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Hochschulwahlen: Die Juso Hochschulgruppe im Interview

Die Spitzenkandiat*innen der Juso Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg (Foto: Juso HSG)

Die Spitzenkandiat*innen der Juso Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg (Foto: Juso HSG)

Am 19. und 20. Juni finden die Hochschulwahlen statt. Hier und hier findet ihr alle Infos dazu. Und natürlich wollen wir euch auch vorstellen, wer alles zur Wahl steht. Es geht weiter mit der Juso Hochschulgruppe Erlangen-Nürnberg. Eda Simsek beantwortet unsere Fragen.

Eda, stell deine Hochschulgruppe doch bitte kurz vor. Wer seid ihr?

Wir, die Juso Hochschulgruppe, sind eine bunt gemischte Gruppe von Studierenden, welche die Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidariät vertreten. Mit dem Anspruch, die FAU hochschulpolitisch mitzugestalten, machen wir uns nur für bildungs-, sozial- und wissenschaftspolitische Verbesserungen stark und verschaffen den Studis in verschiedenen Gremien an der Uni Gehör. Weiterlesen

Studentisches Engagement in Die Linke.SDS Nürnberg

Die neue Ortsgruppe des SDS in Nürnberg. Foto: Peter Bartels

„Wir können es ändern. Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte, die unfähig sind ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen.“ sagte Rudi Dutschke in einem Interview im Jahr 1967. Dutschke war Mitglied des „Sozialistischen Deutschen Studierendenverbandes“ (SDS) und der 68er Bewegung, die sich zum Ziel setzte die Gesellschaft zu verbessern. Vor genau 50 Jahren, im April 1968, wurde er vom rechtsradikalen Joseph Bachmann zweimal in den Kopf geschossen. Er überlebte dieses grausame Attentat durch komplizierte Operationen, die jedoch zu nachhaltigen Hirnschädigungen führten. Im Jahr 1979 starb er im Alter von 39 Jahren an einem epileptischen Anfall als Folge dieser Verletzungen.

2007 gründete sich in Erinnerung an Dutschke, und die Gesellschaftskritik der 68er, der Bundesverband „Die Linke.SDS“ (Sozialistisch-Demokratischer-Studierendenverband). Er ist ein anerkannter Studierendenverband der Partei „Die Linke“ und ist als Arbeitsgemeinschaft mit Sonderstatus Bestandteil des Jugendverbandes „Linksjugend“ (solid).

Im Februar dieses Jahres hat sich eine neue Ortsgruppe in Nürnberg gebildet. Sie wollen die Lebensumstände der Studierenden verbessern und zu politischer Partizipation aufrufen. Die beiden Vorsitzenden der Nürnberger Studentengruppe Gizem Fesli und Maharyta Kavaliova haben sich für ein Interview mit mir bereit erklärt:

Hallo Gizem und Maharyta, in welchen Bereichen bringt sich der SDS-Nürnberg gesellschaftlich ein? Was sind euere derzeitigen Projekte?

Maharyta: „Im April haben wir einen Vortrag von Nicole Gohlke zum Thema „Soziale Durchlässigkeit in der Bildung“ in Gostenhof organisiert. Außerdem waren wir Mitveranstalter der letzten beiden Demonstrationen gegen das neue „Polizeiaufgabengesetz“. Das Gesetz beinhaltet Neurungen zur Überwachung der Bürgerinnen und Bürger. Es können ohne Tatbestand Daten gesammelt, Telefone abgehört und Menschen in Gewahrsam genommen werden. Das müssen wir verhindern! Die letzte Demo am 20.4. war mit 6000 Besuchern ein großer Erfolg.“

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Inhalt Kommunalka – Von weißrussischen Gedichten, Kafka und polnischem Käsekuchen – Teil 2

Hier geht es zum ersten Teil unseres Interview.

Befasst ihr euch hauptsächlich mit Russland oder allgemein mit osteuropäischen Staaten? 

Sonja: Igor kommt ja aus der Ukraine und dadurch haben wir einen größeren Bezug zu dieser Region.

Igor: Wir haben einen Bezug zu Russland, weil Igor aus der Ukraine kommt. Das klingt super. lacht.

Cornelia: Das ist ja gleich nebenan. lacht.

Igor: Ich bin tatsächlich mehr mit der russischen als mit der ukrainischen Kultur aufgewachsen und deswegen habe ich bisher den Fokus ein bisschen in Richtung Russland gelenkt.

Sonja: Ich habe auch Russisch gelernt in der Uni. Aber wir wollen uns auch mit vielen anderen osteuropäischen Ländern beschäftigen. Als nächstes möchten wir uns mit Tschechien auseinandersetzen. Dazu habe ich viel Bezug, weil meine Oma aus Tschechien kommt. Wir wollen bald zusammen nach Prag fahren.

