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Leben mit sozialen Phobien – Wie sehen Alltag und Studium für eine Betroffene aus? Teil 2

Einfach nur raus. Foto: Susanne Krüger

Teil 1 unseres Berichts findet ihr hier.

Etwa fünf bis zehn Prozent der Deutschen leiden an einer sozialen Phobie. Am häufigsten ist das Krankheitsbild bei Männern und Frauen zwischen 18 und 34 Jahren. Auch an deutschen Universitäten sind viele Studenten Sozialphobiker. Aufgrund des Krankheitsbildes fällt das kaum auf und die Betroffenen werden meistens nur als introvertiert wahrgenommen. In 80% der Fälle hilft ihnen eine Verhaltenstherapie. Doch oft ist der tatsächliche Entschluss dazu schwer. Zu groß ist die Angst davor, was andere darüber denken könnten.

Die FAU bietet ihren Studenten Möglichkeiten zur psychologischen Betreuung durch ausgebildetes Fachpersonal. Die psychosoziale Beratungsstelle kann eine erste Anlaufstelle sein, wenn soziale Ängste unüberwindbar scheinen und Betroffene immer mehr einengen. Aber wie sieht eigentlich der Studienalltag mit einer sozialen Phobie aus? Eva* macht gerade an der Philosophischen Fakultät der FAU ihren Master und kämpft seit der Pubertät mit sozialen Ängsten.

Wie sieht dein Uni-Alltag mit einer Angststörung aus?

Auf den ersten Blick wahrscheinlich ganz normal. Ich bin meistens alleine unterwegs, weil es mir schwer fällt, aktiv Anschluss zu suchen. Schwierig wird es für mich erst, wenn konkret andere Leute ins Spiel kommen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, in Vorlesungen zu gehen oder Klausuren und Hausarbeiten zu schreiben. Dafür hasse ich Seminare und Übungen, die von Diskussionen leben. Oft vermute ich, eine Antwort zu wissen, kann sich aber nicht sagen, weil ich so Angst habe, falsch zu liegen. Wenn ich doch mal etwas sage, verspreche ich mich viel und mache Grammatikfehler. Das ist mir immer besonders unangenehm, weil ich darauf normalerweise viel Wert lege.

Für mich ist es auch schwer, nach etwas zu fragen. Zum Beispiel als Ersti, als ich noch nicht kapiert hatte, wie die Bib funktioniert, an welchem Schalter man Bücher bekommt, wo man zahlen muss und für was die Info dann noch da ist. Ich war ein Jahr lang überhaupt nicht in der Bib, bis mir jemand alles ganz genau erklärt hatte. Bei vielem habe ich auch gelernt, mir kleine Vermeidungsstrategien zurecht zu legen: wenn eine Tür nicht mit „Drücken“ oder „Ziehen“ beschriftet ist, warte ich so lange davor und tue beschäftigt, bis jemand anders sie öffnet und ich danach weiß, in welche Richtung sie auf geht. Wenn ich zu früh in einem Raum bin, benutze ich das Handy, damit kein peinliches Schweigen entsteht. In der Woche vor Veranstaltungsbeginn gehe ich in die Uni und suche schon mal alle Räume, in denen ich Veranstaltungen habe, damit ich in der ersten Woche

nicht zu spät komme oder einen Raum nicht finde. Alles in allem kann man wohl sagen, dass ich sehr viel Zeit in meinem Uni-Alltag damit verbringe, minutiös zu versuchen, jeden Fehler zu vermeiden.

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Von Präzisionssägen, Mikro-CT und Klimawandel: Einblicke in das Masterprogramm Paläobiologie

Dr. Emilia Jarochowska während einer Feldstudie. Fotorechte: Emilia Jarochowska

Für unseren Blog interviewe ich heute Frau Dr. Emila Jarochowska und verschaffe mir einen Einblick in das neue internationale Masterprogramm Paläobiologie innerhalb der Geowissenschaften. Also schnell noch den kalten Kaffee hintergestürzt, der ohnehin schon zu lange neben meiner Arbeit stand, und rein in eine mir unbekannte Welt. Als Sozial- und Rechtswissenschaftler drehen sich die alltäglichen Fragen nämlich eher um politische Systeme und internationale Streitbeilegung, weniger um Präzisionssägen und den Klimawandel. Denn, so sollte ich gleich erfahren, dass sind nur einige Themen, mit denen sich die Paläontologen der FAU befassen müssen.

