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Auslandssemester in Kanada, einem Land mit Trimestern und fünf Jahreszeiten – Teil 1

Wer findet Julia?

Québec ist die größte Provinz Kanadas mit dem größten frankophonen Bevölkerungsanteil. Mit dem Direktaustausch-Programm Kanada PÉÉ (Programme d’Échanges Étudiants) des BCI (Bureau de coopération interuniversitaire) können Studierende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nach Québec reisen, um dort zu studieren und ihr Französisch zu verbessern. Leider ist dieses Austauschprogramm an der FAU bei weitem nicht so bekannt wie viele andere. Höchste Zeit, dass sich das ändert! Wir haben uns mit zwei Studierenden getroffen, die jüngst am Québec-Austauschprogramm teilgenommen haben und erst vor wenigen Monaten wieder an die FAU zurückgekehrt sind. Julia Appel und Felix Ernst haben uns von ihren Eindrücken und Erfahrungen in Sherbrooke bzw. Montréal berichtet. Im folgenden Interview könnt ihr zunächst einiges über Julias Auslandssemester in Sherbrooke erfahren. Wie Felix seine Zeit in Montréal verbracht hat, berichten wir ebenfalls in einigen Tagen und auch dieses Interview solltet ihr nicht verpassen.

Hallo, Julia! Kannst du dich kurz vorstellen?

Julia: Sehr gerne. Ich bin Julia, bin 22 Jahre alt, studiere Romanistik und Pädagogik an der FAU im Bachelor und war im letzten Herbst und Winter, also in meinem 5. Fachsemester, für ein Trimester (das Semester ist dort in drei Blöcke aufgeteilt) in Québec an der Université de Sherbrooke.

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„If I can make it here, I can make it anywhere – It´s up to you, New York“

Ein Teil der FAUMUN-Delegation in der General Assembly Hall der UN in New York. Foto: FAUMUN

New York – eine Stadt deren Name auch heute noch Sehnsüchte hervorruft. Die Stadt der Träume, die niemals schläft. Hohe Gebäude, interessante Menschen und scheinbar unendlich viele Möglichkeiten, sich selbst zu verwirklichen. Wer träumt nicht davon, einmal an der Fifth Avenue an den vielen Einkaufsläden vorbeizuschlendern, im Central Park sein Lunch zu essen, Teil des Gewusels auf den Straßen zu werden, im schicken Anzug seinen Kaffee zu bestellen und in einem dieser wunderhohen Wolkenkratzern zu arbeiten?

Dieses Jahr haben sich wieder 20 Studenten der FAU im Rahmen des FAUMUN-Projekts diesen Traum erfüllt. Sie waren Teil der größten UN-Simulation NMUN weltweit, bei welcher sie mit über 6.000 Studenten aus aller Welt Koalitionen geschmiedet, Resolutionen erarbeitet und Reden verfasst haben. 5 Tage harte Arbeit vor Ort, die aber reichlich belohnt wurden: Denn dieses Jahr brachte FAUMUN den „Outstanding Delegation Award“ mit nach Hause, der einem ersten Platz entspricht. Um zu erfahren, wie es dazu kam, wie die Vorbereitungen zu diesem Erfolg aussahen und was für Eindrücke die Studenten aus New York mitgebracht haben, habe ich mich mit Richard Endörfer getroffen, der Projektleiter von FAUMUN ist.

Eine UN-Simulation in New York: Was genau ist das und wie darf man es sich das vorstellen?

Seit über zehn Jahren nimmt die FAU jedes Jahr im Rahmen des FAUMUN-Projekts an der größten UN-Simulation NMUN in New York teil. Dort treffen sich 6000 Studenten aus über 400 Universitäten der gesamten Welt und simulieren in verschiedenen Organen der Vereinten Nationen die Arbeit dieser. Jede Universität vertritt meistens als Delegation ein Land in den verschiedenen Organen, in welchem es auch in „echt“ vertreten ist:  z.B. im Sicherheitsrat, im UN-Flüchtlingswerk oder der Generalversammlung.

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Spielend fürs Leben lernen

Die FAUMUN-Delegation vor dem UN-Gebäude. Foto: FAUMUN

Vor über einem Jahr hatte ich eines der anstrengendsten und herausfordernsten Semester meiner Studienlaufbahn. Doch es war auch das erlebnissreichste, spannendste und lehrreichste und ich bin mir sicher, auch nach meinem Studium noch viel daraus mitzunehmen. Was war im Semester vor einem Jahr so anders als in allen anderen? Zu einem sehr großen Teil meine Teilnahme am FAUMUN-Projekt 2015/16. Ein Jahr später – etwas melancholisch und heimlich still und leise konstant den Erfolgen der neuen Delegation 2017 folgend – traf ich mich mit Richard Endörfer, nicht nur um in Erinnerungen zu schwelgen, sondern auch um FAUMUN mal aus der Sicht des Projektleiters kennenzulernen.

