Fachschaft Humanmedizin der FAU Erlangen-Nürnberg

Hochschulpolitik, Partys, Sommerfest, Medimeisterschaften …

Inhalt

1. Semester

Irgendwann war er da, der heiß ersehnte Brief von hochschulstart.de … ein Medizinstudienplatz in Erlangen!!!

Aber damit beginnt erst einmal die Vorbereitungsphase für das Studium.

Zunächst steht der Einschreibungstermin an. Der geht für alle außerhalb Bayerns auch gleich mit einer Reiseplanung einher. Ziel ist die Halbmondstraße, gleich beim Schlossplatz. Zur Einschreibung mitzubringen sind neben dem Zulassungsbescheid: Zeugnis, Personalausweis, Bescheinigung der Krankenversicherung. Ein Passbild ist online einzureichen. Vor Studienbeginn ist für Vorlesungen, Seminare etc. wenig zu organisieren – viele Professoren und Dozenten ändern ihre Buchempfehlungen von Semester zu Semester und selbst die, die immer das gleiche empfehlen muss man wirklich nicht immer kaufen. Lediglich einen weißen Kittel für den Demo-Kurs Anatomie müsst ihr bis zum ersten Termin besitzen. Gebrauchte Kittel bekommt man in der Kopfklinik (dort wo ihr später Medizinische Psychologie/ Soziologie habt), einfach mal nett fragen. Dort zählt aber auch: Der frühe Vogel fängt den Wurm!

An den Einführungstagen klären sich die letzten Unklarheiten über den Ablauf des Semesters. Auf keinen Fall sollte man sich die überaus interessanten Vorträge entgehen lassen, z.B. von unseren Lieblingsradiologen Prof. Dr. med. Michael Uder und PD Dr. med. Rolf Janka, die jedes Semester wieder eindrucksvoll beweisen, wie viel Spaß unser Fach machen kann.Desweiteren bekommt man eine Buchvorstellung, in der das 2. Semester seine Erfahrungen weitergibt. Eine gute Gelegenheit beim Kauf von Büchern etwas Geld zu sparen, ist die Bücherbörse, auf der höhere Semester ihre gebrauchten Bücher verkaufen – oft unterscheiden sich ältere Auflagen kaum oder an unrelevanten Stellen von den Neuesten. Die Stadtrallye am Ende zweiten Tag gibt einem die Möglichkeit, Erlangen sowie die Kommilitonen etwas besser kennen zu lernen.

Außerdem solltet ihr das Erstsemesterwochenende auf keinen Fall verpassen. Bis jetzt war jedes Semester davon begeistert…. Und diejenigen, die nicht dabei waren, haben es im Nachhinein bereut!

Soviel zu den Anfängen des ersten Semesters, jetzt sollen die Fächer näher beleuchtet werden:

Die Funktionelle Anatomie setzt sich aus der Vorlesung von Prof. Dr. Paulsen und dem dazugehörigen Demokurs zusammen. Die Vorlesungen (4 Wochenstunden) finden im Anatomiehörsaal(Eingang Universitätsstrasse), Demokurs (2×2 WS) im Demosaal des Anatomischen Instituts I (Eingang Krankenhausstraße. Achtung: hier herrscht Kittelpflicht – wird aber vorher angesagt). In diesem Fach stehen im ersten Semester zwei Testate an: das Schädeltestat (der knöcherne Schädel mit Durchtrittstellen und den Leitungsbahnen) und das über den Bewegungsapparat (mit Schwerpunkt auf den Gelenken und Bändern).

Das zweite Fach, in dem die Prüfungen über das Semester verteilt sind, ist die Chemie. Hier zeigt sich gleich einer der größten Unterschiede zwischen Uni und Schule. Vorlesungen kann man besuchen, man muss aber nicht. Darüber sollte sich jeder selbst eine Meinung bilden. Begleitend zur Vorlesung gibt es wöchentlich ein freiwilliges Tutorium, in dem der Vorlesungsstoff noch einmal eingeübt werden kann. Um den Schein zu bekommen braucht man insgesamt 50 von 100 Punkten, die auf die Zwischenklausur (maximal 25 Punkte) und die Abschlussklausur (maximal 75 Punkte) nach dem Praktikum verteilt sind.

