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iGem: Bringen künstliche Muskeln Gold in Boston?

Alena und Steffen sind Teil des FAU-Teams, dass sich auf den iGem-Wettbewerb vorbereitet. Foto: Milena Kühnlein

Die Köpfe der Teilnehmer des iGem-Wettbewerbs (International Genetically Engineered Machine) dürften momentan schon ordentlich rauchen. Der Wettbewerb auf dem Gebiet der Synthetischen Biologie ist derzeit nämlich schon im vollen Gange. Über den Sommer hinweg arbeiten Teams an eigenen Projekten, um diese im Herbst beim finalen Zusammentreffen aller Teams in Boston (USA) vorzutragen. Sinn und Zweck des Wettbewerbs ist, dass Studenten reale Probleme mit genetisch technisierten biologischen Systemen lösen. Die Teams werden dazu ermutigt, die komplette Planung, Finanzierung und Ausarbeitung selbst in die Hand zu nehmen und dabei auch nachhaltige Auswirkungen in Betracht zu ziehen. Auch die FAU Erlangen-Nürnberg stellt ein Team mit dem Ziel der Entwicklung neuer verträglicher Gewebeklassen für den Einsatz als künstliche Muskeln in Robotik und Medizin. Alena Poander und Steffen Docter sind Teil des FAU-Teams.

Alena, wie bist Du als Geisteswissenschaftlerin auf die Idee gekommen, bei diesem Projekt mitzumachen?

Alena: Das Ganze ist ein Wettbewerb der synthetischen Biologie, bei welchem Studenten aus ganz verschiedenen Fachbereichen mitmachen. Natürlich sind viele Chemiker, Mediziner, Biologen und Studenten der Molecular Science dabei. Ich wurde darauf aufmerksam, weil meine Cousine bereits mitgemacht hat. Es braucht auch Leute, die den Social Media Bereich, das Marketing und andere Bereiche übernehmen. Ich persönlich bin für das Teilprojekt „Human Practice“ zuständig.

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Der Krieg als Karriereleiter

Ein spannendes Leben, das noch heute fesselt. Alle drei Jahre finden in Altdorf die Wallenstein Festspiele statt. Foto: Felix Röser

Wegen Exzessen und Randalen flog er von der Uni. Krankheiten wie die Syphilis brachten ihn regelmäßig zur Verzweiflung und Entscheidungen wollte er nicht ohne die Hilfe von Horoskopen treffen. Was eher nach einem erfolglosen und verunsicherten Menschen klingt, war einer der großen Aufsteiger des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648). Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (1583–1634) zeigt, wie man als gescheiterter Student dennoch Karriere machen kann: Er war auch böhmischer Feldherr, Herzog, Generalissimus und Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee. Wallenstein wird nun auf einer Tagung in Nürnberg, die von Professoren der FAU mitorganisiert wird, im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Mit 16 Jahren kam Wallenstein zum Studieren an die Akademie nach Altdorf. Allerdings mit wenig Erfolg, denn er glänzte weniger mit geistigen Höhenflügen als mit Raufereien und Exzessen. Die Universität machte kurzen Prozess und Wallenstein musste gehen. Schon wenige Jahre später ebnete der junge Adelige mit einem Glaubenswechsel, einer reichen Heirat, Kaisertreue und Fleiß den Weg zum Erfolg. Der Kriegsbeginn 1618 spielte ihm endgültig in die Karten. Ehrgeizig und mit unersättlichem Machthunger wurde er zum erfolgreichen Kriegsunternehmer. Erst 1632 wendete sich das Blatt, als Wallenstein gezwungen war, den vom Kaiser befohlenen Winterfeldzug abzubrechen und am 25. Februar 1634 ermordet wurde. Der Name des böhmischen Feldherrn ist bis heute in der Region Nürnberg verwurzelt. Die Belagerung 1632 gilt als die katastrophalste Kriegserfahrung für Stadt und Umland vor dem zweiten Weltkrieg. Noch Jahre später hatte die Bevölkerung mit den Folgen von Seuchen und Hungersnöten zu kämpfen. Doch Wallenstein blieb auch in lebendiger Erinnerung. Der Altdorfer Festspielverein organisiert deshalb alle drei Jahre an fünf Wochenenden im Sommer ein großes Festprogramm mit Lagerleben, Festzügen und Schauspielen.

