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Charmantes Unikat? – Ein kleines Porträt über den Campus an der Regensburger Straße 160

Die Sanierungsarbeiten sind in vollem Gange, wie schon dieses Schild verrät. Foto: Matthias Marx

„Ich studiere Lehramt am Campus an der Regensburger Straße in Nürnberg.“ – Viele Studierende sehen mich nach dieser Aussage meist fragend an. Wenn ich dann weiter ausführe, dass dies die frühere EWF (Erziehungswissenschaftliche Fakultät) ist, haben zumindest schon einige davon gehört. Dennoch: Der Campus ist eher unbekannt, wirkt manchmal wie ein kleines, schnuckeliges sowie verstecktes Dorf zwischen all den beeindruckenden und imposanten Departments der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Am Campus tummeln sich vor allen Dingen Lehramtsstudenten des Grund- sowie Mittelschullehramts. Ab und zu trifft man auch angehende Realschul- und Gymnasiallehrer. Kurzum: Die Lehrer von morgen sind hier größtenteils unter sich. Vielleicht auch deswegen haben viele Studierende anderer Fachrichtungen noch nicht viel von der ehemaligen EWF gehört. Grund genug, den Campus mit all seinen charakteristischen und teils originellen Facetten vorzustellen!

Beginnen will ich mit einer absoluten Einmaligkeit: Die Studenten haben an diesem Standort den Luxus, eine Veggie-Mensa an ihrem Studiums-Ort vorzufinden. In der „St.Paul – Veggie Zone“ gibt es die ganze Woche über Vegetarisches sowie Veganes, was nebenbei bemerkt auch noch sehr gut schmeckt! Aber auch für alle Fleisch-Liebhaber findet in der großen Mensa am Campus ein vielfältiges Speiseangebot, das vom stets gut gelaunten Mena-Chef Herr Söllner alias „Campus-Legende“ und seinem Küchenteam täglich frisch zubereitet wird.

Achterbahn der Gefühle

Eine kaputte Scheibe am Hauptgebäude – fachmännisch repariert. Foto: Matthias Marx

Doch auch jenseits kulinarischer Highlights finden sich in und um Räumlichkeiten an der Regensburger Straße Eindrücke verschiedenster Art. Dabei kann ein Rundgang schnell zu einer Achterbahn der Gefühle werden. Charmante Ecken und Eindrücke wechseln sich ab mit brüchigen Betonfassaden und Baustellen-Chaos.

Stichwort Baustelle: Im Jahr 2015 hatten Sanierungsarbeiten am Gebäudekomplex begonnen, die bis zum heutigen Tag andauern. Anzeichen hierfür finden sich über den ganzen Campus verstreut. Das Hauptgebäude ist seit zwei Jahren mit Bauzäunen und Gerüsten belagert, die wenig einladend wirken. In den Gängen und Lehrräumen der Universität findet man ebenso allerhand Baustellenreste. Manchmal kann man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, wenn beispielsweise mal wieder ein abmontiertes „Gerüstrollrad“ kurzerhand zum Türstopper umfunktioniert worden ist.

Bauarbeiten im vollen Gang

Immerhin: Als „EWF-Student“ nimmt man es mit Humor. Viele Seminarräume haben schon bessere Zeiten gesehen: Im Sommer funktioniert manchmal nicht jeder Vorhang und im Winter führt die eine oder andere Heizung ein Eigenleben. Von der Beleuchtung mal ganz abgesehen, die an manchen Orten das ganze Jahr über flackert, wie es ihr gerade gefällt.

Der ehemals imposante Atriumhof, geplant für Abendkonzerte und –veranstaltungen, ist ebenso in die Jahre gekommen. Mittlerweile erscheint der Innenhof wie eine Reminiszenz an frühere Zeiten, die von allerhand Bäumen und Büschen überwuchert wird. Man darf gespannt sein, wie es hier aussieht, wenn die Bauarbeitn abgeschlossen sind.

Nichtsdestotrotz hat der Campus auch ein anderes Gesicht: Beispielsweise das Nebengebäude St.Paul, welches bereits modernisiert worden ist. Teilweise kommt man sich dort vor wie in einer anderen Welt: Saubere Seminarräume und sanierte Sanitäranlagen bestimmen das Bild. Rund um St.Paul befindet sich eine kleine Parkanlage mit vielen Grünflächen. Einige Meter von den Campusräumlichkeiten entfernt kann man hier Natur und Ruhe genießen, „Slacklinen“ oder einfach nur einen ruhigen Spaziergang machen. Gerade im Sommer und Herbst hält dieser Ort viel Schönes für Besucher des Campus bereit.

Eigener Charm

Rund um das Hauptgebäude ist es richtig grün. Foto: Matthias Marx

Aber auch die beiden Hauptgebäude der Regensburger Straße, erbaut im Stil der 60er Jahre, haben ihren ganz eigenen Charme. Beispielsweise der große Hörsaal, der zwar nicht mit moderner Architektur aufwarten kann, dafür aber umso mehr mit der Aura vieler Kulturveranstaltungen. Die tiefbraunen Holzverkleidungen sind alt und nicht mehr modern, dennoch erzählen sie ihre ganz eigene Geschichte und geben dem Raum einen einzigartigen Charakter.

Die Campus-eigene Zweibibliothek mag auch nicht mit dem neuesten Equipment ausgestattet sein, dennoch findet man hier Alles, was man für das Studieren benötigt: Nette Mitarbeiterinnen, ruhige Lerngelegenheiten (wenn gerade keine Bauarbeiten sind) oder einfach nur eine angemessene Auswahl an Fachliteratur.

Erwähnt sollte noch werden, dass direkt am Uni-Standort ein Wohnheim für Studenten zu finden ist. Dadurch trifft man hier auch nach den gewöhnlichen Studierzeiten immer wieder Studenten an. Highlight sind dabei natürlich die regelmäßigen Wohnheimpartys, welche dem Campusgelände in den Abend- und Nachtstunden ordentlich Leben einhauchen.

Festzuhalten bleibt, dass die Regensburger Straße 160 ein liebenswertes Unikat ist und wohl auch bleiben wird. Der Ort hat eine lange Geschichte, die in vielen verschiedenen Facetten immer wieder zum Vorschein tritt. Trotz aller Widrigkeiten kann man sich hier wohlfühlen, denn, wie schon Tolstoi feststellte, „der ganze Reiz des Lebens besteht aus Schatten und Licht“.

Matthias Marx

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