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Terracollage: kreatives Spiel mit Farben und Materialien

„Land of mine“. Foto: Roman De Giuli

Schillernd schlängelt sich blau-violette Farbe wie ein Wasserfall über die Fläche, wie Gebirgsbäche anmutend fließen sich glitzernde Farben ineinander und ufern in Verästelungen aus. Ruhige Klavier- und Geigentöne, begleitet von Vocals untermalen die atmosphärische Stimmung.

Roman De Giuli, Dozent für Medienpraxis am Institut für Theater- und Medienwissenschaft dreht kurze Filmclips mit unterschiedlichsten Materialien und Flüssigkeiten. Genauer: er macht Macro Cinematography. Dabei werden im extremen Close-up Objekte in sehr hoher Auflösung gefilmt, sodass die kleinsten Details gut zu erkennen sind. Die Magie passiert dabei nicht am Computer, sondern in Petrischalen, auf Glasplatten und auf Papier.

Im Video „Land of Mine“ (2017) experimentiert er mit Acrylfarben auf Papier und präsentiert das Zusammenspiel in 4k-Auflösung. Neben den Farben hat er auch schon mit unterschiedlichen Ölen und Materialien gearbeitet, beispielsweise im Projekt „Matereality“ (2017). Hier spielen Eisenpulver, Pigmente, Magnete, Glitzer zusammen und ergeben faszinierende Effekte. Wie auch bei diesem Projekt arbeitet er mit verschiedenen Musikern zusammen, die für eine musikalische Untermalung sorgen.  Welche Materialien besonders gut funktionieren und seinen persönlichen Favoriten verrät er in einem Interview, das ihr bald hier lesen könnt.

Inzwischen arbeitet er nicht mehr alleine an den Projekten, sondern hat ein Team hinter sich, mit dem er auch schon größere Aufträge angenommen hat, u.a. für die Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele in Südkorea Anfang dieses Jahres. Das Projekt „Geodaehan“ (2018), koreanisch für gigantisch, enorm, riesig, wurde dabei während der Eröffnungsshow auf den Boden der Halle projiziert und soll auf künstlerische Art und Weise die südkoreanischen Landschaften repräsentieren (hier gibt es das BTS-Video dazu).

Wer sich neugierig geworden ist und staunen will, auf Vimeo, seiner Website oder auch auf Facebook lädt Roman De Giuli die Videos zu seinen Projekten hoch.

Carmen Oberlechner

FAU goes Hollywood – zwei Regisseurinnen an der FAU

Gute Freundinnen mit einer gemeinsamen Leidenschaft für den Film: Navdeep (links) und Victoria. Foto: Rebecca Kleine Möllhoff

Die FAU-Studentinnen Victoria Sophie Hazebrouck und Navdeep Pawar drehten unter ihrem Produktionsnamen HazePaw bereits verschiedene experimentelle Kurzfilme. Ihr Film „Das Spiel mit dem Feuer“ hat es sogar auf Platz 1 des Online-Votings des nordrhein-westfälischen Filmfestivals DrehMOMENTE geschafft und wurde als Lieblingsfilm gekürt. Ich habe mich mit den Regisseurinnen getroffen, um mehr über die Künstlerinnen und ihren Film zu erfahren.

Hallo ihr Beiden! Euer Film „Das Spiel mit dem Feuer“ wurde in einem Online-Voting zum Lieblingsfilm gekürt. Wie seid ihr denn auf das Filmemachen gekommen und seit wann macht ihr das schon?

Victoria: Wir haben beide Theater- und Medienwissenschaften studiert und haben in dem Seminar „Filmregie“ unsere Leidenschaft für das Drehbuchschreiben entdeckt. In diesem haben wir unseren ersten Film gemeinsam gedreht, der auch auf zwei Festivals gezeigt und prämiert wurde.

Navdeep: Wir hatten echt viel Spaß und haben gemerkt, dass wir damit erfolgreich sind und dass uns das Filmemachen liegt. Also haben wir einfach weitergemacht. „Das Spiel mit dem Feuer“ ist nun unser vierter Film und war eigentlich nur als Übungsfilm gedacht.

Mit euren Kurzfilm sprecht ihr das Thema Selbstmord an. Wie seid ihr auf dieses ernste Thema gekommen?

Victoria: Wir möchten mit unseren Filmen Themen ansprechen, die kontrovers sind und über die sich nur Wenige zu sprechen trauen. Viele haben hin und wieder irgendwelche dunklen Gedanken, weil sie beispielsweise gerade eine schwierige Lebensphase durchmachen. Das ist völlig normal. Mit dem Film möchten wir sagen, dass es nicht schlimm ist, solche Gedanken zu haben. Es ist nur wichtig, dass man weiß, dass es auch einen Ausweg gibt, indem man sich Hilfe sucht.

