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Auslandssemester in Russland – Teil 2: Fragen und Antworten

Der Rote Platz in Moskau. Foto: Matthias Marx

Im ersten Teil meines Berichts habe ich euch die ersten Eindrücke aus Russland gezeigt. Nun führe ich ein Interview mit meinem Freund Harry über seine Erfahrungen und Tipps rund um ein Auslandssemester in Moskau.

Du hast dich für ein Auslandssemester in Russland entschieden. Wie kommt man auf genau dieses Land? Wie entstand die Idee?

Harry: Zum einen wurde ich in Russland geboren und ein Teil meiner Familie wohnt noch dort. Da ich bis jetzt jedoch kaum Russisch sprechen konnte bot es sich an, mein Sprachniveau während des Auslandssemesters auszubauen. Zum anderen fand ich  es sehr interessant, mehr über das Leben in Russland zu erfahren. Seit einigen Jahren ist die Medienberichterstattung der Leitmedien aus meiner Sicht über Russland eher einseitig und überwiegend negativ. Deshalb hat es mich sehr gereizt, die Lebensbedingungen mit eigenen Augen zu sehen.

Wie aufwendig waren die Vorbereitungen und Planungen für dich?

Harry: Die Vorbereitungen waren nicht wirklich aufwendig. Den Auslandsstudenten vor Ort wird ein Platz im Wohnheim zur Verfügung gestellt, wodurch man nach der Anreise schon mal ein Dach über dem Kopf hat. Die Visabeantragung hat eine professionelle Visaagentur für mich übernommen, was auch problemlos verlief.

Jetzt bist du schon einige Zeit vor Ort an der Uni in St. Petersburg. Was ist anders am Studentenleben dort als im beschaulichen Frankenland?

Die Moskauer Universität bei Nacht. Foto: Matthias Marx

Harry: Die meisten Auslandsstudenten (aber auch inländische Kommilitonen) leben in Wohnheimen und teilen sich zu Zweit oder Dritt ein Zimmer, zu Sechst Bad und Toilette und sogar zu Dreißigst eine Küche. Das ist natürlich erstmal ungewohnt. Der Vorteil ist dadurch jedoch, dass man schnell in Kontakt mit Kommilitonen kommt und es wird einem nie langweilig. Allerdings ist die Organisation des Studiums sehr chaotisch und man muss sich oftmals durchfragen. Viele Regelungen vor Ort lassen sich nur durch persönliches Nachfragen in Erfahrung bringen. Über das Internet ist es sehr schwierig, verbindliche Informationen zu finden. Das finde ich in Deutschland schon deutlich angenehmer.

Was nimmst du mit aus deinem Auslandssemester?

Harry: Viele neue Bekanntschaften, von denen einige auch zu Freunden wurden. Dazu natürlich eine Menge Eindrücke einer beeindruckenden Stadt (Anmerkung: St. Petersburg). Zudem finde ich es beeindruckend, dass Russland trotz der aktuellen Sanktionen und einer unvergleichlichen Größe sehr viel aus seiner ökonomischen Situation macht. Auch ist es für mich bemerkenswert, dass trotz einer zunächst verwirrend wirkenden Organisation, vor allem im universitären Betrieb, viele Dinge trotzdem sehr effizient ablaufen können.

Würdest du Kommilitonen ein Auslandsstudium in Russland empfehlen? Und hast du Tipps, die du weitergeben kannst?

Harry: Ja auf jeden Fall! Wenn man sich vor kaltem Wetter nicht scheut und eine einzigartige Erfahrung machen will, ist ein Auslandssemester in Russland wirklich eine gute Idee! Ich würde jedoch empfehlen, vorher ein bisschen Russisch zu lernen, da nur sehr wenige Menschen Englisch reden können oder möchten.

Danke für deine Zeit und gute Heimreise!

Matthias Marx