Israel-Exkursion 2017

Inter-religiöse Begegnungen in Israel und Palästina

Inhalt

Tag 7: Der Vor- und Nachmittag sowie der Abend

Nach einem beeindruckenden letzten Abend in Jerusalem verlässt die Gruppe morgens mit Sack und Pack das Paradise Hotel in Bethlehem und begibt sich auf die weitere Reise in die Wüste. Die Aussicht im Bus beeindruckt bereits kurz nach dem Auffahren auf die Autobahn 90, die sich Israelis und Palästinenser teilen. Die Felsenwüste Juda erscheint am Horizont mit ihren dürren Wadis und dem ein oder anderen Maultier, das seiner Pflicht, den Reiter hindurch zu tragen, nachgeht.

Die Judäische Wüste erstreckt sich zwischen Jerusalem und dem Toten Meer und reicht bis zur nordöstlichen Negev-Wüste.

Die Vegetation im Negev und in der Wüste Juda ist spärlich, große Gebiete felsiger Hänge sind völlig kahl. Ebenerdige Büsche und einzelne Bäume findet man besonders in den Wadis, wo gelegentlich Wasser fließt und den Pflanzen Feuchtigkeit bringt.

Zahlreiche Wadis, die bis zu 600 Meter tief sind, durchziehen diese Halbwüste. Das Kloster St. Georg im Wadi Qelt und das Kloster Mar Saba bei Bethlehem befinden sich direkt in ihr.

Darüber hinaus sind Qumran, Massada, und Jericho von touristischer und religiöser Bedeutung. Die Niederschlagsmenge pro m² sinkt Richtung Jordantal rapide ab. Mit etwa 60 Prozent bedeckt die Wüstengegend Negev den größeren Teil des Staates Israel. In diesem Gebiet leben jedoch nur etwa zehn Prozent der Gesamtbevölkerung. Da der Negev und die Wüste Juda von den meisten Kulturen und Völkern des Nahen Ostens durchwandert wurden, sind heute viele prähistorische und historische Spuren dieser Kulturen zu finden.

Die Gruppe erhält die Gelegenheit, bezaubernde Fotos des Klosters St. Georg im Wadi Qelt zu schießen. Währenddessen machen sich die Begleiter Sorgen um die jungen Damen, die dazu die steilen,  ungesicherten Hänge betreten.

Anschließend fährt die Reisegruppe in Jericho ein. Einst war diese Stadt, die schon seit 10.000 Jahren besiedelt wird und deshalb den Titel der ältesten Stadt der Welt trägt, der berühmten Cleopatra zum Hochzeitsgeschenk gemacht. Spätestens in Jericho wird uns allen klar: Heute wird der heißeste Tag unserer Reise, mit über 40 Grad im Schatten.

In einem wunderschön angelegten Pfauengarten an der Quelle des Elisha sehen wir die Mauern des uralten Jericho.

Zuletzt besuchen wir den Maulbeerfeigenbaum des Zachäus (Lk 10), der sich fast im Zentrum der Stadt befindet.

Einen außerordentlich intensiven Moment erleben wir am Ufer des Jordans. Während andere in dem kühlen Wasser getauft werden, segnete uns Herr Haußmann. Es ist eine Gelegenheit, die spirituelle Stimmung dieses christlich bedeutsamen Ortes einzusaugen.

Zur heißen Mittagszeit findet sich die forschende Gemeinschaft in der Qumran-Gegend wieder. Mit Blick auf das Tote Meer werden die Ausgrabungen der essenischen Siedlung und die Eingänge der Qumran-Höhlen besichtigt. Qumran ist berühmt für im Jahr 1947 gemachte Funde von mit Pergamenten gefüllten Tonkrügen. Diese zum Teil biblischen Fragmente  werden auf 2000 v. Chr. – 68 n. Chr. datiert. Vor allem die rituellen Bäder der Essener sind nach wie vor sehr gut erhalten.

Große Freude verbreitete sich im Bus, als Ali (der Busfahrer) das Tote Meer ansteuerte. Mit Schlamm eingerieben, trieben viele auf diesem besonderen Gewässer. Der Salzgehalt liegt bei  bis zu 33 % und ist somit zehnmal höher als in anderen Meeresgewässern. Der Wasserspiegel des Toten Meeres ist rückläufig und mit 428 Metern unter Normalnull die am tiefsten gelegene Fläche der Erde. Die Mineralien im Toten Meer verhelfen ihm zu seinem außerordentlichen Ruf. Es enthält Magnesium, Natrium, Calcium und Kaliumchlorid.

Die Fahrt durch die hügelige Landschaft mit ihren oasenartigen Palmenfeldern war nicht ohne Zwischenfälle. Zunächst erschreckte uns ein lautes Zischen, was uns in Deutschland weniger beunruhigt hätte, jedoch auf einer palästinensischen Straße zu einem flauen Gefühl im Magen führte. Bei einer Außentemperatur von 42 Grad kamen die ersten panischen Gedanken auf. Unser Reiseleiter konnte uns jedoch beruhigen, denn lediglich der Luftkompressor versagte bei der extremen Hitze in der Wüste. Dies hatte zur Folge, dass auch die Klimaanlage ausfiel.

Nach zwei harten Stunden mit kontinuierlich ansteigender Innentemperatur erreichten wir unsere Unterkunft „Karei Deshe Hostel“, direkt am See Genezareth gelegen. Dort hüpften wir nach der Zimmerverteilung in den See. Abgerundet wurde der schöne Abend mit einem sehr guten Abendessen und geselligem Beisammensein am Seeufer.

(Bilder und Text: Ines Rottammer, Justina Roser, Marie Pyka, Laura Stelzer, Alina Warling)