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Tartaros: Heart of Darkness. Ist die Hölle ein Platz auf Erden? Zwei Helden. Ein Fluss. Das Grauen. Und die darin enthaltene Alltäglichkeit.

Die beiden „goldenen“ Helden. Foto: Studiobühne

Mal wieder hat die Studiobühne Erlangen e.V. ein spannendes neues Stück für euch inszeniert. Unter der Regie von Alexander Esswein wird „Tartaros: Heart of Darknessam 24., 25. und 26. Februar um 19.30 Uhr im Saal des Pacelli Haus in Erlangen aufgeführt.  Ich hatte die Ehre, bei der Hauptprobe des Stücks dabei zu sein, mich mit dem Regisseur und Darstellern zu unterhalten und mir für euch einen ersten Eindruck zu verschaffen:

Allein die Hauptgeschichte – zwei Helden steigen hinab in den Tartaros, um sich vor Göttervater Zeus zu bewähren und dort den abtrünnigen Abraxas ausfindig machen, der sich in die Unterwelt begab um eine Fackel am Höllenfeuer zu entzünden, jedoch niemals zurückkehrte – ist spannend genug. Denn griechische Heldenepen haben doch immer ihren Reiz, vor allem wenn es um die mystische dunkle Unterwelt geht.

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„Shared Stories – Shared Lives“ – Theater verbindet Geflüchtete und Studierende an der FAU

Während einer Probe von ‚Shared Stories – Shared Lives‘. Foto: Beatrice Müller

Zehn junge Menschen haben am 15. Dezember 2016 gemeinsam ein Theaterstück aufgeführt. Sie sind großgeworden in verschiedenen Ländern, sprechen verschiedene Sprachen, entstammen verschiedenen Kulturen. Doch dies verbindet sie alle: Sie leben im Raum Erlangen und hatten mit ihrem Theaterprojekt ein gemeinsames Ziel vor Augen. Die zehn jungen Menschen, das sind Geflüchtete und Studierende der FAU. Im Pacelli-Haus in Erlangen haben sie Großartiges auf die Beine gestellt. „Shared Stories – Shared Lives“ nannte sich ihr Projekt, bei dem sie selbst erarbeitete Sketche aufführten, um den Alltag der Geflüchteten in Deutschland zu thematisieren. Beatrice Müller, Masterstudentin der Soziologie, Mitbegründerin und Referentin des Referats der Stuve gegen Diskriminierung und Rassismus (AntiDisRa), leitete die Gruppe an und berichtet nun in einem Nachgespräch über einen außergewöhnlichen Theaterabend.

Beatrice Müller, konnten Sie Ihr Projekt gemeinsam mit den jungen Geflüchteten und Studierenden erfolgreich über die Bühne bringen?

Beatrice: Der Theaterabend hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir an dem Abend einen „Ansturm“ von über 100 Besuchern verzeichnen würden und das Theaterstück Studierende wie auch viele Nicht-Studierende ansprechen würde.

Wie hat das Publikum auf die Sketche reagiert – eher amüsiert oder nachdenklich?

Beatrice: Die Sketche haben durchwegs viele Lacher an den richtigen Stellen erhalten (lacht) – es ist einfach witzig, wenn ein gebürtiger Syrer einen fränkischen Busfahrer mimt. Die anschließende Rede über Aatefs Flucht und die damit verbundene Diskussion über das Thema „Geflüchtete in Deutschland“ haben uns alle ein wenig nachdenklicher werden lassen und uns noch einmal präsent werden lassen, dass wir das Theaterprojekt nicht nur aus Spaß initiiert haben.

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„Alice im Wunderland“ als Live-Hörspiel für Groß und Klein an der Studiobühne Erlangen – Ein Interview mit der Regisseurin Nadine Raddatz

Die Grinsekatze darf bei keiner Produktion von „Alice im Wunderland“ fehlen (Bild: Studiobühne Erlangen e.V.)