Was genau ist FAUMUN?

Erstmal zur hochoffiziellen Erklärung: FAUMUN ist ein Projekt, das am Zentralinstitut für Wissenschaftsreflektion und Schlüsselqualifikationen angesiedelt ist. Es geht um die Simulation der Vereinten Nationen auf verschiedenen Planspielebenen mit dem großen Ziel erfolgreich an der größten UN-Simulation weltweit teinzunehmen: Der NMUN in New York. Über 6000 Studierende aus über 400 Universitäten der gesamten Welt kommen dort zusammen und simulieren in verschiedenen Organen der Vereinten Nationen – zum Beispiel im Sicherheitsrat, der Generalversammlung oder dem UN-Flüchtlingswerk – die Arbeit dieser.

Es werden Resolutionen geschrieben und Koalitionen geschmiedet. Die FAU ist hierbei mit der FAUMUN-Delegation nun seit zehn Jahren erfolgreich vertreten und man kann sich jedes Jahr im Sommerrsemester hierfür bewerben. Mit etwas Glück wird man nach erfolgreicher Bewerbung Teil der FAUMUN- Delegation und bereitet sich mit Hilfe eines Vorbereitungssemesters auf diese große Konferenz vor.

Ein Semester Vorbereitung? Ist das wirklich nötig?

Vielleicht fragt ihr euch jetzt: Braucht man wirklich ein ganzes Semester um das zu lernen? – Oooooh jaa!! Richard hat Recht, wenn er sagt, dass es viel Hintergrundwissen und Sicherheit benötigt, um vor über vierhundert Leuten eine Rede in New York  halten zu können. Die kriegt man – so blöd das jetzt klingen mag – nur durch üben, üben, üben hin. Als ehemalige Delegierte kann ich ihm da nur zustimmen. Mithilfe von Redetraining, Verhandlungstraining und dem Erlernen der Geschäftsordnungsregeln der Vereinten Nationen wird man genau darauf vorbereitet. Und ganz unter uns: Bis man die Geschäftsordnung der Vereinten Nationen richtig verstanden hat, braucht es eine Weile: Denn die sind wirklich kompliziert und man will sich ja auf den Konferenzen nicht blamieren.

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iGem: Bringen künstliche Muskeln Gold in Boston?

Alena und Steffen sind Teil des FAU-Teams, dass sich auf den iGem-Wettbewerb vorbereitet. Foto: Milena Kühnlein

Die Köpfe der Teilnehmer des iGem-Wettbewerbs (International Genetically Engineered Machine) dürften momentan schon ordentlich rauchen. Der Wettbewerb auf dem Gebiet der Synthetischen Biologie ist derzeit nämlich schon im vollen Gange. Über den Sommer hinweg arbeiten Teams an eigenen Projekten, um diese im Herbst beim finalen Zusammentreffen aller Teams in Boston (USA) vorzutragen. Sinn und Zweck des Wettbewerbs ist, dass Studenten reale Probleme mit genetisch technisierten biologischen Systemen lösen. Die Teams werden dazu ermutigt, die komplette Planung, Finanzierung und Ausarbeitung selbst in die Hand zu nehmen und dabei auch nachhaltige Auswirkungen in Betracht zu ziehen. Auch die FAU Erlangen-Nürnberg stellt ein Team mit dem Ziel der Entwicklung neuer verträglicher Gewebeklassen für den Einsatz als künstliche Muskeln in Robotik und Medizin. Alena Poander und Steffen Docter sind Teil des FAU-Teams.

Alena, wie bist Du als Geisteswissenschaftlerin auf die Idee gekommen, bei diesem Projekt mitzumachen?

Alena: Das Ganze ist ein Wettbewerb der synthetischen Biologie, bei welchem Studenten aus ganz verschiedenen Fachbereichen mitmachen. Natürlich sind viele Chemiker, Mediziner, Biologen und Studenten der Molecular Science dabei. Ich wurde darauf aufmerksam, weil meine Cousine bereits mitgemacht hat. Es braucht auch Leute, die den Social Media Bereich, das Marketing und andere Bereiche übernehmen. Ich persönlich bin für das Teilprojekt „Human Practice“ zuständig.

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