Inhalt

Lasst uns retten! – Die gemeinnützige Organisation „Jugend Rettet“

Johanna Bauernschmitt (hier im Studio von AFKmax) bringt "Jugend Rettet" nach Nürnberg.

Johanna Bauernschmitt (hier im Studio von AFKmax) bringt „Jugend Rettet“ nach Nürnberg.

In Zeiten wie diesen, in denen wir täglich mit Meldungen von verunglückten Flüchtlingen im Mittelmeer oder auf Landrouten überhäuft werden, fühlen wir uns beim Anblick der Bilder häufig gelähmt, ohnmächtig und fassungslos. Wieso geschieht das alles? Warum müssen so viele ihre Freiheit mit dem Leben bezahlen? Und wieso können sich Schlepperbanden an dem Leid der Bedürftigen bereichern?

In Zeiten wie diesen wird von uns Menschen etwas erhofft und erwartet, was eigentlich ganz leicht und selbstverständlich sein sollte, weil es uns im Grunde als Individuen und als Gemeinschaft ausmacht – Menschlichkeit. Der 1. Artikel im Grundgesetz besagt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlicher Gewalt.“ Unser Staat ist sichtlich überfordert und deshalb ist es an uns, unseren Beitrag für Menschlichkeit zu leisten.

cid C6BC1FA4-3EFF-46CD-B1D8-93E74F293B41So oder so ähnlich wird es sich auch Johanna Bauernschmitt gedacht haben. Die FAU-Studentin im ersten Semester Psychologie ist eine von derzeit 16 Botschaftern in ganz Deutschland der gemeinnützigen Organisation „Jugend Rettet“ für Nürnberg. Nach einem abgeschlossenen Studium in Publizistik- und Kommunikationswissenschaften und der anschließenden Arbeit in einer PR-Agentur musste sie feststellen, dass es eine zu oberflächliche und wenig erfüllende Tätigkeit war. In ihrer damaligen WG in Berlin lernt sie ihre Mitbewohner Lena und Jakob kennen, die beschlossen haben, die täglichen Schiffsunglücke nicht mehr passiv hinzunehmen und riefen im Juni dieses Jahres „Jugend Rettet“ ins Leben. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, genug Spendengelder sammeln zu können, um ein Schiff für private Seenotrettung ins Mittelmeer schicken zu können. Damit sollen Flüchtlinge unter sicheren Bedingungen in den nächstgelegenen Hafen gebracht werden und eine neue Diskussionsplattform für europäische Asylpolitik für Jugendliche und junge Erwachsene geschaffen werden.

Die Vereinsgründer bei der ersten Schiffsbesichtigung in Holland. Foto: Jann Wilken

Die Vereinsgründer bei der ersten Schiffsbesichtigung in Holland. Foto: Jann Wilken

Johanna hat bei der Gründungs- und Vorbereitungsphase mitgeholfen und daher war es für sie klar, dass sie in Nürnberg Botschafterin wird. Ihre Aufgaben als Botschafterin umfassen zum einen die Bekanntmachung der Organisation durch Flyeraktionen und Kontakt zu den lokalen Medien. Für die bevorstehende Veranstaltung am Dienstag, den 08.12, in dem das Projekt und der aktuelle Arbeitsstand vorgestellt werden, war sie für die Organisation des Veranstaltungsraumes im Z-Bau zuständig. Sie leistet unheimlich viel Arbeit und sucht derzeit nach weiteren Unterstützern und Unterstützerinnen in Nürnberg, Erlangen und Fürth, deswegen sind alle unter uns mit lobenswertem Helfersyndrom angesprochen, sie und ihre Arbeit für die bemerkenswerte Organisation zu unterstützen. Jeder, der sich dafür interessiert und was Gutes für seine Mitmenschen machen will, kann Mitglied werden!

Das offene Treffen findet am kommenden Dienstag, um 19:30 in Gruppenraum 3 des Z-Baus statt. Es wird nicht nur das Projekt vorgestellt, sondern auch angesprochen, wo sie konkret noch Unterstützung brauchen. Also eine gute Gelegenheit, sich für das Gute und Gerechte in der Welt einzusetzen.

Ein jüdisches Sprichwort besagt: „Niemand kann immer ein Held sein, aber er kann immer ein Mensch sein.“ Was wir heute brauchen sind auch keine Helden mit Cape und Superkräften, sondern einfach nur die normalen Leute, die auch Großes bewirken können.

 

Christine Hetterle