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Stress, Depression, Sucht – FAU-Projekt „StudiCare“ als Rettungsanker

Fanny Kählke forscht im Projekt StudiCare zur psychischen Gesundheit von Studierenden. Foto: Andreas C. Osowski

Studieren kann aufregend sein. Erste eigene Wohnung, neue Stadt, neue Leute und vielleicht sogar der erste Minijob. Doch all das kann auch überfordern. Viele steigen direkt nach dem Abi in das erste Studiensemester ein und müssen schnell lernen selbstständig zu sein. Das kann zu einer starken psychischen Belastung führen und das Studium erschweren. An der FAU gibt es das Projekt StudiCare, die eine Anlaufstelle für genau solche und viele weitere gesundheitliche Probleme ist. Fanny Kählke erzählt in diesem Interview etwas genauer, worum es dabei geht.

Als Einstieg: Wer bist du und was machst du?

Ich bin Fanny Kählke und arbeite am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der FAU in Erlangen. Ich forsche im Projekt StudiCare zur psychischen Gesundheit von Studierenden. Aufgrund von vollen Stundenplänen, Prüfungen und Nebenjobs ist der Studienalltag oft durch stressige Phasen gekennzeichnet. Dieser Alltag kann einem schon mal über den Kopf wachsen. Entsprechend zeigen internationale Studien, dass während des Studiums die Belastungen und der wahrgenommene Stress von Studierenden steigen.

Im Rahmen einer Initiative der Weltgesundheitsorganisation und unter Koordinierung der Harvard Universität werden weltweit Studienanfänger ab dem ersten Semester jährlich zu Ihren Erwartungen ans Studium, ihrem psychischen Wohlbefinden und Belastungsfaktoren im StudiCare Panel befragt und so über ihre Studienzeit hinweg begleitet. Mit Hilfe der gewonnenen Daten können wir uns ein umfassendes Bild über die Entwicklung der psychischen Gesundheit während des Studiums machen sowie Unterstützungsangebote entwickeln und optimieren. Dazu gehören z. B. kostenlose Online-Trainings zu Prüfungsangst, Stressbewältigung oder Achtsamkeit.

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Leben mit sozialen Phobien – Wie sehen Alltag und Studium für eine Betroffene aus? Teil 2

Einfach nur raus. Foto: Susanne Krüger

Teil 1 unseres Berichts findet ihr hier.

Etwa fünf bis zehn Prozent der Deutschen leiden an einer sozialen Phobie. Am häufigsten ist das Krankheitsbild bei Männern und Frauen zwischen 18 und 34 Jahren. Auch an deutschen Universitäten sind viele Studenten Sozialphobiker. Aufgrund des Krankheitsbildes fällt das kaum auf und die Betroffenen werden meistens nur als introvertiert wahrgenommen. In 80% der Fälle hilft ihnen eine Verhaltenstherapie. Doch oft ist der tatsächliche Entschluss dazu schwer. Zu groß ist die Angst davor, was andere darüber denken könnten.

Die FAU bietet ihren Studenten Möglichkeiten zur psychologischen Betreuung durch ausgebildetes Fachpersonal. Die psychosoziale Beratungsstelle kann eine erste Anlaufstelle sein, wenn soziale Ängste unüberwindbar scheinen und Betroffene immer mehr einengen. Aber wie sieht eigentlich der Studienalltag mit einer sozialen Phobie aus? Eva* macht gerade an der Philosophischen Fakultät der FAU ihren Master und kämpft seit der Pubertät mit sozialen Ängsten.

Wie sieht dein Uni-Alltag mit einer Angststörung aus?

Auf den ersten Blick wahrscheinlich ganz normal. Ich bin meistens alleine unterwegs, weil es mir schwer fällt, aktiv Anschluss zu suchen. Schwierig wird es für mich erst, wenn konkret andere Leute ins Spiel kommen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, in Vorlesungen zu gehen oder Klausuren und Hausarbeiten zu schreiben. Dafür hasse ich Seminare und Übungen, die von Diskussionen leben. Oft vermute ich, eine Antwort zu wissen, kann sich aber nicht sagen, weil ich so Angst habe, falsch zu liegen. Wenn ich doch mal etwas sage, verspreche ich mich viel und mache Grammatikfehler. Das ist mir immer besonders unangenehm, weil ich darauf normalerweise viel Wert lege.

Für mich ist es auch schwer, nach etwas zu fragen. Zum Beispiel als Ersti, als ich noch nicht kapiert hatte, wie die Bib funktioniert, an welchem Schalter man Bücher bekommt, wo man zahlen muss und für was die Info dann noch da ist. Ich war ein Jahr lang überhaupt nicht in der Bib, bis mir jemand alles ganz genau erklärt hatte. Bei vielem habe ich auch gelernt, mir kleine Vermeidungsstrategien zurecht zu legen: wenn eine Tür nicht mit „Drücken“ oder „Ziehen“ beschriftet ist, warte ich so lange davor und tue beschäftigt, bis jemand anders sie öffnet und ich danach weiß, in welche Richtung sie auf geht. Wenn ich zu früh in einem Raum bin, benutze ich das Handy, damit kein peinliches Schweigen entsteht. In der Woche vor Veranstaltungsbeginn gehe ich in die Uni und suche schon mal alle Räume, in denen ich Veranstaltungen habe, damit ich in der ersten Woche

nicht zu spät komme oder einen Raum nicht finde. Alles in allem kann man wohl sagen, dass ich sehr viel Zeit in meinem Uni-Alltag damit verbringe, minutiös zu versuchen, jeden Fehler zu vermeiden.

