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Tartaros: Heart of Darkness. Ist die Hölle ein Platz auf Erden? Zwei Helden. Ein Fluss. Das Grauen. Und die darin enthaltene Alltäglichkeit.

Die beiden „goldenen“ Helden. Foto: Studiobühne

Mal wieder hat die Studiobühne Erlangen e.V. ein spannendes neues Stück für euch inszeniert. Unter der Regie von Alexander Esswein wird „Tartaros: Heart of Darknessam 24., 25. und 26. Februar um 19.30 Uhr im Saal des Pacelli Haus in Erlangen aufgeführt.  Ich hatte die Ehre, bei der Hauptprobe des Stücks dabei zu sein, mich mit dem Regisseur und Darstellern zu unterhalten und mir für euch einen ersten Eindruck zu verschaffen:

Allein die Hauptgeschichte – zwei Helden steigen hinab in den Tartaros, um sich vor Göttervater Zeus zu bewähren und dort den abtrünnigen Abraxas ausfindig machen, der sich in die Unterwelt begab um eine Fackel am Höllenfeuer zu entzünden, jedoch niemals zurückkehrte – ist spannend genug. Denn griechische Heldenepen haben doch immer ihren Reiz, vor allem wenn es um die mystische dunkle Unterwelt geht.

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Juergen Teller: Ein Po, ein Eintopf und seine Mutter

Bis zum 23. April findet die Ausstellung im Kunstpalais noch statt. Foto: Milena Kühnlein

Er ist zurückgekehrt. Wobei, so wirklich fort war er ja nie. Fotograf Juergen Teller ist auf Du und Du mit den Topstars dieser Welt. Er schaffte es vom beschaulichen Bubenreuth bis nach Hollywood. Immer dabei? Seine Kamera und sein einzigartiger Blick für Portraits. Was der gebürtige Franke dabei niemals vergisst ist seine Heimat. Mehr noch: Er bindet seine Familie und die Region immer wieder aktiv in seine Werke ein und schafft so eine Verbindung zwischen glamourösen Highlife und dem beschaulichen Erlangen. Mittlerweile ist Juergen Teller Dozent an der Akademie der Künste in Nürnberg und stellt aktuell im Kunstpalais in Erlangen aus. Noch bis zum 23. April könnt ihr seine Werke dort begutachten. Warum sich ein Besuch lohnt?

Ein bisschen Groupie sind wir doch alle, oder? Dirk Nowitzki, Kim Kardashian, Kate Moss oder Gisele Bündchen: Wir alle kennen diese Prominenten, pflegen Neid-, Hass-, oder Bewunderungsgefühle für sie und betrachten deren Leben liebend gerne als Außenstehende. Die Glitzerwelt von Hollywood übt eine besondere Faszination aus und doch ist sie vor allem eins: ziemlich künstlich. Juergen Teller begann seine Arbeit mit Prominenten mit der damals noch völlig unbekannten Band Nirvana, als er Kurt Cobain und Co. auf Tour begleitete und porträtierte. Dieser Meilenstein markierte seinen Aufstieg in den Fotografenolymp. Auf einzigartige Weise schafft er es, unnahbar wirkende Schauspieler und Models so zu inszenieren, dass eine andere Seite zum Vorschein kommt. Eine ehrlichere Seite. Eine normalere Seite. Dennoch wirken die Portraitierten in den Fotos immer wie die Stars, die sie sind. Doch erfreut man sich nicht an dem ein oder anderen Pickel oder einem imperfekten Makel eines Models, sondern man erkennt durch Tellers Bilder eine andere Seite von Menschen, die man nie getroffen hat und dennoch kennt. Ein Spagat zwischen Inszenierung und Realität, den Juergen Teller mit Bravour meistert.

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Die Jahresausstellung des Lehrstuhls für Kunstpädagogik

Ist immer einen Besuch wert! Die Jahresausstellung der FAU-Kunstpädagogen. Foto: Milena Kühnlein

Rentiere in anderen Galaxien, kompostierte Kleidung und eine Matratze zum Ausruhen: Die Studierenden des Lehrstuhls für Kunstpädagogik bekommen mit der Jahresausstellung die Chance, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Arbeiten sind nicht im Rahmen eines Seminars entstanden sondern zeigen Ideen der Studierenden selbst. Dozent und akademischer Direktor Peter Mayer betrachtet dies als besonders spannend. Neben Klausuren, Referaten und dem typischen Studentenalltag haben sich die Kunststudenten Zeit genommen, um an ihrer Kunst zu arbeiten und zu feilen. Das Ergebnis: Eine abwechslungsreiche, interessante und individuelle Kunstausstellung 2017. Als kleinen Extraanreiz sponsert die Firma boesner GmbH in diesem Jahr Geld- und Materialpreise für die besten Kunstwerke. Für viele Kunststudenten ist dies vor allem ein Zeichen dafür, dass die eigene Kunst wertgeschätzt und als solche anerkannt wird. Zudem löst die Ausstellung vor einem breiten öffentlichen Publikum einen besonderen Reiz aus. Für einige Studenten ist es das erste Mal, ihre Werke auf so eine Art zu zeigen.

