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Roman De Giuli, der kreative Kopf hinter Terracollage

Roman de Giuli ist Dozent für Medienpraxis am Institut für Theater- und Medienwissenschaft. Foto: Melanie De Giuli

Mit seinem Projekt Terracollage ist er international in der Cinematography-Szene bekannt und zeigt die kreative Einsetzbarkeit unterschiedlicher Materialien und Flüssigkeiten in Kurzfilmen auf. In diesem Artikel habe ich seine Arbeiten vorgestellt, hier kommt der Künstler Roman De Giuli selbst zu Wort.

Herr De Giuli, wann haben Sie mit dem Projekt Terracollage angefangen und wie kam es dazu?

Roman De Giuli: In der Fotografie habe ich mich eigentlich schon immer für den Nah- und Makrobereich interessiert, vor allem für alte und verwitterte Oberflächen und Texturen aus Holz und Metall. Mein Ansatz war dabei meistens experimentell. Vor etwa 5 Jahren habe ich dann angefangen zu filmen. Das waren damals ganz einfache Motive aus Tinte, Wasser und Öl. Mit der Zeit habe ich das immer weiter ausgebaut, sowohl die Arbeit mit Farben als auch die technischen Aspekte.

Mit welchen Flüssigkeiten und Materialien arbeiten Sie am liebsten? Welche reagieren besonders gut miteinander?

Roman De Giuli: Das wechselt immer ein bisschen, aber die Arbeit mit Tinte und Acrylfarbe macht mir derzeit am meisten Spaß. Es gibt eine riesige Auswahl an Farben und Pigmenten. Durch das Beimischen von Wasser und weiteren Flüssigkeiten kann man Bilder entwickeln, die sich sehr lange bewegen und immer wieder neue Muster und Texturen zeigen.

Welche Ihrer Arbeiten gefällt Ihnen persönlich am besten?

Roman De Giuli: Am besten gefällt mir der Film „Geodaehan“ der aus der Zusammenarbeit mit der Agentur Giantstep für die Olympischen Spiele hervorgegangen ist. Ich mag daran besonders die Weite dieser Aufnahmen und die Vielzahl der Details.

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Das Revival der 68er im Z-Bau – Gymmick und Ton Steine Scherben

Gymmick (Mitte) und Ton Steine Scherben. Foto: Simeon Johnke

Letzte Wochen haben wir den Z-Bau vorgestellt. Heute wollen wir einen Rückblick auf ein Konzert geben, dass dort stattgefunden hat.

„Träume verwehn, wenn niemand da ist, der sie träumen will.“ schrieb Rio Reiser einst. Schon in seiner Jugend war Liedermacher Tobias Hacker, alias Gymmick, großer Rio-Fan, erklärt mir sein alter Schulfreund. Während wir vor den Türen des Z-Baus auf den Fortgang des nostalgischen Konzerts warten, sagt er freudig: „Es ist so schön ihn dort zu sehen. Jetzt ist er selber Rio!“ Ja, Gymmick hat es zusammen mit den alten Hasen von Ton Steine Scherben geschafft, die 68er in den Herzen der Fans wieder zu entflammen.  Die alten Hasen, das sind Bassist Kai Sichterman, der schon 1970 Gründungsmitglied der Band war, und „Funky“ Klaus Götzner, der vier Jahre später dazu stieß.

Ton Steine Scherben war in den 70er und 80er Jahren eine der ersten links-kritischen Rockbands in Deutschland und ist bis heute einer der wichtigsten Vertreter der Szene. Neben Musikern aus den USA, wie Jimmy Hendrix, den Rolling-Stones oder Deep Purple stellten sie das deutsche Äquivalent einer pazifistischen und antikapitalistischen Bewegung dar. Die Häuserbesetzung und der zivile Ungehorsam gehörten für die Gruppe aus Berlin zur Tagesordnung. Mit Liedern, wie „Mein Name ist Mensch“ oder „Keine Macht für Niemand“ fanden ihre Ideale einen Weg in die Herzen der Menschen.

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Music City Nuremberg

The Main Stage of the Bardentreffen. Foto: Anh Tran

There is one event in the last weekend of July that you should definitely clear your calendar for. It’s called Bardentreffen. Some say it’s the best event of the year and this is not at all an exaggeration.Bardentreffen is an annual open-air music festival. This year marks the 43rd celebration of the tradition. The city was filled with music. There were concert stages in Hauptmarkt, Mensa der schultz, Lorenz Kircher …etc.

But one can also find small performances in the alleys, or at some random corner of the streets. You can check the agenda and list of artists on the event website.

For me, I prefer walking around and letting chance determines which performance to watch. This is because some of the most amazing performances on the street are not listed on the website.

Nürnberg is said to be pretty diverse. If one simply walks around the city, one would not reach that conclusion since the population is predominantly white. However, during Bardentreffen, many people of different backgrounds coming together to enjoy the event. Artists came from all over the world, playing various instruments to create beautiful music. “Not everyone can become a great artist, but a great artist can come from anywhere”, and yes, this is a “Ratatouille” reference.

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Die Barden sind los!

Beim Bardentreffen in Nürnberg wird die gesamte Innenstadt zu einer Bühne (Foto: Severin Maier)

Beim Bardentreffen in Nürnberg wird die gesamte Innenstadt zur Bühne (Foto: Severin Maier)

Was tun in den Semesterferien im Sommer? Traditionell ist die Bandbreite dieser Planungen unter den FAU-Studenten so zahlreich, wie die Palette der angebotenen Studiengänge. Die Einen müssen in ihr Pflichtpraktikum, die Anderen in den Ferienjob. Wer an der Philosophischen Fakultät studiert, der sitzt meist in der Bibliothek und über seinen Hausarbeiten, während die Kommilitonen und Kommilitoninnen an der Technischen Fakultät entweder Klausuren schreiben oder für die zweite Klausurenphase am Ende der Semesterferien lernen. Andere wiederum fahren zurück in die Heimat oder in den Urlaub. Wer aber hier im schönen Frankenland bleibt, dem eröffnen sich eine Menge Möglichkeiten abseits von Prüfungsleistungen. Eine davon ist das traditionelle Bardentreffen in Nürnberg, das in diesem Jahr zum 41. Mal stattfand.

Vom politischen Protest und Liebesliedern zum Festival der Weltmusik – die Geschichte des Bardentreffens

Was ist eigentlich das Bardentreffen? Ausgerichtet von der Stadt Nürnberg zieht es mittlerweile ca. 200.000 Besucher jedes Jahr an. Überall in der Stadt treten Künstler auf. Teils auf eigens dafür errichteten Bühnen, von denen sechs zur Verfügung stehen. Die wohl größten finden sich am Hauptmarkt vor dem Rathaus und auf der Insel Schütt. Zusätzlich säumen dutzende Straßenmusiker die Nürnberger Altstadt und geben Musik aus aller Herren Länder zum Besten.

Und so hat das Bardentreffen 1976 auch ursprünglich begonnen. Straßenmusikanten spielten zu Ehren des Nürnberger Meistersingers Hans Sachs und dessen 400. Todestag. Mit der sog. 68er-Bewegung im Rücken und den Erfahrungen des Kalten Krieges sowie des Kriegs in Vietnam waren die ersten Bardentreffen vor allem vom politischen Protest und von Liebesliedern geprägt. Heute sind auch Künstler zu Gast, die in ihren Genres und über ihre Landesgrenzen hinaus Bekanntheit erlangt haben. Bekannte Namen sind unter anderem Katzenjammer, Fiddler’s Green, Constantin Wecker und Max Prosa. Weiterlesen