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Die Hochschulwahlen aus der Froschperspektive

Herr Forsch wollte eigentlich nur Party machen - doch dann wurde er zum Gesicht der Wahlkampange für die FSI am FB WiWi.

Herr Frosch wollte eigentlich nur Party machen – doch dann wurde er für die FSI WiSo zum Gesicht der Wahlkampagne.

Guten Morgen, Herr Frosch. Können Sie zunächst kurz Ihre Funktion innerhalb der Hochschulwahlen an der FAU beschreiben?

Herr Frosch: Als Hauptverantwortlicher für PR und Marketing und als Gesicht der Wahlkampagne der FSI am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften in Nürnberg haben Sie in mir schon ein hochkarätiges Tier für Ihr Interview gefunden!

Wie sind Sie zu Ihrem hochschulpolitischen Engagement gekommen?

Herr Frosch: Naja, ich bin da so reingestolpert. Eigentlich bin ich zur FSI, um neue Leute kennenzulernen und um bei der Organisation von Partys, Kulturveranstaltungen und solchen Sachen mitzumachen. Die anderen haben schon bald erkannt, dass ich noch mehr Potenzial habe als lediglich als grünster Gast auf Partys für Stimmung zu sorgen. Dieser Werdegang trifft natürlich nicht auf alle hochschulpolitisch Engagierten zu. Es gibt auch viele, die sich schon vorher für Politik interessiert haben und sich zudem außeruniversitär politisch stark machen. Eins habe ich aber mit denen gemeinsam, und das nehmen Sie bitte in Ihren Bericht auf: Wir alle wollen etwas bewegen!

Können Sie die Hauptpunkte des Wahlprogramms der durch Sie vertretenen FSI-Fachschaft verständlich zusammenfassen?

Herr Frosch: Auf Universitätsebene stehen wir für die Einführung einer Zivilklausel, die Wiedereinführung der „verfassten Studierendenschaft“ sowie die Einführung von Zusatzstudien. Ach ja und für die WiWis wollen wir mehr Freizeit- und Kulturangebot, die Beibehaltung der verlängerten Bibliotheksöffnungszeiten und kostenloses Trinkwasser für alle.

Herr Frosch und sein Einsatzgebiet am Fachbereich in Nürnberg.

Herr Frosch und sein Einsatzgebiet in Nürnberg.

Könnten Sie die ersten drei Punkte auf Universitätsebene bitte nochmal erklären?

Herr Frosch: Haben Sie sich gar nicht auf das Interview vorbereitet? Seit dem Frankentatort sollten Sie wissen, dass eine Zivilklausel die ausschließlich zivile Forschung an unserer Universität festschreiben würde; ein Thema ist mit dem man sich auseinander setzen sollte. Die verfasste Studierendenschaft gibt es in allen deutschen Bundesländern bis auf – Sie raten es – Bayern. Sie wurde hier 1973 abgeschafft. Entscheidender Vorteil dieses durch das Hochschulgesetz legitimierten Zusammenschlusses aller Studierenden ist, dass er als Verhandlungspartner auftreten kann. Dies hat sich z.B. beim Semesterticket gezeigt. Hier musste nämlich ersatzweise das Studentenwerk für uns verhandeln. Deshalb auch das „Sockelmodell“, weil es zu den Interessen des Studentenwerkes gehörte das Semesterticket sozialverträglich zu gestalten. Die Einführung von Zusatzstudien ist eigentlich ganz simpel: Wenn ein Student etwas freiwillig besucht, hätte er zukünftig die Möglichkeit dies in seinem Zeugnis ausweisen zu lassen. Tolle Sache, oder?

Bei den Hochschulwahlen 2014 lag die Wahlbeteiligung bei 13,7%, immerhin ein Anstieg gegenüber 8,6% im Vorjahr. Warum denken Sie, dass die Wahlbeteiligung so gering ausfiel?

Herr Frosch ist ein Teamplayer und weiß die gesamte FSI hinter sich.

Herr Frosch ist ein Teamplayer und weiß die gesamte FSI hinter sich.

Herr Frosch: Das ist doch ganz klar! Die denken alle, das bringt doch eh nix. Wissen Sie übrigens zum Vergleich, dass die Wahlbeteiligung bei der Abstimmung ums Semesterticket diesen Januar 61,3% an der FAU betrug? Warum dieser extreme Unterschied fragen Sie sich? Beim Semesterticket ging‘s halt direkt um die Kröten jedes einzelnen Studenten! Aber auch bei den Hochschulwahlen hat jeder Student Einfluss, vor allem auf der kleineren Ebene der Fakultäten zählt jede Stimme umso mehr. Generell gibt es zwei Ebenen: Die Universitätsebene (Wahl des Konvents) und die Fakultätsebene (Wahl der Fachschaftsvertretung). Deshalb kann man am 30. Juni auch auf zwei Listen Kreuzchen setzen. Die eine Liste ist für alle an der FAU gleich, die andere hängt davon ab, an welcher Fakultät man studiert. Für die, die das jetzt nicht verstanden haben und lieber mit Bildern lernen, hier eine hübsche Grafik. Wer sich noch mehr über die drögen, technischen Details informieren möchte dem empfehle ich das Wiki und die Seite der Stuve oder die Seite der Uni. Wenn ich an dieser Stelle mal die weisen Worte meines Großvaters zitieren dürfte: „Wer sich nicht beteiligt, darf hinterher auch nicht schimpfen!“. Er sagte auch „Ein Frosch ohne Humor ist nur ein kleiner grüner Haufen“, aber das ist eine andere Geschichte.

Vielen Dank für das unverblümte Interview. Liegt Ihnen zum Schluss noch etwas auf dem Herzen, das Sie unseren Lesern mitteilen möchten?

Herr Frosch: Wenn Ihr keine Ahnung habt, könnt ihr natürlich trotzdem wählen gehen. Entweder könnt ihr die Augen zu machen und den Stift fallen lassen oder alternativ verwendet ihr den Hochschulkompass als schnelle und kompakte Online-Wahlhilfe. Sonst kann man auch immer bei den Fachschaften vorbei gehen und mit den Leuten quatschen. Wir bieten z.B. vor der Wahl einen „Kaffeeklatsch“ an, bei dem man sich einfach gemütlich bei einem Kaffee mit uns unterhalten kann. Manchmal häng ich da auch rum oder laufe durch die Uni, wenn ich nichts Wichtigeres zu tun habe natürlich. Ihr erkennt mich an meinem unauffälligen Äußeren.

Lisa Wolf