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AEISEC: Über die eigenen Grenzen hinauswachsen

Vanessa Michel ist Vice President im Bereich Finance bei AEISEC. Foto: Milena Kühnlein

Sich neben dem Studium bereits in Sachen Management, Verwaltung und Finaznen ausprobieren und das ganze sogar im Ausland? Das geht! Die studentische Organisation AEISEC wurde mit dem Ziel gegründet, nachhaltige Projekte für ein besseres Verhältnis und mehr Austausch unter den verschiedenen Ländern zu ermöglichen, gegründet. Wirtschaftswissenschaftsstudentin Vanessa Michel ist seit Beginn ihres Studiums an der FAU aktiv bei AEISEC dabei, sie übernimmt dort die Aufgabe des Vice President im Bereich Finance.

Was hat dich an AESEC begeistert?

Vanessa: Als ich frisch aus der Schule kam, konnte ich es mir nicht vorstellen sofort ein Team zu leiten, aber solche Challenge kann man hier wahrnehmen! Dabei geht es auch bei den Auslandsaufenthalten: Es handelt sich um keinen Urlaub. Natürlich soll das Ganze Spaß machen, aber es geht vielmehr darum sich in einer völlig neuen Umgebung zurechtzufinden. Man wird mit Lebensrealitäten konfrontiert, die anders ist als die eigene und durch solche Veränderungen kann man wachsen.

Es gibt ja viele bezahlte Nebenjobs und Praktika im Bereich Wirtschaft. Ist es nicht auch anstrengend neben dem Studium ehrenamtlich tätig zu sein?

Vanessa: Der Mehrwert einer studentischen Organisation ist, dass man miteinander auf Augenhöhe arbeiten. Bei Werkstudentenjobs verdient man zwar Geld, aber man hat natürlich auch nicht so Einfluss und Möglichkeiten sich auszuprobieren. Wir stehen hinter unseren Produkten, so nennen wir unsere Projekte, und verbreiten die auf vielerlei Weisen.

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Charmantes Unikat? – Ein kleines Porträt über den Campus an der Regensburger Straße 160

Die Sanierungsarbeiten sind in vollem Gange, wie schon dieses Schild verrät. Foto: Matthias Marx

„Ich studiere Lehramt am Campus an der Regensburger Straße in Nürnberg.“ – Viele Studierende sehen mich nach dieser Aussage meist fragend an. Wenn ich dann weiter ausführe, dass dies die frühere EWF (Erziehungswissenschaftliche Fakultät) ist, haben zumindest schon einige davon gehört. Dennoch: Der Campus ist eher unbekannt, wirkt manchmal wie ein kleines, schnuckeliges sowie verstecktes Dorf zwischen all den beeindruckenden und imposanten Departments der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Am Campus tummeln sich vor allen Dingen Lehramtsstudenten des Grund- sowie Mittelschullehramts. Ab und zu trifft man auch angehende Realschul- und Gymnasiallehrer. Kurzum: Die Lehrer von morgen sind hier größtenteils unter sich. Vielleicht auch deswegen haben viele Studierende anderer Fachrichtungen noch nicht viel von der ehemaligen EWF gehört. Grund genug, den Campus mit all seinen charakteristischen und teils originellen Facetten vorzustellen!

Beginnen will ich mit einer absoluten Einmaligkeit: Die Studenten haben an diesem Standort den Luxus, eine Veggie-Mensa an ihrem Studiums-Ort vorzufinden. In der „St.Paul – Veggie Zone“ gibt es die ganze Woche über Vegetarisches sowie Veganes, was nebenbei bemerkt auch noch sehr gut schmeckt! Aber auch für alle Fleisch-Liebhaber findet in der großen Mensa am Campus ein vielfältiges Speiseangebot, das vom stets gut gelaunten Mena-Chef Herr Söllner alias „Campus-Legende“ und seinem Küchenteam täglich frisch zubereitet wird.

