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Der Z-Bau – Das Haus für Gegenwartskultur

Felicitas Lutz ist im Z-Bau für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Foto: Simeon Johnke

Was ist Kultur? Begreift man Kultur als eine Sache der Selbstkonstruktion, so ist sie angewiesen auf unsere Mitarbeit und unser Schaffen. Ihre Ästhetik entsteht erst durch Kooperation, durch unser gemeinsames Streiten und Auseinandersetzen! Einen institutionellen Rahmen für solche eine Ko-Konstruktion bildet der Z-Bau in Nürnberg als „Haus für Gegenwartskultur“. „Hier kommen Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, Erwartungen, Wünschen, Ideen und Zielsetzungen zusammen.“, heißt es auf der Website. Mit vielfältigen Veranstaltungen, wie Konzerten, Lesungen, Kunstausstellungen u.v.m. belebt er die Pop- und Subkulturen Nürnbergs. Ob Konzerte im Stil der 68er, wie bei „ Kai & Funky von TON STEINE SCHERBEN mit GYMMICK“ (Bericht folgt), dem „Stage for Peace Festival“ zur Unterstützung Geflüchteter oder dem alljährlich stattfindenden Sommerfest – der Z-Bau ist ein Ort der Offenheit, in der jede*r seine kreativen Ideen einbringen darf. Ich habe Felicitas Lutz zu den Aufgaben und Funktionen des Z-Baus interviewt, um einen tieferen Einblick in die Einrichtung zu gewährleisten:

Hallo Felicitas, danke dass du dir Zeit für unser Interview nimmst. Stell dich doch kurz vor. Wer bist du und was machst du hier im Z-Bau?

Ich bin erst seit kurzer Zeit, genauer gesagt seit 3 Monaten, hier im Z-Bau tätig. Ich leite die Presse- und Öffentlichkeitsaufgaben und kümmere mich vornehmlich um die Kommunikation, der für den Z-Bau relevanten, Zielgruppen. Natürlich mache ich das nicht allein. Neben mir steht ein Team von einigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

Gib den Leserinnen und Lesern doch bitte einen kurzen historischen Überblick. Was war der Z-Bau und was ist der Z-bau heute?

Früher, ab 1937, war er ein Teil eines Kasernenkomplexes, der 1940 von den Nazis bezogen und bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges genutzt wurde. Nach dem Krieg 1945 wurde die Kasernen dann bis 1991 von den Amerikanern als Stützpunkt verwendet. Ja, im Z-Bau befinden sich die Erinnerungen vieler Menschengruppen…
Ab 2000 waren hier dann einige verschiedene Künstlervereine und -initiativen ansässig.  Unter anderem auch der Kunstverein Hintere Cramergasse e.V. (KV), der noch heute Teil des Z-Baus ist.  Damals gab es auch einen Techno-Klub, der noch heute vielen bekannt ist – der Zoom-Club.

2011 hat die Stadt Nürnberg dann ein neues Konzept in Auftrag gegeben. Es sollte ein Rahmen gefunden werden, indem weiter Kultur stattfinden kann. So gründete sich 2014 die GkF, die „Gesellschaft für kulturelle Freiräume“, die aus dem KV, der „Musikzentrale Nürnberg e.V.“ (MuZ) und der Stadt Nürnberg besteht. Der Z-Bau ist ein offener Raum für Kultur, indem sich jede*r einbringen kann, solange es keinen diskriminierenden Charakter hat!

Der Gebäudekomplex beinhaltet ja ein riesiges Arsenal an Räumlichkeiten. Erklär uns doch bitte kurz, welche Bereiche es gibt und was da so stattfindet.

Der Z-Bau bietet sehr viel Raum, den wir bespielen können, den Besucher*Innen auf den ersten Blick gar nicht sehen können. Die drei offensichtlichsten Räume für Veranstaltungen sind der rote Salon, die Galerie und der Saal – der größte Raum, der aber noch bis Ende des Jahres saniert wird. Hier finden Konzerte, Lesungen, Parties u.a. statt. Außerdem können die Räume für private Veranstaltungen genutzt werden.
Dann gibt es noch einen Projektbereich für ganz unterschiedliche Formate. Hier finden Netzwerktreffen, Seminare, Ausstellungen oder auch Videodrehs statt. Zudem sind zahlreiche Räume im Z-Bau an Künstler*Innen, engagierte Gruppen oder Vereine vermietet, die sich hier ihre Wirkungsstätten eingerichtet haben. Da gibt es Gruppen, die Workshops anbieten, wie etwa die Graffiti-Schule oder das Zirkuslabor, oder Räumlichkeiten, in denen Künstler*Innen ihre Ateliers haben und von Zeit zu Zeit Kunstausstellungen öffentlich zugänglich machen, oder auch zwei Mikrobrauereien. In den Außenbereichen des Z-Bau gibt es zum einen den Nordgarten, eine kleine grüne Oase mit einer Werkstatt des Urban Lab, Hochbeeten, Aquaponikanlage und viel Raum für Ideen. Außerdem haben wir unseren Biergarten, indem jetzt im Sommer Hauptbetrieb ist.

Wie finanziert sich die Gesellschaft für kulturelle freiräume (GkF) und wofür benutzt sie das erwirtschaftete Geld?

Die Gesellschaft wird von der Stadt Nürnberg gefördert, da ein Kulturzentrum sich selber nicht tragen könnte. Der Z-Bau ist kein kommerzieller Veranstalter, sondern ein Kulturförderer. Gibt es bei einzelnen Veranstaltungen einen finanziellen Überschuss, wird das Geld für andere Projekte verwendet. Es kommt damit immer dem Gemeinwohl zu Gute.

Wie kann man bei euch mitwirken?

Jede*r kann sich mit seinen Programmideen in der Programmgruppe engagieren. Diese ist verantwortlich für die Entwicklungen von Ideen und das Aufstellen von Veranstaltungen und besteht nur aus Ehrenamtlichen. Man kann einfach eine Mail an Kontakt@Z-Bau.com schreiben und in der Gruppe mitwirken. Momentan wird außerdem der Nordgarten neu gestaltet. Dafür gibt es jeden Mittwoch um 17 Uhr ein Treffen zum „Offenen Bauen“, wo jede*r teilnehmen darf. Der Z-Bau ist als Kulturstätte auf freiwillige Helfer und kreative Ideen angewiesen und heißt jede*n herzlich willkommen!

Was waren in jüngster Zeit die größten Veranstaltungen und was erwartet uns dieses Jahr noch?

Die größten Veranstaltungen sind jene, in denen das ganze Haus offen ist und der Eintritt kostenlos ist. Das war in der Vergangenheit z.B. das Sommerfest, dass im Juli stattgefunden hat. Am 2. Oktober findet das dreijährige Jubiläum des Z-Baus als Haus der Gegenwartskultur statt. Dort werden alle Mietparteien und Gruppen vertreten sein und es wird diverse Konzerte und Parties geben. Ein wiederkehrendes beliebtes Format ist außerdem „Nasty“, eine Party mit vielen DJs. Der Biergarten ist zudem bis September offen und birgt viele Veranstaltungen.

Vielen Dank für das Interview Felicitas!

Gerne, danke dir!

Weitere Infos findet ihr auf https://z-bau.com/ oder auf Facebook

Peter Bartels