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Rechtsberatung für Studierende – ein kostenfreies Angebot des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg

Anna-Lena Nix berät Studierende in Rechtsfragen. Foto: Florian Nicolai

Das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg bietet zahlreiche Beratungsmöglichkeiten für Studierende an – auch in rechtlichen Belangen. Ausschließlich Volljuristen leisten in den Häusern des Studentenwerks einen hochwertigen Beratungsservice, ohne dass die Studierenden auch nur einen Cent dafür bezahlen müssen. Dabei können sich diese mit den unterschiedlichsten rechtlichen Fragen an die fachkundigen Berater wenden. Ob hochschul-, arbeits-, kauf-, miet-, ausländer- oder vertragsrechtliche Angelegenheiten oder andere mit der Studiensituation in Zusammenhang stehende rechtliche Schwierigkeiten – die Studierenden stehen mit ihren Problemen nicht alleine da. Und das Beratungsangebot wird rege genutzt, auch in Nürnberg. Am 9. Februar 2017 sind die Plätze im Wartebereich der Rechtsberatung in Erlangen alle belegt.

Anna-Lena Nix ist Juristin und hauptberuflich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschafts- und Medizinstrafrecht bei Herrn Prof. Dr. Christian Jäger an der FAU tätig. Nebenberuflich arbeitet sie bei der kostenlosen Rechtsberatung für Studierende des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg. Wir haben Anna-Lena Nix zu den üblichen Terminen der Rechtsberatung in Erlangen zum Gespräch getroffen.
Frau Nix, warum gibt es beim Studentenwerk Erlangen-Nürnberg eine kostenfreie Rechtsberatung für Studierende?

Anna-Lena Nix: Es geht darum, dass Studierende die Möglichkeit erhalten, auch in rechtlichen Belangen rund um das Studium kostenlos beraten zu werden. Daher bietet es sich an, bei rechtlichen Problemen zunächst einmal zu uns zu kommen, um mögliche Vorgehensweisen zu besprechen. Zwischen dem Studierenden und uns besteht dann ein Vertrauensverhältnis, verbunden mit einer Schweigepflicht. Wir beraten im Übrigen ausschließlich vor Ort.

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Das Tagescafé für Studierende mit Kind

Das Tagescafé-Team. Foto: Karin Stöhr

Das Tagescafé-Team. Foto: Karin Stöhr

Referate, Hausarbeiten, Prüfungen: Das Studium kann manchmal schon sehr stressig werden. Nun stellt euch vor, ihr müsstet nebenbei noch einen kleinen Menschen versorgen – der mal Grippe hat, zur Krippe gebracht werden muss und natürlich ganz viel Aufmerksamkeit braucht. Studieren mit Kind bedeutet sicher, eine ganz andere Erfahrung zu machen, als kinderlos durchs Studium zu gehen. Doch trotzdem sind Studenten mit Kindern auf dem Campus schon lange keine Seltenheit mehr – mehr noch – manche Studis entscheiden sich während des Studiums sogar ganz bewusst für Kinder.

Ruth Martini bereut ihre Entscheidung keine Sekunde. Neben ihr sitzt die entzückende Emma, die unserem Interview aufmerksam zuhört. Wir sitzen im Tagescafé für Studierende mit Kind in Nürnberg. Direkt im Studentenwohnheim neben der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät der FAU ist vom Studentenwerk Erlangen-Nürnberg eine sinnvolle Einrichtung konzipiert worden und entstanden. Seit März dieses Jahres können sich dort Mütter und Väter jeden Mittwoch zwischen 15 und 17 Uhr mit ihren Kindern treffen.  Das Café ist sogar während der Semesterferien geöffnet. Die Eltern finden einen Ort zum gemütlichen Zusammensitzen, während die Kinder mit Gleichaltrigen spielen können. Der Raum ist mit allen Spielsachen ausgestattet, die das Kinderherz begehrt und für die Eltern stehen kostenlos Kaffee, Kuchen oder Brezen bereit. Im Sommer wird der ganze Spaß in den Außenbereich verlagert. Das Tagescafé soll vor allem als Austauschort fungieren. Regelmäßig besuchen Fachleute zum Thema Studieren mit Kind das Café im hilfreiche Tipps zu geben. Wusstet ihr zum Beispiel, dass man zusammen mit dem Nachwuchs sogar ein Auslandssemester realisieren kann?

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