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„Verwachen“ – das neue Stück der Studiobühne Erlangen

Verwachen. Udo sitzt fest wie ein Fisch auf dem Trockenen (Grafik: Studiobühne Erlangen e.V.)

Es ist mal wieder so weit: zwei Studenten der FAU haben bei der Studiobühne Erlangen ein neues Stück auf die Beine gestellt. Ein Stück, das mal ein brisantes Thema aus einer anderen Perspektive bearbeitet. Denn wer kennt sie nicht: Filme, in denen jemand im Koma liegt und die tragische Geschichte aus dem Blickwinkel der Angehörigen erzählt wird. Doch wie geht es dem im Koma liegenden? Es heißt ja, dass Koma-Patienten immer noch das um sie herum Geschehende wahrnehmen und hören. Doch wie sieht es mit dem Zeitgefühl aus und wie fühlt es sich an im eigenen Kopf gefangen zu sein?

All das sind Fragen mit denen sich die beiden kreativen Köpfe Laura Eyselin und Constantin Schmitz in ihrem Stück auseinandersetzen und bearbeiten. Weiterlesen

Eindrücke vom 20. internationalen figuren.theater.festival

Tänzerinnen in „Die zweite Realität“ (Foto: Anna Appel)

Was haben Augenbinden, Kinderstimmen, Wackersteine, Infrarot-Handschuhe, Puppen, Backpapier, verschiedenes Obst und Gemüse und ein nackter Hintern gemeinsam? Keine Ahnung? Die richtige Antwort lautet: Sie alle können zu Objekten des Figurentheaters werden. Das und vieles mehr konnte man beim Besuch des 20. internationalen Figurentheaterfestivals erfahren, das vom 19. bis zum 28. Mai unter anderem in Erlangen stattfand. Ein paar Eindrücke von drei verschiedenen Aufführungen der letzten Tage sollen euch einen Einblick in das Festival bieten, das alle zwei Jahre etliche Besucher im Raum Erlangen, Nürnberg, Fürth, Schwabach anzieht. Nun also ein Rückblick auf „Blind Cinema“ von Britt Hatzius (Deutschland/Großbritannien) im Manhattan-Kino in Erlangen, „Die zweite Realität“ von Meinhardt/Krauss/Feigl (Deutschland) in der Tafelhalle in Nürnberg und zu guter Letzt auf den „Puppetry Slam im Künstlerhaus im KunstKulturQuartier in Nürnberg.

„Blind Cinema“
Im Foyer des Manhattan-Kinos in Erlangen drängen sich die Menschen am Montag, den 22. Mai um 16 Uhr dicht an dicht und versuchen, bei der stickigen Luft den Überblick und ihre Theatertickets nicht zu verlieren. Wenige Minuten später werden sie, also wir, in den Kinosaal eingelassen – freie Platzwahl. Die Wahl des Sitzplatzes ist an diesem Tag auch gar nicht wichtig, denn es gibt nicht viel zu sehen, dafür umso mehr zu hören. Wir nehmen also irgendwo Platz und starren auf eine Leinwand, auf der ein weißer Farbklecks auf schwarzem Grund umherirrt. Als die Leinwand weiß wird, werden wir gebeten, die Augenbinden, die uns im Eingangsbereich ausgeteilt wurden, aufzusetzen. Blind im Kino also. Gegenwartstheater schön und gut, aber dafür nun der Eintrittspreis und die dicke Luft im Foyer? Weiterlesen

Tartaros: Heart of Darkness. Ist die Hölle ein Platz auf Erden? Zwei Helden. Ein Fluss. Das Grauen. Und die darin enthaltene Alltäglichkeit.

Die beiden „goldenen“ Helden. Foto: Studiobühne

Mal wieder hat die Studiobühne Erlangen e.V. ein spannendes neues Stück für euch inszeniert. Unter der Regie von Alexander Esswein wird „Tartaros: Heart of Darknessam 24., 25. und 26. Februar um 19.30 Uhr im Saal des Pacelli Haus in Erlangen aufgeführt.  Ich hatte die Ehre, bei der Hauptprobe des Stücks dabei zu sein, mich mit dem Regisseur und Darstellern zu unterhalten und mir für euch einen ersten Eindruck zu verschaffen:

Allein die Hauptgeschichte – zwei Helden steigen hinab in den Tartaros, um sich vor Göttervater Zeus zu bewähren und dort den abtrünnigen Abraxas ausfindig machen, der sich in die Unterwelt begab um eine Fackel am Höllenfeuer zu entzünden, jedoch niemals zurückkehrte – ist spannend genug. Denn griechische Heldenepen haben doch immer ihren Reiz, vor allem wenn es um die mystische dunkle Unterwelt geht.

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„Shared Stories – Shared Lives“ – Theater verbindet Geflüchtete und Studierende an der FAU

Während einer Probe von ‚Shared Stories – Shared Lives‘. Foto: Beatrice Müller

Zehn junge Menschen haben am 15. Dezember 2016 gemeinsam ein Theaterstück aufgeführt. Sie sind großgeworden in verschiedenen Ländern, sprechen verschiedene Sprachen, entstammen verschiedenen Kulturen. Doch dies verbindet sie alle: Sie leben im Raum Erlangen und hatten mit ihrem Theaterprojekt ein gemeinsames Ziel vor Augen. Die zehn jungen Menschen, das sind Geflüchtete und Studierende der FAU. Im Pacelli-Haus in Erlangen haben sie Großartiges auf die Beine gestellt. „Shared Stories – Shared Lives“ nannte sich ihr Projekt, bei dem sie selbst erarbeitete Sketche aufführten, um den Alltag der Geflüchteten in Deutschland zu thematisieren. Beatrice Müller, Masterstudentin der Soziologie, Mitbegründerin und Referentin des Referats der Stuve gegen Diskriminierung und Rassismus (AntiDisRa), leitete die Gruppe an und berichtet nun in einem Nachgespräch über einen außergewöhnlichen Theaterabend.

Beatrice Müller, konnten Sie Ihr Projekt gemeinsam mit den jungen Geflüchteten und Studierenden erfolgreich über die Bühne bringen?

Beatrice: Der Theaterabend hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir an dem Abend einen „Ansturm“ von über 100 Besuchern verzeichnen würden und das Theaterstück Studierende wie auch viele Nicht-Studierende ansprechen würde.

Wie hat das Publikum auf die Sketche reagiert – eher amüsiert oder nachdenklich?

Beatrice: Die Sketche haben durchwegs viele Lacher an den richtigen Stellen erhalten (lacht) – es ist einfach witzig, wenn ein gebürtiger Syrer einen fränkischen Busfahrer mimt. Die anschließende Rede über Aatefs Flucht und die damit verbundene Diskussion über das Thema „Geflüchtete in Deutschland“ haben uns alle ein wenig nachdenklicher werden lassen und uns noch einmal präsent werden lassen, dass wir das Theaterprojekt nicht nur aus Spaß initiiert haben.

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