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Das Tagescafé für Studierende mit Kind

Das Tagescafé-Team. Foto: Karin Stöhr

Das Tagescafé-Team. Foto: Karin Stöhr

Referate, Hausarbeiten, Prüfungen: Das Studium kann manchmal schon sehr stressig werden. Nun stellt euch vor, ihr müsstet nebenbei noch einen kleinen Menschen versorgen – der mal Grippe hat, zur Krippe gebracht werden muss und natürlich ganz viel Aufmerksamkeit braucht. Studieren mit Kind bedeutet sicher, eine ganz andere Erfahrung zu machen, als kinderlos durchs Studium zu gehen. Doch trotzdem sind Studenten mit Kindern auf dem Campus schon lange keine Seltenheit mehr – mehr noch – manche Studis entscheiden sich während des Studiums sogar ganz bewusst für Kinder.

Ruth Martini bereut ihre Entscheidung keine Sekunde. Neben ihr sitzt die entzückende Emma, die unserem Interview aufmerksam zuhört. Wir sitzen im Tagescafé für Studierende mit Kind in Nürnberg. Direkt im Studentenwohnheim neben der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der FAU ist vom Studentenwerk Erlangen-Nürnberg eine sinnvolle Einrichtung konzipiert worden und entstanden. Seit März dieses Jahres können sich dort Mütter und Väter jeden Mittwoch zwischen 15 und 17 Uhr mit ihren Kindern treffen.  Das Café ist sogar während der Semesterferien geöffnet. Die Eltern finden einen Ort zum gemütlichen Zusammensitzen, während die Kinder mit Gleichaltrigen spielen können. Der Raum ist mit allen Spielsachen ausgestattet, die das Kinderherz begehrt und für die Eltern stehen kostenlos Kaffee, Kuchen oder Brezen bereit. Im Sommer wird der ganze Spaß in den Außenbereich verlagert. Das Tagescafé soll vor allem als Austauschort fungieren. Regelmäßig besuchen Fachleute zum Thema Studieren mit Kind das Café im hilfreiche Tipps zu geben. Wusstet ihr zum Beispiel, dass man zusammen mit dem Nachwuchs sogar ein Auslandssemester realisieren kann?

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Und was kann man später mal damit machen? Orchideenstudiengänge an der FAU (Teil 5/5)

Sabrina Ahmed studiert Politikwissenschaften und Orientalistik an der Philosophischen Fakultät. Foto: Milena Kühnlein

Sabrina Ahmed studiert Politikwissenschaften und Orientalistik an der Philosophischen Fakultät. Foto: Milena Kühnlein

„Und was kann man damit später mal machen?“ oder „Willst du später wohl mal Taxifahrer werden?“ sind Fragen, die manche Studenten, wie das leise und doch hörbare, nervend surrende Schnaufen eines laufenden PCs, ihr ganzes Studium als Begleitmelodie zu verfolgen scheint. Während Oma und Opa auf BWL mit stolzem Kopfnicken oder Mama und Papa auf Medizin mit Freudentränen und Applaus reagieren, müssen sich Studis, die sich für unkonventionelle Studiengänge, die noch dazu nicht ausschließlich auf einen spezifischen Beruf hinführen, einen Spruch nach dem anderen anhören. Es wird Zeit die schummrigen Nebelschwarten, die Orchideenstudiengänge umgeben, mit Lichtblitzen zu bewerfen, so dass Unverständnis und Unwissenheit Informationen und Wissen über unbekannte Studiengänge weichen.
Diesmal: Orientalistik. Sabrina Ahmed studiert Politikwissenschaften und Orientalistik an der Philosophischen Fakultät. Ihre Studienwahl hat bei ihrer Familie nicht für blöde Fragen, sondern viel mehr für Stolz und Begeisterung gesorgt.

Warum hast du dich für den Studiengang Orientalistik entschieden?

Sabrina: Ich habe mich vor allem dafür entschieden, weil ich unbedingt Arabisch lernen wollte, da mein Papa aus Ägypten kommt. Er hat es mir als Kind nicht beigebracht, deswegen wollte ich es selber in die Hand nehmen.

Wie gefällt es dir bis jetzt?

Sabrina: Bisher gefällt es mir ganz gut. Es ist natürlich ziemlich anstrengend, vor allem die Sprache ist sehr schwer. Ich interessiere mich aber auch viel für die Kultur und die Geschichte. Man hat in Orientalistik eben auch Vorlesungen zur Religion und zur Geschichte, das war bis jetzt immer interessant.

Wie schwer ist es Arabisch zu lernen?

Sabrina: Die Sprache an sich ist sehr kompliziert. Es gibt noch den Unterschied, dass man Hocharabisch lernt und die Dialekte wiederrum anders sind. Ich dachte nach zwei Jahren Lernen, würde ich es gut sprechen können, aber das ist gar nicht der Fall. Man kann es lesen und übersetzen, aber unterhalten funktioniert noch nicht so richtig.

