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Fernsehen ist out

Interessante Vorträge bietet der Marketing Innovationstag alle sechs Monate. Foto: Felix Klaasen

Alle halbe Jahre ist es wieder so weit. Der Deutsche Marketing Innovationstag findet Einzug in Nürnberg und thematisiert neue Marketingstrategien, die sich in Folge des gesellschaftlichen und technologischen Wandels entwickeln. Veranstaltet wird das Ganze von der wissenschaftlichen Gesellschaft für Innovatives Marketing und der FAU. So war es am Donnerstag den 19. April wieder so weit. Vertreter diverser Firmen, Studenten und natürlich Referenten aus verschiedenen Fachbereichen trafen sich im Marmorsaal der Nürnberger Innenstadt, um über folgendes Thema zu diskutieren: Bilder und Videos statt Text?!

Das klingt zunächst gar nicht so innovativ, schließlich werden in der Werbebranche schon seit langem Videos und Bilder eingesetzt. Doch hat sich in diesem Bereich in den letzten Jahren tatsächlich viel verändert. YouTube und Instagram sind die neuen Plattformen, über die Menschen erreicht werden. Fernsehen oder gar Kataloge rücken immer mehr in den Hintergrund.

Kein Wunder also, dass viele Experten, die auf visuelles Marketing spezialisiert sind geladen waren. Vertreter von Google, Whylder, BILD und viele weitere erklärten ausführlich, wie man seine Zielgruppe über diverse Onlineplattformen per Video oder Bild richtig erreichen kann. Dabei ging es nicht nur um Marketingstrategien, sondern auch um Kundenservice. Ein sehr wichtiges Thema, denn beispielsweise ein technisches Problem mittels Erklärvideo auf YouTube zu lösen, statt die Bedienungsanleitung stundenlang zu studieren ist mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Influencer als großes Thema

Großer Beliebtheit erfreute sich auch das Thema Influencer. Während früher jeder den Kaffee wollte, den George Clooney  in der Werbung trinkt, ist es heute das neue Shirt, dass der Influencer auf seinem Channel präsentiert. Der Unterschied: Wer seinem Idol beispielsweise auf Instagram folgt baut eine vertrauensvollere Beziehung auf, als zu seinem Lieblingsschausieler. Das rührt vor allem daher, da man meist via Chat mit dem Influencer in Kontakt treten kann. Für die Firmen ist diese Beziehung natürlich Gold wert, da sie mit dem Influencer Marketingverträge abschließen können, der wiederum seinen Followern das Produkt präsentiert.

Um einen Einblick in diese Welt zu bekommen, waren zwei Influencerinnen eingeladen, die ausführlich von ihrer Arbeit erzählten. Natürlich kommt bei diesem Thema schnell die Frage auf, ob dabei auch das Vertrauen der Follower missbraucht werden kann. Dass ein Missbrauch möglich ist, steht natürlich außer Frage, aber die Beiden beteuerten, dass sie nur Produkte präsentieren, hinter welchen sie zu 100% stehen.

Einige Teilnehmer stehen den neuen Marketingmöglichkeiten nach wie vor mit Skepsis gegenüber. Sei es, weil sie detaillierte Texte gegenüber oberflächlichen Videos bevorzugen, oder den Einsatz von Influencern moralisch hinterfragen. Auch seien diese neuen Möglichkeiten eher für B2C (Business to Customer) und weniger für B2B (Business to Business) Marketing zu gebrauchen. Nichtsdestotrotz ist wohl davon auszugehen, dass in Zeiten von Netflix, Amazonprime und der Lesefaulheit vieler potenzieller Kunden, Plattformen wie YouTube (zweitgrößte Suchmaschine der Welt) im Marketing immer mehr an Bedeutung finden werden. Stefan Huber von der how2 AG brachte es auf den Punkt: „Fernsehen ist out“

Auf der Tagung wurden einige sehr kreative und lustige Werbespots vorgestellt. Folgend findet ihr zwei ausgewählte Videos davon:

https://www.youtube.com/watch?v=YbYWhdLO43Q

https://www.youtube.com/watch?v=GSidHDA4_CQ

Wer den Marketing Innovationstag einmal selbst erleben möchte, hat am 25.10.2018 wieder die Chance dazu.

Felix Klaassen