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„Hochschulpolitik promoten“: Das Referat für poltische Bildung

Charlotte Jawurek. Foto: Salome Mayer

Charlotte Jawurek: „Wir hatten tatsächlich schon ein paar hitzige Diskussionen.“ Foto: Salome Mayer

Vor zwei Monaten gründeten Studierende ein neues Referat in der Studierendvertretung der FAU: Das Referat für politische Bildung. Die Jurastudentin Charlotte Jawurek war daran aktiv beteiligt. Im Interview erzählt sie, was sie sich davon erhofft.

Warum wurde es nötig, ein Referat für politische Bildung zu gründen?

Charlotte: Die Idee kam aus der Hochschulgruppe der Jusos, in der ich auch Mitglied bin. Wir wollen für die Hochschulpolitik sensibilisieren. Die Wahlbeteiligung an den Wahlen ist immer unterirdisch, deshalb wollen wir die Leute überzeugen, ihr Kreuz zu machen. Dazu schlossen wir uns mit den anderen politischen Hochschulgruppen zusammen: dem Sozialistischen Demokratischen Studierendenverband, der Grünen Hochschulgruppe Erlangen Nürnberg, dem Ring christlich-demokratischer Studenten und den Lilien. Zunächst gab es vom Konvent Vorbehalte, weil wir eben alle in einer politischen Hochschulgruppe aktiv sind. Sie befürchteten, dass wir nicht unabhängig sein würden. Doch da alle politischen Richtungen vertreten sind, wird niemand bevorzugt.

Ist es da aber nicht schwierig, wirksam zusammenzuarbeiten?

Charlotte: Wir hatten tatsächlich schon ein paar hitzige Diskussionen. Zum Beispiel die Flüchtlingsfrage. Das fing schon bei der Rhetorik an: Sprechen wir nun von der Flüchtlingsproblematik oder von dem Flüchtlingsthema? Oder einfach von Geflüchteten? Dann ging es weiter: Welche Aspekte behandeln wir? So müssen wir immer abwägen und Kompromisse finden. Allerdings haben wir das gleiche Ziel, das zählt. Und wir behandeln primär hochschulpolitische Themen.

Wie sehen konkrete Aktionen aus, die ihr plant?

Charlotte: Wir befinden uns noch im Aufbau. Und der verläuft leider bisschen schleppend. Wir sind alles engagierte Leute, die sich neben ihrem Studium bei verschiedenen Aktionen ehrenamtlich einbringen. Da ist es mit der Terminfindung immer ein bisschen schwierig. Aber es gibt verschiedene Ideen, zum Beispiel eine Zusammenarbeit mit funklust. Wir planen, kurze Erklärvideos zu drehen, um so die Studierenden zu informieren. Um für die Hochschulwahlen zu werben, planen wir eine Mitarbeit an einem Wahlomat.

Auch haben wir große Lust, Studienfahrten anzubieten. Im Moment ist das noch ein Luftschloss, wegen der Finanzierungsfrage. Aber es muss ja gar nicht so weit weg sein. Ich denke, Nürnberg ist mit dem Reichsparteitagsgelände ein zeitgeschichtlicher Ort, der sehr wichtig im Kontext der politischen Bildung ist. Warum nicht einfach mal hinfahren und danach noch einen politischen Stammtisch anbieten?

Was erhoffst du dir persönlich von dem neu gegründeten Referat?

Charlotte: Es ist zunächst eine Austauschplattform für uns selbst. Es ist spannend, zu sehen, wie denkt der Andere über eine Sache und wo können wir aufeinander zugehen, und wo gibt es Grenzen? Längerfristig wünsche ich mir, dass wir die Hochschulpolitik promoten können, gerade im Hinblick auf die Wahlen. Und es wäre toll, wenn sich Studierende ein bisschen mehr für Politik interessieren würden.

Vielen Dank für das Interview!

Salome Mayer