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Die grüne Apotheke

Die Ausstellung

Die Ausstellung „Die grüne Apotheke“ läuft noch bis zum 9. September. Foto: Felix Klaassen

Unsere Arzneimittel: Pillen und Flüssigkeiten die übel schmecken und aus dem Labor entstammen. Die Wirkstoffe nichts als Erzeugnisse einer langen Geschichte von Experimenten. Zum Teil mag das stimmen, aber die Natur ist an moderner Arznei mehr beteiligt, als manch einer annimmt. Bis zum 09.09.2018 findet im botanischen Garten der FAU die Ausstellung „Die grüne Apotheke“ statt und informiert detailliert über Pflanzen mit heilenden Wirkstoffen.

Was ist zu erwarten?

In der Ausstellung finden sich verschiedenste Heilkräuter und Pflanzen. Viele davon sind jedermann geläufig und teilweise gar nicht für ihre Wirkstoffe bekannt. So hilft Hopfen beispielsweise gegen Schlafstörungen (das erklärt wohl, warum man nach einem Bier so gut einschläftJ), oder Efeu gegen Bronchialerkrankungen.

Auch Pflanzen die als Rauschmittel bekannt sind fehlen auf der Ausstellung nicht. So beinhaltet Schlafmohn (Opium) den Inhaltstoff Morphin, der als Schmerzmittel große Bedeutung hat. Ebenso ist die Hanfpflanze zu finden, deren Wirkung ebenfalls zur Schmerzlinderung genutzt wird, wenn auch nur unter großer Einschränkung in Deutschland.

Hilfreiche Wirkstoffe besitzen aber auch ganz normale Küchenkräuter wie Kümmel (verdauungsfördernd), Salbei (gegen Halsentzündungen) oder Thymian (gegen Bronchitis).

Auch giftige Inhaltstoffe von Pflanzen macht sich die Menschheit zu Nutze, da sie in geringen Mengen positive Wirkung zeigen können. Doch ist hier Vorsicht geboten, denn nicht nur die Dosis macht das Gift, sondern auch wie regelmäßig eine Substanz eingenommen wird spielt eine Rolle! Ein Beispiel ist hier die giftige Tollkirsche, aus der verschiedene Wirkstoffe stammen, die in der Medizin genutzt werden.

Tatsächlich sind viele heutige Arzneimittel auf Pflanzen zurück zu führen. So beispielweise Aspirin, dessen Wirkstoffe in der Weidenrinde vorkommen.

Auch Taubenschwänzchen haben im Botanischen Garten eine Heimat gefunden. Foto: Felix Klaassen.

Auch wenn viele wichtige Stoffe in der Pflanzenwelt zu finden sind, ist es dennoch unabdingbar, diese auf synthetischem Wege herzustellen.

Viele Pflanzen produzieren nur sehr geringe Mengen Wirkstoff, haben gefährliche Nebenwirkungen oder können nicht gezüchtet werden, weshalb eine Nutzung kaum möglich wäre. Der Forschung ist es zu verdanken, dass wir dennoch zahlreiche Wirkstoffe für uns nutzen können.

Allgemein gilt, dass Arzneimittel jeder Art, egal ob pflanzlich oder synthetisch nur unter Absprache mit einem Arzt eingenommen werden sollten!

Wer mehr über dieses spannende Thema erfahren möchte, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen.

Was gibt es im botanischen Garten sonst noch zu sehen?

Tatsächlich gibt es viele Erlanger, die den botanischen Garten noch nie besucht haben. Dabei ist er eines der Highlights der Stadt! Abgesehen von regelmäßigen Veranstaltungen und Ausstellungen hat er auch sonst viel zu bieten.

Von Dschungelpflanzen im Gewächshaus über Blumen jeder Form und Farbe, bis hin zu Kakteen sind Pflanzen jeder Art im botanischen Garten zu bewundern. An den Blüten tummeln sich nicht nur Hummeln oder Bienen. Mit etwas Glück bekommt man auch ein Taubenschwänzchen zu Gesicht. Auch wenn es einem Kolibri etwas ähnlich sieht, handelt es sich hier jedoch um eine Art Schmetterling.

Eine Hummel auf Nahrungssuche. Foto: Felix Klaassen

Wer einfach nur dem Stadtalltag entfliehen möchte findet hier ruhige Plätze zwischen Bäumen, Büschen und Blumen zum Entspannen.

Ein weiteres Highlight bietet die  kleine Nachbildung einer Tropfsteinhöhle aus der fränkischen Schweiz. Hier sind jedoch gesonderte Öffnungszeiten zu beachten!

Ebenfalls dem botanischen Garten zugehörig ist der Aromagarten am Schwabach.

Hier wachsen Pflanzen mit verschiedensten Geschmäckern und Gerüchen. Natürlich ist das Mitnehmen oder abschneiden jederlei Pflanze strengstens verboten, jedoch bietet sich die Möglichkeit einzelne Blätter abzurupfen, um einmal daran schnuppern zu können!

Infos über Veranstaltungen, Öffnungszeiten oder Führungen findet ihr auf der Website.

Der Eintritt ist außerdem kostenlos.

Schaut doch einfach mal vorbei!

Felix Klaassen