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Wenn das Wetter uns hängen lässt – Regenflucht ins Germanische Nationalmuseum

Foto: Susanne Krüger

Endlich sind Semesterferien. Wir wollen uns ja nicht beklagen, bis vor einer Woche war traumhaftes Sommerwetter, aber in den letzten Tagen meint es Petrus nicht gut mit uns. Herbststimmung kommt auf und der Regen zwingt ja förmlich dazu, sich statt dem Freibad den Hausarbeiten zu widmen. Trotzdem braucht man manchmal auch eine Pause vom Bücher Wälzen und Skripte Lesen. Deshalb haben wir eine wetterfeste Möglichkeit gesucht, uns ein bisschen vor der Arbeit zu drücken. Lateinische Quellen liest man ja im Museum viel lieber als für die eigene Hausarbeit.

 Das GNM – Ein kleiner Ausflug in die Geschichte

1852 wurde das Germanische Nationalmuseum vom fränkischen Juristen Hans Freiherr von und zu Aufseß in Dresden gegründet, nur um es dann im folgenden Jahr in Nürnberg zu eröffnen. Bis zur Reichsgründung 1871 wünschte sich ein großer Teil der deutschen Bevölkerung einen einheitlichen deutschen Staat. Durch diesen erhoffte man sich die gleichberechtigte Gewähr von Bürgerrechten für alle Deutschen. Das bringt auch die Nationalhymne mit dem Dreiklang Einigkeit und Recht und Freiheit zum Ausdruck. Zuvor sah man sich in den vielen verschiedenen deutschen Staaten individuellen monarchischen Rechtssystemen ausgesetzt, die durch hohe Zollauflagen die Wirtschaft, durch Zensur und Gängelung aber auch einen Austausch im Dienste von Forschung und Wissenschaft behinderten. Zu sehr fürchteten die Monarchien ihren Fall durch einen Einheitsstaat.

Nachdem die Revolution 1848 nicht zur Einheit der Deutschen in einer Nation führte, wich man vielerorts auf das Betonen einer kulturellen und sprachlichen Einheit aus. Dieser Geist einer germanistischen Kultur über Ländergrenzen hinweg prägte auch die Gründung des GNM. Ehrgeiziges Ziel war es, das gesamte Quellenmaterial zur deutschen Geschichte zu verzeichnen. Das für alle zugängliche Wissen über die eigene Vergangenheit sollte das Nationalbewusstsein stärken. Natürlich konnte Aufseß sein Ziel einer allumfassenden Sammlung nicht erreichen, trotzdem prägte diese Idealvorstellung kulturhistorische Museen der damaligen Zeit.

Als Grundstock brachte Aufseß eine große private Sammlung mit, die zuerst im Turm des Tiergärtnertors zu sehen war. Schon 1857 erkannte auch der Monarch Max II. von Bayern die Bedeutung von Aufseß‘ Idee und bestimmte das ehemalige Nürnberger Kartäuserkloster als zukünftigen Sitz des Museums. Das Kloster wurde im Spätmittelalter erbaut, aber schon 1525 im Zuge der Reformation geschlossen. Als das Museum dort einziehen wollte, musste das Kloster zuerst sehr aufwändig renoviert werden, davon zeugen auch einige Fotos im GNM. Immer wieder wandte sich Aufseß für solche Vorhaben an die Bevölkerung und rief zu Spendenaktionen für sein Museum auf. Heute sind einige Teile des alten Klosters sehr gelungen mit dem Museumsneubau kombiniert und schaffen eine beeindruckende Atmosphäre aus alt und neu.

Bei den Luftangriffen auf Nürnberg 1943-1945 wurde das Museum stark beschädigt. Zwar ließen die Nazis Teile des Bestands zuvor auslagern, doch gerade fest eingebaute Exponate, wie die Zimmer aus verschiedenen Epochen, wurden größtenteils zerstört. Übrigens: Zwischen den Nazis und dem Museum schien es einige Differenzen zu geben. Zwar setzte die Museumsleitung einige Anordnungen der NSDAP um, doch Hitler selbst stattete dem bedeutenden Museum nie einen Besuch ab. Das scheint verwunderlich, bedenkt man die wichtige Rolle, die er der Stadt Nürnberg beimaß.

