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Das Tandem-Projekt der FAU

 

Beim gemeinsamen Kochen (Foto: FAU Integra)

Beim gemeinsamen Kochen (Foto: FAU-Integra)

„Integration durch Bildung wird [..] in den nächsten Jahren zum Schwerpunkt von Politik werden müssen“ sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka schon im Jahr 2015. Mittlerweile gibt es an fast jeder Hochschule Deutschlands ein Integra-Programm, das über den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wird. Es umfasst verschiedene Maßnahmenpakete, die Menschen mit Fluchthintergrund den Weg ins Studium erleichtern soll.

Auch an der FAU kann die Integra-Abteilung einen Raum für internationale Begegnungen schaffen und im Bereich der Integration von Geflüchteten unterstützend wirken. Im Folgenden soll das von FAU-Integra ins Leben gerufene „Tandem-Projekt“ vorgestellt werden. Dafür habe ich Mitorganisator Maher Allamaa interviewt:

Hallo Maher. Schön, dass du dir Zeit für das Interview genommen hast. Stell dich doch kurz vor. Wer bist du und was machst?
Ich heiße Maher Allamaa und komme aus Syrien. Ich studiere im 3. Semester Molekularmedizin und bin als studentische Hilfskraft bei FAU-Integra angestellt.

Kannst du den Leser*innen bitte kurz erklären, was das Tandem-Projekt ist und wie es funktioniert?
Das Tandem-Projekt soll internationale Studierende, speziell Geflüchtete, die in Erlangen oder Nürnberg studieren wollen, mit Studierenden der FAU in Kontakt bringen. Dazu bieten wir monatliche Treffen für alle Interessent*innen an, wo wir gemeinsame Aktivitäten durchführen. Abseits von diesen monatlichen Veranstaltungen werden kleinere Gruppen gebildet, die sich privat treffen. Wir sind also eigentlich gar kein „Tandem-Projekt“ mehr, sondern eher ein Kleingruppenprojekt. Die Idee dahinter ist eine Unterstützung der internationalen Studierenden, die ein Studium aufnehmen wollen. Aber auch der persönliche interkulturelle und zwischenmenschliche Austausch. Es gibt bei uns keine Hierarchien. Jeder kann von jedem lernen!

Wie läuft die Organisation bei euch ab? Arbeitest du allein?
Wir sind ein Team aus drei studentischen Hilfskräften. Einer von uns, Peter Bartels, ist Lehramtsstudent und in Deutschland geboren. Nour Jazar kommt, wie ich, aus Syrien und wird sein Studium voraussichtlich im Oktober beginnen. Unsere personelle Zusammensetzung bildet also auch schon den Charakter des Projekts ab (lacht). Unterstützt werden wir außerdem von unseren beiden Vorgesetzten von FAU-Integra, Elzbieta Kocur und Timo Sestu.

Gemeinsam haben wir das Nürnberger Herbstvolksfest besucht (Foto: FAU-Integra)

Gemeinsam haben wir das Nürnberger Herbstvolksfest besucht (Foto: FAU-Integra)

Was waren eure letzten Veranstaltungen und wie liefen sie?
Im September haben wir einen kleinen Workshop zur Stundenplanerstellung angeboten, waren auf dem Nürnberger Herbstvolksfest und haben in Erlangen mit einem professionellen Koch gemeinsam arabisches Essen zubereitet. Vor allem bei der letzten Veranstaltung waren viele Teilnehmer*innen anwesend. Da wir uns noch in der Aufbauphase des Projekts befinden, ist die Teilnehmerzahl stetig steigend.

Was plant ihr für die Zukunft?
Momentan sind wir mit der Planung des nächsten Treffens im Oktober beschäftigt. Außerdem wollen wir das Projekt professionalisieren. Mein Kollege Peter Bartels war im September auf einer Konferenz vom DAAD in Berlin. Von dort konnte er einiges an Expertise mitbringen, was wir jetzt umsetzen wollen. Ein offizieller Anmeldebogen und die Bereitstellung von Workshops zum Thema „Tandem-Projekt“ gehören hier dazu, sowie eine eigene Website. Aber auch andere Dinge im Bereich des Projektmanagements, die wir umsetzen wollen. Wir sind ja alle erst seit August angestellt und es wartet noch viel Arbeit auf uns, um das Ganze auszubauen. Aber wir sind höchst motiviert!

Wie wollt ihr Teilnehmer und Teilnehmerinnen locken bei euch mitzumachen?
Naja, zunächst einmal sind alle Veranstaltungen kostenlos und machen eine Menge Spaß! Man kann tolle und interessante Leute kennenlernen und jeder kann von jedem lernen! Natürlich sind wir hier auch einfach auf den Willen der Studis angewiesen, den Menschen auf dem Weg in ihr Studium zu helfen. Integration funktioniert immer nur von beiden Seiten. Zudem gibt es die Möglichkeit sich dieses soziale Engagement als Schlüsselqualifikation anrechnen zu lassen. In Verbindung mit zwei Seminaren und dem Absolvieren eines Sprachkurses an der Uni, kann man dadurch dann alle 20 ECTS an Schlüsselqualis abdecken und bekommt sogar noch ein Zertifikat für „Interkulturelle Kompetenz“.

Vielen Dank für das Interview, Maher!
Wer nach mehr Informationen sucht und/oder beim Tandem-Projekt mitmachen möchte, kann das Team über Facebook oder Mail kontaktieren.

Matthias Marx