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Ein Besuch im Kaffeehausladen

Wiener Kaffeehauskultur mitten in Nürnberg. Foto: Leonie Kästner

Ein kleines Stück des legendären Glanzes der Wiener Kaffeehauskultur mitten in Nürnberg? Hinaus in die Öffentlichkeit, unter Menschen und sich doch so fühlen, als befände man sich gemütlich Daheim? Ja, das ist möglich und zwar im sogenannten Kaffeehausladen, in der Wielandstraße 37, geöffnet Montag bis Freitag 10.00-19.00 Uhr und Samstag 10.30-18.00.

Gegründet von Rose Marie Bayer in der Tradition der Kaffeehäuser befindet sich seit mittlerweile elf Jahren in einer ruhigen Nebenstraße, bei guten Wetter lässt es sich an kleinen Tischen draußen am Gehweg sitzen – was mit Kuchen und Getränken platztechnisch eine Herausforderung sein kann, aber eine, die man gerne löst. Innen erwartet einen eine bunte Mischung aus Tischen, Stühlen, Sesseln und Sofas, eng beieinander stehend, überall verschiedene Stoffe, Holz und Metall. Rechts vom Eingang lädt eine Theke mit Vitrine und ein Regal, in dem unter Kuchenglocken süße Köstlichkeiten auf einen warten, zum probieren ein. Alles selbstgebacken. Wir entscheiden uns an diesem Tag für einen Himbeerkuchen, ohne Gelantine hergestellt war er oben ein wenig weich und, wie wir nach dem ersten Bissen feststellten, sehr lecker. Dazu einen Tee, der mit Kandis in einer kleinen Zuckerdose gereicht wird, und das Kaffeehaus Spezial, das mit 4,50€ zwar ein wenig teurer ist, aber eine Tipp für alle, die sich nicht zwischen Kaffee und heißer Schokolade entscheiden wollen – „Eine feine Mischung aus handgerührter Schokolade, Espresso und geschäumter Milch“, wie es in der Speiße- und Getränkekarte heißt. Der Rest befindet sich im mittleren Preissegment. Zufälligerweise haben wir den ersten Eröffnungstag nach zwei Wochen Ferien erwischt, weswegen es noch recht ruhig war und das Wohnzimmergefühl stärker.

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Auf dem 38. Erlanger Poetenfest

Maike Wetzel auf dem Hauptpodium. Foto: Leonie Kästner

Samstag, der 25.8.2018. Nieselregen und eine grau-weiße Wolkendecke, durch die man keinen Spalt Blau erkennen kann – vielleicht nicht der geeignetste Tag das Poetenfest in Erlangen zu besuchen. Doch nach dem Prinzip „Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung“ nahm ich nach langem wieder eine Jacke und ein Regenschirm aus dem Schrank, um mich damit auszurüsten. Das Poetenfest fand mittlerweile bereits zum 38. Mal statt. Wie immer wurde auch dieses Jahr ein breites Spektrum an Lesungen, Ausstellungen, Workshops und Diskussionsmöglichkeiten geboten. Eine Chance neuen Lesestoff zu finden und mit Autoren und Autorinnen persönlich in Kontakt zu treten.

Um 14.00 Uhr fand in der Orangerie ein Podiumsgespräch zum Thema „Nach #metoo – Neue Frauen- und Männerbilder“ statt, wodurch sich hervorragend Interesse mit Schutz vor dem Regen vermischen ließ. Bereits einige Minuten bevor das Gespräch begann, drängten sich zu viele Menschen für die Anzahl an Stühlen im vorgesehenen Raum, weswegen sich einige Personen drumherum an die Wände stellten oder durch die geöffneten Türen hineinschauten. Das Gespräch selbst wurde von Antonia Baum, Heike-Melba Fendel, Vincent-Immanuel Herr und Matthias Weigel unter der Moderation von Margarita Tsomou geführt. Das Publikum nahm mit zwischenzeitlichen Klatschen und Fragen im Nachhinein teil. Interessant war es auf jedem Fall, durch die vier unterschiedlichen Standpunkte, entstanden auch ganz unterschiedliche Blickwinkel auf die Thematik, bei denen einem manche mehr überzeugen konnten als andere. In diesem Sinne war #metoo zu verletzlich machend, zu emotional, doch auch wichtig und ein Mittel eine Stimme zu geben, die lange erstickt worden ist.