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Reinhören lohnt sich!

Der Nürnberger Hauptbahnhof lädt aktuell zum Lauschen ein. Foto: Susanne Krüger

Nicht erst seit Netflix und Co. wissen wir: Studenten können wahre Serien- und Film-Junkies sein. Gebannt werden in einer Nacht ganze Staffeln geschaut, sehnsüchtig wird die Veröffentlichung der Fortsetzungen erwartet. Wieso kommen die neuen Folgen eigentlich immer zur Prüfungsphase?

Besonders, wenn man Filme nicht in ihrer Produktionssprache schaut, steht man bei einer Frage oft wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg: Woher kenne ich diese Stimme? Je mehr Filme oder Serien man schaut, je mehr Hörbücher man hört, desto öfter denkt man sich: die Stimme kenne ich doch irgendwoher! Es sind längst nicht alle Film-Stimmen so bekannt, wie die von Forrest Gump. Und genau genommen ist es ja auch nicht die Stimme von Forrest oder von dessen Schauspieler Tom Hanks, sondern vom viel unbekannteren Synchronsprecher Arne Elsholtz, der vor einem Jahr verstarb. Trotzdem denkt man sich noch heute, wenn die Werbung des Black Forest-Mineralwassers im Radio läuft: Ah ja, das Wasser mit dem Forrest-Gump-Werbespot. Arne Elsholtz war wohl einer der bekanntesten seiner per definitionem sehr anonymen Zunft. Millionen von Deutschen können seine Stimme im Schlaf Tom Hanks zuordnen. Wie der Mann hinter der Stimme aussieht, weiß kaum jemand.

Das Projekt macht das Warten auf verspätete Züge am Nürnberger Hauptbahnhof erträglicher. Foto: Susanne Krüger

Der Berliner Fotograf Marco Justus Schöler hat das Projekt „Faces Behind The Voices“ auf die Beine gestellt. Namenhafte Firmen aus der Film- und Hörbuchbranche wie z.B. Audible, aber auch die Deutsche Bahn beteiligen sich und unterstützen die interaktive Bahnhofsausstellung. Ziel ist es, Licht ins Dunkel der Synchronsprecher zu bringen, die Gesichter hinter den Stimmten zu zeigen. Genau passend zur Verlängerung der Baustellenarbeiten zwischen Erlangen und Nürnberg macht dieses Projekt das Warten auf verspätete Züge am Nürnberger Hauptbahnhof erträglicher. Direkt in der Haupthalle vor der Bahnhofsbuchhandlung sind große schwarze Stellwände installiert. Sie zeigen Bilder von Menschen, die den meisten Passanten absolut unbekannt sind. Jeder der Abgebildeten könnte neben einem in der verspäteten S-Bahn sitzen und so lange er oder sie nicht den Mund auf macht, wären sie absolut anonym. Würde einer von ihnen sich einen Spaß erlauben, hätte man auf ein mal Homer Simpson neben sich oder zum Beispiel Claire Underwood, Dexter, Spider Man oder Minerva McGonagall. Neben jedem Portrait befindet sich ein Kopfhörer und man kann Hörproben der jeweiligen Person hören. Zuerst darf um die Filmidentität gerätselt werden und am Schluss folgt dann die Auflösung.

Wer in Eile ist oder noch nicht genug hat, kann sich sogar einen interaktiven Bildband zur Ausstellung kaufen, eine App gibt es auch.

Eine super Möglichkeit, endlich zu erfahren, wer die Serienhelden im Deutschen spricht. Und dazu noch eine gute Überbrückung für lästige Zugausfälle.

Susanne Krüger