Fachschaft Humanmedizin der FAU Erlangen-Nürnberg

Hochschulpolitik, Partys, Sommerfest, Medimeisterschaften …

Inhalt

7. Semester

Infektiologie (Q4) – Einführungswoche ins 7. Semester:

Eine anstrengende Einführungswoche ins 7. Semester, nachdem man dachte, nach zwei harten Semestern mit MiBi mit diesem Stoff fertig zu sein. Nichts war es damit. Es ist eine Ringvorlesung aller möglichen Fachdisziplinen, die die Problematik der Infektionen ihres Gebietes darstellt. Es ist nicht unvorteilhaft, die ein oder andere Vorlesung zu besuchen, da nicht alle Folien online gestellt werden (HNO oder Pädiatrie z.B.) und auch Fragen gestellt werden, die nicht anhand der Folien zu beantworten sind. Nach den Schreckgespenstern der vorsemestrigen Mibiprüfungen ist diese allerdings gut machbar.

Pädiatrie:

Die Vorlesung hält meistens Professor Rascher. Er bemüht sich den Stoff anschaulich und interaktiv zu präsentieren. Zur Anschaulichkeit kommen Patienten in die Vorlesung, wenn die Erkrankung zum Tagesthema passt, und werden vor den Studenten befragt und untersucht.

Zur Erfolgskontrolle und Interaktion verwendet die Pädiatrie das TED-System, mit dem jeder Student zur gestellten MC-Frage seine Meinung abgeben kann. Das gleiche Prinzip wie der Publikumsjoker aus „Wer wird Millionär?“. Das lockert die Veranstaltung auf und ruft den Stoff der letzten Stunden ins Gedächtnis.

Die Vorlesung geht über zwei Semester und die Klausur wird normalerweise erst am Ende des 8. Semesters geschrieben. Aufgrund des großen Stoffumfanges lohnt es sich aber auf jeden Fall nicht zu knapp mit dem Lernen anzufangen.

Humangenetik Praktikum:

Einige Kurstage waren ganz interessant. Angefangen wird mit Fallbesprechungen und Anamnese-Erhebung als Gruppendiskussion, später fertigt man im Labor eine PCR an und vergleicht dann kranke und gesunde Genom-Sequenzen am Computer. Die Klausur gehört zu den FüL C-Klausuren und war anspruchsvoll aber fair. Wichtig ist das Skript zum Praktikum und noch mal das Wichtigste aus der Vorlesung zu lernen. Insgesamt sind es recht lange Dienstagnachmittage in der alten Nervenklinik.

Gynäkologie:

Die Vorlesung war wirklich sehr gut organisiert und für eine Ringvorlesung erstaunlich gut aufgebaut. Alle Dozenten haben sich Mühe gegeben. Die Skripte waren fast immer schon vor Vorlesungsbeginn online. Außerdem werden auf Studon zu jeder Vorlesung drei bis sechs Fragen hochgeladen, die ein kontinuierliches Beschäftigen mit dem Stoff erleichtern sollen.

Für die Klausur können wir den Refresher-Kurs, der am Ende des Semesters angeboten wird, dringend empfehlen. Die Klausur ist meistens nicht zu einfach, aber fair.

Chirurgie:

Die Vorlesung findet meistens in der früh um halb 8 statt, was im Wintersemester einiges an Motivation voraussetzt. Inhaltlich ist die Ringvorlesung aber überdurchschnittlich gut und auch für nicht chirurgisch-interessierte Studenten lohnt sie sich. Die Dozenten bringen viele Bilder mit und teilweise auch Videos. Professor Lang, Gefäßchirurg, hat sogar einen Livestream aus dem Operationssaal eingerichtet. Wegen der Angewohnheit der Chirurgen den Text auf den Folien weg zu lassen ist ein Besuch der Vorlesung auf jeden Fall sinnvoll. Außerdem bereitet die Vorlesung gut auf die Klausur vor, die recht anspruchsvoll ist.

Urologie:

Die Vorlesung ist kein schlechte Veranstaltung, leider Mittwochnachmittag im Suppenkoma nach dem Mittagessen. Viel zu wenig Zeit für viel zu viel Stoff bei sehr netten Dozenten aus der Urologie am Waldkrankenhaus. Auch für diese Klausur ist gutes Lernen notwendig. Die Dozenten heben aber die relevanten Dinge hervor und stellen die Folien ins Netz.

Anästhesiologie:

Nach einer Umstellung des Vorlesungskonzepts ist Anästhesiologie zu einer durchaus empfehlenswerten Vorlesungsreihe mutiert. Die Dozenten geben sich Mühe, die Folien werden ins Netz gestellt und die Vorlesung bereitet gut auf die Klausur vor. Dank des neuen Konzepts und einer Wiederholungsstunde mit Professor Breuer am Ende des Semesters ist diese Prüfung gut zu schaffen.

