Israel-Exkursion 2017

Inter-religiöse Begegnungen in Israel und Palästina

Inhalt

Tag 8: Der Nachmittag und Abend

In Mi’ilya gibt es auch ein Gymnasium. Die technische Oberschule „Notredame“ wurde im Jahr 1999 mithilfe von Spenden des bischöflichen Hilfswerks Misereor e.V. Aachen erbaut. Im Rahmen einer Schulführung mit dem Schulleiter Elias Asaad Khamisy haben wir Informationen über die Schule selbst und das Schulleben erhalten. So wird die Schule momentan von rund 360 Schülerinnen und Schülern besucht, welche von 40 Lehrkräften in den Jahrgangsstufen 9 bis 12 unterrichtet werden. Dabei sind alle Bewohner und damit auch die Schülerinnen und Schüler der Schule Christen. Das Schulgebäude besteht aus nebeneinander liegenden Gebäuden.

Samstags findet normalerweise kein Unterricht statt. Glücklicherweise befand sich jedoch eine Klasse im Schulgebäude, die wir besuchen konnten. Von dieser haben wir unter anderem erfahren, dass sie sich gerade auf eine Prüfung vorbereiten. Dieser Test ist neben dem Abitur sehr wichtig, denn die erreichte Punktzahl beeinflusst die Studienplatzvergabe. Für bestimmte Studiengänge braucht man unterschiedlich hohe Punktzahlen. Dabei geht es in diesem Test um die Geschwindigkeit und das logische Denken. Es wird geprüft, wie die Schüler und Schülerinnen Aufgaben in Stresssituationen bewältigen.

Nach dem Gespräch mit der Klasse führte uns unser Rundgang durch das Schulhaus weiter zum Luftschutzbunker.

Das Vorhandensein eines Schutzbunkers in einer Schule war für uns im ersten Moment etwas befremdlich, jedoch erklärt die Lage des Ortes dessen Existenz. Mi’ilya liegt nur ein paar Kilometer entfernt von der libanesischen Grenze. Demnach sind Hisbollah und IS-Kämpfer nur knapp 20 Kilometer entfernt. Zudem waren die letzten Jahre von Kriegen im Süden und Norden des Landes geprägt. Infolgedessen finden regelmäßig Übungen in der Schule statt, um auf den Extremfall vorbereitet zu sein. Trotz der brisanten Lage ist die Schule bestrebt, es den Schülerinnen und Schülern so angenehm wie möglich zu machen. Mittels einer hohen Bildung und einer besonderen Beziehung zwischen den Lernenden und den Lehrkräften wird versucht, die christliche Identität zu wahren und die nächste Generation in der Heimat zu verwurzeln. Die arabischen Christen stellen bereits heute eine Minderheit in Israel dar, und das Fortgehen junger gebildeter Menschen lässt die Zahl weiter sinken.

Zum Schluss entließ uns der Schulleiter mit einem Gedankenanstoß: Lehrkräfte, die ihre Schüler wertschätzen und ihren Beruf als Berufung sehen, können in ihren Schülerinnen und Schülern viel bewirken. Eine gute Beziehung zwischen den beiden Seiten kann ferner zu einer positiven Lernatmosphäre beitragen. Nur wenn die Lehrkräfte ihren eigenen Glauben authentisch zum Ausdruck bringen, kann er bei den jungen Menschen ankommen und wirken. Dass die Lehrkräfte erfolgreich unterrichten, zeigt eine Statistik, bei der die Schule unter den besten 20 Schulen in Israel zu finden ist.

Nach diesem Besuch gingen wir Pizza essen. Leckere Riesenpizzen füllten unsere hungrigen Mägen.

Der Rückweg zu unserem Hostel führte uns über eine der schönsten Routen Israels mit einem wunderschönen Ausblick. Nach einem kurzen Stop im Supermarkt, bei dem noch ein paar Käufe für die letzten beiden Tage erledigt wurden, kamen wir am Hostel an und gingen direkt Richtung See. Es wurde geplanscht und geschwommen. Nach den letzten doch relativ anstrengenden Tagen waren diese Stunden der Entspannung sehr erholend. Nach einem leckeren Abendessen ließen wir den Abend am See ausklingen.

(Bilder und Text: Jessica Lehnert und Sabrina Heiligenthal)