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Der Verein Chinesischer Studenten der FAU – Jeder ist herzlich willkommen

Jing Ye studiert seit Oktober 2013 Zahnmedizin in Erlangen. Foto: Leonie Fößel

Jing Ye studiert seit Oktober 2013 Zahnmedizin in Erlangen. Foto: Leonie Fößel

Was macht man eigentlich, wenn man aus einem anderen Land zum Studieren nach Deutschland kommt. Am Anfang werden einem viele Dinge fremd erscheinen, angefangen bei der Sprache. Ganz zu schweigen von dem bürokratischen Wirrwarr, durch den man sich hier in Deutschland oft zu kämpfen hat. Und dann kommt natürlich noch hinzu, dass man auch mal die Heimat und die dort lebenden Menschen vermisst und am liebsten mit jemandem sprechen würde, der genau weiß, wie man sich fühlt. Nach Erlangen kommen viele junge Menschen aus China, die hier studieren wollen. Der Verein chinesischer Studenten möchte den Neuankömmlinge unter die Arme greifen und sie unterstützen. Die 21-jährige Jing Ye studiert seit Oktober 2013 Zahnmedizin in Erlangen, spricht inzwischen fließend und akzentfrei Deutsch und ist Mitglied in dem Verein.

FAU: Wie sieht das denn aus, wer darf bei eurem Verein alles mitmachen?

Jing: Der Verein hat inzwischen etwa 30 Mitglieder, die alle hier in Erlangen studieren. Viele studieren hier im Bachelor, aber wir haben auch einige Masterstudenten und Doktoranden unter uns. Jedes Mal, wenn wir eine Veranstaltung machen, kann jeder kommen, der sich dafür interessiert. Alle, die bisher in unserem Verein sind, stammen ursprünglich aus China und sind zum Studieren hergekommen. Aber wenn es jemanden gibt, der nicht in China geboren ist und sich trotzdem für den Verein interessiert, dann ist er herzlich willkommen. Wir sind offen für jeden.

FAU: Was genau macht der Verein? Was ist das Ziel eurer Gruppe?

Jing: Es geht uns vor allem darum, Leuten aus China, die neu in Erlangen ankommen an der Uni, behilflich zu sein. Sei es bei der Wohnungssuche, dem Deutschlernen oder im Kontakteknüpfen. In China haben wir sehr viele traditionelle Feste, zum Beispiel das chinesische Neujahrsfest. Das ist meistens im Februar und da machen wir dann tolle Veranstaltungen, wir treffen uns und wollen allen ein Gefühl von Zuhause geben. Seit Oktober 2015 sind wir ein eingetragener Verein in Erlangen.

Der Verein chinesischer Studenten wächst von Jahr zu Jahr. Foto: Leonie Fößel

Der Verein chinesischer Studenten wächst von Jahr zu Jahr. Foto: Leonie Fößel

FAU: Hat der Verein viel Zulauf?

Jing: Wir freuen uns natürlich darüber, wenn noch mehr Leute zu uns kommen, aber in der letzten Zeit hat sich das stark verändert, da kamen viel mehr neue Leute dazu als vorher. Jedes Jahr kommen so viele Chinesen zum Studium hier nach Erlangen, das ist echt Wahnsinn! In meinem Studium (Zahnmedizin) bin ich die einzige Chinesin, deswegen habe ich auch schon richtig viele deutsche Freunde gefunden in der Zeit.

FAU: Wann bist du denn nach Erlangen gekommen und wie sieht es aus mit Besuchen in der Heimat?

Jing: In China habe ich 2013 Abitur gemacht und bin dann direkt nach Erlangen gekommen. In meiner Stadt Xiamen ist es immer warm, viel wärmer als hier (lacht). Es ist eine kleine Stadt an der Küste. Einmal im Jahr versuche ich nach Hause zu fliegen. Meistens bleibe ich dann so für drei oder vier Wochen, je nachdem wie die Semesterferien hier aussehen. Ich hatte das Glück, schon im Gymnasium Deutsch zu lernen, dadurch hatte ich eine Ahnung von der Sprache. Aber Aussprache und Umgangssprache habe ich alles hier gelernt, am Anfang war das echt viel Lernerei. Generell ist es für uns Asiaten schon schwierig, Deutsch zu lernen, weil das Sprachsystem ein völlig anderes ist.

FAU: Seit wann gibt es denn den Verein chinesischer Studenten?

Jing: Der Verein wurde bereits 2005 gegründet. Da waren es aber drei oder vier Leute, die das so nebenbei gemacht haben. Inzwischen sind wir ja richtig viele Mitglieder und wir sind, wie gesagt, ein eingetragener Verein.

FAU: Wie ist der Verein organisiert?

Jing: Wir haben einen Vereinsleiter, das ist inzwischen einfach nötig zur Organisation. Unser Verein ist aufgeteilt in verschiedene Abteilungen, zum Beispiel in gibt es eine Sportabteilung, eine Abteilung hilft Studenten bei der Arbeitssuche nach dem Studium, wieder eine andere ist für Musik und Tanzen zuständig. Wir wollen einfach ein bisschen Orientierung und Information geben. Ich selber leite die Abteilung, die sich um Essen und und Trinken für die Veranstaltungen kümmert. Da wir recht viele Abteilungen haben und der Verein nicht so riesig ist, sind pro Abteilung so drei bis vier Leute zuständig.

FAU: Was gefällt dir am besten am Verein chinesischer Studenten?

Jing: Dass man bei so vielen Sachen mitmachen kann und Kontakt zu den Leuten halten kann. Wir kommen ja alle aus verschiedenen Gegenden Chinas und da gibt es einfach enorm viel auszutauschen, von Essen bis hin zu Traditionen.

Vielen Dank für das Interview

Leonie Fößel