Orthopädie:

Die Orthopädie hat leider im Gegensatz zur Gynäkologie und Anästhesiologie die Probleme, die eine Ringvorlesung mit sich bringt, noch nicht so gut im Griff. Die Dozenten sind durchaus Experten auf Ihrem jeweiligen Gebiet und reisen teilweise aus ganz Süddeutschland an. Trotzdem stehen die einzelnen Themen stark für sich und viele Vorlesungen werden nicht online gestellt. Außerdem findet diese Veranstaltung Freitag um halb auch statt, was ebenfalls eher zu leeren Rängen führt. Die Klausur war nicht einfach und es wurden sehr detaillierte Fragen gestellt.

Rechtsmedizin:

Die Vorlesung ist ein Highlight der Klinik, auch wenn der Humor der Dozenten teilweise fragwürdig ist. Liegt aber wohl am Fachgebiet. Jedenfalls ein unterhaltsamer Start in die Woche, sogar mit Leichen, wenn am Wochenende ein zum Thema passender Fall eingeliefert wurde. Die Bilder, die während der Vorlesung gezeigt werden, sind teilweise recht makaber und nichts für schwache Gemüter. Die Klausur war ganz in Ordnung, gut dafür ist das Skript aus dem WS 07/08 und Altklausuren.

Achtung: Nicht zu spät kommen, denn man läuft erstens von vorne direkt neben dem Dozenten in den Hörsaal rein, gibt sich dem Gelächter der Kommilitonen preis und zweitens liebt es Prof. Betz die Nachzügler an den Tagen, an denen eine Leiche im Hörsaal ist, nach vorne zu rufen und Dinge an der Leiche demonstrieren zu lassen.

Innere Medizin (Sommersemester):

Die Ringvorlesung im Ulmenweg im Großen Hörsaal zusammen mit dem 7. Semester steht und fällt wie alle Veranstaltungen mit dem Dozenten. Im Sommersemester wird die Hälfte des Semesters von den Kardiologen bestritten, dieser Teil ist eine sehr lohnende Veranstaltung. Professor Achenbach hat zu fast jeder Vorlesung einen Patienten dabei und über die ausgeteilten Funkkopfhörer kann man die Untersuchung mit dem Stethoskop verfolgen und bekommt die Herzvitien und ihre typischen Geräusche aus erster Hand erklärt. Der Vorlesungsabschnitt zur Geriatrie sowie der Abschnitt zur Rheumatologie und Immunologie war schon wesentlich anstrengender, die Klausur am Ende dagegen aber gar nicht, wenn man sich die Altklausuren anschaut. Als Mediziner sollte man in diese Vorlesung aber auf jeden Fall gehen, weil hier die Grundlagen besprochen werden.

Innere Medizin (Wintersemester):

Die Vorlesung findet über zwei Semester statt. Im Wintersemester werden die Themen Hämatologie, Hämatoonkologie, Gastroenterologie, Pulmologie, Endokrinologie und Nephrologie behandelt. Es gibt wieder viele Patientenvorstellungen, v.a. von der Nephrologie und Hämatologie/Onkologie sind sehr gut (gerade Prof. Mackensen gibt sich viel Mühe). Die Stoffmenge ist recht groß und auch die Klausur am Ende nicht wirklich einfach.

Pathophysiologie (Seminar):

Das Seminar Pathophysiologie mit seinen sechs Terminen am Freitagvormittag nach Orthopädie ist Pflichtveranstaltung. Hier ist es stark davon abhängig, in welcher Abteilung man ist und welcher Assistenzarzt (oder auch Oberarzt) zum Studentenunterricht verdonnert wird, ob es sich lohnt. Wer bei dem Wort „Seminar“ die Lauscher aufstellt und an eine interaktive Klassenraumatmosphäre denkt, wird schnell enttäuscht, denn es stellt sich dann doch in den meisten Fällen als klassischer Frontalunterricht wie im Hörsaal heraus, was sich aber – auf Initiative der Fachschaft hin – schon im kommenden Semester ändern könnte.

Spez. Notfallmedizin (Q8):

Zu Unrecht wird diese Veranstaltung wahnsinnig schlecht besucht. Von wenigen Ausnahmen abgesehen geben sich die verschiedenen Dozenten sehr viel Mühe einen Einblick in die wichtigsten Notfälle Ihres Faches zu geben. Eine Klausur gibt es in diesem Semester nicht.

Geschichte, Theorie, Ethik in der Medizin (Q2):

Ein echter Exot im ansonsten stark klinisch geprägten Curriculum dessiebten Semesters. Die Vorlesung bietet Abwechslung vom sonstigen Stoff und ermöglicht es, den eigenen Horizont zu erweitern und zum Nachdenken angeregt zu werden. Neben der Vorlesung muss sich jeder für ein Seminar mit unterschiedlichen Themen eintragen. Hierzu ist es in fast allen Gruppen Pflicht ein Referat zu halten, die Seminare dauern unterschiedlich lang (manche kann man an einem Tag erledigen). Die Klausur stellt euch ganz unkonventionell vor eine ungewohnte Aufgabe: offene Fragen. Man muss hier also seine grauen Zellen über den MC-Alltag hinaus anstrengen und selber etwas zu Papier bringen. Die Klausur ist für alle gleich und nicht seminarspezifisch.

Update WS17/18 Franziska Hecht