In der Physik kommt die heiße Phase dagegen erst am Ende des Semesters. Die zweimal wöchentliche Vorlesung von Prof. Eyrich im Hörsaal G am Südgelände (Physik/Biologie) verliert im Laufe des Semesters meistens an Zuhörern, da einfach ein riesiger, komplexer Themenkatalog in kürzester Zeit besprochen wird. Die Übungsblätter zur Vorlesung sind teilweise recht schwer und immer über Klausurniveau. Die Besprechung erfolgt eine Woche später in einer separaten Übung und von da an sind auch die Lösungen online. Das dazugehörige siebentägige Praktikum findet in den Semesterferien statt. Zum Bestehen sind wieder 50 Prozent ausreichend. In Physik kann man Bonuspunkte durch Quickies für die Klausur während des Semesters sammeln.

Die Biologievorlesung (2WS im HS Anatomie) hält Entwicklungsbiologe Dr. Engelkamp. Zusätzlich findet zur Vorlesung ein Praktikum statt, welches insgesamt 6 mal im Semester stattfindet. Die Prüfung besteht aus 16 Multiple-Choice-Fragen von denen mindestens 8 richtig beantwortet werden müssen. Auch hierzu ist zu sagen, dass das Vorlesungsniveau doch etwas über dem der Klausur liegt.

(Fast)einziges nicht naturwissenschaftliches Fach ist die Terminologie. Eingeteilt in Gruppen mit oder ohne Lateinkenntnisse sitzt man im Seminar, welches in Klassenstärke und schulähnlicher Atmosphäre stattfindet. Die „Altlateiner“ haben eine Doppelstunde weniger, als diejenigen ohne Lateinkenntnisse. Die Klausur ist allerdings für alle die gleiche und auch ohne Vorkenntnisse machbar. Nötig ist dafür eigentlich nur das vom Lehrstuhl angebotene Skript.

In Medizinischer Psychologie und Soziologie (Hörsaal Kopfklinik) wird einem eine grobe Einführung in die Materie gegeben. Das Fach begegnet euch im 3. und 4. Semester wieder. Dennoch muss man sehr gut auf die Prüfung lernen (60% der Punkte werden zum Bestehen benötigt), denn die Fragen sind nicht unbedingt nur mit ein bisschen Menschenverstand alleine zu beantworten und hier haben schon diverse Vorfahren von euch auch Fehlversuche gesammelt…

Es sei an dieser Stelle auch an das dreimonatige Pflegepraktikum erinnert, das bis zum 1. Staatsexamen (Physikum) abzuleisten ist. Hier gilt es einige Vorschriften zu beachten (vier Wochen sind kein Monat (30 Tage) und nicht alle Einrichtungen werden anerkannt). Da effektiv nur dreimal Semesterferien bis zum Physikum sind, sollte man sich rechtzeitig überlegen, wann man die Praktika absolvieren möchte.

Es steht also im 1. Semester so einiges auf dem Programm, wobei es klar von der Anatomie und den Naturwissenschaften geprägt ist. Vieles des Gelernten wird einem in den kommenden Semestern noch einmal begegnen. Auch gilt es sich im ersten Semester vor allem in der neuen Stadt und dem ganzen organisatorischen Drumherum zurechtzufinden, sowie sehr viele neue Menschen kennen zu lernen.

Zum Schluss, liebe Ersties, wollen wir noch einmal darauf hinweisen: Macht euch nicht zu viel Stress, denn es haben schon so viele vor Euch geschafft und es ist auf jeden Fall machbar! Und vergesst nicht, neben dem Studium eure Freizeit zu genießen!

Update WS17/18 Eva Dörfler