Sehnsuchtsort Italien

Die diesjährige Ausstellung des Lehrstuhls für Kunstpädagogik lässt sich schwer einordnen. Die einzig wiederkehrenden Elemente sind die Impressionen Italiens, was mit der Forschungsreise der Studierenden zusammenhängt. Zeichnungen oder Comic Strips, die italienische Gässchen oder ähnliche Motive zeigen, ziehen Besucher schnell in ihren Bann. Doch auch gewagte Installationen und Skulpturen sind vertreten. Ein goldrotes Herz lenkt beim Betreten des Ausstellungsraumes sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Es sind Werke zum Betrachten, zum Nachdenken, zum Interpretieren oder zum Schmunzeln. Jedes Werk spiegelt die individuellen Ideen der Studenten wieder und so ist keines wirklich mit einem anderen vergleichbar.

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„Alice im Wunderland“ als Live-Hörspiel für Groß und Klein an der Studiobühne Erlangen – Ein Interview mit der Regisseurin Nadine Raddatz

Die Grinsekatze darf bei keiner Produktion von „Alice im Wunderland“ fehlen (Bild: Studiobühne Erlangen e.V.)

„Alice im Wunderland“ ist ein Kinderbuch des britischen Schriftstellers Lewis Carroll, das fantasievolle und verrückte Bilder im Kopf unzähliger junger wie alter Leser entstehen lässt. Auch Nadine Raddatz, Masterstudentin der Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Museumsarbeit an der FAU, fasziniert dieser Stoff schon seit ihrer Kindheit. Sie ist seit 2011 Mitglied und neuerdings sogar im Vorstand der Studiobühne Erlangen e.V. und hat dort bereits bei 20 Produktionen mitgewirkt. Nun bearbeitet sie „Alice im Wunderland“ in einer neuen, eigenwilligen Form, nämlich als Live-Hörspiel. Am 11., 12. und 13. Januar 2017 finden die Aufführungen von „Alice“ im Saal der Mensa am Langemarckplatz in Erlangen statt. Hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack auf die klangvolle und kunterbunte Inszenierung, welche neben den Schauspieler-Stimmen vor allem von live erzeugten Hintergrundgeräuschen lebt; die selbst ausgedachten Instrumente bringen einen dabei oftmals zum Schmunzeln. Bei einem Besuch im Probenraum der Studiobühne in Dechsendorf beantwortete die Regisseurin Nadine Raddatz einige spannende Fragen zu ihrer neuen Produktion.

Hallo, Nadine! Du bereicherst das Team der Studiobühne Erlangen schon seit einigen Jahren und bist als Schauspielerin, aber auch als Regisseurin und in den Bereichen Kostüm und Maske aktiv. Warum nun das bekannte Werk „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll?

Nadine: Ich habe „Alice“ ja schon einmal an der Studiobühne inszeniert: „Alice D“. Allerdings war es damals eine andere Interpretation des Stoffes, die mehr auf die hineininterpretierte psychologische Tiefe abgezielt hat. Alice hat psychische Probleme, ist auf einem Trip und ziemlich abgedriftet. Dieses Mal wollte ich aber mehr Wert auf den Originaltext legen, weil ich das Buch „Alice im Wunderland“ sehr gerne mag. Wenn man es durchliest, stellt man fest: Es ist unglaublich witzig. Doch wir mussten sehr viel herausstreichen, ungefähr zwei Drittel des Textes. Das Problem ist, dass das Buch zu einem Großteil aus Rätselgedichten besteht, die leider in keiner deutschen Übersetzung funktionieren, sondern nur in der Originalsprache Englisch. Denn es stecken so viele Mehrdeutigkeiten darin, die man auf Deutsch nicht rüberbringen kann. Aber ein paar Wortspiele, die gut zu übersetzen sind, haben wir gelassen. Was mir wichtig ist: „Alice“ ist sehr unterhaltsam. Und bei all den verschiedenen Interpretationen der letzten Jahre, bei denen der Originaltext nicht so sehr im Mittelpunkt steht, finde ich das geschriebene Wort von Lewis Carroll immer noch am schönsten. Weiterlesen