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Scientific Speed Dating: den wissenschaftlichen Horizont erweitern

„Man erkennt neue Themengebiete, an die man vorher nie gedacht hat.“ Lukas Zebisch, Nadin Abu-Hossin und Dr.-Ing. Philipp Ritt (v.l.) empfehlen das Scientific Speed Dating gerne weiter. Foto: Milena Kühnlein

Unromantisch? Informativ? Selektierend? Das klingt weniger wie die Suche nach dem perfekten Partner und mehr nach wissenschaftlichem Arbeiten. Und darum geht es beim Scientific Speed Dating auch.  Das Speed-Dating ist ein gemeinsames Projekt des Zentralinstituts für Medizintechnik (ZiMT), des Lehrstuhls für Musterkennung und des Forschungslabors Orthopädie für Radiostereoanalyse und Medizintechnik (FORM). Das Grundkonzept dürfte vielen bekannt sein: Ein begrenzter Zeitraum erlaubt es, den oder die Gegenüber in kürzester Zeit kennenzulernen und so schnell, effektiv und möglichst treffsicher zu entscheiden, ob der Andere zu den eigenen Vorstellungen passt. Dr.-Ing. Philipp Ritt, Naturwissenschaftler im Bereich Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Erlangen und Teilnehmer seitens der Betreuer, ist sehr überzeugt von dem Konzept. Dem pflichten auch die Medizintechnikstudenten und letztjährige Teilnehmer Nadin Abu-Hossin, 23 Jahre, und Lukas Zebisch, 24 Jahre, bei:

Was genau hat es mit Scientific Speed Dating auf sich?

Philipp Ritt: Dieses innovative, neue Format orientiert sich am normalen Speed-Dating. In kürzester Zeit tauschen Studenten und Betreuer aus unterschiedlichsten Fachbereichen und Unternehmen Themen und Informationen aus. Die Studenten drehen eine komplette Runde und dürfen sich am Ende für einen Betreuer entscheiden. Von Betreuerseite aus ist es das Gleiche. Diese können auswählen, welcher Studierende geeignet wäre.

Nadin: Die Studenten kennen sich untereinander auch nicht. So hat man in kurzer Zeit Betreuer und andere Studierende der Technischen Fakultät kennengelernt.

Den Partner fürs Leben habt ihr beim Scientific Speed Dating sicherlich nicht gesucht. Um was ging es dann?

Lukas: Es ging um ein Hochschulpraktikum, welches Teil des Studienplans ist und für welches ich mir ECTS-Punkte anrechnen lassen durfte. Sinn des Ganzen ist es, einen Einblick in das projektbezogene Arbeiten mit Vertretern der Wirtschaft oder der Medizin zu erhalten und Lösungen zu entwickeln, die im echten Leben Verwendung finden.

Wie knapp war das Zeitlimit bemessen?

Lukas: Pro Gruppe waren es zehn Minuten. Der Betreuer hatte circa drei Minuten, um sein Projekt vorzustellen. Die Studenten hatten dann ebenso viel Zeit um sich selbst, ihren Studiengang und ihre Interessen vorzustellen. Wenn der Gong geläutet hat, mussten sich alle weiterbewegen.

Seid ihr denn nun auch fündig geworden?

Die Bewerbung für das nächste Speed Dating-Event findet am 27. April läuft bereits.

Lukas: Nadine und ich haben das Thema „Personalized 3-D Phantoms for Nuclear Medicine Dosimetry“ gewählt. An diesen Bereich hatte ich vorher tatsächlich nicht gedacht.

Habt ihr euch, wie beim normalen Speed Dating, vorbereiten müssen?

Lukas: Am Anfang war ich schon neugierig, was einen erwartet. Die Atmosphäre war aber sehr entspannt. Als Student musste man sich bewerben und anfangs dachte ich, ich muss diese Bewerbung quasi noch mal so präsentieren. Aber so war es nicht. Es war ein entspannter Rahmen.

Nadin: Ich sehe das ähnlich. Nach kurzer Vorstellung ist der Betreuer an der Reihe, um sich und sein Projekt zu präsentieren.

Warum empfehlt ihr das Projekt anderen Studenten?

Nadin: Weil man nicht weiß, was auf einen zukommt – und das ist auch gut so. Man erkennt neue Themengebiete, an die man vorher nie gedacht hat. Die Chance, ein interessantes Thema zu finden, ist enorm hoch. Die Chance sollte man ergreifen!

Philipp Ritt: Diese Form des Kennenlernens ist untypisch für deutsche Universitäten. Die Chance liegt in dem zeitlich bemessenen Rahmen. Es ist ein effektiver, weil aufs Wesentliche reduzierter Weg des Informationsaustausches.

Vielen Dank für das Interview!

Mitmachen darf jeder, der aus dem Bereich Medizin oder Ingenieurswissenschaften kommt und mindestens im 5. Bachelorsemester oder im Master studiert. Studierende aus anderen Fachrichtungen werden gebeten, vor der Bewerbung persönlich Kontakt auf zuzunehmen. Von Betreuerseite sind Wissenschaftler an der FAU (Professorinnen und Professoren, Promovierte und Doktorandinnen und Doktoranten) oder Industrievertreter gefragt.

Die Vorteile einer Teilnahme nochmal auf einen Blick:
– Praxiserfahrung
– Zusatzzertifikat
– ECTS-Punkte
– Durchführung eines interdisziplinären Projekts
– Finanzierung bis zu 5000 Euro

Das nächste Speed Dating-Event findet am 27. April von 18 bis 20 Uhr im Siemens MedMuseum (Gebbertstraße 1, 91052 Erlangen)  statt. Bewerben könnt ihr euch hier.

Milena Kühnlein