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Der Krieg als Karriereleiter

Ein spannendes Leben, das noch heute fesselt. Alle drei Jahre finden in Altdorf die Wallenstein Festspiele statt. Foto: Felix Röser

Wegen Exzessen und Randalen flog er von der Uni. Krankheiten wie die Syphilis brachten ihn regelmäßig zur Verzweiflung und Entscheidungen wollte er nicht ohne die Hilfe von Horoskopen treffen. Was eher nach einem erfolglosen und verunsicherten Menschen klingt, war einer der großen Aufsteiger des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648). Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein (1583–1634) zeigt, wie man als gescheiterter Student dennoch Karriere machen kann: Er war auch böhmischer Feldherr, Herzog, Generalissimus und Oberbefehlshaber der kaiserlichen Armee. Wallenstein wird nun auf einer Tagung in Nürnberg, die von Professoren der FAU mitorganisiert wird, im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Mit 16 Jahren kam Wallenstein zum Studieren an die Akademie nach Altdorf. Allerdings mit wenig Erfolg, denn er glänzte weniger mit geistigen Höhenflügen als mit Raufereien und Exzessen. Die Universität machte kurzen Prozess und Wallenstein musste gehen. Schon wenige Jahre später ebnete der junge Adelige mit einem Glaubenswechsel, einer reichen Heirat, Kaisertreue und Fleiß den Weg zum Erfolg. Der Kriegsbeginn 1618 spielte ihm endgültig in die Karten. Ehrgeizig und mit unersättlichem Machthunger wurde er zum erfolgreichen Kriegsunternehmer. Erst 1632 wendete sich das Blatt, als Wallenstein gezwungen war, den vom Kaiser befohlenen Winterfeldzug abzubrechen und am 25. Februar 1634 ermordet wurde. Der Name des böhmischen Feldherrn ist bis heute in der Region Nürnberg verwurzelt. Die Belagerung 1632 gilt als die katastrophalste Kriegserfahrung für Stadt und Umland vor dem zweiten Weltkrieg. Noch Jahre später hatte die Bevölkerung mit den Folgen von Seuchen und Hungersnöten zu kämpfen. Doch Wallenstein blieb auch in lebendiger Erinnerung. Der Altdorfer Festspielverein organisiert deshalb alle drei Jahre an fünf Wochenenden im Sommer ein großes Festprogramm mit Lagerleben, Festzügen und Schauspielen.

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Eine weiße Bulldogge und ganz viel Kaffee

Die weiße Bulldogge ist omnipräsent. Foto: Milena Kühnlein

Immer wieder stellen wir auf unserem Blog ausgefallene, süße, besondere, schöne oder coole Cafés, Bars und Restaurants der Region vor. Diesmal: das White Bulldog Coffee Roasters in der Hirschelgasse 1 in Nürnberg.

Studenten der WiSo dürften auf das neueröffnete Café schon ein Auge geworfen habe. Etwa fünf Gehminuten liegt das Café White Bulldog Coffee Roasters vom Fachbereich entfernt. In puncto Lage kann das Café also schon mal punkten. Mitten in der Sebalder Altstadt eignet sich das White Bulldog nicht nur als Studententreff gut. Die Inhaberfamilie Jakob hatte früher eine Bäckerei und dürfte sich somit gut mit Gebäck und anderen Leckereien auskennen. Die Kaffeebohnen werden exklusiv ausgesucht und selbst geröstet. Die Leidenschaft zum brühend heißen Getränk ist also gegeben und dies spüren die Gäste mit jedem Schluck. Namensgeber und Inspiration für die überall in der Location sichtbare weiße Bulldogge war übrigens der Familienhund der Inhaber.

