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Nebenjob mal anders!

Der größte Ansprechpartner für Studien an der FAU: das Institut für Physiologie und Pathophysiologie. Foto: Susanne Krüger

Fast jeder von uns kennt ihn: den ängstlichen Blick auf das Konto zum Monatsende oder in der Woche vor der Überweisung des nächsten Gehalts. Klar haben inzwischen die meisten Studenten Nebenjobs und glücklicherweise gibt es ja auch noch Eltern, Omas und das BAföG-Amt. Am Ende reicht das Geld meistens gerade so, um es in den nächsten Monat zu schaffen. Da geht das Ganze dann von vorne los.

Semesterstart, Weihnachten und das Schlossgartenfest

Auch wenn wir normalerweise mit unserem Gehalt über die Runden kommen, gibt es immer wieder Momente, in denen ein paar Euro mehr in der Tasche nicht schaden würden: die Kaution für das WG-Zimmer, das Semesterticket, Weihnachtsgeschenke, ein kaputter Laptop oder ein neues Kleid für das Schlossgartenfest.

Allerdings ist es für viele schwer, auf Dauer mehr als einen 450-Euro-Job neben dem Studium zu haben und das Lernen nicht zu vergessen. Man muss sich nicht gleich einen Zweitjob suchen, wenn mal eine größere Anschaffung ansteht. Man muss auch nicht die Klausuren wegen Schichtdienst und Schlafmangel in den Sand setzen, nur weil man diesen Monat etwas mehr Geld braucht. Wer klug plant und nur gelegentlich das Konto aufbessern will, für den bietet die Metropolregion viele tolle Angebote.

Freiwillige Mitarbeit bei öffentlichen Trägern

Natürlich muss man für sein Geld auch etwas tun. Das kann aber gerne etwas abwechslungsreicher sein als kellnern, kassieren oder Briefe eintüten. Und außerdem kann man bei vielen dieser „Jobs“ auch noch etwas Gutes tun oder was erleben.

Die Stadt Nürnberg sucht zum Beispiel immer wieder ehrenamtliche Helfer für die großen Kulturevents in der Region. Über 100 Helfer wurden für die Blaue Nacht gesucht und auch gefunden. Wer dabei war, musste zwar eine Nachtschicht einlegen, konnte dafür aber eine tolle Veranstaltung miterleben und Lichtinstallationen, Bands und Künstler in Nürnberg bewundern. Nicht zu vergessen der Blick hinter die Kulissen einer Großveranstaltung. Auch für andere Events sucht das Kulturreferat der Stadt Nürnberg regelmäßig Helfer – vor allem Studenten. Wenn man also schon weiß, dass in einem halben Jahr die Weihnachtsgeschenke fällig werden, lohnt es sich, dort nachzufragen.

Nur eins muss man beachten: Die Vergütung erfolgt über die sogenannte Ehrenamtspauschale. Das hat den Vorteil, dass keine Steuern gezahlt werden müssen. Allerdings heißt es auch, dass man auf diese Weise nicht mehr als 720€ im Jahr verdienen darf.

Auch in anderen Bereichen sind die Städte immer wieder auf kurzfristige Helfer angewiesen. Letztes Jahr konnte man an zwei Tagen in Nürnberg den Verkehr am Frankenschnellweg zählen und so knapp 100€ verdienen. Das Bürgeramt der Stadt Erlangen sucht für die Vorbereitung der Bundestagswahl im September noch Wahlhelfer in den Semesterferien. Und wo findet man solche Jobs? Beide Städte sind auf social media Plattformen sehr aktiv. Hier werden auch immer wieder Gesuche und Stellenanzeigen gepostet. Ansonsten lohnt sich ein regelmäßiger Blick ins Jobportal der FAU.

Im Dienste der Wissenschaft

Ein anderes Feld, in dem man sich etwas dazu verdienen kann, sind wissenschaftliche Studien. Das hat nichts mit verbotenen Substanzen und Medikamententests zu tun. Viele Unternehmen und selbst die FAU freuen sich über Teilnehmer an kleineren oder größeren Studien der verschiedensten Art. Meistens gibt es eine Aufwandsentschädigung, manchmal „nur“ Erkenntnisse über die eigene Psyche oder den Körper. Drei positive Punkte hat das ganze aber immer: Man lernt etwas über statistische Erhebungen und normierte Versuchsreihen, unterstützt Studierende und Mitarbeiter der FAU bei ihren Projekten und leistet zusätzlich einen Beitrag in der Forschung.

Zwei Anlaufstellen an der FAU, die sich regelmäßig über Probanden freuen, sind die Physiologie und die Gesundheitspsychologie. Dieses Jahr konnte man bei der Physiologie zum Beispiel an einer Versuchsreihe zu Migräne teilnehmen. Die Ergebnisse könnten Migränepatienten helfen, eine Attacke frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Die Gesundheitspsychologie sucht immer wieder Studienteilnehmer, mit deren Hilfe die Auswirkung von Stress auf den menschlichen Körper untersucht wird.

Doch nicht nur die FAU ist eine geeignete Anlaufstelle für Interessenten. Auch einige Unternehmen in Erlangen freuen sich. Opticom ist eine Firma mit Sitz in Erlangen, die Lösungen für mobiles Streaming von Filmen entwickelt. Als Testperson soll man die Bildqualität von Videos beurteilen. Eine der bekanntesten Anlaufstellen ist mit Sicherheit Siemens. Das Unternehmen sucht regelmäßig Probanden für MRT-Testmessungen. Vorab unterläuft man einen medizinischen Check beim Betriebsarzt und erhält einen ganzen Haufen Infomaterial rund ums MRT. Siemens sucht allerdings Probanden, die regelmäßig Zeit und Lust haben.

Fazit – Geld wächst nicht auf den Bäumen

Wir haben es geahnt: Leider wächst auch bei Studien das Geld nicht auf den Bäumen. Natürlich muss man dafür etwas tun und die verschiedenen Institutionen erwarten Zuverlässigkeit und Ernsthaftigkeit bei der Sache. Trotzdem bieten sie eine tolle Möglichkeit, sein Geld auch mal auf andere Weise zu verdienen. Sie sind ideal, wenn der Kontostand für Sonderausgaben oder die Rücklagen mal wieder etwas aufpoliert werden muss.

Susanne Krüger