Cornelia: Und wir möchten uns dort auch mit Kafka und der jüdischen Kultur befassen. Wir wollen uns Tschechien also nicht unbedingt geschichtlich oder politisch, sondern vor allem kulturell annähern.

Sonja: Wir sind immer offen für alles. Kommunalka soll auch von den verschiedenen Mitgliedern leben, sodass jeder etwas einbringen kann. Jeder kann uns schreiben und sagen, was er machen möchte und wir versuchen, das dann zu ermöglichen. Auf Dauer wollen wir aber nicht immer nur zu dritt Aktionen für andere organisieren, sondern es soll alles gemeinsam laufen. Wer Lust hat, kann bei uns etwas machen.

Cornelia: Wir wollen eher eine Art Anlaufstelle sein.

Sonja: Oder eine Plattform.

Igor: Bei unserem Sommerfest war ein kleines Bühnenprogramm vorgesehen, bei dem wir eine deutsch-russische Lesung einer russischen Geschichte gemacht haben. Und Sonja hat weißrussische und ukrainische Volkslieder gesungen. Auf einmal meldete sich ein Mann, der meinte, er habe weißrussische Gedichte auf Deutsch übersetzt und er fragte, ob er die auch spontan vortragen dürfe. Das hat uns sehr gefreut. Wir finden die Idee einer Open Stage total gut. Das war einfach ein absolutes Highlight.

Sonja: Das wollen wir demnächst auch mal wieder machen.

Cornelia: Und es hat sich völlig von selbst ergeben. Kommunalka steht und fällt mit den Leuten, die mitmachen bzw. gestaltet sich so, je nachdem wer gerade mitmacht.

Sonja: Man muss sich nicht bei Kommunalka verpflichten, um bei uns mitzumachen, sondern, wenn man Lust auf eine Veranstaltung hat, dann kann man einfach kommen und etwas machen.

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Kommunalka – Von weißrussischen Gedichten, Kafka und polnischem Käsekuchen

Die Gründer von Kommunalka: Cornelia, Sonja, Igor (v. l.). Foto: Anna Appel

Seit Ende Mai dieses Jahres gibt es eine neue Gruppe an der FAU, die sich „Kommunalka“ nennt. Nach einer Russland-Exkursion im Rahmen des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte mit dem Schwerpunkt der Geschichte Osteuropas) der FAU wollten die FAU-Studierenden Cornelia, Sonja und Igor sich unbedingt weiterhin mit Osteuropa und seinen verschiedenen Staaten, Menschen und Kulturen beschäftigen – und das am liebsten gemeinsam. Deshalb haben sie Kommunalka ins Leben gerufen und möchten nun zusammen mit anderen Osteuropa-Interessierten sprechen, feiern und osteuropäische Kunst, Kultur und Literatur entdecken. Außerdem möchten sie am liebsten alle osteuropäischen Länder bereisen. Vor zwei Wochen haben sie die Ukraine besucht und sind jetzt noch motivierter, mit Kommunalka persönliche Kontakte zu knüpfen und Osteuropa zu erkunden. Nun durften wir Cornelia, Sonja und Igor in einem sehr lebendigen und heiteren Gespräch persönlich kennenlernen.

Hallo, schön euch kennenzulernen! Könnt ihr mir bitte ein bisschen was über Kommunalka erzählen? Was ist Kommunalka?

Cornelia: Freut uns ebenso! Wir wollen den Kulturaustausch zwischen Osteuropa und Erlangen stärken und uns mit Themen auseinandersetzen, die Menschen im osteuropäischen Raum beschäftigen. Dabei möchten wir uns ganz bewusst den Blick auf alle osteuropäischen Länder offenhalten, persönlichen Kontakt zu den Menschen herstellen, die in Osteuropa leben und ihre Alltagskultur kennenlernen. Wir fragen uns, was die Menschen in Osteuropa – abgesehen von den politischen Krisen und Themen – wirklich bewegt. Welche Bücher lesen sie? Was gibt es in Osteuropa an Kunst und Kultur? Und was erleichtert den Alltag der Menschen in den osteuropäischen Ländern?

Sonja: Wir waren alle drei zusammen auf einer Russland-Exkursion im Rahmen des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte. Ich studiere zwar als einzige von uns dreien nicht Osteuropäische Geschichte, durfte aber trotzdem an der Exkursion teilnehmen. Man kommt in Russland mit gewissen Vorstellungen von und Klischees über Osteuropa an. Nachdem wir uns aber mit vielen Menschen vor Ort unterhalten haben, waren wir teilweise sehr überrascht über ihre Ansichten und die Art, wie sie leben. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es wichtig ist, sich persönlich kennenzulernen und gegenseitige Vorurteile zu überwinden.

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