Inhalt

Podiumsdiskussion zur Hochschulwahl

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion stellen sich den Fragen der Moderatoren

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion stellen sich den Fragen der Moderatoren

Am 23.06.2015 fand im Audimax die Podiumsdiskussion zur Hochschulwahl statt. Vier der fünf Wahlvorschläge haben Vertreter entsandt, die zu den wichtigsten Themen Stellung nahmen. Moderiert wurde das Ganze von Annika Hirte und Sebastian Fischer (beide bit express).

Anwesend in der Podiumsrunde waren: Pascal Pfannes von der Libertären Liste Erlangen-Nürnberg (LILIEN | Wahlvorschlag 5), Vera Braun von der FSIen-Liste (Wahlvorschlag 1), Maximilian Ott von den Bunt-Links-Ökologisch-Demokratischen (BLÖD | Wahlvorschlag 3) und Christina Reindlmeier für den RCDS Erlangen e.V. (Wahlvorschlag 4). Der RCDS Nürnberg e.V. war nicht anwesend.

Es waren einige Diskussionspunkte zu besprechen. Angefangen mit der Gebäudesituation der Universität. Schon länger ist bekannt, dass die Philosophische Fakultät in den Himbeerpalast umziehen soll, seit kurzem ist auch der Umzug der Technischen Fakultät auf das AEG-Gelände in Nürnberg beschlossene Sache. Einig waren sich alle Anwesenden in dem Punkt, dass Studiengänge möglichst an einem Standort studiert werden können. In Bezug auf einen Umzug solle vor allem daran gedacht werden, dass die Verkehrsanbindungen angepasst werden. Auch solle man in Zukunft genügend finanzielle Mittel für die Instandhaltung der neu bezogenen Gebäude aufbringen.

Als das Gespräch auf das heikle Thema Semesterticket kommt, entbrennt eine hitzige Diskussion. Während BLÖD und die FSIen-Liste für das Ticket waren, so stellen sich die LILIEN und der RCDS aus unterschiedlichen Gründen dagegen. Pascal Pfannes spricht von einem unsozialen Modell, bei dem das Sockelticket zwanghaft gezahlt werden muss, auch wenn man es nicht benötigt. Der RCDS ist der Meinung, dass das vorgelegte Angebot überteuert ist und sich nur Semesterticket „schimpft“. Im weiteren Verlauf müsse die Entwicklung transparent dargestellt werden. Es bleibt abzuwarten, wie das Ticket angenommen wird, um dann eventuelle Nachverhandlungen anzustreben.

Ein weiteres Thema war das Anrecht auf einen konsekutiven Masterplatz. Hier herrscht eine relativ einheitliche Meinung: Jeder, der einen Bachelor macht, sollte auch das Recht auf einen Masterplatz bekommen. Die LILIEN jedoch sprechen sich klar gegen das Durchsetzen eines Rechtanspruches auf den Studienplatz aus, da das wieder Kosten für die Uni wären, die anderweitig umgelagert werden müssen. Der RCDS ist der Meinung, dass man nicht verpflichtend an der eigenen Universität einen Masterplatz angeboten bekommen muss. Auf jeden Fall müssen die Masterstudienplätze ausgebaut werden.

Für ein elternunabhängiges Studierendengehalt (pro Monat wird ein Betrag X auf das Konto des Studierenden überwiesen) spricht sich die FSIen-Liste aus. Nach skandinavischen Vorbild sollte man das in Zukunft anstreben. Aktuell sei es aber noch in weiter Ferne und es ginge in erster Linie darum, jeglichen Gebühren für das Studium entgegenzuwirken. Die LILIEN und der RCDS sehen diesen Punkt des elternunabhängigen Gehaltes kritisch, da auch Studenten, die das Studium alleine finanzieren könnten, automatisch Förderung erhalten und dieses Modell nicht die Chancengleichheit fördert. BLÖD äußert sich neutral und spricht von einer BAFÖG-Reform, die zuallererst nötig wäre.
Auf die Frage nach der Wiedereinführung der Studiengebühren war die übergreifende Meinung ein klares Nein, denn es herrsche das Grundrecht auf freie Bildung.

Die komplette Podiumsdiskussion in ihrer vollen Länge könnt ihr bei unseren Kollegen von bit express anhören:
https://www.bitexpress.de/archiv/podiumsdiskussion-zur-hochschulwahl-2015

Unentschlossene können den Hochschulwahlkompass benutzen, um zu erfahren welche Kandidaten die eigenen Standpunkte vertritt.

Janine Walter