Israel-Exkursion 2017

Inter-religiöse Begegnungen in Israel und Palästina

Inhalt

Tag 6: Der Nachmittag

Nach dem Einkaufen in einem palästinensischen Supermarkt machten wir uns auf den Weg in die jüdische Siedlung Shilo. Dort picknickten wir an einem schattigen Platz unter Bäumen und machten uns gestärkt auf zur historischen Ausgrabungsstätte Shilo. Hier befand sich unter anderem ein Modell der Stiftshütte (Mischkan) in den Überresten einer byzantinischen Kirche des 14/15 Jahrhunderts. Die Ausgrabungen dazu begannen in den 1960er Jahren. Besondere Bedeutung kommt diesem Ort zu, weil die 12 Stämme Israels für Gebet und Segen dort hin zurückkehrten. Ein Höhepunkt des Besucherzentrums war ein interaktives Museum sowie ein Film zur Geschichte Shilos und der Stiftshütte.

Gerne nahmen wir die Einladung zum Gespräch mit Pinchas, einem aus den USA stammenden Israeli, an. Pinchas ist 22 Jahre alt und wuchs als orthodoxer Jude in der US Metropole Chicago auf. Mit 17 Jahren merkte er, dass er sich nicht mit seinem Geburtsland verbunden fühlte und beschloss, nach Israel seinem „Heimatland“ zurückzukehren obwohl er bis zu diesem Zeitpunkt noch niemals dort gewesen war. Heute ist er froh über seine Entscheidung diesen Schritt gewagt zu haben, ist frisch verheiratet und dankbar für die Hilfe, die er in Israel erfährt. Anfangs lebte er in den Golanhöhen, wo er seine militärische Ausbildung absolvierte. Heute ist er Teil der jüdischen Siedlung Shilo. Dort leben die meisten Menschen von Landwirtschaft, andere sind Lehrer oder Anwälte.
Zur Frage wie Pinchas den Konflikt zwischen den Palästinensern und den Israelis einschätzt, stellte er klar, dass für ihn ein harmonisches Miteinander an erster Stelle steht. Deshalb wünscht er sich einen Staat, in dem  Gleichberechtigung herrscht. Denn aus seiner Sicht ist genug Lebensraum für Palästinenser und Israelis in diesem Land, wobei der Name letztlich nicht ausschlaggebend ist. Nach diesem fesselnden Gespräch machten wir uns auf den Weg zurück nach Bethlehem.

(Bilder und Text: Franziska Trefzer und Karolina Olszynski)