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Albania on the Move – Die albanische Migrationsgesellschaft. Bericht über die Go East-Sommerschule in Albanien

Wanderung im Valbona-Tal. Foto: Anja Groß

Wanderung im Valbona-Tal. Foto: Anja Groß

Albanien ist ein Land voller faszinierender Gegensätze. Azurblaue, kilometerlange Küstenabschnitte bilden einen scheinbar fließenden Übergang zu den weitläufigen Gebirgsregionen der albanischen Alpen. Bei so viel geballter Schönheit scheint es kaum verwunderlich, dass selbst die New York Times das kleine Land der Balkanhalbinsel zu den weltweiten Topreisezielen des Jahres 2014 auserkoren hatte.

What if you could combine the rugged beauty you´d find on Croatia´s Dalmatian Coast with the ruins of an undiscovered Turkey or Greece, all wrapped in the easygoing nature characteristic of rural Italy.

(52 Places to Go in 2014, International New York Times)

Trotz solcher Werbeoffensiven gilt Albanien – wie viele Länder Osteuropas – noch immer als Geheimtipp und rückt nur langsam in das Bewusstsein eines internationalen Reisepublikums. Der DAAD (Deutscher Akademische Austauschdienst) versucht mit den Go East-Sommerschulen diese geographischen Lücken mit finanzieller Unterstützung zu füllen. Die albanischen Universitäten in Tirana und Durrës waren dieses Jahr mit dem Thema „Albania on the Move – Die albanische Migrationsgesellschaft“ unter Begleitung der Professoren Dhimiter Doka und Daniel Göler vertreten. Als eine der Teilnehmerinnen möchte ich meine Erfahrungen mit den Studierenden der FAU teilen.

Zu Gast in der Deutschen Botschaft

Zur Eröffnung der zweiwöchigen Sommerschule waren wir in der Deutschen Botschaft in Tirana zu Gast. In einem ersten Gespräch erfahren wir von Albanien als einem Transformationsland – einem Land der Extreme, voller Gastfreundschaft und positiven Nationalstolz aber auch tiefer Armut und sozialer Missständen. Ein Thema, das die Republika e Shqipërisë, so die landestypische Bezeichnung, seit Jahren beherrscht ist die Migration. Die Ursachen liegen in der politischen Geschichte begründet. Von 1944 bis 1990 herrschte ein streng kommunistisches Regime, eng verbunden mit dem Namen des Diktators Enver Hoxha. Albanien war zur dieser Zeit ökonomisch weitgehend isoliert und hatte sogar den Status eines Nordkoreas des Balkans inne. Mit der Einführung der Demokratie im Jahr 1991 setzte zugleich die Massenbewegung der Bevölkerung ein. Heute leben rund 2 Millionen Albaner, und somit fast die Hälfte der Bevölkerung, außerhalb der Heimat. Für die Migrationsforschung bietet sich sprichwörtlich ein offenes Labor.

Die Migrationsbewegungen der vergangenen 25 Jahre haben auch innerhalb des Landes stattgefunden und besonders in Nordalbanien ihre Spuren hinterlassen. Während einer viertätigen Exkursion in die nördlichen Regionen können wir die Ergebnisse der massiven Abwanderung mit eigenen Augen sehen. In vielen Dörfer im Nordosten Albaniens reihen sich heute die leerstehenden Häuser aneinander. Immer wieder sind auch zerstörte und verfallene Bauwerke zu sehen, die in bizarrem Kontrast zu den prächtigen Bergkulissen der albanischen Alpen stehen. Was sich für unsere Kameras als interessante Fotomotive präsentiert, ist für die Bewohner der Region ein hartes Spiel. Manche der Familien haben nicht einmal genügend Einnahmen, um die Kosten für Strom und Wasser zu bezahlen.

Verlassene Geisterstädte

Minenarbeiter in Kam in der Region Kukës. Foto: Anja Groß

Minenarbeiter in Kam in der Region Kukës. Foto: Anja Groß

Während des Kommunismus zählte der Bergbau, vor allem der Abbau von Chrom, zu den wichtigen Einnahmequellen in den Bergen Nordalbaniens. Nach Ende dieser Ära mussten viele Bergbaubetriebe notgedrungen schließen und die nahgelegenen Siedlungen verwandelten sich zu verlassenen Geisterstädten. In Kam, einem Ort in der Nähe von Kosovo, wurde die Chrom-Förderung seit ein paar Jahren wieder aufgenommen. Einer der Minenarbeiter spricht Deutsch und erzählt von seinem schweren Arbeitstag: Täglich schiebt er den Kippwagen mit reiner Muskelkraft zigmal in den unbeleuchteten Stollen und dann, schwer beladen, wieder an das Tageslicht. Gegen die Dunkelheit hilft lediglich eine kleine Stirnlampe.

