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Churros und Mezquita – ein Praktikumsaufenthalt in Spanien

Es gibt sicherlich Schlimmeres, als das Meer vor der Haustür zu haben.

Es gibt sicherlich Schlimmeres, als das Meer vor der Haustür zu haben.

Ihr schönstes Erlebnis in Córdoba? „Es ist schwierig, das auf ein Erlebnis zu begrenzen“, sagt Solveig Böttcher, die von Mitte September 2014 bis Ende März 2015 ein Praktikum in der andalusischen Stadt gemacht hat. Die 22-jährige FAU-Studentin hat ein Urlaubssemester genommen, um ein halbes Jahr an einer Sprachschule praktische Erfahrungen zu sammeln. Zum Teil hat sie den Aufenthalt mit Erasmus+ finanziert. Sie bekam Geld aus der Förderperiode 2014, die bis Mai 2016 läuft. Da das Referat für Internationale Angelegenheiten (RIA) noch mehrere zehntausend Euro Restmittel vergeben kann, lohnen sich Last-Minute-Bewerbungen für Erasmus+.

Solveig selbst hat ihren Aufenthalt lange vorher geplant. Ihre Bewerbungen schickte sie neun Monate vor Praktikumsbeginn an verschiedene Schulen in Spanien. Nach Angeboten hat sie nicht nur auf der FAU-Homepage gesucht, sondern auch auf Webseiten von Auslandsämtern anderer Universitäten. Dann bekam sie eine Zusage von der „Escuela Oficial de Idiomas“. An dieser Schule lernen Spanier verschiedene Sprachen. Solveig assistierte im Deutschunterricht und gestaltete selbst Stunden, teilweise arbeitete sie in der Bibliothek. Da sie Spanisch- und Französisch-Lehramt studiert, hat ihr das Praktikum doppelt geholfen: Sie konnte ihr Spanisch verbessern und Erfahrungen an der Schule sammeln.

Orangenbäume statt Graupelschauer - willkommen in Spanien.

Orangenbäume statt Graupelschauer – willkommen in Spanien.

„Die Zeit in Spanien hat mir sehr gut gefallen“, so Solveig. Sie arbeitete 25 Stunden pro Woche und hatte an den Wochenenden Zeit, die Region kennenzulernen. Abgesehen von Madrid und Valencia bereiste sie vor allem Andalusien. „Córdoba hat mir von allen andalusischen Städten am besten gefallen“, erinnert sie sich. Córdoba mit dem alten Stadtzentrum und der berühmten Mezquita-Catedral. Ganz perfekt war die Zeit in Spanien aber nicht: „Mein schrecklichstes Erlebnis war meine Wohnung.“ Das lag nicht an ihren Mitbewohnern, sondern an dem maroden Gebäude: Es gab einen Wasserrohrbruch und Funken sprühende Steckdosen.

Am Anfang war es auch nicht so leicht Kontakt zu knüpfen. In Spanien seien die Menschen zwar sehr offen, erzählt Solveig, aber es sei schwierig, wirkliche Freunde zu finden. Über ihre Arbeitsstelle lernte sie Engländer kennen, mit denen sie viel unternahm. Und sie kannte einen Spanier, der eine eigene Churrería besaß – wo sie gerne vorbeischaute, um ein paar Churros zu essen. Ob Solveig wieder ins Ausland gehen würde? Sie würde nicht, sie wird. Im Frühling 2016 macht sie ein Praktikum im französischen Ort Limoges und im Herbst eines in Salamanca (Spanien).

Wer auf den Geschmack gekommen ist, selbst ein Auslandspraktikum zu machen, kann sich beim RIA um ein Erasmus+-Stipendium bewerben. Aktuell sind so viele Fördermittel für Praktika in Europa übrig, dass alle Kurzentschlossenen sich noch rasch bewerben können. Es geht um Praktika, die mindestens zwei Monate dauern und spätestens am 31. Mai 2016 enden.

Diejenigen, die zwischen März 2016 bis einschließlich Mai 2017 mindestens zwei volle Monate für ein Praktikum ins europäische Ausland gehen, können Geld aus der Förderperiode 2015 beantragen. Auch diese Töpfe sind für alle Fakultäten noch voll, außer für Mediziner (PJ). Grundsätzlich gilt für beide Fördertöpfe, dass die kompletten Bewerbungsunterlagen dem RIA spätestens vier Wochen vor Praktikumsbeginn vorliegen müssen. Genauere Informationen gibt es auf der Webseite zu Erasmus+.

 

Patricia Achter