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„Die Lockerheit war prägend“ – Martin Hummel über sein Auslandssemester in Sevilla

Martin Hummel verbrachte ein Semester in Sevilla. Foto: Salome Mayer

Martin Hummel verbrachte ein Semester in Sevilla. Foto: Salome Mayer

Wenn man Sprachen studiert, ist es sinnvoll, diese in ihrem Herkunftsland anzuwenden und so zu verbessern. Nebenbei lernt man eine neue Kultur kennen und trifft interessante Menschen. So erging es auch Martin Hummel. Er studiert an der FAU Englisch und Spanisch auf Gymnasiallehramt; mittlerweile im 13. Semester. Sein sechstes Semester verbrachte er im Rahmen des Erasmus-Austauschs an der Universität in Sevilla, Spanien. Im Interview erinnert er sich an Generalstreiks und Stierkämpfe.

Wie hast du die Zeit in Spanien erlebt?

Martin: Es war eine wirklich gute Zeit, ich habe fast durchweg positive Erfahrungen gemacht. Das Wetter ist schön, die Leute sind sehr aufgeschlossen und nett. Die Unzuverlässigkeit des spanischen Bildungssystems hat zu viel Freizeit geführt 🙂 Es gab zwei Generalstreiks, „paro académico“, in der Zeit in der ich da war. Einmal war zwei Wochen lang die Uni zu, einmal war sie eine Woche lang geschlossen. Dann gab es noch zwei Wochen Feria-Frei, das ist sehr ähnlich wie hier in Erlangen bergfrei. Dann war noch während der Osterzeit eine Woche frei – und das alles zusätzlich zu den normalen Semesterferien.

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Sicher bei Nacht zu Hause ankommen: FAU-Alumna Jana Cyrol engagiert sich beim „Heimwegtelefon“

Telefonieren bis man daheim ist, schafft ein Gefühl von Sicherheit. (Foto: Salome Mayer)

Telefonieren bis man daheim ist, schafft ein Gefühl von Sicherheit. (Foto: Salome Mayer)

Es ist dunkel, die schummrige Straßenlaterne wirft gespenstische Schatten, wenn sie überhaupt noch brennt. Ein Blick über die Schulter, waren da Schritte? Unwillkürlich läuft man schneller – und ist froh und dankbar, wenn man wohlbehalten zu Hause angekommen ist. Vor allem Frauen ängstigen sich zu Recht, wenn sie allein im Dunkeln unterwegs sind. Das 2011 gegründete Heimwegtelefon“ will deshalb Frauen auf ihrem Nachhauseweg begleiten und so Sicherheit vermitteln. Wenn man vom Club, der Kneipe oder der Party losgeht, ruft man die Hotline 030-12 07 41 82 an und gibt seinen Standort und sein Ziel durch. Bis man dort angekommen ist, plaudert man mit der ehrenamtlichen Telefonistin. So wirkt man sicherer und im Idealfall wird ein Überfall oder Schlimmeres verhindert. FAU-Alumna Jana Cyrol ist seit März dieses Jahres dabei. Sie hat im Magisterstudiengang Sinologie und Wirtschaftswissenschaften studiert. Mittlerweile arbeitet sie als Exportsachbearbeiterin. Auf Facebook las die 29-jährige einen Post über das Heimwegtelefon, fand die Idee so cool und nützlich, dass sie beschloss, sich sofort als Telefonistin zu bewerben. Im Interview erzählt Jana, wie die nächtlichen Gespräche ablaufen und was sie unternimmt, wenn ihr Anrufer überfallen wird. Weiterlesen

„Die Nachfrage ist hoch“: Ulrich Dauscher über das IT-Kursangebot des FAU-Rechenzentrums

Das Wahrzeichen des Schulungszentrums Die Hängematte. Zeichnung: Martina Schradi)

Das Wahrzeichen des Schulungszentrums: Die Hängematte. Zeichnung: Martina Schradi)

Word, Excel, Prezi und Powerpoint, Gimp und Photoshop: All diese Programme haben hilfreiche Funktionen, die das Studium oder den späteren Berufseinstieg erleichtern. Unter dem Motto „IT-Könner haben’s leichter!“ bietet das Schulungszentrum des Regionalen Rechenzentrums Erlangen (RRZE) deshalb für Studierende und Beschäftigte der FAU Software-Schulungen an. Besuchen kann man sie in Erlangen, Nürnberg, Bamberg und Coburg. Ulrich Dauscher, Leiter des Schulungszentrums, spricht im Interview darüber, was die meistgefragtesten Kurse sind und verrät, was man tun kann, wenn die Kurse schon voll sind.

