auf die Frage, ob ein Selbstmordattentäter denkt, er handle im Sinne des Korans, antwortete er, dass die Attentäter das denken, dass dies aber nicht der Lehre des Islam entspricht.

Im Laufe des Gesprächs spürte man sehr deutlich die Leidenschaft des Redners für das Thema. Auch die Problematik zwischen Israel und den Palästinensern kam zur Sprache. Seine Ausführungen gaben der Gruppe einen weiteren Einblick in das komplizierte Verhältnis der beiden Völker.

(Bild und Text: Tobias Ernst und Alexandra Ernst)