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„Die Nachfrage ist hoch“: Ulrich Dauscher über das IT-Kursangebot des FAU-Rechenzentrums

Das Wahrzeichen des Schulungszentrums Die Hängematte. Zeichnung: Martina Schradi)

Das Wahrzeichen des Schulungszentrums: Die Hängematte. Zeichnung: Martina Schradi)

Word, Excel, Prezi und Powerpoint, Gimp und Photoshop: All diese Programme haben hilfreiche Funktionen, die das Studium oder den späteren Berufseinstieg erleichtern. Unter dem Motto „IT-Könner haben’s leichter!“ bietet das Schulungszentrum des Regionalen Rechenzentrums Erlangen (RRZE) deshalb für Studierende und Beschäftigte der FAU Software-Schulungen an. Besuchen kann man sie in Erlangen, Nürnberg, Bamberg und Coburg. Ulrich Dauscher, Leiter des Schulungszentrums, spricht im Interview darüber, was die meistgefragtesten Kurse sind und verrät, was man tun kann, wenn die Kurse schon voll sind.

Herr Dauscher, die meisten Studierenden sind „Digital Natives“, mit PCs, Smartphones und Co. quasi aufgewachsen. Warum braucht es die Schulungen des RRZE trotzdem?

Ulrich Dauscher: Die meisten Studierenden gehen heute viel selbstverständlicher mit dem Rechner um, als noch vor wenigen Jahren. Er ist ein Alltagsgegenstand geworden. Das heißt aber nicht, dass jeder mit Excel vertraut ist – oder allgemein gesagt, mit Anwendungen, die im Arbeitsalltag nützlich sind. Auch an den Schulen hat sich viel getan. Trotzdem ist der Nachfrage nach studiums- bzw. arbeitsbezogenen Softwareschulungen hoch. Letztes Jahr hatten wir rund 4.700 Teilnehmer in 400 Kursen – der Bedarf ist also deutlich da.

Gibt es Kurse, die Sie jedem Studierenden zu Beginn des Studiums empfehlen würden?

Ulrich Dauscher: „Wissenschaftliche Arbeiten mit Word“ – wir bekommen häufig Rückmeldung von Teilnehmern, dass sie sich eine Menge Zeit gespart hätten, wenn sie den Kurs schon früher besucht hätten. Aber an sich finde ich es am besten, sich dann mit einem Thema auseinanderzusetzen, wenn man neugierig darauf ist. Ob und wann ein Kurs für jemanden sinnvoll ist, das ist ganz individuell.

Welche Kurse sind am häufigsten gefragt?

Ulrich Dauscher: Excel-Kurse sind mit Abstand am gefragtesten. Das liegt eigentlich auch nahe. Excel ist nicht selbsterklärend, aber in vielen beruflichen Zusammenhängen ein zentrales Arbeitsmittel. Das gilt auch in Bereichen, in denen man es vielleicht gar nicht erwartet: Für unsere Organisation im Schulungszentrum z.B. ist Excel weit wichtiger als jedes andere Programm.

Was ist noch sehr gefragt?

„Wissenschaftliche Arbeiten mit Word“, „Einführung in SPSS“ – das sind typische Themen fürs Studium, ebenso wie „Literaturverwaltung mit Citavi“. Aber auch Photoshop- und WordPress-Kurse sind gut besucht, teils aus privatem, teils aus beruflichem Interesse.

Können Sie beschreiben, wie ein Kurs in der Regel abläuft?

Ulrich Dauscher: Wir erstellen für fast alle Kurse die Konzepte selbst, daher laufen auch fast alle gleich ab. Im Zentrum stehen immer praxisnahe Beispiele, in denen die Teilnehmer nicht nur Programmfunktionen anwenden, sondern auch Denkweisen entwickeln, die sie benötigen, um die Software gekonnt einzusetzen und sich bei Problemen selbst zu helfen.

Den Kursinhalt zerlegen wir in Einheiten, und in jeder Einheit gehen wir in zwei Schritten vor. Als erstes zeigen die Kursleiter, worauf sie hinauswollen und wie sie das erreichen. Als zweites kommt das eigentlich Wichtige, das Umsetzen durch die Teilnehmer anhand einer praxisnahen Aufgabe. Manchmal ist diese Aufgabe relativ einfach, manchmal muss man ein bisschen knobeln. Häufig kann man die Aufgaben auch unterschiedlich tief bearbeiten – je nach Interesse und individueller Arbeitsgeschwindigkeit. Die Teilnehmer bestimmen selbst, was sie tun und wie sie dabei vorgehen. Unsere Kursleiter mischen sich nicht ein, aber sie sind auf den leisesten Wink zur Stelle und beraten.

Wer hält die Kurse?

Ulrich Dauscher: Über 3/4 der Kurse halten Studierende. Wenn ich die Kursleiter dazurechne, die früher hier studiert haben und jetzt neben ihrem Job weiter für uns arbeiten, sind es über 90 %. Wenn sich jemand bei uns bewirbt, versuchen wir einzuschätzen, ob er Lust auf die Arbeit hat, wie engagiert er sein wird und wie sich die Teilnehmer bei ihm als Dozent fühlen werden. Ob er schon Kurse gegeben hat, ist für uns völlig unbedeutend. Wir arbeiten jeden sehr intensiv ein.

Nach welchen Gesichtspunkten erweitern Sie das Angebot um neue Software-Schulungen?

Ulrich Dauscher: Wir haben vier Leitfragen: Was nutzt es für den Studiums- oder Arbeitsalltag? Wie hoch schätzen wir die Nachfrage ein? Haben wir das Know-how über die Arbeitspraxis, um für dieses Thema ein Konzept zu entwickeln? Und finden wir unter den Studierenden über längere Zeit ausreichend Kursleiter für das Thema? Zuletzt haben wir WordPress und das Automatisieren von Arbeitsabläufen in Excel ins Programm aufgenommen. Leider können wir nur selten neue Konzepte entwickeln, da ein sehr hoher Aufwand damit verbunden ist.

Man kann am Schulungszentrum Prüfungen zum „Microsoft Office Specialist“ absolvieren – was hat es damit auf sich?

Ulrich Dauscher: Das ist eine Zertifizierung von Anwenderkenntnissen in den Office-Produkten von Microsoft. Wir bieten sie für diejenigen an, die sozusagen eine offizielle Bestätigung ihrer Fähigkeiten haben möchten.

Viele Kurse sind schon voll – was raten Sie Studierenden, die zu spät dran sind?

Ulrich Dauscher: Kurzfristig gesehen: Wenn Sie in einen Kurs möchten, der schon ausgebucht ist, setzen Sie sich auf die Warteliste. Häufig melden sich Teilnehmer wieder ab, so dass Kursplätze frei werden. Etwas längerfristig gedacht: Wir veröffentlichen vier Programme im Jahr, und außerdem legen wir manchmal Termine nach. Sobald wir Kurse online stellen – und nur dann – versenden wir einen Newsletter. Wenn Sie sich für diesen anmelden, sind Sie sofort informiert und haben freie Terminwahl.

Herzlichen Dank für das Interview!

Salome Mayer