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Die Vielfalt der Nutzpflanzen – ein Lernparcours im Botanischen Garten

Eine der Stationen des Lernparcours: die Getreidestation.

Eine der Stationen des Lernparcours: die Getreidestation.

Am 29. und 30. Juni fand im Botanischen Garten in Erlangen ein Lernparcours zum Thema Nutzpflanzen statt. Über fünf Stunden hinweg konnte man an verschiedenen Stationen sein Wissen erweitern und auch selbst Hand anlegen. Ins Leben gerufen haben diese Aktion im Jahre 2006 Marcus Krüger und Maurice Gliem, der leider inzwischen verstorben ist. Was zu Beginn noch ein Zusatzangebot der beiden damaligen HiWis war, hat sich mittlerweile etabliert und erweitert. Lehramtsstudiengänge aller Fächer können sich den Kurs im freien Bereich anrechnen lassen. Vor allem für Biologie- und Geographiestudenten bietet diese Exkursion eine Wiederholung des bereits erlernten Stoffs. Aber auch Fachfremde werden von der Vielfalt der Natur begeistert sein.

Zu Beginn bekommt jeder der Teilnehmer eine Forschertüte. Darin findet sich ein liebevoll ausgearbeitetes Skript mit den Inhalten der verschiedenen Forschungsstationen wieder. Außerdem einige Präparate, die man für die zu bewältigenden Forschungsfragen benötigt. Und schon kann es losgehen.

Auch am Gemüsestand gab es reichlich Anschauungsmaterial.

Auch am Gemüsestand gab es reichlich Anschauungsmaterial.

Station eins beschäftigt sich mit Obst & Gemüse: Wo war doch gleich der Unterschied? Am Tisch mit reichlich Anschauungsmaterial werden die einzelnen Nahrungsmittel in Kategorien eingeteilt. Dabei gibt es so einige Überraschungen. Sehr einprägsam war z.B. die Tatsache, dass Blumenkohl eine Weiterzüchtung des Wildkohls (Brassica oleracea) ist, der Krebs hat, was für uns Menschen allerdings völlig unbedenklich ist und noch dazu gut schmeckt Als Forschungsauftrag wurde der PH Wert von Rotkohlsaft bestimmt.

Auf zur zweiten Station – Immer der Nase nach, denn hier geht es um Kräuter und Gewürze. Besprochen werden die gängigsten Gewürz- und Heilpflanzen. Nach einer kurzen Einführung in die Pflanzenfamilien, geht es ab in Kräuterbeet, um die Gewächse zuzuordnen. Danach werden Gewürze am Geruch erkannt und besprochen, um welche Teile der Pflanze es sich dabei eigentlich handelt. Abschließend betrachtet man die ätherischen Öle genauer. Kleines Experiment für zuhause: Ein paar Tropfen ätherisches Öl auf die Hand und etwas warten, schon bald stellt sich ein Kühleffekt ein. So kann man mit diesen Ölen auch Eis zum Brennen bringen. Und auch Cola lässt sich aus den Wunderölen herstellen – die gab es natürlich zum Probieren.

Gewürze am Geruch erkennen ist nicht immer so einfach, wie man glaubt.

Gewürze am Geruch erkennen ist nicht immer so einfach, wie man glaubt.

An Station drei wartet das Getreide auf uns. Sowohl heimische als auch fremde Getreidearten werden herumgegeben und untersucht. Tiefer ins Detail geht es beim Aufbau eines Getreidekorns. Während der Erklärung wird und frisches Popcorn gereicht. Danach wird der Frage nachgegangen, ob im Mehl Gluten enthalten ist: Mehl mit etwas Wasser in der Hand mischen, bleibt es flüssig, so ist kein Gluten darin, wird es ein klumpiger Brei, so beinhaltet es Gluten. Auch eine ganze Hand voller Produkte aus verschiedenen Getreide stehen zur Verköstigung bereit: Reisbier, Hafermilch und Malzkaffee – Probieren geht eben doch über studieren! Zu guter Letzt wird aus heißem Wasser und Mehl noch Kleber hergestellt.

Anschließend geht es weiter zu den Holzpflanzen. Hier geht es um die Bestimmung der verschiedenen Baumarten. Und auch das Festlegen des Alters anhand der Jahresringe ist Teil dieser Station. Kennt man sich erst einmal mit den Holzarten aus, geht es an die Verwendung im alltäglichen Leben. Die verschiedenen Eigenschaften von Holz werden durch Versuche herausgearbeitet. Kork stellt sich an dieser Station als kleines Allroundtalent dar und Bambus als stabile Holzalternative.

Brennendes Eis dank ätherischer Öle.

Brennendes Eis dank ätherischer Öle.

Die tropischen Nutzpflanzen sind die letzte Station. Hier lernt man, wie Ur-bananen aussehen und ungeröstete Kakaobohnen schmecken. Darüber hinaus lernt man exotische Früchte kennen, von denen man vorher noch nicht einmal gehört hat. Die Geschmackssinne werden durch verschiedene Säfte angeregt, denen man die richtige Frucht zuordnen muss. Zum Abschluss bekommt man eine „Miracle-Frucht“ – wer zuerst diese Wunderbeere einnimmt, kann danach unbedenklich in eine Zitrone beißen denn – oh Wunder – sie schmeckt danach süß!

An jeder einzelnen Station erlebt der Teilnehmer mindestens einen Aha!-Effekt. Vor allem die Interaktivität erweckt eine große Freude an den Themen:  An der einen Stelle darf man zündeln, an der anderen etwas naschen oder chemische Experimente durchführen, während man ganz nebenbei noch sehr viel Wissenswertes beigebracht bekommt.

Janine Walter

Marcus Krüger gibt eine Einweisung und verteilt die Forschertüten.

Marcus Krüger gibt eine Einweisung und verteilt die Forschertüten.

Säfte den Früchten zuordnen - Achtung Verwechslungsgefahr!

Säfte den Früchten zuordnen – Achtung Verwechslungsgefahr!

Fettfleckprobe mit  ätherischem Öl und Salatöl.

Fettfleckprobe mit ätherischem Öl und Salatöl.