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„Shared Stories – Shared Lives“ – Theater verbindet Geflüchtete und Studierende an der FAU

Während einer Probe von ‚Shared Stories – Shared Lives‘. Foto: Beatrice Müller

Zehn junge Menschen haben am 15. Dezember 2016 gemeinsam ein Theaterstück aufgeführt. Sie sind großgeworden in verschiedenen Ländern, sprechen verschiedene Sprachen, entstammen verschiedenen Kulturen. Doch dies verbindet sie alle: Sie leben im Raum Erlangen und hatten mit ihrem Theaterprojekt ein gemeinsames Ziel vor Augen. Die zehn jungen Menschen, das sind Geflüchtete und Studierende der FAU. Im Pacelli-Haus in Erlangen haben sie Großartiges auf die Beine gestellt. „Shared Stories – Shared Lives“ nannte sich ihr Projekt, bei dem sie selbst erarbeitete Sketche aufführten, um den Alltag der Geflüchteten in Deutschland zu thematisieren. Beatrice Müller, Masterstudentin der Soziologie, Mitbegründerin und Referentin des Referats der Stuve gegen Diskriminierung und Rassismus (AntiDisRa), leitete die Gruppe an und berichtet nun in einem Nachgespräch über einen außergewöhnlichen Theaterabend.

Beatrice Müller, konnten Sie Ihr Projekt gemeinsam mit den jungen Geflüchteten und Studierenden erfolgreich über die Bühne bringen?

Beatrice: Der Theaterabend hat meine Erwartungen mehr als übertroffen. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir an dem Abend einen „Ansturm“ von über 100 Besuchern verzeichnen würden und das Theaterstück Studierende wie auch viele Nicht-Studierende ansprechen würde.

Wie hat das Publikum auf die Sketche reagiert – eher amüsiert oder nachdenklich?

Beatrice: Die Sketche haben durchwegs viele Lacher an den richtigen Stellen erhalten (lacht) – es ist einfach witzig, wenn ein gebürtiger Syrer einen fränkischen Busfahrer mimt. Die anschließende Rede über Aatefs Flucht und die damit verbundene Diskussion über das Thema „Geflüchtete in Deutschland“ haben uns alle ein wenig nachdenklicher werden lassen und uns noch einmal präsent werden lassen, dass wir das Theaterprojekt nicht nur aus Spaß initiiert haben.

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„Odyssee – eine Spurensuche“… zwischen Experimentiertheater und Markgrafentheater

Michaela Mader als Tal. Foto: Chronos 3000

Michaela Mader als Tal. Foto: Chronos 3000

„Das wird die reinste Odyssee!“ oder „Die ganzen Folien zur Vorlesung zu lernen, war eine wahre Odyssee“. Ähnliche Sätze fallen zurzeit sicher häufig hinter den Mauern der FAU. Denn die Klausuren-Phase beginnt und mag so manchem Studenten schlaflose Nächte bereiten. Was meinen wir, wenn wir von einer Odyssee sprechen? Einen langen und beschwerlichen Weg. Eine Situation, in der die alte Weisheit „Der Weg ist das Ziel“ nicht positiv aufgefasst werden kann, weil der Weg zu kräftezehrend ist und das Ziel unerreichbar scheint. Oder ein Umherirren, das uns schier um den Verstand bringt. Doch worauf fußen diese Assoziationen? Erforscht zusammen mit Studierenden der Theater- und Medienwissenschaft die Facetten eines traditionellen Mythos aus heutiger Perspektive!

Was bedeutet die „Odyssee“ heute noch für uns?

Der Begriff „Odyssee“ entstammt der griechischen Mythologie und wurde von Homer, einem der bekanntesten Dichter der Antike, in seinem gleichnamigen Epos festgehalten. Darin erzählt er die Geschichte des Helden Odysseus, der nach dem Trojanischen Krieg so schnell wie möglich heimkehren möchte, jedoch auf seiner Heimreise einer sage und schreibe zehn Jahre andauernden Irrfahrt auf dem Meer ausgesetzt ist. Aufgrund ihrer langen Tradition birgt die „Odyssee“ großes Potential für künstlerische Auseinandersetzungen. In Dantes „Göttlicher Komödie“ taucht die Figur des Odysseus auf und James Joyce erschafft mit seinem Werk „Ulysses“ quasi eine moderne Version von Homers Epos. Aber was bedeutet die „Odyssee“ heute noch für uns? Mit dieser Frage hat sich das Institut für Theater- und Medienwissenschaft (ITM) auseinandergesetzt und versucht, sich der Antwort in Form einer Spurensuche anzunähern.

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