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Science Slammer und Sternengucker? Der FAU-Astrophysiker Dr. Tobias Beuchert im Interview

Dr. Tobias Beuchert begeistert auch auf der Bühne bei Science Slams. Foto: Dr. Karl Remeis-Sternwarte

Im letzten Artikel haben wir die Dr. Karl Remeis-Sternwarte der FAU vorgestellt. Heute treffe ich mich mit Dr. Tobias Beuchert — oder Tobi, wie er lieber genannt wird — von der Sternwarte , die in Bamberg liegt. Wir sitzen hier gemütlich im Schlossgarten und reden über den ZDFinfo Science Slam, bei dem er mitgemacht hat. Dazu und zu seiner Arbeit habe ich heute ein paar Fragen.

Tobi, wieso hast du Astrophysik studiert und was begeistert dich an der Thematik?

Dr. Tobias Beuchert (Tobi):  Ich bin erst seit sechs Monaten Doktor, deshalb klingt das noch ungewohnt. Es hat schon früh angefangen. Ich hatte schon als Kind ein Teleskop und habe mich dafür fasziniert, für diese unendlichen Weiten. Und dann gab es diesen Film: Contact, mit Judy Foster, in dem sie versuchen mit großen Radioschüsseln Kontakt zu Außerirdischen herzustellen. Komplett spooky. Irgendwie total wild, aber es hat in dem Film funktioniert. Und das hat dann in mir die Faszination geweckt. Dann noch diese Vorstellung, du bist auf der Welt „ein Einhundertmillionstel“ der Milchstraße und wir maßen uns an, mit Physik und Astrophysik den Rest des Universums zu verstehen. Das ist ein faszinierender Gedanke und dadurch bin ich dann dazu gekommen.

Wow. Also quasi durch einen Film zur Astrophysik und jetzt, wie du es gerade gesagt hast, ganz frisch Doktor (lachen beide).

Tobi: Es ist halt schon cool, die Berufung zum Beruf zu machen. Also, wenn man zumindest das Gefühl dafür hat und der Idealismus einen durch die Tiefphasen des Studiums trägt.

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Eine Reise in die Vergangenheit und zu den Sternen in 100 Sekunden – Die Dr. Karl Remeis-Sternwarte der FAU und der ZDFinfo Science Slam

Die Dr. Karl Remeis-Sternwarte. Foto: T. Melnicky

Wer hat schon nicht mindestens einmal in einen sommerlichen Nachthimmel geschaut und dieses fast schon melancholische Gefühl beim Anblick abertausender Sterne und unserer Milchstraße gespürt? Die Faszination Weltall, die unendlichen Weiten der Galaxis (für Sci-Fi-Fans), löst in uns Menschen ein spezielles Gefühl aus: sind wir alleine? Sind wir nicht unendlich klein und bedeutungslos, angesichts dieser Weiten des Alls?

Okay, es mag jetzt etwas melodramatisch geklungen haben, aber sicher hat jeder von euch eine Situation so oder so ähnlich schon einmal erlebt. Ich habe mich für euch mit Dr. Tobias Beuchert getroffen, der an der FAU in Astrophysik promoviert hat und an der Dr. Karl Remeis-Sternwarte in Bamberg arbeitet. Tobi (als noch frisch gebackener Doktor ist ihm diese Anrede lieber, wie er mir im Interview verriet) hat während seiner Studiums bei Science Slams mitgemacht. Die Aufgabe? Ein wissenschaftliches Thema in zehn Minuten einem Publikum erklären. Für ZDFinfo hat er wieder bei einem Science Slam mitgemacht — aber unter verschärften Bedingungen: für sein Thema der Astrophysik, die sog. Röntgenstrahlen-Astronomie, hatte er nicht zehn Minuten Zeit, sondern 100 Sekunden! Wie das war, wie sein Arbeitsalltag an der Sternwarte aussieht und ob solche Science Slams ein geeignetes Mittel zur Wissensvermittlung sind, darüber habe ich mit ihm für euch gesprochen. Aber zuerst habe ich noch einen Einblick in die Geschichte unserer Universitätssternwarte für euch.

