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Eine App für das Krankenhaus

Gute Ideen und eine gemeinsame Umsetzung. Dafür steht Technik ohne Grenzen. Foto: Andreas Vierling

Gastbeitrag von der FAU-Gruppe Technik ohne Grenzen.

Technik ohne Grenzen ist ein Verein von technisch interessierten Studenten, die die Welt etwas besser machen wollen. Unsere Projekte in der ganzen Welt verfolgen dabei den Grundsatz „so einfach wie möglich, so technisch wie nötig“. Unsere Regionalgruppe in Erlangen unterstützt vor allem Krankenhäuser und Schulen. Dabei sind wir in verschiedene Arbeitsgruppen unterteilt. Mit etwas Fantasie, viel Engagement und ein bisschen Bier versuchen wir in unserer Freizeit die Welt ein bisschen besser zu machen.

Wir, Andreas Vierling und Nhat Nguyen, sind Teil des Arbeitskreises Hospital Support. Dieses Team unterstützt vor allem Krankenhäuser bei der Wartung und Instandhaltung ihrer Geräte. Zudem geben wir Tipps zur Organisation, Workflow und stellen auch schon einmal einen Zahnarztstuhl auf und basteln an Generatoren, um durchgängige Stromversorgung zu garantieren. Im Herbst haben wir ein Krankenhaus in Nepal besucht, um ein neues Konzept einzuführen: Eine selbst geschriebene App soll den Krankenhaustechnikern helfen, ihren Alltag besser zu koordinieren.

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Start with a Friend – Wie aus Fremden Freunde werden

Integration von Geflüchteten fördern? Schon immer ein klares Ja für mich gewesen. Also habe ich mich endlich von meinen Ausreden – wie etwa, dass ich gerade keine Zeit habe und nächstes Semester es mir dann besser passt– verabschiedet und mich auf die Such nach einer Möglichkeiten mich aktiv einzubringen gemacht. Die Auswahl von Hilfsorganisationen im Raum Nürnberg-Erlangen ist groß und das Angebot zu helfen reicht von Sprachförderung, über Unterstützung bei Bewerbungen und Hilfe bei der Wohnungssuche, bis hin zu Lese- und Sportpaten. Eine Initiative ist mir dabei besonders ins Auge gefallen. SwaF – kurz für Start with a Friend – verfolgt einen eher unkonventionellen Ansatz: Flüchtlingen keine Hilfe, sondern Freundschaft bieten.

Die Initiative gibt es seit 2014 und kommt ursprünglich aus Berlin. Mit Start with a Friend hat die Gründerin Franziska Birnbach eine Organisation ins Leben gerufen, die Flüchtlinge und Locals zusammenbringt. Dabei werden je nach Interessen, Hobbies und Zeitbudget Tandempartnerschaften „gematcht“. Ganz nach dem Prinzip eines Tandemfahrrads, bei dem beide Fahrer in die Pedale treten müssen, um schnell und sicher vorwärts zu kommen, besteht auch eine Tandempartnerschaft zwischen einem Neuankömmling und einem Einheimischen aus dem gegenseitigen Geben und Nehmen.

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Orientierungshilfe und Chancengleichheit – die Diversity Scouts der FAU (Teil 2)

„Das Hobby zum Beruf gemacht.“ Michaela Strickle ist vom Projekt begeistert. Foto: Martin Keiler

Im ersten Teil hat uns Projektleiterin Judith Holland die Diversity Scouts näher gebracht. Nun unterhalten wir uns mit Michaela Strickle, die bereits als Diversity Scout tätig ist.

Michaela, du arbeitest als Diversity Scout. Erzähl doch mal, was du studierst und wie du dazu gekommen bist, ein Scout zu werden.