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Mit der Kulturkarte durch Nürnbergs Museen

Eindrücke aus dem Tucherschloss. Foto: Leonie Kästner

Die vorlesungsfreie Zeit ist eine gute Möglichkeit wenigstens ein paar der Dinge durchzuführen, zu denen man zwischen Seminaren und Vorlesungen nicht gekommen ist. Egal wie viele Verpflichtungen auf einen warten, manche Tage sollten sich trotzdem anfühlen wie Sommerferien. Zu den erwähnten „Dingen“ gehörte unsererseits eine Museumstour durch Nürnberg, mit der Kulturkarte im Geldbeutel, die man, insofern an einer Universität immatrikuliert, für 5 Euro kaufen kann und die einem ein Kalenderjahr über freien Zutritt zu vielen Museen der Stadt gewährt.

Die erste Station der Tour an diesem Tag war das Tucherschloss und der Hirsvogelsaal, unweit vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften entfernt. Erbaut wurde die „steinerne Behausung“, wie es eigentlich anstelle von Schloss heißen sollte, 1533 bis 1544, im Zweiten Weltkrieg wurde es es zu großen Teilen zerstört und dann zwei Jahre lang ab 1967 wiederaufgebaut. Da es nur noch zehn Minuten bis zur „Kostümführung“ um 14.00 Uhr dauerte, meldeten wir uns zu einem Aufpreis von 2 Euro an. Letztendlich waren wir zwei die Einzigen, die daran teilnahmen, wodurch sich das Gefühl einer Privatführung einstellte. Wir folgten „Katharina Tucher“, deren Vermögen entscheidend für den Bau gewesen war, von Raum zu Raum, rätselten über Blumensymbolik und setzten uns an die gedeckte Hochzeitstafel im zweiten Stockwerk, wo wir, den Schildchen nach zu urteilen, in die Rollen des Bräutigams und seines Bruders schlüpften. Es ging die Wendeltreppe hinauf und hinunter – einmal hätten wir „Katharina“ beinahe verloren, weil wir ein paar Momente zu lang in ein Gemälde versunken gewesen waren. Wir fanden uns wieder – und hinaus ging es in den Innenhof und Garten. Dort befindet zurzeit eines der Open Air Kinos der Stadt, weswegen wir über Kabel steigen mussten und vorbeigingen an Leinwand und Reihen an Gartenstühlen. Der Garten lädt zum picknicken ein und scheint ein großartiger Ort zu sein, um sich vom ganzen Studieren und Arbeiten nebenan eine kleine Pause zu gönnen. Apfelbäume, Pavillon, Sitzgelegenheiten. In der Hitze ging es zügig hinein in den kühlen Hirsvogelsaal, der ebenfalls ein Blick wert ist. Hier endete nach rund eineinhalb Stunden der Rundgang, der Spaß mit Wissen vermischte, „Katharina“ verschwand, um sich die Kopfbedeckung herunterzureißen und wieder ein Mensch des 21. Jahrhunderts zu werden.

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Der Z-Bau – Das Haus für Gegenwartskultur

Felicitas Lutz ist im Z-Bau für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Foto: Simeon Johnke

Was ist Kultur? Begreift man Kultur als eine Sache der Selbstkonstruktion, so ist sie angewiesen auf unsere Mitarbeit und unser Schaffen. Ihre Ästhetik entsteht erst durch Kooperation, durch unser gemeinsames Streiten und Auseinandersetzen! Einen institutionellen Rahmen für solche eine Ko-Konstruktion bildet der Z-Bau in Nürnberg als „Haus für Gegenwartskultur“. „Hier kommen Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, Erwartungen, Wünschen, Ideen und Zielsetzungen zusammen.“, heißt es auf der Website. Mit vielfältigen Veranstaltungen, wie Konzerten, Lesungen, Kunstausstellungen u.v.m. belebt er die Pop- und Subkulturen Nürnbergs. Ob Konzerte im Stil der 68er, wie bei „ Kai & Funky von TON STEINE SCHERBEN mit GYMMICK“ (Bericht folgt), dem „Stage for Peace Festival“ zur Unterstützung Geflüchteter oder dem alljährlich stattfindenden Sommerfest – der Z-Bau ist ein Ort der Offenheit, in der jede*r seine kreativen Ideen einbringen darf. Ich habe Felicitas Lutz zu den Aufgaben und Funktionen des Z-Baus interviewt, um einen tieferen Einblick in die Einrichtung zu gewährleisten:

Hallo Felicitas, danke dass du dir Zeit für unser Interview nimmst. Stell dich doch kurz vor. Wer bist du und was machst du hier im Z-Bau?

Ich bin erst seit kurzer Zeit, genauer gesagt seit 3 Monaten, hier im Z-Bau tätig. Ich leite die Presse- und Öffentlichkeitsaufgaben und kümmere mich vornehmlich um die Kommunikation, der für den Z-Bau relevanten, Zielgruppen. Natürlich mache ich das nicht allein. Neben mir steht ein Team von einigen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen.

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