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My first year in Germany

Nuremberg is not as crazy as Hanoi or New York – but a perfect place to calm down. Photo: Anh Tran

It’s been almost one year since I came to Germany to do my master program. By now I can get around the city central without having to look at Google map. One year may not be enough time to explore every place in Nürnberg, but I can get the hang of it. I have established some daily routine, where to buy grocery, my favorite route to the Uni and to my student job. Sometimes, I venture on a new way back home and then congratulate myself for being so adventurous.

A lot people asked me: Why did I decide to come to Nürnberg? And I always give the same answer. I got accepted into FAU and it seems like a nice city, very peaceful. Nürnberg may not be as glamorous as New York, or as chaotic and crowded as my home city, Hanoi. It is peaceful in a sense that I can take my time walking around without being pushed by people. I see greens in the parks and on my way to Uni. I can let my mind wander without being bombarded by ads and flashing billboards.

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Ein Besuch im Kaffeehausladen

Wiener Kaffeehauskultur mitten in Nürnberg. Foto: Leonie Kästner

Ein kleines Stück des legendären Glanzes der Wiener Kaffeehauskultur mitten in Nürnberg? Hinaus in die Öffentlichkeit, unter Menschen und sich doch so fühlen, als befände man sich gemütlich Daheim? Ja, das ist möglich und zwar im sogenannten Kaffeehausladen, in der Wielandstraße 37, geöffnet Montag bis Freitag 10.00-19.00 Uhr und Samstag 10.30-18.00.

Gegründet von Rose Marie Bayer in der Tradition der Kaffeehäuser befindet sich seit mittlerweile elf Jahren in einer ruhigen Nebenstraße, bei guten Wetter lässt es sich an kleinen Tischen draußen am Gehweg sitzen – was mit Kuchen und Getränken platztechnisch eine Herausforderung sein kann, aber eine, die man gerne löst. Innen erwartet einen eine bunte Mischung aus Tischen, Stühlen, Sesseln und Sofas, eng beieinander stehend, überall verschiedene Stoffe, Holz und Metall. Rechts vom Eingang lädt eine Theke mit Vitrine und ein Regal, in dem unter Kuchenglocken süße Köstlichkeiten auf einen warten, zum probieren ein. Alles selbstgebacken. Wir entscheiden uns an diesem Tag für einen Himbeerkuchen, ohne Gelantine hergestellt war er oben ein wenig weich und, wie wir nach dem ersten Bissen feststellten, sehr lecker. Dazu einen Tee, der mit Kandis in einer kleinen Zuckerdose gereicht wird, und das Kaffeehaus Spezial, das mit 4,50€ zwar ein wenig teurer ist, aber eine Tipp für alle, die sich nicht zwischen Kaffee und heißer Schokolade entscheiden wollen – „Eine feine Mischung aus handgerührter Schokolade, Espresso und geschäumter Milch“, wie es in der Speiße- und Getränkekarte heißt. Der Rest befindet sich im mittleren Preissegment. Zufälligerweise haben wir den ersten Eröffnungstag nach zwei Wochen Ferien erwischt, weswegen es noch recht ruhig war und das Wohnzimmergefühl stärker.

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Das Revival der 68er im Z-Bau – Gymmick und Ton Steine Scherben

Gymmick (Mitte) und Ton Steine Scherben. Foto: Simeon Johnke

Letzte Wochen haben wir den Z-Bau vorgestellt. Heute wollen wir einen Rückblick auf ein Konzert geben, dass dort stattgefunden hat.

„Träume verwehn, wenn niemand da ist, der sie träumen will.“ schrieb Rio Reiser einst. Schon in seiner Jugend war Liedermacher Tobias Hacker, alias Gymmick, großer Rio-Fan, erklärt mir sein alter Schulfreund. Während wir vor den Türen des Z-Baus auf den Fortgang des nostalgischen Konzerts warten, sagt er freudig: „Es ist so schön ihn dort zu sehen. Jetzt ist er selber Rio!“ Ja, Gymmick hat es zusammen mit den alten Hasen von Ton Steine Scherben geschafft, die 68er in den Herzen der Fans wieder zu entflammen.  Die alten Hasen, das sind Bassist Kai Sichterman, der schon 1970 Gründungsmitglied der Band war, und „Funky“ Klaus Götzner, der vier Jahre später dazu stieß.

