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Mehr Politik wagen – das Referat für politische Bildung

Eda Simsek ist in der Hochschulpolitik der  FAU sehr aktiv. Foto: Tim Prößl

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn man sie nicht nutzt. Sei wachsam!“ heißt es in einem Lied von Reinhard Mey. Gleiches gilt auch für die Demokratie, einer Staatsform, die von der Mündigkeit und dem Engagement ihrer Mitglieder lebt. Nur durch aktive Partizipation am politischen und gesellschaftlichen Prozess können Werte sowie Gesetze erhalten oder den Bedürfnissen entsprechend modifiziert werden. Doch leben wir in einer Zeit der Politikverdrossenheit. In einer Zeit, in der die Irreversibilität fundamentaler historischer Errungenschaften zur Disposition gestellt wird. Die Rechtspopulisten*Innen erstarken bei den Wahlen und Grund sei die Frustration der Bevölkerung. Diese Phänomene lassen sich auf Makro-, wie auf Mikroebene erkennen. Eine Gruppe von Studierenden hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Menschen in ihrem nahen Umfeld – ihre Kommilitonen*Innen – zu politisieren. Im Interview: Eda Simsek.

 Stell dich doch bitte kurz vor. Wer bist du und was machst du?

Hallo! Ich bin Eda und studiere im ersten Mastersemester Politikwissenschaft an der FAU. Ich hab auch schon meinen Bachelor in Politikwissenschaft und Soziologie an der FAU absolviert und bin daher seit über vier Jahren an der Uni.  Schon seit Beginn meines Studiums bin ich in der Studierendenvertretung (Stuve) aktiv. Als stellvertretende Vorsitzende des studentischen Konvents, Vertreterin im Sprecher*innenrat sowie der Fachschaftsvertretung der Philfak setze ich mich aktiv für uns Studis ein und bringe unsere Wünsche und Ideen der Uni- und Fakultätsleitung nahe.

 Wann hat sich das Referat für politische Bildung gegründet und wie kam es dazu?

Das Referat für politische Bildung (Ref PB) wurde schon 2015 durch ehemalige Mitglieder von den vier Hochschulgruppen Jusos (Jungsozialist*innen), DieLinke.SDS (DieLinke.Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband), RCDS (Ring Christlich Demokratischer Studenten) und GHG (Grüne Hochschulgruppe) gegründet. Zwischenzeitig haben einige Mitglieder ihr Studium beendet und das Referat wurde deshalb inaktiv.
Ich bin nun länger in der Stuve aktiv und die Wahlbeteiligung bei den Hochschulwahlen hat jedes Jahr leider Stück für Stück abgenommen, obwohl wir studentischen Vertreter*innen sehr viel für die Studis machen. Die Zivilklausel im Leitbild der FAU, also dass die Uni nicht mehr für militärische Zwecke forscht, das Semesterticket, die Öffnung und kostenlose Überlassung von Räumen an Fakultäten und die finanzielle Unterstützung studentischer Hochschulgruppen und Fachschaften sind durch uns möglich geworden.

Der Infostand des Referats an der TechFak. Foto: Eda Simsek

Daher habe ich mich letztes Jahr dazu entschieden, dass ich gerne das Referat für politische Bildung wieder neu aufbauen will, um den Studis die spannende Hochschulpolitik nahe zu bringen. Nicht nur in der Bundespolitik, sondern auch an Universitäten ist es wichtig, dass die Wahlbeteiligung hoch genug ist, damit wir als Stuve die Forderungen und Ziele der Studis gegenüber der Unileitung vorstellen können. Eine geringe Wahlbeteiligung schränkt jedoch unsere Legitimität und Glaubwürdigkeit ein, sodass wir Schwierigkeiten haben, die Studis gegenüber der Unileitung überzeugend zu vertreten.
Alle aktuell teilnehmenden Hochschulgruppen sind: die Jusos Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg, die GHG, der RCDS Erlangen-Nürnberg und Die Linke.SDS Erlangen-Nürnberg.

Was sind eure Leitideen? Wofür steht das Referat für politische Bildung?

Jedes Jahr im Sommer finden die Hochschulwahlen der FAU statt, wo alle Studis die studentischen Vertreter*innen ihrer Fakultät und der gesamten Uni wählen. Hierbei will das Ref PB den Tendenzen der „Hochschulpolitikverdrossenheit“ entgegenwirken.
Die Idee ist, dass die verschiedensten parteinahen Hochschulgruppen – trotz inhaltlicher Unterschiede in ihren Programmatiken – zusammenarbeiten und gemeinsam Aktionen und Veranstaltungen für eine höhere Wahlbeteiligung planen. Wir wollen über die hochschulpolitischen Strukturen an der FAU aufklären, um die Studis zum Wählen zu bewegen.

Was waren letzte Aktionen/Projekte?

Zuletzt haben wir vor den Hochschulwahlen im Juni 2018 verschiedene Infostände an allen Fakultäten gehabt, wo wir kostenlos Kaffee verteilt und Infomaterial über uns und die Hochschulwahlen verteilt haben. Kurz vor den Wahltagen haben wir auch eine Podiumsdiskussion mit allen antretenden Listen für die Hochschulwahlen organisiert, wo diese ihre Themen und Ziele nochmal näher bringen und Studis auch persönliche Fragen stellen konnten.

Gibt es manchmal Probleme in der Gruppe aufgrund der unterschiedlichen politischen Lager der Mitglier*Innen? Wenn ja, wie wird damit umgegangen?

Natürlich herrscht nicht immer zu allen Themen ein Konsens, da wir trotz gleichem Ziel der besseren Wahlbeteiligung, unterschiedliche Ansichten zu hochschulpolitischen Angelegenheiten haben. Jedoch spielen diese Verschiedenheiten keine Rolle in der Arbeit des Ref PB, da wir uns hauptsächlich um die Aufklärung zu den Hochschulwahlen kümmern. Inhaltliche Diskussionen werden innerhalb der Sitzungen des studentischen Konvents ausgetragen und trotz Meinungsverschiedenheiten verstehen wir uns alle gut und gehen respektvoll miteinander um. Schließlich ist eine positive Diskussionskultur essenziel in der Hochschulpolitik!

Welche Aufgaben stehen zukünftig an?

Da das neue Semester erst angefangen hat, sind wir quasi noch am planen, was für Aktionen wir neben der Bewerbung der Hochschulwahlen organisieren wollen. Aber Ideen, wie z. B. eine Diskussionsveranstaltung zu alltagspolitischen Themen in Kooperation mit dem Institut der politischen Wissenschaft standen schon im Raum. Weiterhin wollen wir Infostände mit Kaffee und coolen Giveaways (Jutebeutel, Blöcke, etc.) durchführen. Aber lasst euch überraschen ;-)!

Wie kann man bei euch mitmachen? (Wann und findet man euch)

Alle interessierten Studis können jederzeit mitmachen! Die regelmäßigen Treffen in diesem Semester stehen noch nicht fest, aber werden bald auf dem Stuve Blog und im Stuve Kalender bekannt gegeben. Auch kann man uns immer auf Facebook, Instagram und natürlich auch per Mail erreichen! Wir freuen uns jederzeit über neue Studis, die Lust auf Hochschulpolitik und politischen Austausch haben!

Vielen Dank für das Interview!

Matthias Marx

 

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