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Café Abraham – das interreligiöse Café

El Hadi und Fabian vom Café Abraham.

El Hadi und Fabian vom Café Abraham.

In Anbetracht der aktuellen Ereignisse, die in Paris stattgefunden haben, aber auch aus allgemeinem Interesse, stellen sich viele heute Fragen bezüglich der Religion. Wie funktionieren die großen Religionen? Was steht denn tatsächlich in der Bibel, oder im Koran, oder in der Tora? Wie kann man gewisse Textstellen interpretieren? Und vor allem: In wieweit handeln Menschen danach? All diese Fragen sind nicht einfach zu beantworten und meistens sind einem selbst diese Themen sehr fremd und unzugänglich. Natürlich gibt es Personen und Gruppen, an die man sich mit solchen Fragen wenden kann. Eines dieser Ansprechpartner findet ihr in Erlangen: Das Café Abraham.

Das Café Abraham ist eine junge Diskussionsgruppe, die sich jeden Sonntag um 14:30 Uhr im Teehaus in Erlangen trifft. Der gemeinnützige Verein versucht Vorurteilen gegenüber unterschiedlichen Religionen vorzubeugen und verständlicher zu machen, wie sich religiöse Menschen sehen – und wie sie andere sehen. Die Vorsitzenden sind drei junge Männer aus den drei Hauptreligionen: Fabian Schmidmeier, der christliche Vorsitzende, El Hadi Khelladi, der muslimische Vorsitzende, und Benjamin Moscovici, der jüdische Vorsitzende.

In der Diskussionsgruppe werden Texte aus der Bibel, dem Koran und der Tora besprochen. Feiertage der unterschiedlichen Religionen und aktuelle Ereignisse werden auch thematisiert. Jeder kann, muss aber nicht, beitragen. Für die Treffen bereiten die Gruppenleiter meistens Themen vor, aber jeder kann auch eigene Anregungen mitbringen. Eingeladen zu diesen Diskussionsgruppen sind alle, egal welcher Religion angehörig oder auch Atheisten. Jeder, der Interesse am Thema hat, darf dazu stoßen und sich beteiligen oder auch nur zuhören, wenn man lieber nichts sagen möchte.

Café Abraham LogoIm Café Abraham kommen aber Informationen nicht von irgendwoher. Fabian, El Hadi und Benjamin kennen sich mit diesen Themen bestens aus und haben auch einige Leute in der Gruppe, die die Originaltexte lesen können. Meistens werden die Texte im Original gelesen, damit möglichst wenig Übersetzungsinterpretation dazwischen kommt.

Das Café Abraham macht aber sehr viel mehr als nur reden. Sie wollen in Zukunft auch Seminare zu Religion an Schulen halten und das Bewusstsein gegenüber anderen Religionen erweitern. Das Café Abraham arbeitet mit vielen anderen Gruppen zusammen, die auch Deradikalisierung gegenüber fremden Religionen zum Ziel haben. Zu diesen Gruppen gehören unter anderem die Christlich-Islamische Arbeitsgemeinschaft und der Rat muslimischer Studierenden und Akademiker. Diese Gruppen wirken auch auf EU-Ebene zusammen mit der „Europian Union of Independant Students and Academics“, auch kurz EUISA. Die Ziele dieser Gruppen sind die Gemeinschaft zu stärken und Toleranz gegenüber allen Religionen zu schaffen.

Wer also viele Fragen hat und auf jeden Fall mehr über Religionen und ihre Gemeinsamkeiten erfahren will, sollte unbedingt mal zu einem dieser Treffen des Café Abrahams gehen.
Jeder ist willkommen.

Mehr Infos findet ihr auf der Homepage von Café Abraham und auf ihrer Facebook Seite.

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Isabel Steuer