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Inhalt Zu Besuch bei Christian Zens – der Kanzler der FAU im Interview (Teil 2)

Hier geht es zum ersten Teil des Interviews.

Bei dem Wort Kanzler denkt man gleich an Politik. Haben Sie viel mit Politik zu tun?

Christian Zens: Ich bin Mitglied der Universitätsleitung und habe somit auch viel mit politischen Repräsentanten zu tun. Somit habe ich Kontakt mit verschiedenen Mandatsträgern von Kommunal- bis Bundesebene. In dieser Hinsicht konnten wir zum Beispiel der bayrischen Landesregierung klar machen, dass wir einen riesigen Investitionsstau haben. Es hat uns sehr erfreut, dass das auch angekommen ist. Uns wurde im Vorfeld der letzten Landtagswahl ein Zuschuss in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zugesichert, der insbesondere für Neubauten und Sanierungen investiert werden soll.

Welche Neubauten stehen denn derzeit an?

Christian Zens: Vor kurzem konnten wir den Himbeerpalast von Siemens erwerben. Ab 2020 sollen Sanierung und Umbau beginnen, damit ab 2024 die philosophische Fakultät dort einziehen kann.

Dazu kommt die Planung eines neuen Hörsaalgebäudes in der Henkestraße an der Stelle der jetzigen anorganischen Chemie. Dieses soll auch Ersatz für den Audimax bieten, der dann aus der Nutzung gehen wird.

Diese Räumlichkeiten stellen auch eine Möglichkeit dar, uns noch mehr der Stadt zu öffnen um beispielsweise Veranstaltungen dort durchzuführen.

Gibt es noch weitere langfristige Herausforderungen?

Christian Zens: Grundsätzlich haben wir zwei Dinge im Fokus. Zum einen wollen wir für sowohl deutsche, als auch internationale Wissenschaftler attraktiv bleiben und am besten noch attraktiver werden.

Zum anderen möchten wir die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftlern noch weiter fördern. Innovation findet häufig an den Grenzflächen zwischen den Disziplinen statt, weshalb eine räumliche Nähe ganz wichtig ist. 

Wo halten Sie sich besonders gerne in Erlangen auf?

Christian Zens: Ich liebe den Flair der Innenstadt. Insbesondere im Schlossgarten verweile ich sehr gern. Zu meinem Glück habe ich auch eine sehr zentrale Wohnung hier in der Stadt. Bei der letzten Vorstellungsrunde vor zwei Jahren haben mich noch alle für verrückt erklärt, als ich mir eine Altbauwohnung in der Innenstadt gewünscht habe. Aber siehe da. Ich habe eine Altbauwohnung fußläufig von meinem Büro gefunden.

Ihr Job nimmt bestimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Wie viel Freizeit haben sie denn?

Christian Zens: Wenig. Ich bin eigentlich ein leidenschaftlicher Motorradfahrer und habe mich sehr darauf gefreut, insbesondere die fränkische Schweiz mit dem Motorrad zu erkunden. Leider hatte ich bis auf ein paar kleine Ausfahrten keine Zeit dafür.

Freie Wochenenden nutze ich meistens um meine Eltern zu besuchen, was mir sehr wichtig ist.

Ansonsten verabrede ich mich gern spontan mit Freunden zum Essen oder spaziere durch die Stadt. Mir bereiten natürlich auch andere Städte viel Vergnügen, weshalb ich mir diesen Sommer beispielsweise Würzburg und Rothenburg ob der Tauber angesehen habe.

Für die Universität steht die Forschung im Mittelpunkt. In welchem Bereich wünschen Sie sich in nächster Zeit einen Durchbruch?

Christian Zens: Nano- und Quantentechnologie sind sicher Felder, in denen es in naher Zukunft große Schritte geben könnte. Ich persönlich denke, dass besonders die Frage nach klimaneutralen Energien und Mobilitätskonzepten sehr wichtig ist und auch noch viele Veränderungen mit sich bringen wird.

Haben Sie noch ein persönliches Anliegen?

Christian Zens: Man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, viel Geld in Wissenschaft und Bildung zu investieren! Diese Investitionen zahlen sich später enorm aus. So macht vor allem die IT Branche derzeit enorm schnelle Innovationsschritte. Genau diese Innovationen helfen uns beispielsweise, eine moderne und effiziente Verwaltung einzurichten.

Vielen Dank für Ihre Zeit und das Interview!

Felix Klaassen