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Scientific Speed Dating: den wissenschaftlichen Horizont erweitern

„Man erkennt neue Themengebiete, an die man vorher nie gedacht hat.“ Lukas Zebisch, Nadin Abu-Hossin und Dr.-Ing. Philipp Ritt (v.l.) empfehlen das Scientific Speed Dating gerne weiter. Foto: Milena Kühnlein

Unromantisch? Informativ? Selektierend? Das klingt weniger wie die Suche nach dem perfekten Partner und mehr nach wissenschaftlichem Arbeiten. Und darum geht es beim Scientific Speed Dating auch.  Das Speed-Dating ist ein gemeinsames Projekt des Zentralinstituts für Medizintechnik (ZiMT), des Lehrstuhls für Musterkennung und des Forschungslabors Orthopädie für Radiostereoanalyse und Medizintechnik (FORM). Das Grundkonzept dürfte vielen bekannt sein: Ein begrenzter Zeitraum erlaubt es, den oder die Gegenüber in kürzester Zeit kennenzulernen und so schnell, effektiv und möglichst treffsicher zu entscheiden, ob der Andere zu den eigenen Vorstellungen passt. Dr.-Ing. Philipp Ritt, Naturwissenschaftler im Bereich Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Erlangen und Teilnehmer seitens der Betreuer, ist sehr überzeugt von dem Konzept. Dem pflichten auch die Medizintechnikstudenten und letztjährige Teilnehmer Nadin Abu-Hossin, 23 Jahre, und Lukas Zebisch, 24 Jahre, bei:

Was genau hat es mit Scientific Speed Dating auf sich?

Philipp Ritt: Dieses innovative, neue Format orientiert sich am normalen Speed-Dating. In kürzester Zeit tauschen Studenten und Betreuer aus unterschiedlichsten Fachbereichen und Unternehmen Themen und Informationen aus. Die Studenten drehen eine komplette Runde und dürfen sich am Ende für einen Betreuer entscheiden. Von Betreuerseite aus ist es das Gleiche. Diese können auswählen, welcher Studierende geeignet wäre.

Nadin: Die Studenten kennen sich untereinander auch nicht. So hat man in kurzer Zeit Betreuer und andere Studierende der Technischen Fakultät kennengelernt.

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From Erlangen to Baghdad

A guest article by Philipp Winkler and Alaa Al-Tulaibawi

Dr. Ahmad Emhan and Philipp Winkler at the German Studies Department at Baghdad University (private photograph)

When thinking about Iraq, most Germans associate it with war, chaos and terror. The pictures they see about it on the media did not show anything else since decades: From Saddam Hussein’s brutal dictatorship, the Iraq-Iran war from 1980-1988, the Gulf Wars of 1991 and 2003, the ensuing occupation, terrorist attacks, sectarian violence, and – most lately – ISIS‘ occupation of large parts of the country since 2014.

But there is also another side to the country that many do not notice. In the last few years, the amount of violence has decreased considerably in Baghdad, and scientific research has spawned again. Baghdad University has had academic contacts to FAU via the Center for Iraq Studies, under the direction of Prof. Şefik Alp Bahadir since 2009, and academic exchange between Erlangen and Iraq is well-established.

Hence we, Alaa Al-Tulaibawi and Philipp Winkler from FAU, travelled to Baghdad in October 2016 to pursue our studies. I, Philipp, finished my MA in History at FAU in 2015 and am currently researching the communist guerilla leader Khalid Ahmad Zaki, who led an abortive armed struggle inspired by Che Guevara and the Vietcong in Iraq’s southern marshlands 1968, as well as political and economic history of Iraq in general; Alaa Al-Tulaibawi is working on his PhD on Iraqi agricultural development (Title: „The Most Binding Constraints of Growth in the Iraqi Agricultural Sector“). Weiterlesen