Michaela Strickle: Ich studiere Soziologie und Pädagogik im fünften Bachelorsemester. Mein Abitur habe ich auf dem zweiten Bildungsweg nachgeholt. Ich interessiere mich sehr für Ungleichheiten und Alltagsdiskriminierung. Durch die Teilnahme am Seminar bei Frau Holland wollte ich einen Einblick in die Thematik bekommen und mein Wissen vertiefen. Als ich gehört habe, dass man im Anschluss ein Scout werden kann, habe ich mich sehr gefreut. Ich helfe gerne anderen Menschen und möchte aktiv etwas gegen Ungleichheiten machen. In meinem Bekanntenkreis werde ich oft um Rat gebeten. Als meine Freunde erfahren haben, dass ich ein Scout bin, meinten sie, dass ich jetzt mein Hobby zum Beruf gemacht habe. Das fand ich lustig.

Wie zeitaufwendig ist es, ein Diversity Scout zu sein? Kannst du das gut mit deinem Studium vereinbaren?

Michaela Strickle: Der Job des Diversity Scouts beansprucht in etwa zehn Stunden pro Woche, die aber individuell vereinbart werden können. Im Großen und Ganzen ist es sehr gut mit dem Studium zu vereinbaren. Manchmal fällt es mir aber schwer, mir selbst Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zu setzen. Wenn ich eine E-Mail-Anfrage bekomme, möchte ich sie gerne gleich beantworten. Sie kommt ja von einem Studierenden, der Hilfe braucht. Ich verbringe ungefähr die Hälfte meiner Arbeitszeit mit Sprechstunden und persönlichen Gesprächen. Die restliche Zeit widme ich den E-Mails und anderen Tätigkeiten, wie Öffentlichkeitsarbeit und Recherche. Nach Gesprächen verschicke ich auch immer noch eine zusammenfassende Mail an die Studierenden. So haben sie alle wichtigen Infos auch noch schriftlich. Ich denke, dass ein persönliches Gespräch am schönsten ist. So sieht man den Menschen direkt vor sich und kann ihn besser einschätzen. Und dadurch auch besser helfen. Wenn man lieber anonym bleiben möchte, ist es über E-Mails aber auch völlig in Ordnung.

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„Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen“

Was würde eigentlich mit den indischen Näherinnen passieren, würde die ganze Welt fortan keinerlei Billigmode mehr kaufen? Was würde eigentlich mit den Wasserrohren passieren, wenn jeder Bürger den Wasserverbrauch auf ein absolutes Minimum schrauben würde? Über solche Fragen zum Thema Nachhaltigkeit hat sich Ann-Kristin Mull Gedanken gemacht, aber kein Buch gefunden, das verlässliche Antworten bot und dennoch keine trockene Fachliteratur war. Also nahm sich die gebürtige Nürnbergerin selbst dem Thema an. Jetzt, vier Jahre, später hält die Lehramt-Studentin stolz ein Exemplar ihres Buches in der Hand: „Ist öko immer gut? Was Welt und Klima wirklich hilft“, erschienen beim Tectum Verlag.

Wie kamst Du eigentlich die Idee, dieses Buch zu machen?

Ann-Kristin: Ich hatte Fragen im Kopf, auf die ich unbedingt eine Antwort haben wollte. Es gibt unglaublich viele gut gemeinte Tipps zur Nachhaltigkeit, aber mich hat interessiert, welche davon wirklich etwas bewirken. Mich interessiert auch, was wirklich einen Effekt auf die Umwelt hat und mich welchen Verhaltensweisen wir uns nur das tägliche Leben schwermachen.

Wie ist das Buch konzipiert?

Ann-Kristin: Meine Idee war es, Menschen zu fragen, die Experten auf ihrem Gebiet sind und diese Antworten – ich bin Grafikdesignerin – wollte ich dann gestalterisch so aufbereiten, dass sie viele Menschen lesen und auch gerne lesen. Das war meine Motivation. Es geht immer auch um die Fragen: Welche Dinge haben große Auswirkungen auf Welt und Umwelt und mit welchen bewirken wir sogar das Gegenteil von dem, was wir uns erhoffen? Ich habe insgesamt 16 internationale Experten zu dem Thema kontaktiert. Diese haben mir kompetente Antworten auf meine Fragen gegeben. Meine Idee war es, einen interessanten Fragenkatalog mit Antworten zu konzipieren, den man gerne und einfach liest.

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