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Als Flüchtling an der FAU studieren

Tareq studiert an der FAU Lehramt an Mittelschulen mit dem Hauptfach Geschichte . Foto: Peter Bartels

Nach der großen Flüchtlingswelle in den Jahren 2015 und 2016 gibt es auch an den Universitäten immer mehr Geflüchtete. Im März 2017, so schrieb der Tagesspiegel, gab es an deutschen Hochschulen ca. 1.100 Studenten, die aus Fluchtursachen in Deutschland leben. Diese Zahl steigt exponentiell an und soll sich bis 2020 auf ungefähr 40.000 erhöhen. Integrationsprogramme der Universitäten laufen auf Hochtouren und versuchen ihnen den Weg ins Studium zu erleichtern. Doch wie sieht es auf persönlicher Ebene aus? Wie erlebt man als Flüchtling das Studium hier? Tareq Al-Jwed möchte uns von seinem ersten Semester hier and der FAU berichten.

Stell dich doch kurz vor. Wer bist du und was studierst du?

Tareq: Ich heiße Tareq Al-Jwed und bin 29 Jahre alt. Ich komme aus der Stadt Hama in Syrien. Ich studiere Lehramt an Mittelschulen mit dem Hauptfach „Geschichte “ an der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg.

Wie sah dein beruflicher Werdegang in Syrien aus?

Tareq: In Syrien habe ich Grundschullehramt studiert. Dort nennt man das „Klassenlehrer“. 2010 habe ich mein Studium beendet und danach ein Jahr als Lehrer gearbeitet. Im Juli 2015 bin ich dann als Flüchtling nach Deutschland gekommen.

Wie unterscheidet sich das Studium hier von dem in deiner Heimat? Ist es schwieriger oder einfacher?

Tareq: Inhaltlich unterscheidet es sich nicht so sehr, wobei ich finde, dass es in Syrien etwas schwieriger war. Pädagogische Theorien, wie Klafki oder Piaget, behandeln wir dort genauso wie hier. Aber die Struktur des Studiums ist ganz anders und stellt für mich immer noch eine Herausforderung dar.

Wie hast du die Studienberatung erlebt? Konntest du dir Studienleistungen anrechnen lassen?

Tareq: Am Anfang des Studiums habe ich Beratung bekommen, aber leider wurde mein Zeugnis nicht anerkannt. Eigentlich haben sie nur ein Modul anrechnen lassen, obwohl ich bereits ein Jahr als Lehrer in Syrien gearbeitet habe.

Was fällt dir schwer an der Uni? Wo gibt es Probleme?

Tareq: Mir fällt immer noch die Sprache schwer. Als Ausländer habe ich außerdem immer noch Schwierigkeiten mit den anderen Kontakt zu knüpfen. Aber ich habe ein paar Freunde, die mir geholfen haben.

Was würdest du anderen Flüchtlingen empfehlen oder wünschen, damit ihnen das Studium hier leichter fällt?

Tareq: Ich wünsche mir, dass die anderen Flüchtlinge sich gut vorbereiten. Man braucht viel mehr Zeit zum Lernen als die Deutschen, da es sprachliche Schwierigkeiten gibt. Ich empfehle ihnen auch viel mit den anderen Studierenden zu reden und Freundschaften zu bilden.

Vielen Dank Tareq,
Salam

Peter Bartels

*Die Aussagen des Interviewten wurden gemäß den Regeln der deutschen Sprache korrigiert.

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