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Ein paar gute Lerntipps für die Prüfungsphase

Die Prüfungsphasen gehören zu den unangenehmeren Zeiten des Studiums. Foto: Milena Kühnlein

Die Prüfungsphasen gehören zu den unangenehmeren Zeiten des Studiums. Foto: Milena Kühnlein

Lerntipp: Steh auf, stretche dich kurz, renne zum Flughafen, setzte dich in einen Flieger und komm nie mehr zurück. So verlockend dieser Tipp in manchen Situationen auch klingen mag, er hilft nicht viel weiter, wenn man sein Studium tatsächlich zu Ende bringen will. Ganz besonders nicht, wenn man es gut zu Ende bringen will. Gerade für Erstsemester kann die Prüfungsphase schnell zu einer Zerreißprobe werden. Heulkrämpfe, Nachtschichten vor dem Laptop und willkürliches Googeln über Zwangsexmatrikulation und Koffeintabletten kommen vielleicht dem ein oder anderen Student bekannt vor. Was also tun, damit die Prüfungsphase nicht zum Alptraum wird? Folgende Tipps können helfen, die letzten Wochen des Semesters etwas entspannter zu gestalten:

  • Anfangen. Ja, jetzt verdrehst du die Augen. Ich sehe es genau. Aber du weißt, es ist die Wahrheit. Fange so früh wie möglich an, dir deine Unterlagen, Texte und Bücher zusammenzusuchen. Jeder Tag, den du ohne Büffeln verstreichen lässt, ist ein Tag, der dir gerade in der heißen Phase fehlen kann. Die Folge: Panik, nächtliches Lernen, Stresspickel

  • Zeitpuffer. Dieser Tipp ist eng mit Punkt Eins verknüpft. Plane dir, je nach Wichtigkeit und Umfang der abzulegenden Prüfung, Zeitpuffer von einer Woche, zwei Tagen, oder einem Nachmittag ein. Du wirst dir in der Crunchtime der Klausurenphase dafür selbst auf die Schulter klopfen.
    Es sei denn natürlich, du stehst auf den Nervenkitzel der sich nahenden Deadline. In diesem Fall empfehle ich, zum Beispiel, folgendes: Drucke deine Hausarbeit das nächste Mal am gleichen Tag der Abgabe aus. Ach was heißt hier am gleichen Tag, lieber erst eine Stunde vorher. Wenn du richtig krass drauf bist, entfernst du den USB-Stick mit der Datei, ohne ihn vorher zu sichern.
  • Sport und gesunde Ernährung. Da ich mit dieser Überschrift nun endgültig den Großteil meiner Leser an Facebook verloren habe, kann ich ja offen reden. Ein Auto fährt nur mit dem richtigen Benzin und genauso verhält es sich mit deinem Astralkörper. Fettige, salzreiche Nahrung lässt dich träge und müde werden, zudem verlangt der Körper immer mehr davon. Superfoods wie Chiasamen, Nüsse oder Obst geben dir Energie für weitere Stunden in der Bibliothek, neue Ideen und neue Motivation. Dazu kommt: Was entspannt dich mehr? Eine Laufrunde im Schlossgarten an der frischen Luft, oder der Tunnelblick zum Fernseher? Komm, sei ehrlich. Du weißt, ich habe Recht.
  • Struktur. Ob gegliedert nach Monaten, Wochen, oder Tagen: Ein strukturierter Lernplan hilft dir, nicht den Überblick zu verlieren, keine Deadlines zu verpassen und dem enormen Berg an Lernstoff die Unüberschaubarkeit zu nehmen.
  • Anfangen. Ich erwähne es lieber noch einmal. Keine Macht der Aufschieberitis.
  • Ehrlich sein. Die Klausur ist nächste Woche. Dienstag, genauer gesagt, um Vierzehn Uhr. Aber du hast absolut keine Motivation zu lernen, geschweige denn, dich überhaupt an den Schreibtisch zu setzen. Jetzt ist es an der Zeit, ehrlich zu dir selbst zu sein. Du hast dir dieses Studium, hoffentlich, aus freien Stücken selbst ausgesucht. Warum also, hast du absolut keine Lust dich mit dessen Inhalten zu befassen? Durchhänger, Motivationstiefs und kurzfristige Gedanken an die Surflehrerschule sind absolut normal, totale Lustlosigkeit und depressive Stimmung hingegen nicht. Ab zur Studienberatung, das Gespräch mit Vertrauen suchen, oder einfach kurz innehalten und sich fragen: Will ich das hier wirklich?

Und falls nichts davon hilfreich sein sollte, nicht vergessen: Die akademische Freiheit ist die Freiheit, so viel lernen zu dürfen, wie man nur will. (Rudolph Virchow). Schniekes Zitat. Was das heißen soll? Das Studium an der Universität ist nicht jedem Menschen möglich. Nutze es.
Milena Kühnlein