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Hochschulwahlen: Die Juso Hochschulgruppe im Interview

Die Spitzenkandiat*innen der Juso Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg (Foto: Juso HSG)

Die Spitzenkandiat*innen der Juso Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg (Foto: Juso HSG)

Am 19. und 20. Juni finden die Hochschulwahlen statt. Hier und hier findet ihr alle Infos dazu. Und natürlich wollen wir euch auch vorstellen, wer alles zur Wahl steht. Es geht weiter mit der Juso Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg. Eda Simsek beantwortet unsere Fragen.

Eda, stell deine Hochschulgruppe doch bitte kurz vor. Wer seid ihr?

Wir, die Juso Hochschulgruppe, sind eine bunt gemischte Gruppe von Studierenden, welche die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidariät vertreten. Mit dem Anspruch, die FAU hochschulpolitisch mitzugestalten, machen wir uns nur für bildungs-, sozial- und wissenschaftspolitische Verbesserungen stark und verschaffen den Studis in verschiedenen Gremien an der Uni Gehör.

Warum engagierst du/ihr euch politisch an der Uni und was wollt ihr zum Besseren verändern?

Wir möchten hochschulpolitisch mitbestimmen, um die Situation der Studierenden an der Uni zu verbessern. Durch gewählte Vertreter*innen von unserer Juso Hochschulgruppe im studentischen Konvent ist es uns möglich, in verschiedenen universitären Gremien (wie z.B. dem Sprecher*innenrat) in Kontakt mit der Unileitung zu treten und wichtige studentische Belange einzubringen. Zudem bietet unsere Hochschulgruppe auch die Möglichkeit, unsere Positionen in die politische Debatte auf Bundes- und Landes, sowie kommunaler Ebene zu tragen.
Eines unserer Herzensthemen ist vor allem das BAföG. Hier setzen wir uns dafür ein, dass es erhöht und dem Realbedarf der Studierenden angepasst wird.
Zum anderen ist uns auch die problematische Wohnraumsituation in Erlangen bekannt, weshalb wir im Dialog zur Stadt Erlangen stehen. Durch Koordinierungstreffen mit politischen Vertreter*innen des Freistaates Bayern und dem Bund, fordern wir auch immer wieder eine bessere Finanzausstattung der Kommunen und Unis durch die öffentliche Hand.
Letztlich möchten wir auch die Mitbestimmung von Studierenden in Bayern stärken, da wir momentan das einzige Bundesland ohne eine Verfasste Studierendenschaft sind. Dieser Status ist vor allem sinnvoll, da es uns ein politisches Mandat und in Folge dessen eine Vertragshoheit ermöglicht. So könnten wir dann mit anderen Institutionen direkt verhandeln, wie z.B. mit dem VGN über das Semesterticket. Außerdem würden wir dann auch über eine Finanzhoheit verfügen, sodass wir unsere finanziellen Mittel (durch geringe Mitgliedsbeiträge von allen Studierenden) selber verwalten und für selbstorganisierte, studentische Projekte einsetzen könnten.

Habt ihr bisher schon konkret Dinge verändern können?

Bundesweit kämpften wir vergangenes Jahr für eine sofortige BAföG-Reform. Stets fordern wir von hochschulpolitischen Sprecher*innen sowie auch der Bundesregierung, dass Maßnahmen für eine substanzielle Reform sowie eine BAföG-Erhöhung eingeleitet werden müssen.
Auch haben wir uns für kommunalpolitische Themen mit der regierenden SPD Stadtratsfraktion in Erlangen zusammengetan. Seit der Hochschulwahl 2017 konnten wir so nicht nur die dringend notwendige Ausweitung des innerstädtischen Wohnheimsbaus beim zuständigem Referat der Stadt zur Sprache bringen, sondern durch ein direktes Gespräch mit dem Oberbürgermeister den Fokus ebenfalls auf neuere, innovative Formen des Zusammenlebens bringen.
Des Weiteren setzen wir uns für ein tolerantes und offenes Hochschulumfeld ein. Im Verlauf des letzten Semesters sind wir aktiv gegen Diskriminierung und Rassismus auf die Straßen gegangen und haben auf Demonstrationen fundierte Reden gehalten. Zusammen mit der Stadtverwaltung haben wir Plakate entworfen und aufgehangen, um uns öffentlich klar gegen rechtes Gedankengut zu positionieren. Gemeinsam mit lokalen Initiativen kämpfen wir gegen antisemitische, rechtsradikale, homophobe und sexistische Tendenzen.
Nicht zuletzt konnten wir auch einen Erfolg bei der Lernraumerschließung für die Philosophische Fakultät verzeichnen, indem wir der Universitätsleitung mögliche Räume vorgeschlagen und uns bei der Planung für den Umzug in den Himbeerpalast eingebracht haben.

Was ist an eurer Hochschulgruppe besonders und wodurch unterscheidet sie sich von den anderen?

Wir verstehen uns als Vertretung und Sprachrohr aller Studierenden, unabhängig von Herkunft, Aussehen, Geschlecht, Alter, körperlichen/chronischen Beeinträchtigungen, Familienstand, etc. etc. Uns unterscheidet vor allem unsere hochschulpolitische Richtung: Sozialistisch, Feministisch, Internationalistisch!

Logo der Juso Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg (Grafik: Juso HSG)

Logo der Juso Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg (Grafik: Juso HSG)

Warum sollte deiner Meinung nach jeder Student zur Hochschulwahl gehen?

Nichtwähler*innen argumentieren seit Jahren mit Argumenten wie: „Die können doch sowieso nichts ändern“ oder „Ich interessiere mich einfach nicht für Hochschulpolitik“. Dazu sagen wir wie folgt: Je mehr von euch wählen gehen, desto gewaltiger symbolisiert das der Universitätsleitung, dass die studentischen Vertretungen auch wirkliche Vertretungen sind und dies wiederum erhöht den Druck, uns Gehör zu schenken, denn uniweit hatten wir die letzten Jahre immer eine Wahlbeteiligung von weit unter 10 %!
Es mag vielleicht sein, dass du dich schlichtweg nicht für Hochschulpolitik interessierst, jedoch interessiert sich die Hochschulpolitik, egal ob sie durch die Gruppen deiner Kommilitonen oder durch die Universitätsleitung gemacht wird, für dich und sie beeinflusst deinen Studienalltag direkt mit! Verschiedene Gremien entscheiden über wichtige Themen wie die Verteilung von Studienzuschüssen oder die Veränderung von Studienprüfungsordnungen. Viele Ausschüsse und Kommissionen sind durch studentische Vertreter*innen paritätisch besetzt und diese können aktiv die Wünsche und Ideen der Studierenden an der ganzen FAU umsetzen. Dafür benötigt es jedoch vor allem auch einer starken Legitimation. Und diese erhalten wir eben vor allem, wenn DU und alle anderen Studierenden wählen gehen! Kurz gesagt: einfach den Studierendenausweis mitnehmen und am 19. oder 20. Juni zum Wahlbüro deiner Fakultät gehen und deine Kreuze machen! Jede Stimme zählt!

Vielen Dank an Eda Simsek für das Interview!

Carmen Oberlechner