Von Gotland zum Intergovernmental Panel on Climate Change: Erlanger Paläobiologen und die Herausforderungen unserer Zeit

Dr. Emilia Jarochowska empfängt mich in einem der zahlreichen Gebäude, die die Geowissenschaften in Erlangen nutzen. Genauer gesagt in der Loewenichstraße 28. Im Zentrum für Geowissenschaften Nordbayern herrscht reger Betrieb, alle sitzen über Präparaten oder an ihren Monitoren. Bei einer Führung durch die Labore und Arbeitsräume erhalte ich Einblicke in die Welt der Paläobiologen. Und diese Welt hat es in sich, steckt – im wahrsten Sinne des Wortes – voller kleiner Überraschungen. Die Erlanger Paläobiologie ist gerade im Entstehen begriffen und denkt doch schon groß und interdisziplinär. Neben Geowissenschaftlern und Biologen arbeitet man auch mit Materialwissenschaftlern von der Technischen Fakultät zusammen. Und, was auf den ersten Blick verwundern mag, mit Philosophen von der Philosophischen Fakultät, um die gewonnen Erkenntnisse in die Theorien über menschliches Sein und gesellschaftlicher Zusammenleben zu übersetzen. Vereinfacht gesagt beschäftigt sich die Paläobiologie mit dem Entstehen, Bestehen und Vergehen von Ökosystemen. Auch im 21. Jahrhundert fehlt es überall zu diesen Themen noch an Daten, um bspw. beschädigte Ökosysteme zu stützen und wiederherstellen zu können. Der Schritt zur Problematik globaler Klimaveränderungen ist somit nur ein kleiner. Das Institut von Prof. Dr. Kiessling hat es sogar geschafft, dass die noch junge Disziplin vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) als eigenständige Disziplin in dessen Arbeit zur Klimaerwärmung aufgenommen wurde. Man darf dies wohl zurecht als Ritterschlag für die Arbeit der Paläobiologen bezeichnen.

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Auslandssemester in Kanada, einem Land mit Trimestern und fünf Jahreszeiten – Teil 1

Wer findet Julia?

Québec ist die größte Provinz Kanadas mit dem größten frankophonen Bevölkerungsanteil. Mit dem Direktaustausch-Programm Kanada PÉÉ (Programme d’Échanges Étudiants) des BCI (Bureau de coopération interuniversitaire) können Studierende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nach Québec reisen, um dort zu studieren und ihr Französisch zu verbessern. Leider ist dieses Austauschprogramm an der FAU bei weitem nicht so bekannt wie viele andere. Höchste Zeit, dass sich das ändert! Wir haben uns mit zwei Studierenden getroffen, die jüngst am Québec-Austauschprogramm teilgenommen haben und erst vor wenigen Monaten wieder an die FAU zurückgekehrt sind. Julia Appel und Felix Ernst haben uns von ihren Eindrücken und Erfahrungen in Sherbrooke bzw. Montréal berichtet. Im folgenden Interview könnt ihr zunächst einiges über Julias Auslandssemester in Sherbrooke erfahren. Wie Felix seine Zeit in Montréal verbracht hat, berichten wir ebenfalls in einigen Tagen und auch dieses Interview solltet ihr nicht verpassen.

Hallo, Julia! Kannst du dich kurz vorstellen?

Julia: Sehr gerne. Ich bin Julia, bin 22 Jahre alt, studiere Romanistik und Pädagogik an der FAU im Bachelor und war im letzten Herbst und Winter, also in meinem 5. Fachsemester, für ein Trimester (das Semester ist dort in drei Blöcke aufgeteilt) in Québec an der Université de Sherbrooke.

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„If I can make it here, I can make it anywhere – It´s up to you, New York“

Ein Teil der FAUMUN-Delegation in der General Assembly Hall der UN in New York. Foto: FAUMUN

New York – eine Stadt deren Name auch heute noch Sehnsüchte hervorruft. Die Stadt der Träume, die niemals schläft. Hohe Gebäude, interessante Menschen und scheinbar unendlich viele Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Wer träumt nicht davon, einmal an der Fifth Avenue an den vielen Einkaufsläden vorbeizuschlendern, im Central Park sein Lunch zu essen, Teil des Gewusels auf den Straßen zu werden, im schicken Anzug seinen Kaffee zu bestellen und in einem dieser wunderhohen Wolkenkratzern zu arbeiten?

Dieses Jahr haben sich wieder 20 Studenten der FAU im Rahmen des FAUMUN-Projekts diesen Traum erfüllt. Sie waren Teil der größten UN-Simulation NMUN weltweit, bei welcher sie mit über 6.000 Studenten aus aller Welt Koalitionen geschmiedet, Resolutionen erarbeitet und Reden verfasst haben. 5 Tage harte Arbeit vor Ort, die aber reichlich belohnt wurden: Denn dieses Jahr brachte FAUMUN den „Outstanding Delegation Award“ mit nach Hause, der einem ersten Platz entspricht. Um zu erfahren, wie es dazu kam, wie die Vorbereitungen zu diesem Erfolg aussahen und was für Eindrücke die Studenten aus New York mitgebracht haben, habe ich mich mit Richard Endörfer getroffen, der Projektleiter von FAUMUN ist.

Eine UN-Simulation in New York: Was genau ist das und wie darf man es sich das vorstellen?

Seit über zehn Jahren nimmt die FAU jedes Jahr im Rahmen des FAUMUN-Projekts an der größten UN-Simulation NMUN in New York teil. Dort treffen sich 6000 Studenten aus über 400 Universitäten der gesamten Welt und simulieren in verschiedenen Organen der Vereinten Nationen die Arbeit dieser. Jede Universität vertritt meistens als Delegation ein Land in den verschiedenen Organen, in welchem es auch in „echt“ vertreten ist:  z.B. im Sicherheitsrat, im UN-Flüchtlingswerk oder der Generalversammlung.

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