„Alice im Wunderland“ ist ein Kinderbuch des britischen Schriftstellers Lewis Carroll, das fantasievolle und verrückte Bilder im Kopf unzähliger junger wie alter Leser entstehen lässt. Auch Nadine Raddatz, Masterstudentin der Kunstgeschichte mit Schwerpunkt Museumsarbeit an der FAU, fasziniert dieser Stoff schon seit ihrer Kindheit. Sie ist seit 2011 Mitglied und neuerdings sogar im Vorstand der Studiobühne Erlangen e.V. und hat dort bereits bei 20 Produktionen mitgewirkt. Nun bearbeitet sie „Alice im Wunderland“ in einer neuen, eigenwilligen Form, nämlich als Live-Hörspiel. Am 11., 12. und 13. Januar 2017 finden die Aufführungen von „Alice“ im Saal der Mensa am Langemarckplatz in Erlangen statt. Hier schon einmal ein kleiner Vorgeschmack auf die klangvolle und kunterbunte Inszenierung, welche neben den Schauspieler-Stimmen vor allem von live erzeugten Hintergrundgeräuschen lebt; die selbst ausgedachten Instrumente bringen einen dabei oftmals zum Schmunzeln. Bei einem Besuch im Probenraum der Studiobühne in Dechsendorf beantwortete die Regisseurin Nadine Raddatz einige spannende Fragen zu ihrer neuen Produktion.

Hallo, Nadine! Du bereicherst das Team der Studiobühne Erlangen schon seit einigen Jahren und bist als Schauspielerin, aber auch als Regisseurin und in den Bereichen Kostüm und Maske aktiv. Warum nun das bekannte Werk „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll?

Nadine: Ich habe „Alice“ ja schon einmal an der Studiobühne inszeniert: „Alice D“. Allerdings war es damals eine andere Interpretation des Stoffes, die mehr auf die hineininterpretierte psychologische Tiefe abgezielt hat. Alice hat psychische Probleme, ist auf einem Trip und ziemlich abgedriftet. Dieses Mal wollte ich aber mehr Wert auf den Originaltext legen, weil ich das Buch „Alice im Wunderland“ sehr gerne mag. Wenn man es durchliest, stellt man fest: Es ist unglaublich witzig. Doch wir mussten sehr viel herausstreichen, ungefähr zwei Drittel des Textes. Das Problem ist, dass das Buch zu einem Großteil aus Rätselgedichten besteht, die leider in keiner deutschen Übersetzung funktionieren, sondern nur in der Originalsprache Englisch. Denn es stecken so viele Mehrdeutigkeiten darin, die man auf Deutsch nicht rüberbringen kann. Aber ein paar Wortspiele, die gut zu übersetzen sind, haben wir gelassen. Was mir wichtig ist: „Alice“ ist sehr unterhaltsam. Und bei all den verschiedenen Interpretationen der letzten Jahre, bei denen der Originaltext nicht so sehr im Mittelpunkt steht, finde ich das geschriebene Wort von Lewis Carroll immer noch am schönsten. Weiterlesen

„Die Studiobühne sind viele Freunde, die sich gegenseitig unterstützen und einem ermöglichen, seine Idee von Theater umzusetzen“ (2 von 2)

So sieht @wzck.erlangen auf Facebook aus (Foto: Studiobühne Erlangen e.V.)

Die Facebook-Seite zum Stück heißt @wzck.erlangen (Foto: Studiobühne Erlangen e.V.)

Hier nun Teil 2 des Interviews mit Andreas Pommer, der bei der Studiobühne Erlangen e.V. bereits in etlichen Produktionen mitgewirkt hat. Unter seiner Regie wird „Woyzeck“ am 24., 25. und 26. November um 19.30 Uhr im Kulturforum Logenhaus in der Universitätsstraße in Erlangen aufgeführt.

Andreas, nun zu deiner „Woyzeck“-Inszenierung. Warum wolltest du den Klassiker „Woyzeck“ inszenieren – ein Stück, das schon etliche Male neu interpretiert und inszeniert wurde?
AP: Letztes Jahr habe ich „Faust“ inszeniert und im Zuge einer Deutschen Klassiker-Reihe ist jetzt „Woyzeck“ dran. Mich reizt an den Deutschen Klassikern vor allem die Tatsache, dass das Publikum die Stücke bereits kennt. Das schafft nämlich eine ganz andere Voraussetzung. Denn wenn ich ein Stück inszeniere, das nicht so bekannt ist, und ich das postmodern und abstrahierend aufziehe, wirkt das sehr schnell verwirrend und ist dann nicht mehr zielführend. Aber ich kann von unserem Publikum erwarten, dass es „Woyzeck“ gelesen hat, und für dieses Publikum ist es dann besonders spannend, eine ganz neue Art und Weise der Inszenierung zu sehen. Diese Freiheit habe ich bei Klassikern. Weiterlesen