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Schlaf dich frei von Weihnachtsstress

Der Klassiker unter den Schlafhelfern. Foto: Isabel Steuer

Der Klassiker unter den Schlafhelfern. Foto: Isabel Steuer

Das Josephs ist im Allgemeinen ein offenes Umfeld für neue Ideen. Es setzt sich zusammen aus der Werkstatt, in der Unternehmen drei Monate lang ihre Entwicklungen testen können, und der Denkfabrik, in der Besucher Neues entdecken und ausprobieren können. Das Konzept vom Josephs ist wirklich interessant und ein Blick hinein lohnt sich! Im Josephs gibt es auch öfters Workshops und Vorträge über unterschiedliche Themen. Am 11. Dezember habe ich den Vortrag „Schlaf dich frei“ im Josephs in Nürnberg besucht. Der Vortrag wurde von Christine Lenz gehalten, die sich schon seit 20 Jahren mit Schlafmedizin beschäftigt. Im Rahmen des Vortrags hat sie uns über unterschiedliche Schlafstörungen informiert und uns verschiedene Hausmittel empfohlen, um besser durch- und einzuschlafen. Ihr Ansatz war sehr wissenschaftlich und überhaupt nicht esoterisch: sie hat all ihre Empfehlungen und Informationen auf wissenschaftliche Studien gestützt.

Zunächst hat sie uns erklärt, dass es unterschiedliche Schlaftypen gibt. Leute, die eher früh aufstehen und früh ins Bett gehen, so genannte Lerchen, und Leute, die eher spät aufstehen und spät ins Bett gehen, so genannte Eulen. Dieser Rhythmus ist meist angeboren und jeder hat einen eigenen, der eher Richtung Eule oder Lerche tendiert. Gegen diesen Rhythmus zu leben ist sehr ungesund und kann sowohl zu Krankheit als auch Depression führen. Natürlich ist es nicht immer einfach oder möglich mit seinem eigenen Rhythmus zu leben, aber es ist sehr wichtig, dass man versucht so gut wie möglich seinen persönlichen Rhythmus zu finden und einzuhalten.

Die vier Phasen des Schlafzyklus

Frau Lenz hat uns dann beschrieben wie der Schlafzyklus funktioniert. Er besteht aus vier Phasen: In der ersten Phase ist man geistig wach, hat aber die Augen zu. In der zweiten Phase schläft man schon leicht, man bekommt aber noch seine Umgebung etwas mit. In der dritten Phase fällt man tiefer in den Schlaf. Danach kommt als letzte Phase der REM-Schlaf. In dieser Phase schläft man sehr tief und dort beginnt dann auch die Regeneration des Körpers. Dieser REM (Rapid Eye Movement)-Schlaf dauert meist 90 Minuten und danach beginnt der Zyklus wieder von vorne.

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So kann ein Seminarraum doch auch mal aussehen. Foto: Isabel Steuer

Natürlich gibt es trotz richtigen Schlafrhythmus manchmal Schlafprobleme. Man unterscheidet zwischen Ein- und Durchschlafproblemen. Viele Leute liegen abends lange wach und schaffen es einfach nicht einzuschlafen und andere können nicht die ganze Nacht durchschlafen, sondern wachen in der Nacht immer wieder mal auf. Frau Lenz empfahl uns aber lieber auf natürliche Mittel für guten Schlaf zurückzugreifen als auf Schlaftabletten. Denn diese Tabletten führen zwar Schlaf herbei, unterdrücken aber die REM-Phase, sodass man nicht erholt ist, wenn man wieder aufwacht.

Hilfreiche natürliche Mittel für guten Schlaf sind ganz klassisch Baldrian- und Melissentee, aber auch anderes Essen wie Walnüsse, getrocknete Kirschen, Bananen oder Hülsenfrüchte wie Linsen oder Kichererbsen. Diese Mittel führen im Körper zur Ausschüttung von Tryptophan. Das ist eine Vorstufe von dem Schlafhormon Melantonin, welches meistens für Schlaftabletten verwendet wird. Das Tryptophan lässt einen dann müde werden und man schläft leichter ein. Was auch gut hilft, ist ein bisschen dunkle Schokolade oder etwas Rotwein abends vor dem Schlafengehen.

Gut riechen – gut schlafen

Geruch ist auch ein tragender Faktor für guten Schlaf. Der Geruchssinn ist der erste Sinn, der sich im Körper entwickelt und während des Schlafes riechen wir auch unsere Umgebung. Vertraute Gerüche oder Lieblingsgerüche aus der Kindheit gefallen uns besser und funktionieren als Trigger in unserem Gehirn. Wenn wir vertraute Gerüche um uns haben, dann können wir besser schlafen. Deswegen ist es oft eine gute Idee das eigene Kopfkissen auf Reisen mitzunehmen.

Eine Schlafmaske kann selten schaden. Foto: Isabel Steuer

Eine Schlafmaske kann selten schaden. Foto: Isabel Steuer

Man sollte natürlich auf die richtige Schlafhaltung achten. Der rechte Lungenflügel ist größer als der linke, da unser Herzmuskel leicht nach links tendiert. Man bekommt also mehr Luft, wenn man auf der linken Seite schläft. Auch ist Licht ein besserer Wachmacher als ein lautes Geräusch. Obwohl man bei Licht auch einen Unterschied zwischen künstlichem und natürlichem Licht machen muss. Sonnenlicht ist viel schonender zum Körper und lässt einen sanfter aufwachen. Man kann auch Lichtwecker kaufen, die solches Sonnenlicht imitieren.

Christine Lenz erzählte uns viele Tipps und Tricks und interessante Fakten über das Schlafen. Zum Beispiel, dass der Körper nachts sehr aktiv ist. Während des Schlafes wird einmal komplett das Gehirnwasser ausgetauscht und wir haben neunmal schnellere Zellteilung nachts als tagsüber. Die beste Art überhaupt seinen Schlafrhythmus zu verbessern, ist ein Schlaftagebuch zu führen. Man schreibt auf, was man gegessen und gemacht hat vor dem Schlafengehen, wann man schlafen geht, wie man sich fühlt und so weiter. Wenn man das einige Wochen lang macht, kann man herausfinden, was einem den besten Schlaf beschert.

Der Vortrag war wirklich sehr interessant und man hat viel lernen können. Wer mehr erfahren will, kann Christine Lenz auch gerne persönlich anschreiben. Hier ist ein PDF mit dem Schlaftagebuch. Email findet ihr unten. Vor allem zur Weihnachtszeit ist guter Schlaf unentbehrlich!

Neben Schlafvorträge bietet das Josephs natürlich auch noch viele andere interessante Themen und Workshops an. Schaut vorbei: es lohnt sich!

Christine Lenz: Email: service@lenz-schlaf-projekte.de

Website: www.lenz-schlaf-projekte.de

 

Isabel Steuer