Ton Steine Scherben war in den 70er und 80er Jahren eine der ersten links-kritischen Rockbands in Deutschland und ist bis heute einer der wichtigsten Vertreter der Szene. Neben Musikern aus den USA, wie Jimmy Hendrix, den Rolling-Stones oder Deep Purple stellten sie das deutsche Äquivalent einer pazifistischen und antikapitalistischen Bewegung dar. Die Häuserbesetzung und der zivile Ungehorsam gehörten für die Gruppe aus Berlin zur Tagesordnung. Mit Liedern, wie „Mein Name ist Mensch“ oder „Keine Macht für Niemand“ fanden ihre Ideale einen Weg in die Herzen der Menschen.

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Mit der Kulturkarte durch Nürnbergs Museen

Eindrücke aus dem Tucherschloss. Foto: Leonie Kästner

Die vorlesungsfreie Zeit ist eine gute Möglichkeit wenigstens ein paar der Dinge durchzuführen, zu denen man zwischen Seminaren und Vorlesungen nicht gekommen ist. Egal wie viele Verpflichtungen auf einen warten, manche Tage sollten sich trotzdem anfühlen wie Sommerferien. Zu den erwähnten „Dingen“ gehörte unsererseits eine Museumstour durch Nürnberg, mit der Kulturkarte im Geldbeutel, die man, insofern an einer Universität immatrikuliert, für 5 Euro kaufen kann und die einem ein Kalenderjahr über freien Zutritt zu vielen Museen der Stadt gewährt.

Die erste Station der Tour an diesem Tag war das Tucherschloss und der Hirsvogelsaal, unweit vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften entfernt. Erbaut wurde die „steinerne Behausung“, wie es eigentlich anstelle von Schloss heißen sollte, 1533 bis 1544, im Zweiten Weltkrieg wurde es es zu großen Teilen zerstört und dann zwei Jahre lang ab 1967 wiederaufgebaut. Da es nur noch zehn Minuten bis zur „Kostümführung“ um 14.00 Uhr dauerte, meldeten wir uns zu einem Aufpreis von 2 Euro an. Letztendlich waren wir zwei die Einzigen, die daran teilnahmen, wodurch sich das Gefühl einer Privatführung einstellte. Wir folgten „Katharina Tucher“, deren Vermögen entscheidend für den Bau gewesen war, von Raum zu Raum, rätselten über Blumensymbolik und setzten uns an die gedeckte Hochzeitstafel im zweiten Stockwerk, wo wir, den Schildchen nach zu urteilen, in die Rollen des Bräutigams und seines Bruders schlüpften. Es ging die Wendeltreppe hinauf und hinunter – einmal hätten wir „Katharina“ beinahe verloren, weil wir ein paar Momente zu lang in ein Gemälde versunken gewesen waren. Wir fanden uns wieder – und hinaus ging es in den Innenhof und Garten. Dort befindet zurzeit eines der Open Air Kinos der Stadt, weswegen wir über Kabel steigen mussten und vorbeigingen an Leinwand und Reihen an Gartenstühlen. Der Garten lädt zum picknicken ein und scheint ein großartiger Ort zu sein, um sich vom ganzen Studieren und Arbeiten nebenan eine kleine Pause zu gönnen. Apfelbäume, Pavillon, Sitzgelegenheiten. In der Hitze ging es zügig hinein in den kühlen Hirsvogelsaal, der ebenfalls ein Blick wert ist. Hier endete nach rund eineinhalb Stunden der Rundgang, der Spaß mit Wissen vermischte, „Katharina“ verschwand, um sich die Kopfbedeckung herunterzureißen und wieder ein Mensch des 21. Jahrhunderts zu werden.

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