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„Man wird ja wohl noch…“

Alle Stories der Lesereihe gebündelt in einem hübschen Büchlein. Foto: Milena Kühnlein

Gewinnerin Felisa Walter darf sich freuen. Ihr Text „Halt endlich deine Scheißfresse, du Arschloch“ hat das Krönchen der PULS Lesereihe 2017 aufgesetzt bekommen. Insgesamt 12 Jungautoren durften bei der Lesereihe in Regensburg, Würzburg, Passau und Nürnberg ihre Texte vorstellen. Das Motto der Lesereihe ist schnell erklärt. Alles, was den Autoren zu „Man wird ja wohl noch…“ einfällt, durfte eingesendet werden. Aus den Zusendungen wählte dann eine hochkarätige Jury aus. Beim Vorentscheid in Nürnberg ging es am 9. Februar im Zentralcafé Nürnberg für Lukas Arenz, Thomas Breitung und Thomas Perle um einen Platz im Finale, das Felisa Walter am Ende für sich entscheiden sollte. Für die musikalische Begleitung sorgte Rapper Fatonio, der mit Songs wie „Authentizität“ die Stimmung auflockerte. Moderation, Location und Musik Act waren in typischer PULS-Philosophie locker und auf den Punkt. Der Merchandise-Stand mit kostenlosen Süßigkeiten, Kugelschreibern und Postern löste bei den anwesenden Studenten Grapsch-Alarm aus. Nachhaltig für Begeisterung sorgten allerdings die individuellen, witzigen und traurigen Texte.

Lukas Arenz setzt sich in seinem Text „Man wird ja wohl noch…“ mit unfassbarer Sprachlichkeit mit einem heiklen Thema auseinander: Tourismus und die Generation Y. Überall gewesen, alles gesehen. Im Billigflieger Richtung Südafrika oder eben in andere Länder, die eventuell politisch ein oder zwei Probleme haben.  Klug dekonstruiert Arenz jede Ausrede für das Vielfliegen und Instagram-Modeln in Krisenregionen.
„[…], jetzt sei man jung und hätte die Zeit, später nur noch das Geld, aber nicht mehr die Zeit, […] auch wegen der Völkerverständigung, aber auch weil man das ja wieder gebrauchen kann, jedenfalls müsse man sich beeilen und was das nun bitte soll.“ Und jeder PULS-Lesereihen-Zuhörer schaut peinlich berührt auf seinen Armbändchen aus einem fernen, fernen Land nieder. Für mich der beste Text des Abends.

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Die Jahresausstellung des Lehrstuhls für Kunstpädagogik

Ist immer einen Besuch wert! Die Jahresausstellung der FAU-Kunstpädagogen. Foto: Milena Kühnlein

Rentiere in anderen Galaxien, kompostierte Kleidung und eine Matratze zum Ausruhen: Die Studierenden des Lehrstuhls für Kunstpädagogik bekommen mit der Jahresausstellung die Chance, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Arbeiten sind nicht im Rahmen eines Seminars entstanden sondern zeigen Ideen der Studierenden selbst. Dozent und akademischer Direktor Peter Mayer betrachtet dies als besonders spannend. Neben Klausuren, Referaten und dem typischen Studentenalltag haben sich die Kunststudenten Zeit genommen, um an ihrer Kunst zu arbeiten und zu feilen. Das Ergebnis: Eine abwechslungsreiche, interessante und individuelle Kunstausstellung 2017. Als kleinen Extraanreiz sponsert die Firma boesner GmbH in diesem Jahr Geld- und Materialpreise für die besten Kunstwerke. Für viele Kunststudenten ist dies vor allem ein Zeichen dafür, dass die eigene Kunst wertgeschätzt und als solche anerkannt wird. Zudem löst die Ausstellung vor einem breiten öffentlichen Publikum einen besonderen Reiz aus. Für einige Studenten ist es das erste Mal, ihre Werke auf so eine Art zu zeigen.

Sehnsuchtsort Italien

Die diesjährige Ausstellung des Lehrstuhls für Kunstpädagogik lässt sich schwer einordnen. Die einzig wiederkehrenden Elemente sind die Impressionen Italiens, was mit der Forschungsreise der Studierenden zusammenhängt. Zeichnungen oder Comic Strips, die italienische Gässchen oder ähnliche Motive zeigen, ziehen Besucher schnell in ihren Bann. Doch auch gewagte Installationen und Skulpturen sind vertreten. Ein goldrotes Herz lenkt beim Betreten des Ausstellungsraumes sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Es sind Werke zum Betrachten, zum Nachdenken, zum Interpretieren oder zum Schmunzeln. Jedes Werk spiegelt die individuellen Ideen der Studenten wieder und so ist keines wirklich mit einem anderen vergleichbar.

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