Die Hauptstadt Tirana steht in starkem Kontrast zu den Erlebnissen in Nordalbanien. Hier stehen heute alle Zeichen auf Kapitalismus: die frisch eingetroffenen Hotelketten lassen schwindelerregende Hochhäuser wie Pilze aus dem Boden wachsen, noble Limousinen rollen im dichten Verkehr über die Straßen und das Nachtleben lockt seine Bewohner allabendlich mit grellen Lichtern. In dem Szeneviertel „Block“, der einstigen Wohngegend kommunistischer Politiker, reihen sich heute dicht an dicht Kaffees, Modeboutiquen und Restaurants. Jeden Abend wird das teure Vergnügungsviertel von den vielen jungen Partygängern bevölkert und ausgiebig gefeiert. Ein ähnliches Bild bietet die knapp 40 Kilometer entfernte Hafenstadt Durrës. Die breite Strandpromenade lädt die zahllosen Besucher der historisch bedeutsamen Stadt zum ausgiebigen Flanieren ein. Hoch lebe das Vergnügen!

Explodierende Bevölkerungszahlen in den Städten

Hafenstadt Durrës. Foto: Anja Groß

Hafenstadt Durrës. Foto: Anja Groß

Gemeinsam bilden die Städte Tirana und Durrës das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die Bevölkerungszahlen explodierten in den beiden Städten in den letzten Jahren nahezu – Tendenz weiterhin steigend. In der Peripherie von Durrës besuchen wir Stadtteil Këneta, der innerhalb von nur zwei Jahrzehnten entstand und heute Wohnraum für über 60.000 Einwohner bietet. Nach einem Gespräch mit dem Bürgermeister im örtlichen Community Center machen wir uns selbst ein Bild über das Leben vor Ort. Gemeinsam mit albanischen Studenten befragen wir die Anwohner nach den Gründen für die Ansiedlung in Këneta und den persönlichen Migrationsgeschichten. Es ist überraschend, wie ausführlich die Albaner Rede und Antwort auf unsere privaten Fragen stehen. Obwohl sich die Lebenssituation im Vergleich zu denen den oftmals nördichen Herkunftsregionen verbessert hat, hoffen einige Bewohner Kënetas doch weiterhin auf ein besseres Leben im Ausland.

Das Hauptthema Migration steht auch bei den Gesprächen in Tirana auf dem obersten Programmpunkt. Bei den Vertretern der Friedrich-Ebert-Stiftung, der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) sowie der Internationalen Organisation für Migration (IOM) erfahren wir von den deutschen Förderprogrammen für Albanien. Auf lange Sicht lautet das große Ziel der albanischen Bevölkerung und Regierung der Beitritt in die EU. Seit dem Jahr 2009 hat das Land auf dem Westbalkan den Status des Beitrittskandidaten inne, trotzdem steht Albanien bis zur Aufnahme noch vor einem langwierigen Entwicklungsprozess, wie wir in einem abschließenden Gespräch in der Deutschen Botschaft erfahren. Albanien wäre nach dem Beitritt einen Schritt näher an Europa und Europa umgekehrt einen Schritt näher an dem Land der Balkanhalbinsel. Für einige wäre der Beitritt bestimmt ein Anreiz, das facettenreiche Land persönlich kennen zu lernen und dem lohnenswerten Reisetipp der New York Times zu folgen.

Anja Groß

Sparen mit der FAU-Card

Mit der FAU-Carf in die Mensa - das spart Geld und ist echt lecker. Foto: Anna Appel

Mit der FAU-Card in die Mensa – das spart Geld und ist echt lecker. Foto: Anna Appel

„Ich kann mir das nicht leisten, ich bin Student.“ Diesen Satz hört ihr sicher immer wieder mal und vielleicht kam er auch euch selbst schon öfter über die Lippen. Studenten müssen sparen. Studenten essen jeden Tag Spaghetti mit Tomatensoße und besitzen sowieso nur einen einzigen Kochtopf und wenn es gut läuft noch eine kleine Pfanne. Oder noch klischeehafter: Studenten kochen gar nicht. Sie essen nur Fastfood und bewahren für Frühstück und Abendessen Pappteller und Plastikbesteck auf Vorrat im Küchenschrank auf. Wir alle wissen, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Jedenfalls lebt der durchschnittliche FAU-Student nicht so spartanisch. Und zum Thema Geld: Die allermeisten Studenten besitzen genug davon, um ab und an feiern und ins Kino gehen zu können. Und bei der Bergkirchweih wird auch nicht jeder Euro einzeln umgedreht. Studierende können sogar von ihrem Status profitieren, gerade in Erlangen und Nürnberg. Fast überall gibt es hier Extraangebote oder Ermäßigungen für sie. Eine kleine Auswahl davon, wie und wo man als FAU-Student*in sparen kann, findet ihr hier.

Zunächst zu den kulturellen Angeboten:

Theater Erlangen: 6€ bis 13,50€ (Premieren 1€ teurer) je nach Kategorie -> Hälfte des Normalpreises!

Lamm-Lichtspiele: donnerstags nur 5€ (statt 8€)

Manhattan-Kinos: montags nur 5€ (statt 8€)

Stadtmuseum Erlangen: nur 2,50€ (statt 4€)

Kunstpalais: nur 2€ (statt 4€)
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