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Eine Reise in die Vergangenheit und zu den Sternen in 100 Sekunden – Die Dr. Karl Remeis-Sternwarte der FAU und der ZDFinfo Science Slam

Die Dr. Karl Remeis-Sternwarte. Foto: T. Melnicky

Wer hat schon nicht mindestens einmal in einen sommerlichen Nachthimmel geschaut und dieses fast schon melancholische Gefühl beim Anblick abertausender Sterne und unserer Milchstraße gespürt? Die Faszination Weltall, die unendlichen Weiten der Galaxis (für Sci-Fi-Fans), löst in uns Menschen ein spezielles Gefühl aus: sind wir alleine? Sind wir nicht unendlich klein und bedeutungslos, angesichts dieser Weiten des Alls?

Okay, es mag jetzt etwas melodramatisch geklungen haben, aber sicher hat jeder von euch eine Situation so oder so ähnlich schon einmal erlebt. Ich habe mich für euch mit Dr. Tobias Beuchert getroffen, der an der FAU in Astrophysik promoviert hat und an der Dr. Karl Remeis-Sternwarte in Bamberg arbeitet. Tobi (als noch frisch gebackener Doktor ist ihm diese Anrede lieber, wie er mir im Interview verriet) hat während seiner Studiums bei Science Slams mitgemacht. Die Aufgabe? Ein wissenschaftliches Thema in zehn Minuten einem Publikum erklären. Für ZDFinfo hat er wieder bei einem Science Slam mitgemacht — aber unter verschärften Bedingungen: für sein Thema der Astrophysik, die sog. Röntgenstrahlen-Astronomie, hatte er nicht zehn Minuten Zeit, sondern 100 Sekunden! Wie das war, wie sein Arbeitsalltag an der Sternwarte aussieht und ob solche Science Slams ein geeignetes Mittel zur Wissensvermittlung sind, darüber habe ich mit ihm für euch gesprochen. Aber zuerst habe ich noch einen Einblick in die Geschichte unserer Universitätssternwarte für euch.

Dr. Karl Remeis: Jurist, Hobbyastronom und Finanzier der Forschung

Unendliche Weiten. Solche Momente fängt die Sternwarte ein. M. Schindewolf

Die Sternwarte in Bamberg ist aus den Mitteln des Nachlasses von Dr. Karl Remeis finanziert worden. Dr. Karl Remeis (1837-1882) war ein Bamberger Jurist und Hobbyastronom. Er hinterließ der Stadt Bamberg seinen kompletten Nachlass und bestimmte die stolze Summe von 400.000 Mark zur Errichtung einer Sternwarte in seiner Heimatstadt. Mit diesem Geld kaufte die Stadt das heutige Gelände der Sternwarte und errichtete selbige nach dem damaligen Vorbild, der Sternwarte im französischen Straßburg. Als die Sternwarte in Bamberg errichtet wurde, gehörte Straßburg er seit kurzem wieder zu einem deutschen Territorium, dem 1871 proklamierten Deutschen Reich. Erster leitender Astronom wurde Dr. Ernst Hartwig. Ohne die Mittel des passionierten Hobbyastronomen wäre die sich noch heute in Verwendung befindliche Sternwarte also gar nicht erbaut worden. Ihre Eröffnung feierte sie am 24.10.1889.

Teil der astronomischen Ausbildung der Friedrich-Alexander-Universität ist die Sternwarte seit 1962. Und die Ausbildung ist auch die Bestimmung der Sternwarte geworden. Die heutige Forschung benötigt Instrumente, die die Dr. Karl Rebeis-Sternwarte nicht hat. Die Forscher der FAU nutzen deshalb in internationalen Kooperationen deutlich größere Sternwarten bzw. Teleskope wie das Mauna-Kea-Obervatorium auf Hawaii. Dafür nimmt die Bamberger Sternwarte ihren Bildungsauftrag ernst. Neben der Ausbildung an den Geräten für angehende Astronomen und Physiker widmet sich die Sternwarte auch der Volksbildung: etliche Besuchergruppen kommen jährlich auf den Bamberger Stephansberg.

Einer, der die Ausbildung an der Sternwarte im Rahmen seines Studiums der Physik an der FAU kennt und während seiner Promotion selbst als Ausbilder tätig war, ist Dr. Tobias Beuchert. Oder einfach nur Tobi, wie wir bei einem gemütlichen Gespräch im Erlanger Schlossgarten verblieben sind. Mit ihm habe ich für euch über die Dr. Karl Remeis-Sternwarte, seine Arbeit und seinen Auftritt beim ZDFinfo Science Slam gesprochen. Das komplette Interview könnt ihr hier kommende Woche lesen.

Severin Maier