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Auf der IRLE 2018 – Gesundheitswesen goes digital

Die Ausstellung des Innovation Research Labs (IRLE). Foto: Julia Denisenko

Die Digitalisierung ist in aller Munde – und das aus gutem Grunde! Denn der digitale Wandel findet in nahezu allen Bereichen statt und betrifft jeden: die tägliche Kommunikation, die Wirtschaft, der Bildungsbereich und das Gesundheitswesen. Auch auf der diesjährigen Innovation Research Lab Exhibition (IRLE) war die Digitalisierung ein großes Thema und die Veranstaltung stand im Zeichen des eHealth.

Das Innovation Research Lab (IRL) des Zentralinstituts für Medizintechnik (ZIMT) der FAU in Kooperation mit dem Innovation Think Tank von Siemens Healthineers bietet jährlich Studierenden aller Fachrichtungen weltweit eine kreative Umgebung für die Entwicklung ihrer Ideen im Bereich der Medizintechnik. Rund 40 Teams haben sich dieses Jahr qualifiziert und stellten ihre Projekte im Medical Valley Center vor. Die Ausstellung war für die Teilnehmer auch eine Möglichkeit ein Preisgeld in Höhe von 5000 zu gewinnen. Dafür mussten sie die Besucher von ihrem Projekt überzeugen, denn sie stimmten für ihren Favoriten ab.

eHealth Konzepte zum Anfassen

Hospital of the Future. Foto: Julia Denisenko

Der Begriff eHealth lässt einen sofort an komplexe Algorithmen und Programmiersprache denken, welche ohne IT Kenntnisse schwer nachvollziehbar erscheinen. Doch jede Software braucht eine Hardware. So haben die Finalisten neben Präsentationstafeln auch greifbare Modell entworfen. Angefangen beim OP-Saal der Zukunft über Anwendungen von Augmented Reality, 3D-Druck Technologien und Künstliche Intelligenz bis hin zum Internet of Things konnten die Besucher die Prototypen bestaunen und ausprobieren: eine Patientenakte auf einem Mobilgerät öffnen, beim Druck eines 3D Herzes zuschauen, oder robotische Hand fernsteuern. Sultan Haider, Gründer und Leiter von Innovation Think Tank, zeigte sich ebenfalls beeindruckt von den vielen Projekte, die trotz des Schwerpunkts Digitalisierung „zum Anfassen“ waren.

Und wie sieht das Krankenhaus der Zukunft aus?

In den Gesprächen mit den Nachwuchswissenschaftlern ließ sich eine deutliche Entwicklung im Medizinbereich erkennen: das Krankenhaus der Zukunft wird ein „Smart Hospital“ sein. In so einem intelligenten Krankenhaus werden alle Medizingeräte miteinander vernetzt sein, gesammelte Daten ausgewertet und mithilfe von Künstlicher Intelligenz bei Behandlungen eingesetzt. Für Patienten bedeutet das mehr Interaktion mit Maschinen, aber auch Präzision bei Diagnosen und operativen Eingriffen. Zukunftsvisionen, an die wir uns schon heute gedanklich anfreunden sollten?!

And the Award for best project goes to…

Die Zukunft vom „Smart Hospital“ rückt immer näher. Gleich zwei web- und cloudbasierte Lösungen gewannen einen Preis – eine App für einen tragbaren Babymonitor und eine Open Source Plattform für medizinische IT Entwicklungen. Auch auf dem Gebiet des Kernspintomographen haben zwei Ideen für eine verbesserte Bedienung eines MR Scanners und Bildgebung Preisgelder erhalten. Den ersten Platz belegte das Projekt „Patient-specific Skin Cancer Treatment Concepts via 3D printing“, bei dem es sich um ein neues Verfahren zum individuellen 3D-Druck von Oberflächenauflagen für die Behandlung von Hautkrebs handelt. Ein Verfahren, das die personalisierte Medizin weiter vorantreibt.

Am Ende ging kein Team leer aus. Die Teilnehmer haben nicht nur neue Erkenntnisse und Einsichten gewonnen, sondern auch Kontakte geknüpft und konnten sich ein Stipendium an einer der internationalen Universität oder das Siemens Healthcare Young Student Innovator Fellowships sichern.

Interessierte Studierende aus allen Disziplinen und internationalen Universitäten können sich bald wieder für das Innovation Research Lab Programm bewerben und im nächsten Jahr bei der IRLE 2019 dabei sein.

 

Julia Denisenko