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„Innovationsfonds Lehre“ der FAU – Ein Preisträger stellt sich vor: Austerität im Vereinigten Königreich. Eine interdisziplinäre Medienanalyse

Anfang des Jahres 2016 initiierte die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit einem neuen Förderprogramm zur Optimierung der Lehre neue Anreize. Ziel war dabei insbesondere die Aufwertung der Lehrqualität und damit einhergehend die Unterstützung besonders innovativer sowie vielversprechender Lehrkonzepte. In der diesjährigen Förderrunde wurde zusätzlich zum allgemein, fachunabhängigen Fonds noch der „Fokus Lehrerbildung“ ausgeschrieben.

Bewerben können sich bei diesem Projekt alle Lehrenden der Universität, ein Auswahlverfahren wird dann anhand von vorab veröffentlichten Kriterien durchgeführt. Wichtige Eckpunkte sind hierbei zum Beispiel die Stärkung der Internationalisierung, die Erweiterung der Lehre durch innovative Lehr- und Lernkonzepte oder eine Anbahnung von Konzepten zum produktiven Umgang mit Diversität sowie Heterogenität.

Speziell für die Studierenden der FAU birgt der Fonds ebenso Vorteile: Besonders berücksichtigt werden bei der Ausschreibung Projekte, die eine  Optimierung der Studierfähigkeit (insbesondere für Studienanfänger/innen) sowie ein verbessertes Beratungs- und Betreuungsangebot im Auge haben. Darüber hinaus spielt auch der geplante Einbezug der Studierenden in das Lehrangebot eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Förderprojekte.

Das aktuelle Bewerbungsverfahren endete am 15. Mai diesen Jahres. Nach einem zweistufigen Beurteilungsprozess (Begutachtung & Ranking durch die Studiendekan/innen der Fakultäten sowie anschließend endgültige Entscheidung durch ein zentrales Auswahlgremium) wurden dann am 3. Juli die Gewinner des Wettbewerbs bekanntgegeben.

Einer der Preisträger ist Dr. Tim Griebel vom Institut für Politische Wissenschaft, der in Kooperation mit Prof. Dr. Stefan Evert (Lehrstuhl für Korpuslinguistik) ab dem Wintersemester 2017/2018 das interdisziplinäre Seminar „Austerität im Vereinigten Königreich. Eine interdisziplinäre Medienanalyse“ anbietet. Das Seminar wird mit 6200 Euro gefördert.

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The Oldest Teeth on Earth

These teeth are smaller than one millimeter. Photo: Bryan Shirley

We’re all aware of global warming; the extreme temperatures in Erlangen this summer were enough of a reminder! Although the world’s current warming crisis is the result of human industrialization, the Earth has passed through other periods of massive climate change over the course of its 4.5 billion year history. But how do we know this? We can hardly trust the TV weatherman to accurately predict rain tomorrow, so how can we know what the climate was doing millions or billions of years ago?

For the answer to that question, says international student Bryan Shirley, we just need to look at a set of teeth.

Shirley recently completed his Master’s in micropalaeontology and paleoclimatology with the submission of his thesis on a really, really, really old set of animal teeth. The teeth, which are around 425 million years old, were discovered in Sweden and belong to the conodont, an eel-like marine creature from the late Silurian period, about 7 times older than the dinosaurs. Indeed, they’re the oldest teeth ever discovered from any form of life on Earth.

Shirley had been working on his Master’s at the University of Lille in Northern France when one of his lecturers connected him with FAU to study the teeth. His specific goal was to examine the deformations in the teeth to determine what had caused those deformations, and to thereby learn more about how the teeth grew and about the conodonts‘ way of life.

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