Herr Dauscher, die meisten Studierenden sind „Digital Natives“, mit PCs, Smartphones und Co. quasi aufgewachsen. Warum braucht es die Schulungen des RRZE trotzdem?

Ulrich Dauscher: Die meisten Studierenden gehen heute viel selbstverständlicher mit dem Rechner um, als noch vor wenigen Jahren. Er ist ein Alltagsgegenstand geworden. Das heißt aber nicht, dass jeder mit Excel vertraut ist – oder allgemein gesagt, mit Anwendungen, die im Arbeitsalltag nützlich sind. Auch an den Schulen hat sich viel getan. Trotzdem ist der Nachfrage nach studiums- bzw. arbeitsbezogenen Softwareschulungen hoch. Letztes Jahr hatten wir rund 4.700 Teilnehmer in 400 Kursen – der Bedarf ist also deutlich da.

Gibt es Kurse, die Sie jedem Studierenden zu Beginn des Studiums empfehlen würden?

Ulrich Dauscher: „Wissenschaftliche Arbeiten mit Word“ – wir bekommen häufig Rückmeldung von Teilnehmern, dass sie sich eine Menge Zeit gespart hätten, wenn sie den Kurs schon früher besucht hätten. Aber an sich finde ich es am besten, sich dann mit einem Thema auseinanderzusetzen, wenn man neugierig darauf ist. Ob und wann ein Kurs für jemanden sinnvoll ist, das ist ganz individuell.

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Das „Innere Erlangen“: Ausflug in das Stollensystem des Burgbergs

Nur einige Kerzen leuchten den Weg in das Innere des Berges. Foto: Salome Mayer

Nur einige Kerzen leuchten den Weg in das Innere des Berges. Foto: Salome Mayer

„Während im Rest von Deutschland das Bier gegen Sommer immer schlechter wurde, wurde das Leben und das Bier in Erlangen immer besser“, erzählt Friedrich Engelhardt, Besitzer von „Entlas Keller“. Das Geheimnis der Erlanger Brauer? Ein weitverzweigtes, fast ebenes Stollensystem im Innern des Burgbergs, wo sie über das ganze Jahr über das im Winter hergestellte Bier lagern konnten. Bei konstant acht Grad Celsius blieb es frisch und wurde immer besser. So stieg Erlangen im 19. Jahrhundert zu einem der wichtigsten Bierexporteure auf und wurde weit über deutsche Grenzen hinaus bekannt. Dieses 21 Kilometer lange Kellersystem besteht bis heute, wenn auch einige Gänge eingestürzt sind. 1711 gab es sieben Keller im Besitz der Altstädter, heute sind es insgesamt 16.  Der älteste Keller, Entlas Keller, sowie der größte Keller am Berg, der Henninger Keller, sind in einer Führung mit Friedrich Engelhardt zu besichtigen.

„Erlanger Schlaftag“ nach der Bierprobe

Es heißt: Warm anziehen!, wenn man sich in die kühlen, nur von Kerzenlicht erleuchteten Keller, die 70  bis 100 Meter in den Berg hineinragt, wagt. Beinahe in dichterischer Weise erzählt Friedrich Engelhardt in Mundart von längst vergangenen Zeiten, als auf die 3000 Erlanger 23 Brauereien kamen. Die Bierprobe was das damalige Highlight. 16 von den 23 Brauereien nahmen daran teil. Am nächsten Tag war „Erlanger Schlaftag“ – klar nach 16 Maß Bier…. Als ausgerechnet ein Kulmbacher, Carl von Linde, 1867 die Kühlmaschine erfand, war die Blütezeit der Erlanger Brauer vorbei. Die Keller waren kein Vorteil mehr. Es begann der Abstieg des bekannten Erlanger Bieres. 1916 mussten einige der Keller zur Champignonzucht herhalten – „eine unsägliche Zeit“, in Engelhardts Augen. Im zweiten Weltkrieg baute man die Stollen aus, Rüstungsgüter sollten produziert werden; gleichzeitig dienten die Keller als Schutz vor feindlichen Bomben.

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