Fachschaft Kanüle und FSV Medizin der FAU

Hochschulpolitik, Partys, Sommerfest, Medimeisterschaften …

Inhalt

5. Semester

Physikum geschafft, endgültig in die Klinik eingewiesen.

Ihr werdet gleich in der ersten Woche merken, dass hier ein etwas anderer Wind weht und zwar ein ruhigerer. Für das erste klinische Semester gibt es eine Woche länger Ferien, in der normalen ersten Semesterwoche gibt es nur am Donnerstag einen Einführungstag, der jedoch fast nur Wechslern zu empfehlen ist.
Auch während des Semesters hat man, im Gegensatz zur Vorklinik, kaum Pflichtveranstaltungen, so dass man endlich, ganz im klassischen Sinn eines Studiums, selbst entscheiden kann, welche Veranstaltungen man besucht und welche nicht.
Die Prüfungsphase kann dann allerdings, je nachdem wie sehr man sich nach der Tortur Physikum unter dem Semester aufraffen konnte, nochmal sehr anstrengend werden, da in kurzer Zeit auf einmal in vielen Fächern viel Stoff (nach-)gelernt werden muss.

 

Mikrobiologie:

Die Vorlesung besteht aus den beiden großen Feldern Bakteriologie und Virologie, sowie einem kurzen Abstecher in den Bereich Hygiene. Die Vorlesungen zur Bakteriologie stellen den größten Anteil und werden von Professor Bogdan gehalten, unterbrochen immer wieder von thematisch passenden Einschüben aus der Virologie von Professor Überla.
Für Morgenmuffel gibt es die Vorlesungen aus dem WS 2015/16 via StudOn online als Videos.

Zum Lernen reichen normalerweise die Folien aus (die man jedoch gut können und verstanden haben sollte). Falls jemand ergänzend ein Lehrbuch zum nachlesen will, bietet sich die Duale Reihe Mikrobiologie an, wo sich fast alles aus der Vorlesung wiederfindet.

Die Prüfung am Ende besteht aus 40 Fragen (14 Virologie, 6 Hygiene und 20 Bakteriologie) und ist vermutlich die anspruchsvollste des Semesters, gut lernen ist hier Pflicht.

Pathologie:

Die Vorlesung wird von wechselnden Dozenten gehalten, jeweils der entsprechende Fachmann des Themengebiets. Dementsprechend dozentenabhängig ist die Qualität der Vorlesung.

Zweiwöchentlich dienstag- oder mittwochnachmittags findet der Mikroskopierkurs statt, in dem verschiedenste Pathologien unter dem Mikroskop betrachtet werden.

Einmal pro Woche gibt es zudem morgens um acht Uhr ein Seminar, in dem man häufige Krankheiten bespricht. Dabei werden auch verschiedene pathogene Organe gezeigt, die meistens relativ frisch aus dem OP oder dem Sektionssaal kommen. Das Seminar ist je nach Kursleiter mehr oder weniger interessant.

Für die Klausur eignen sich die Folien leider kaum zum Lernen, da es unendlich viele Präsentationen mit unendlichen vielen Folien sind. Dazukommt das Problem, dass die Klausur drei Tage nach der Mibi-Klausur stattfindet. Altklausuren gut durchkreuzen ist hier die Devise, dann kann es allerdings auch gut klappen mit dem Bestehen.
Zusätzlich gibt es eine Mikroskopier-Prüfung, in der man in 30 Minuten auf dem iPad zehn Präparate (Organ (1 Punkt) und Diagnose (2 Punkte)) erkennen muss. Die Bilder sind aus den vhb-Präparaten, also als Vorbereitung ausreichend online mikroskopieren.

 

Pharmakologie:

In diesem Fach freuen sich alle, die auf ein solides physiologisches und biochemisches Fundament bauen können, da in der Vorlesung normalerweise erst die physiologische Funktionsweise erklärt und anschließend die Einflussmöglichkeiten der Medikamente dargestellt werden.

Meistens wird die Vorlesung von Professor Ludwig gehalten, was sehr unterhaltsam ist, allerdings ist es ganz normal sich die Frage zu stellen, ob man daheim oder in der Bibliothek beim Karteikarten schreiben nicht effektiver lernt, anstatt sich in die Vorlesung zu setzen.

Lohnenswert ist es allemal, da Professor Ludwig zu fast allem eine Anekdote kennt und was zu erzählen weiß, was die Zeit im Biochemie-Hörsaal auch nicht ganz verloren erscheinen lässt.

Die Klausur ist nicht einfach, man sollte sich gut vorbereiten. Dann ist sie allerdings auch zu schaffen.

 

Allgemeinmedizin:

Hier gibt es ein sehr modernes Lehrkonzept. Die Vorlesung muss sich im Vorfeld auf StudOn angeschaut werden und am Montagnachmittag findet dann die passende Übung statt.
Dort wird zu verschiedenen Themengebieten, immer schön evidenzbasiert, die Leitlinien der jeweiligen Thematik durchgearbeitet.

Die Klausur ist nicht geschenkt, mit ein paar Tagen lernen jedoch auch kein Hexenwerk.

 

Medizinische Informatik (Q1 Teil 1):

Ein Fach, das bei vielen Studierenden auf eher geringes Interesse stößt, weil sich nicht viele mit diesen Inhalten über das private E-Mail-Konto und die Facebook-Seite hinaus beschäftigen wollen. Interessierte können zur Vorlesung gehen, für alle anderen reicht es, kurz vor der Klausur Altfragen zu kreuzen.

An einem Termin muss man für drei Stunden nach Tennenlohe zum Lehrstuhl für medizinische Informatik fahren und dort zwei Übungen absolvieren, was für die Klausur allerdings auch kaum relevant ist.

 

Notfallmedizin (Q4):

Ein Querschnittsfach, in dem wechselnde Dozenten die Grundlagen der Notfallmedizin in verschiedenen Fachrichtungen und die Organisation des Rettungsdiensts vorstellen.

Als Grundlage beginnen die Anästhesisten mit den wichtigsten Fakten zur Reanimation, da diese auch die Notfallmediziner des Krankenhauses stellen. Außerdem besetzen sie in Erlangen den Notarztwagen und vermitteln für Nicht-Rettungsdiensterfahrene einen Einblick in die präklinische Notfallrettung.

Die Prüfung ist mündlich in 4er-Gruppen und total entspannt, da wirklich keine komplizierten Sachen gefragt werden. Man sollte sich die letzte Repetitoriums-Vorlesung anhören und das Skript lernen. Hier kann man kaum durchfallen.

 

Prävention (Q10):

Hier werden querbeet präventive Maßnahmen aus verschiedenen Fachrichtungen erklärt.
Für die Klausur reichen die letzten paar Altklausuren und etwas gesunder Menschenverstand.

 

Gesundheitsökonomie (Q3):

Ein wenig Wirtschaft, soziale Strukturen und Krankenversicherungssystem. Ob es als interessant oder nicht empfunden wird, ist also eine individuelle Sache.
Ein weiteres Fach, für das es reicht, zum Bestehen einmal die Folien durchzuklicken und die Altklausuren zu kreuzen.

 

WS17/18 Julian Espenberger